Excel zu SKOS konvertieren

This is an Excel-to-SKOS converter. It can generate SKOS RDF files from Excel spreadsheets structured in a specific way.
Using the same Excel spreadsheet structure, it is also possible to produce other RDF data than SKOS (lists of foaf:Person, of schema:Event, etc.)
This converter does not require any configuration file to work, only the Excel document to convert.

Excel2SKOS mit dem SKOS-Play-Konverter.

Gesellschaftliche Auswirkungen von Publikationen messen?

Die gesellschaftlichen Auswirkungen von wissenschaftlichen Publikationen sind schwer messbar, da “die Gesellschaft” nur teilweise schriftlich und dort wiederum nur zu einem geringen Teil in einer Art und Weise mit wissenschaftlicher Literatur hantiert, die eine Nachverfolgung der Literatur möglich macht.

In den alternativen Metriken wird dies u.a. durch Crawlen von Zeitungswebseiten versucht. Wird dort eine DOI erwähnt oder ein Artikel direkt verlinkt, so kann dies gezählt werden. Dies ist u.a. zu sehen bei Altmetric.com, wo in diesem Beispiel zwei Artikel bei The Scientist und einer auf Heise.de gefunden wurden.

Doch ist dies die einzige Möglichkeit, den gesellschaftlichen Einfluss zu messen? Wie sieht es in der politischen Sphäre aus. Ein Ansatzpunkt wären hier die Schriften des Wissenschaftlichen Dienstes, in denen zumindest zu einem beachtlichen Teil wissenschaftliche Literatur zitiert wird – bei meinen Stichproben aber durchweg ohne Angabe eines persistenten Identifiers 1) und das die Dokumente selbst keinen haben ist ein uralter Kritikpunkt von mir … .

Es gibt sicherlich noch weitere schriftliche Kommunikation, die frei zugänglich ist und die eine Vermutung über gesellschaftliche Relevanz zulassen. Für Ideen wäre ich dankbar! Am liebsten wäre es mir, sie gleich in die Kommentare zu geben. Auf Twitter geht so etwas leicht unter.

PS: Measuring the societal impact of research von Lutz Bornmann ist ein interessanter Literatureinstieg zum Thema.

References   [ + ]

1. und das die Dokumente selbst keinen haben ist ein uralter Kritikpunkt von mir …

EX LIBRIS: Dokumentation über die New York Public Library

Zeit Online berichtet über das Filmfest in Venedig:

Es gibt auch ein anderes Amerika, Frederick Wiseman zeigt es in EX LIBRIS, dem zweiten Dokumentarfilm im Wettbewerb. Eine dreistündige Hommage an die New York Public Library, Szenen einer Bibliothek als Stätte der Bildung, der Begegnung, der freien Rede, der sozialen Fürsorge. 92 Filialen hat die Library, ihre Gründer wollten, dass sie für jeden New Yorker zu Fuß erreichbar ist.

Die IMDB-Nutzer sind auch recht angetan. Mit 197 Minuten Spielzeit ist der Film allerdings ausladender als manch abendfüllende Bollywood-Produktion.

Suchmaschine für frei lizenzierte Bilder: Visualhunt

Visualhunt ist eine Suchmaschine für frei lizenzierte Bilder, die die Nachnutzung vereinfachen möchte. Die Filter sind nicht wirklich akkurat. Sucht man nach Public-Domain-Bildern zum Suchbegriff “Research”, so findet man u.a. ein Bild auf Flickr (hier die Anzeige auf Visualhunt), das unter der Lizenz CC BY-NC 2.0 steht. Wer sich nicht auskennt und auf Visualhunt verlässt, steht rechtlich im Regen.

Ich wollte hier eigentlich ein Bild von einer im Regen stehenden Person einfügen, aber der Lizenzfilter funktioniert dermaßen schlecht, dass ich frustriert aufgab. Da kann man schon mal wütend werden. Dazu habe ich auch ein CC0-Bild gefunden:

Angry lioness in savannah (license: cc0)
Verärgerte Löwin in der Savanne (Lizenz: CC0)

[via Bibfobi]

Noch freie Plätze: VIVO-Workshop 2017 in Hannover

In etwa drei Wochen, am 28. September 2017, findet in Hannover an der Technischen Informationsbibliothek der VIVO-Workshop 2017 statt. Wer sich genauer über VIVO informieren möchte oder sich mit den VIVO-Akteuren im deutschsprachigen Raum vernetzen möchte, ist herzlich eingeladen. Hier ist das fast vollständige Programm, eine Möglichkeit zur Registrierung besteht auch. Noch sind freie Plätze verfügbar, sie schwinden allerdings.

