Validierung und Reasoning von SKOS mit Skosify

Protege und die mitgelieferten Reasoner befolgen von Haus aus keine SKOS-Regeln, z.B. kann in einer SKOS-Datei aus skos:broader nicht automatisch die inverse Beziehung skos:narrower geschlussfolgert werden. 1)  Außerdem funktioniert Protege bei mir auf dem Arbeits-PC unter Windows 8.1 zur Zeit insgesamt eher unzuverlässig. Wer dies aber benötigt, kann Skosify von Osma Suominen, Jakob Voß, Dan Michael  O. Heggø und  Sini Pessala einsetzen, dessen Einsatzgebiet mit “validate and improve SKOS vocabularies” benannt wird. Man kann Skosify selbst installieren, es gibt aber auch eine online zugängliche Demo-Version (max. 20 MB Dateigröße), die für meine Zwecke bisher völlig ausreichte.

Skosify in Aktion
Skosify in Aktion

Aus demselben Stall stammt auch Skosmos, das hier in Kürze noch einmal Erwähnung finden wird.

References   [ + ]

Phantomzitat in den Medien

“Nie geschriebenes Paper wurde in 400 Fachartikeln zitiert”, schreibt der Standard. Leider ist dem nicht existierenden Artikel keine DOI zugeordnet, sonst könnten wir jetzt zusätzlich beobachten, welch erstaunlichen Altmetrics-Zahlen der Artikel erreicht. Es handelt sich um folgende Zitation:

Van der Geer, J., Hanraads, J.A.J., Lupton, R.A., 2000. The art of writing a scientific article. J Sci. Commun. 163 (2) 51–59.

Weitere Infos gibt es von Anne-Wil Harzing, inklusive einer Analyse der zitierenden Artikel: The mystery of the phantom reference.

[via @FHB_Bibliothek]

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit – neue Terms of Service für Researchgate

Alte ToS, neue ToS. Was hat sich geändert? Ich habe weder Zeit, Lust oder Willenskraft, mich durch die gesamten ToS durchzuarbeiten. Neu scheint der Punkt “User Obligations” zu sein. Dort sind die Pflichten(!) der Researchgate-Nutzer festgelegt. Laut neuer ToS sind nur Realnamen erlaubt, auch keine Künstlernamen  selbst, wenn man unter ihnen publiziert haben sollte? Als ein Beispiel sei hier dieses unter dem Pseudonym Neuroskeptic veröffentliche Paper 1) Skeptic, N. (2012) The Nine Circles of Scientific Hell Perspectives on Psychological Science 7 (6) 643-644 in Perspectives of Psychological Science genannt. Die Geschichte bietet weitaus mehr, wie laut Simon Oxenham in einem leider hinter einer Paywall versteckten weiteren Artikel von Neuroskeptic zu lesen sein soll:

“Nicolaus Copernicus who first put forward his theory of heliocentrism anonymously, in the form of a manuscript now known as the Commentariolus” to the famous “Student” – creator of the t-test, whose real name was William Sealy Gosset. A list of scientists and mathematicians who have published under pseudonyms can be found here, which includes: Isaac Newton as Jehovah Sanctus Unus, Felix Hausdorff as Paul Mongré and Sophie Germain as Monsieur Antoine Auguste Le Blanc. The last is an example of a woman writing as a man in order to be taken seriously by mathematicians.

Weiterhin habe Donald Knuth ein Paper unter dem Namen Ursula N. Owens eingereicht, um ein ordentliches Review zu bekommen.

Die Verpflichtungen des Researchgate-Nutzers geht jedoch noch weiter:

You warrant and represent that all Personal Information you provide is accurate and complete. You are obliged to update such data when it changes. If you choose to use a profile photo, you must use a photo where you can be clearly identified; images of other people, animals, text, and logos are not permitted. This again is essential for the credibility of the researchers using the Service and is in the best interest of the world of science.

Was heißt akkurat und komplett? Wie schnell muss man seiner Verpflichtung zur Aktualisierung geänderter Informationen nachkommen? Raus aus dem Standesamt, dann gleich einloggen? Diese Formulierungen sind m.E. zu unscharf. Und was ist, wenn ich bestimmte Angaben nicht treffen möchte, kann oder darf? Auch die Fotos, auf denen man klar identifizierbar sein soll, entsprechen nur zum Teil den Wünschen der Community, möchte ich meinen. All diese Maßnahmen sind im besten Interesse der Welt der Wissenschaft, wie wir lesen dürfen. Diese Welt wird hier und heute repräsentiert durch Researchgate.

