EZB ist “Artikel des Tages” in der deutschen Wikipedia

Der Wikipedia-Artikel zur Elektronischen Zeitschriftenbibliothek ist Artikel des Tages am 26. März 2015.

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Glückwunsch nach Regensburg und an die zahlreichen Bearbeiter dieser Seite, die aus der Ersterstellung 2004 (vermutlich durch einen “üblichen Verdächtigen”) einen lesenswerten Artikel gemacht haben.

Einige tausend Menschen werden nun vielleicht zum ersten Mal mitbekommen, dass das Kürzel EZB nicht nur für die Europäische Zentralbank steht.

Antrag von Union und SPD zur “Digitalen Bildung”

Die Transferstelle für OER hat einen Bundestagsantrag zur Digitalen Bildung veröffentlicht, der am nächsten Donnerstag in die erste Beratung gehen soll. Der Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD heißt “Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden” und ist als Google-Dokument verfügbar. Zwei Fundstellen, Hervorhebungen von mir:

die Entwicklung bundeseinheitlicher Mindeststandards zur digitalen Informations- und Medienkompetenz für die unterschiedlichen Altersstufen der Lernenden sowie regelmäßige Überprüfung dieser in einer Ländervergleichsstudie, um im Rahmen dieser auch eine internationale Vergleichbarkeit herzustellen.

der Arbeit an einem bildungs- und forschungsfreundlichen Urheberrecht als Grundlage der digitalen Lehrmittelfreiheit sowie damit verbunden der Einführung einer einheitlichen Bildungs- und Wissenschaftsschranke.

#Varoufake in der Recherche-Schulung

Wer hier häufiger mitliest, weiß, dass ich das Tagesgeschehen zur Not mit großer Kraftanstrengung zur Illustrierung der Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens in meine Schulungen zerre. Zum Beispiel die Fussball-WM, Kolleginnen andernorts nutzen auch gerne Comedy-Sendungen1) BADIA, Giovanna. Relevancy Trumps Format When Teaching Information Literacy. Evidence Based Library and Information Practice, [S.l.], v. 9, n. 4, p. 64-66, dec. 2014. ISSN 1715-720X. Available at: . Date accessed: 19 Mar. 2015. , und alle IK-Schulenden werden sich wie die Schneekönige über die Guttenberg-Affäre gefreut haben. Wissenschaftliches Arbeiten als Thema in der Tagesschau! Toll!

Nun sind die meisten Studierenden recht jung und die Plagiats-Affäre ist jetzt schon wieder knapp fünf Jahre her. Zarte Anspielungen darauf werden von 19 bis 20jährigen Studierenden oft nicht mehr verstanden.

Gerade gab es in der Rechercheschulung jedoch einen neuen tages- und medienpolitischen Anlass, der den Studierenden anlässlich des Themas “Quellen kritisch evaluieren” geradezu ins Gesicht sprang.

Egal, ob Fake oder Fake eines Fakes: Daraus kann man einiges lernen, darüber gibt es einiges zu diskutieren. Natürlich in diesem Fall vorwiegend über die Irrelevanz mancher Ereignisse, die von Talkshows und Boulevardblättern künstlich Relevanz zugeeignet bekommen. Aber auch über die Glaubwürdigkeit von Quellen.

References   [ + ]

1. BADIA, Giovanna. Relevancy Trumps Format When Teaching Information Literacy. Evidence Based Library and Information Practice, [S.l.], v. 9, n. 4, p. 64-66, dec. 2014. ISSN 1715-720X. Available at: . Date accessed: 19 Mar. 2015.

Open Innovation für Open Government Data

Das Bundesministerium des Innern ruft zur Bürgerbeteiligung in Sachen Open Government Data auf. Es werden Ideen gesucht, welche Daten zu welchem Zwecke veröffentlicht werden könnten.

Open Government Data – der freie Zugang zu Regierungs- und Verwaltungsdaten – kann wesentliche Impulse für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung bringen. Weil das Heben dieses Potentials aber nicht die alleinige Aufgabe der öffentlichen Verwaltung ist, werden hier bis zum 3. April 2015 Ideen dazu gesammelt:

  • Welche Daten der Bundesverwaltung sind von Interesse?
  • Welche Aufgaben könnten damit gelöst werden und welche Anwendungen können entstehen?
  • Wo liegt der zivilgesellschaftliche Nutzen?
  • Wo liegt das ökonomische Potential und wie kann es gehoben werden?

Diese Ideen sind der Rohstoff, um in mehreren Workshops die verschiedenen Akteure zusammenzubringen und so die Datenbereitstellung und -weiterverwendung voranzutreiben. Die Ergebnisse werden dann wieder öffentlich zur Diskussion gestellt.

Jetzt sind Sie dran! Wir sind schon sehr gespannt auf Ihre Ideen!

Eigentlich wird eher andersherum ein Schuh draus. Liebe Bundesregierung, begründen Sie doch bitte, welche Daten der Bundesverwaltung aus welchen Gründen nicht veröffentlicht werden können, weil sonst zivilgesellschaftlicher Schaden drohe. Und warum kümmert sich das BMI um ökonomisches Potential?

Immerhin wird überhaupt etwas in Richtung Open Data unternommen.

Preis für Abschlussarbeiten über “Open Source”

Ausgezeichnet werden Arbeiten, die den Einsatz von Open Source-Software für professionelle Anwender attraktiver machen. Eine Einschränkung auf bestimmte Fachbereiche besteht nicht.

Der Gewinner des Absolventenpreis erhält € 2.000 Preisgeld, der Zweitplatzierte € 1.000 und der Drittplatzierte gewinnt € 500.

Mehr Infos auf Absolventenpreis.de.

[via Heise.de]

Alternativen zu Sherpa/Romeo?

Um das “DOAJ Seal” zu erhalten, muss ein Journal diverse Kriterien erfüllen. Eines davon ist die Angabe, wo die “Deposit policy” hinterlegt ist. Zur Auswahl stehen:

DOAJ_deposit_policy

Zum Anschauen:

  • None
  • Sherpa/Romeo
  • Dulcinea (“Spanish Journals”)
  • OAKlist (“Australian Publishers”)
  • Héloïse (komplett auf Französisch, anscheinend auch nur französische oder französischsprachige Titel)
  • Diadorim (komplett auf Portugiesisch)
  • Other

Meine Frage, liebe Open-Access-Gemeinde, ist: wofür könnte “Other” stehen? Mir fällt spontan nur der deutsche Sherpa/Romeo-Ableger ein. Was gibt es sonst noch?

Ausführliche FAQ zum Zweitveröffentlichungsrecht

Lesestoff für Repository-Betreiber: Die Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat wunderbarerweise eine FAQ zum Zweitveröffentlichungsrecht veröffentlicht!

44 Fragen in der Liste, darunter spannendes Material:

18. Warum hat der Gesetzgeber die grundfinanzierte universitäre Forschung beim ZVR benachteiligt?

  • [...] Die Verfassungsmäßigkeit dieser bewussten Entscheidung wird angezweifelt.

Da bleibt abzuwarten, ob sich die m.E. benachteiligten WissenschaftlerInnen aus weniger stark drittmittelgeförderten Disziplinen auf den gerichtlichen Weg machen.

Liebe Juristen, ist die Notwendigkeit einer solch umfangreichen Hilfe vor der Umsetzung durch Nicht-Juristen eigentlich mit schlechtem gesetzgeberischen Handwerk zu erklären? Mit ein paar klareren Formulierungen im Gesetz hätte man sich sicherlich große Teile der FAQ sparen können.