Open Access im Ersten Nationalen Aktionsplan 2017-2019

Verpflichtung 13 des Ersten Nationalen Aktionsplans 2017-2019 (PDF) der Bundesregierung zu Open Government (“Grundsteine für offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln”) widmet sich der “Förderung des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen („Open Access“)” (S. 30f). Messbare Meilensteine seien die “Sammlung und Bewertung der im Rahmen des Ideenwettbewerbs zur Umsetzung von Open Access eingereichten Projektskizzen” bis Oktober 2017 und der “Beginn der Projektförderung” bis Anfang 2018. Die Ambition der Verpflichtung wird folgendermaßen definiert:

Die Verbreitung von Open Access soll als ein Standard des wissenschaftlichen Publizierens in der deutschen Wissenschaft verankert werden. Publikationen aus öffentlich geförderter Forschung sollen der Allgemeinheit möglichst frei zur Verfügung stehen.

Wenn in der Ambition schon Fluchtwege wie “soll” und “möglichst frei” vorbereitet werden, dürfen sich alle Wissenschaftler, die gerne für sich und den engsten akademischen Freundeskreis “publizieren”, weiterhin sicher sein, dass sie ihre Forschung vor der Öffentlichkeit geheim halten dürfen. Vielleicht bewahrheitet sich meine Befürchtung auch nicht. Der Rest der Verpflichtung klingt gar nicht so schlecht. Ich hatte mir aber erhofft, dass auch gesetzgeberische Aktivitäten auf dem Plan stehen. Und vielleicht die Maßgabe, alle Publikationen aller Bundeseinrichtungen unter eine freie Lizenz zu stellen und mit persistentem Identifier in einem mit offenen Schnittstellen versehenen Repository in einem nachnutzbaren Format mit Versionierung zu veröffentlichen.

[via Heise]

Mäqädat: DIY-Buchscanner

Heise.de:

Der Verein “mäqädat” konstruiert seit der ersten Maker Faire in Hannover einen Buchscanner für den Eigenbau, der Seiten automatisch umblättert. Jetzt gibt es Konstruktionsdaten für die jüngste Version des Scanners zum kostenlosen Download.

Hier geht’s zur Projekthomepage, hier kann man den Stand des Projektes auf der letztjährigen Maker Faire betrachten:

Animierte Simulationen per Klick: Loopy

Für die Simulation oder Modellierung einfacher Problemstellung gibt es ein hübsches Tool, das keine Programmierfähigkeiten benötigt. Mit Loopy kann man Modelle bauen, nachnutzen, veröffentlichen, durchspielen, was auch immer.

Zum Beispiel dieses einfachste Modell für die persönliche Fitness, das etwas komplexere Modell zu Auswirkungen der Automatisierung oder die Simulation der (Fehl-)Anreize in der Wissenschaft. Loopy kann sicherlich hervorragend in der Lehre eingesetzt werden. Als passende Lektüre zu Loopy empfiehlt der Entwickler Donella H. Meadows’ “Thinking in Systems”.

[Besten Dank an Tatiana!]

Pixabay wechselt von CC0 zu proprietärer Lizenz

Wo kürzlich, wie am Beispiel eines Reptilienbildes zu sehen ist, noch eine CC0-Lizenz zu finden war, ist nun nur noch ein Verweis auf eine ominöse “Pixabay-Lizenz” zu finden:

  1. Das Bild jetzt.
  2. Das Bild (ohne Bild) in der Wayback-Machine vom 10. Juli 2017.

Der Hintergrund wird im Pixabay-Forum erläutert. Die bisherige CC0-Lizenzierung ist m.E. nicht zurücknehmbar, und sie kann glücklicherweise durch das Internet-Archiv in sicherlich den meisten Fällen nachgewiesen werden. Pixabay erweist sich durch diese Maßnahme als a) unzuverlässig und in der Folge b) unbenutzbar.

