Internet Manifesto 2014 der IFLA

Die IFLA hat ihrem 2002 verfassten Internet Manifesto ein Update gegeben. Das Internet Manifesto 2014 ist zur Zeit auf Englisch und Russisch (PDF) verfügbar. Weitere Übersetzungen werden in Kürze sicherlich folgen. Der speziell Bibliotheken betreffende Part beschreibt die Rolle und die Pflichten von Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Bibliotheken “have a responsibility to”:

  • serve all of the members of their communities, regardless of age, race, nationality, religion, culture, political affiliation, physical or mental abilities, gender or sexual orientation, or other status
  • provide access to the Internet in an appropriate environment for all users
  • support users, including children and young people, to ensure they have the media and information literacy competencies they need to use their chosen information resources freely, confidently and independently
  • support the right of users to seek and share information
  • strive to ensure the privacy of their users, and that the resources and services that they use remain confidential
  • facilitate and promote intellectual, cultural and economic creativity through access to the Internet, its resources and services.

Open-Access-Policy der Gates-Foundation

Die Bill & Melinda Gates Foundation hat eine Open-Access-Policy veröffentlicht:

  1. Publications Are Discoverable and Accessible Online.  Publications will be deposited in a specified repository(s) with proper tagging of metadata.
  2. Publication Will Be On “Open Access” Terms.  All publications shall be published under the Creative Commons Attribution 4.0 Generic License (CC BY 4.0) or an equivalent license. This will permit all users of the publication to copy and redistribute the material in any medium or format and transform and build upon the material, including for any purpose (including commercial) without further permission or fees being required.
  3. Foundation Will Pay Necessary Fees.  The foundation would pay reasonable fees required by a publisher to effect publication on these terms.
  4. Publications Will Be Accessible and Open Immediately.  All publications shall be available immediately upon their publication, without any embargo period.   An embargo period is the period during which the publisher will require a subscription or the payment of a fee to gain access to the publication. We are, however, providing a transition period of up to two years from the effective date of the policy (or until January 1, 2017).  During the transition period, the foundation will allow publications in journals that provide up to a 12-month embargo period.
  5. Data Underlying Published Research Results Will Be Accessible and Open Immediately.  The foundation will require that data underlying the published research results be immediately accessible and open.  This too is subject to the transition period and a 12-month embargo may be applied.

Wer zahlt, bestimmt die Musik. Kein Embargo, CC-BY und obligatorische Rohdatenveröffentlichung: Es wird Zeit, dass andere Forschungsförderer, denen wirklich am Erkenntnisgewinn und Fortschritt der WIssenschaft liegt, nachziehen.

Niederländische Open-Access-Vereinbarung mit Springer

Die Vereniging van Universiteiten (VSNU) der Niederlande hat eine Open-Access-Vereinbarung mit Springer getroffen. Die Verhandlungen mit Elsevier wurden kürzlich erst als gescheitert beendet. Auszug aus der Pressemitteilung der VSNU:

Agreements on subscription fees are made for all the Dutch universities with the individual scientific journal publishers, as part of the so-called ‘Big Deal’ negotiations. The universities are only prepared to renew the agreements on subscriptions if the publishers take steps towards open access. Several publishers are hesitant to take these steps, given the drastic changes in their revenue model this transition would cause. Yet the negotiations with Springer prove that these steps can be taken.

In der dazugehörigen Springer-Pressemitteilung wird erwähnt, dass derzeit ähnliche Verhandlungen mit der Max Planck Digital Library geführt werden.

Viviane Reding nun für Bertelsmann aktiv

Viviane Reding, bekannt aus Funk, Fernsehen und Netzpolitik.org, ist nun nicht mehr Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft. Stattdessen rutscht sie nahtlos in das Kuratorium der Bertelsmannstiftung – die erheblichen Einfluss auf das Bibliothekswesen hat. Mehr Infos gibt’s bei LobbyControl.

Russische Regional-Enzyklopädie geplant

Heise berichtet über das Ansinnen der Russischen Präsidialbibliothek, eine russische Alternative zur Wikipedia zu lancieren:

Das Projekt unter Federführung der Russischen Präsidialbibliothek soll besser über die verschiedenen Regionen des Landes informieren als die Wikipedia. Die sei nicht detailliert und zuverlässig genug.