 

References   [ + ]

1. Skeptic, N. (2012) The Nine Circles of Scientific Hell Perspectives on Psychological Science 7 (6) 643-644

Einzelfragen zur Bibliothek und zu den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages

Von mir unbemerkt veröffentlichte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags vor einiger Zeit eine Kurzinformation zu “Einzelfragen zur Bibliothek und zu den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages” (PDF), die einen kleinen Einblick in das dortige Treiben vermittelt.

Push-Benachrichtigungen in Firefox komplett(!) ausschalten

Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der nie, nie wieder diese furchtbar nervige Frage sehen möchte, ob man von dieser Webseite, auf der man gelandet ist, in Zukunft regelmäßig Push-Nachrichten erhalten möchte. Möchte ich nicht. Nie. Deswegen:

about:config > dom.push.enabled > false

Und nun herrscht himmlische Ruhe.

Eine Frage, rein aus Neugier: Hat jemand aus der werten Leserschaft tatsächlich mal irgendwo Pushnachrichten zugelassen? Und das nicht bereut?

Springer Nature zensiert Wissenschaft in China

Springer Nature blockiert den Zugriff auf ca. 1 % der herausgegebenen Artikel innerhalb Chinas. Es handle sich dabei um Artikel mit kontroversem Inhalt wie z.B. Taiwan, Tibet oder Menschenrechte, so die New York Times. Springer Nature selbst erklärt dazu, dass hier kein Fall von Zensur vorliege, schließlich seien die Artikel außerhalb Chinas verfügbar.

Dazu Glyn Moody auf Techdirt.com:

According to Springer, it is not really censoring articles in China, because people outside can still read them. That insults both Chinese researchers, whom Springer clearly thinks don’t count, and our intelligence.

Laut Moody hatte Cambridge University Press unter Druck chinesischer Zensoren ebenfalls Artikel für den Zugriff aus China geblockt, dies aber nach kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht, da eine Sperre der akademischen Freiheit widerspräche. Wem diese Freiheit am Herzen liegt und eventuell regelmäßiger Springer-Nature-Autor oder Herausgeberin ist, könnte den Verlag kontaktieren und zur Prinzipientreue ermuntern. Um noch einmal Moody zu zitieren:

If Springer fails to do the same, researchers will be justified in concluding that, unlike CUP, it does not uphold that principle of academic freedom. In which case, they may decide to publish their future work elsewhere.

[via Glyn Moody und Archivalia]

 

Survey on Research Information Management Practices

OCLC Research und EuroCRIS führen gemeinsam eine Umfrage zu Forschungsinformationsmanagement in der Praxis durch. Sie richtet sich sowohl an Einrichtungen, die schon ein Forschungsinformationssystem einsetzen, als auch an solche, die dies erst überlegen.

The Survey on Research Information Management Practices provides an opportunity for research institutions to share information about their practices so that we can understand and report on the state of RIM activities, drivers, and practices worldwide. We are interested in learning more about any institutional effort to collect a registry or bibliography of local research activity, for any purpose, and we are particularly keen to learn more about library activities to support RIM. Widespread participation in this survey will help your institution know more about what other institutions are doing, why they are doing it, and how many resources they are allocating.

Survey findings and data will be published CC-BY in 2018.

 

Die Umfrage endet im frühren Januar 2018.

Linkurious, das Analyse-Tool hinter den Paradise Papers

In einem Video auf Twitter erwähnt eine Redakteurin der Süddeutschen Zeitung das Tool Linkurious, das offenbar zur Analyse der Informationen in den Paradise Papers (hier ein Überblick) genutzt wurde.

Linkurious ist ein Tool zur Analyse und Visualisierung von in Graphen dargestellten Daten. Es gibt eine öffentlich zugängliche Demo-Version und eine Dokumentation. Es scheint auf Neo4J aufzusetzen oder zumindest gut gemeinsam zu funktionieren.

 

Journal-basierte Forschungsevaluation marginalisiert bestimmte Regionen und Themen

Many research evaluation systems continue to take a narrow view of excellence, judging the value of work based on the journal in which it is published. Recent research by Diego Chavarro, Ismael Ràfols and colleagues shows how such systems underestimate and prove detrimental to the production of research relevant to important social, economic, and environmental issues. These systems also reflect the biases of journal citation databases which focus heavily on English-language research from the USA and north and western Europe. Moreover, topics covered by these databases often relate to the interests of industrial stakeholders rather than those of local communities. More inclusive research assessments are needed to overcome the ongoing marginalisation of some peoples, languages, and disciplines and promote engagement rather than elitism.

Mehr Infos im LSE-Blog, aus dem dieser Auszug stammt. Dort wird auch auf die DORA-Deklaration und das Leiden-Manifesto verwiesen.