Bei kommerziellen Diensten ist erhöhte Vorsicht geboten. Sollte man vielleicht vollständig von der Nutzung kommerzieller Dienste als Infrastruktur für frei lizenzierte Inhalte absehen?

Auftragsforschung in der Kritik

Bei Heise ging es kürzlich um von den technischen Universitäten geäußerte Kritik an Auftragsforschung:

Die Technischen Universitäten warnen die Wirtschaft vor einer immer stärkeren Verquickung von Forschungsgeldern und inhaltlichen Vorgaben bei Hightech-Themen. “Unser Eindruck ist, dass sich die Grenzen verschoben haben”, sagte der Präsident der TU Darmstadt, Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, der Deutschen Presse-Agentur. Zunehmend komme es vor, dass die Industrie selbst etwa Promotionsstellen “ausschreibe” und so versuche, die Ausrichtung wichtiger Projekte direkt zu beeinflussen.

Das ginge sogar so weit, dass erwartet würde, Forschungsergebnisse nicht zu publizieren, sondern vertraulich zu behandeln.

Das dies eine Folge der stets geforderten hohen Drittmittelquote und Industrienähe ist, ist wohl kein origineller Gedanke. Eine lesenswerte Schrift zur Messung von Forschungsleistung über die eingeworbenen Drittmittel hat Jürgen Gerhard 1) Gerhards, Jürgen (2013): Der deutsche Sonderweg in der Messung von Forschungsleistungen. Berlin: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Wissenschaftspolitik im Dialog, 7). Online verfügbar unter http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:kobv:b4-opus-23876, zuletzt geprüft am 09.07.2017.  schon 2013 erfasst. Teile seiner Kritik – auch am “Förder-Rankings” der DFG – wurden wahr- und angenommen.

Die Summe der eingeworbenen Drittmittel bildet in der Bundesrepublik die zentrale Messgröße zur Bestimmung der Qualität von Forschung. Die Zentralakteure des deutschen Wissenschaftssystems, vor allem die Deutsche Forschungsgemeinschaft, aber auch der Wissenschaftsrat, haben einen entscheidenden Anteil daran, dass Drittmittel als Forschungsleistungsindikatoren so hoch gehalten, wenn nicht fetischisiert werden. So ist das Forschungsranking der DFG, das in regelmäßigen Abständen publiziert wird und das enorm wirkungsmächtig ist, fast ausschließlich drittmittelbasiert.

Das Förder-Ranking heißt inzwischen Förderatlas. Doch auch dort heißt in der aktuell gültigen Ausgabe von 2015 noch:

Für die Gewinnung der Kennzahlen werden auch im diesjährigen Förderatlas insbesondere Daten von öffentlichen Drittmittelgebern herangezogen und ausgewertet. Dies ist deren besonderer Aussagekraft geschuldet: Drittmittel werden im Wettbewerb eingeworben, die Mittelvergabe stützt sich auf das Urteil von Peers, die als Expertinnen und Experten des jeweiligen Forschungsfelds anerkannt sind. Wenn eine Einrichtung auf einem bestimmten Gebiet in größerem Umfang Drittmittel einwirbt oder aus entsprechenden Programmen finanzierte Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für sich gewinnen kann, dann ist damit auch ein Qualitätsurteil dieser Peers verbunden.

Auch wenn es hier nur um Drittmittel von öffentlichen Geldgebern geht, ist die Relevanz der eingeworbenen Gelder auch aus dem Industriesektor wohl unumstritten. So ist Forschungsförderung für die in Deutschland auf Bundesebene seit 2005 regierende CDU in erster Linie zur Förderung der Industrie gedacht, wie schon in der Pressemitteilung zum Leitbild für eine zukunftsfähige Hochschul- und Forschungslandschaft in Deutschland klar wird.

 

References   [ + ]

1. Gerhards, Jürgen (2013): Der deutsche Sonderweg in der Messung von Forschungsleistungen. Berlin: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Wissenschaftspolitik im Dialog, 7). Online verfügbar unter http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn:nbn:de:kobv:b4-opus-23876, zuletzt geprüft am 09.07.2017.