Die Bibliothek hat dazu eine Pressemitteilung auf Englisch verfasst. Über geplante Lizenzbestimmungen ist dort nichts zu erfahren.

Geoinformationen (Linked Open Data) für VIVO

Beim Aufbau eines Forschungsinformationssystems mit VIVO erschien es uns sinnvoll, einen gewissen Grundstock an Daten zu haben, mit denen wir dann die diversen Beschreibungen der Forschungsaktivitäten an der Hochschule verknüpfen können. Wichtig erschien uns dabei, Informationen über Orte in ordentlicher Qualität zur Verfügung zu haben. Aus dieser Überlegung entstand eine kleine Sammlung von Dateien, die zur Nachnutzung in VIVO vorbereitet ist. Sie können einfach ins Verzeichnis /data/rdf/abox/filegraph kopiert werden und stehen dann nach dem nächsten Neustart zur Verfügung.

Um welche Daten geht es?

Deutsche Orte (GermanyPopulatedPlaces.ttl): Über 7000 Orte in Deutschland mit mindestens 1000 Einwohnern. Beispiel:

<http://sws.geonames.org/6557470> a vivo:PopulatedPlace ;
obo:BFO_0000050 <http://sws.geonames.org/2862926/> ;
rdfs:label "Nordhorn" ;
vcard:geo "geo:52.4149,7.07665" ;
geop:population "52380" .

german_locations_in_VIVO

Schema: Deutsche Orte (vivo:PopulatedPlace), Bundesländer (vivo:StateOrProvince) und Deutschland (vivo:Country).

Deutsche Bundesländer (GermanyStates.ttl):

Alle deutschen Bundesländer, als administrative Zwischenebene zwischen den deutschen Orten und VIVO/FAO-Deutschland.

<http://sws.geonames.org/2862926/> a vivo:StateOrProvince ;
obo:BFO_0000050 <http://sws.geonames.org/2921044/> ;
rdfs:seeAlso <http://d-nb.info/gnd/4042226-4> ;
rdfs:label "Niedersachsen" .

Orte aus der ganzen Welt (WorldPopulatedPlaces.ttl):

Über 8200 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern aus der ganzen Welt. Die Orte sind mit den in VIVO mitgelieferten Staaten aus den FAO-Länder-Profilen (OWL-Datei) verknüpft.

<http://sws.geonames.org/361058> a vivo:PopulatedPlace ;
obo:BFO_0000050 <http://aims.fao.org/aos/geopolitical.owl#Egypt> ;
rdfs:label "Alexandria" ;
vcard:geo "geo:31.21564,29.95527" ;
<http://aims.fao.org/aos/geopolitical.owl#population> "3811516" .

Schema: Städte aus aller Welt.

Schema: Städte aus aller Welt.

Andere Territorien (WorldOtherTerritories.ttl):

In dieser kleinen Datei, über deren Inhalt man trefflich streiten kann, sind Informationen über Territorien gesammelt, deren Status nicht unumstritten ist.

Die Daten stammen überwiegend aus Geonames.org und wurden bearbeitet und zusammengestellt von Elena Liventsova und mir. Sie sollen in Kürze auch auf Datahub.io registriert werden. Auf dem neuen Github-Account der Bibliothek der Hochschule Hannover sind sie ab sofort zu sehen, herunterzuladen und nachzunutzen (Lizenz: CC0). Über Verbesserungsvorschläge, Korrekturen und natürlich Hinweise auf Nutzungen würden wir uns freuen!

Das Damenprogramm

Félix Armand Heullant (1834-1888): Junge Dame im Salon

Wunderschönes Fundstück zur Rolle der Dame auf einem Kongreß.

Der Terminus technicus für diesen ebenfalls wichtigen Teil eines Kongreßprogramms ist erstaunlicherweise in jüngster Zeit so in Verruf geraten, dass er kaum mehr verwandt wird, obwohl er eigentlich unverändert zutreffend ist. Im wesentlichen wird das Damenprogramm doch als Aufmerksamkeit des Organisators für die begleitenden Damen angeboten, die sich nicht für das Vortragsprogramm interessieren. Warum sie sich durch diese höfliche Geste diskriminiert fühlen könnten, ist schwer verständlich. Der Organisator einer reibungslosen Tagung legt vielmehr Wert darauf, auch die Damen anregend zu unterhalten, die nicht wegen der wissenschaftlichen Aspekte zum Kongreß gekommen sind. Abgesehen davon kann das Damenprogramm durchaus einen multiplikativen Effekt haben, wenn es so gut gemacht ist, daß die Damen abends ihren Männern vorschwärmen, was diese so alles versäumt haben, und dadurch zu einer harmonischen Kongreßstimmung beitragen, weil die Männer sich für ihre Frauen freuen und zufrieden sind, daß sich ihre Damen nicht langweilen.

Zur Rolle der Ehefrau des Organisators bei der Planung des Damenprogramms:

Selbst wenn sie aus guten Gründen keine Rolle spielen will, ist es doch empfehlenswert, ihren kritischen Rat zum Damenprogramm nicht nur einzuholen, sondern auch weitestgehend zu berücksichtigen, denn sie weiß bestimmt besser als der Mann, wie lange eine Dame gerne Zeit hätte, um sich in aller Ruhe zum Beispiel für eine Kongreßparty schick zu machen, oder welches Besichtigungsprogramm Damen besonders interessieren könnte.

Aus welchem Jahr stammt das? Mitte Sechziger, frühe Siebziger? Nein.

Neuhoff, Volker (1995): Der Kongreß. Vorbereitung und Durchführung wissenschaftlicher Tagungen. 3., erw. Aufl. Weinheim: VCH. S. 114f.

Vielen Dank an Elena für den Hinweis!

Messaging-Apps für die Auskunft?

Martin Weigert berichtet davon, wie Unternehmen Messaging-Apps nutzen wollen, um in Kontakt zu ihren Kunden zu treten. Nachdem SMS-Auskunft in Deutschland nie abgehoben hat: Ist das die (nächste) Zukunft der Online-Auskunft? Über die App Path Talk wird geschrieben:

Mit ihr kann man Geschäfte und Restaurants per Chatnachricht kontaktieren und zum Beispiel nach Preisen oder Öffnungszeiten fragen oder einen Tisch reservieren. Path nennt dies “Place Messaging” und verspricht eine Antwort in etwa fünf Minuten. Das Benutzererlebnis ähnelt dabei dem, das User von klassischen Chatservices wie WhatsApp oder Facebook Messenger her kennen. Nur dass sie nicht Freunde oder Bekannte kontaktieren, sondern Gewerbetreibende.

Mehr auf Netzwertig.

Infobib unter leicht veränderter Adresse?

Der Serverumzug kürzlich verlief problemlos. Infobib ist nun zwar etwas langsamer, aber deutlich sicherer unterwegs. Nun ergibt sich durch den Umzug ein Problemchen, das sich aus organisatorischen Gründen nicht sofort beheben lässt. Bisher waren alle Postings unter URLs nach folgendem Muster zu finden:

http://infobib.de/blog/2014/04/08/vorratsdatenspeicherung-ist-naturlich-rechtswidrig/

Nun lautet der Link für dasselbe Posting:
http://infobib.de/2014/04/08/vorratsdatenspeicherung-ist-naturlich-rechtswidrig/

Der Teil /blog ist also versehentlich entfallen. Ursprünglich wurde das /blog hinzugefügt, weil Infobib vielleicht noch Platz für alles mögliche andere bieten sollte. Das ist ab und an der Fall gewesen, aber eigentlich ist Infobib ein Blog. Die alten Links funktionieren auch weiterhin, man wird einfach auf die neue Form weitergeleitet.

Nun meine Frage an die werte Leserschaft: Soll ich es einfach dabei belassen? Zwar sind lauter Links und auch Zitationen auf die alte Form vorhanden, sie führen aber allesamt ans Ziel. Das einzige Manko: Wer die alte Blog-Adresse http://infobib.de/blog aufrufen möchte, landet merkwürdigerweise bei einem zwei Jahre alten Stabenau-Zitat, und nicht einfach auf der Startseite.

Also, soll ich es so lassen, oder soll ich in einigen Tagen versuchen, die Änderung rückgängig zu machen?