Zoosphere: Datenaggregator mit CC0-Insekten-Bildern

Zoosphere ist ein Portal, in dem Sequenzen digitalisierter Insektenpräparate aus dem Bestand des durch das Museums für Naturkunde Berlin unter CC0-Lizenz(!) veröffentlicht werden, zum Beispiel von Chrysis comparata, einer recht hübschen Wespe.

Chrysis Comparata

Chrysis Comparata, CC0

Die Seiten zu den einzelnen Digitalisaten sind nette Beispiele für die Aggegration von Fremddaten in Kombination mit eigenen Daten und Medien. So sind dort zum Beispiel Daten zu den Vorkommen der Insekten aus der mir bislang unbekannten Global Biodiversity Information Facility eingebunden. Vereinzelt sind auch “References” zu finden, zum Beispiel bei der Goldschildfliege (Phasia aurigera).

Die Ziele des Zoosphere-Projekts:

  • An international repository and web hub for high resolution image sequences of biological specimen
  • Delivering content to various end user devices, such as dekstop computers, mobile devices and web browsers in general
  • Create a tool for scientists, especially taxonomists, to speed up and improve their research
  • Prevent physical object transfer via regular mail
  • Reduce travel costs and efforts related to local object inspection
  • Digital preservation of biological collection objects, which are subject to natural decay
  • Increasing the visibility and accesibility of biological collection objects
  • Making objects available to both: general public and scientists

Das Projekt befindet sich nach Eigenangabe noch in einer sehr frühen Phase. Was jetzt zu sehen ist, ist jedoch schon recht vielversprechend. Besonders die CC0-Lizenzierung muss positiv hervorgehoben werden, wo andere Museen doch lieber auf nervige Wasserzeichen und mit sachlichen Gründen nicht zu erklärenden Nutzungseinschränkungen arbeiten.

Mankos wie die nicht funktionierende(?) Favoritenfunktion werden sicherlich noch behoben. Von diesem Projekt wird man jedoch sicherlich noch mehr hören, hoffentlich auch in Form einer Kooperation mit Wikimedia/Wikidata und einer daraus resultierenden Bot-generierten Anlage von Artikeln zu bisher in der deutschsprachigen Wikipedia fehlenden Insekten.

Kostenfreies SPARQL-Webinar

Webinar Date: Wednesday, 13 May 2015, 10:00am-11:15am EDT (UTC 14:00 – World Clock: http://bit.ly/Webinar-Ethan_Gruber)

Abstract: This webinar provides an introduction to SPARQL, a query language for RDF. Users will gain hands on experience crafting queries, starting simply, but evolving in complexity. These queries will focus on coinage data in the SPARQL endpoint hosted by http://nomisma.org: numismatic concepts defined in a SKOS-based thesaurus and physical specimens from three major museum collections (American Numismatic Society, British Museum, and Münzkabinett of the Staatliche Museen zu Berlin) linked to these concepts. Results generated from these queries in the form of CSV may be imported directly into Google Fusion Tables for immediate visualization in the form of charts and maps.

Nach hiesiger Zeit: Mittwoch, 13. Mai 2015 um 16 Uhr. Mehr Infos gibt es auf Dublincore.org.

CSU, CDU und SPD beschließen anlasslose Massenüberwachung

Anderswo wurde schon alles gesagt. Die Argumente sind längst mehrfach ausgetauscht, es ist ja nicht einmal das erste Mal unter Angela Merkel, dass die Vorratsdatenspeicherung beschlossen wurde.

Die Wut über Heiko Maas, dem offenbar Loyalität zu Sigmar Gabriel wichtiger ist als seine Überzeugung und der Schutz der Grundrechte, ist natürlich berechtigt. Gewollt haben das Gesetz vorwiegend die Unionsparteien. Unterstützt hat die SPD.

Also, liebe Mitglieder der GroKo-Parteien, könnt Ihr da innerparteilich nicht etwas machen? Oder austreten?

Deutsche und britische Unis protestieren gegen Horizon-2020-Kürzungen

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die britische Rektorenkonferenz Universities UK (UUK) haben in einem heute in der britischen Tageszeitung Financial Times veröffentlichten gemeinsamen Beitrag gegen die Kürzungen des europäischen Forschungsprogramms Horizon 2020 protestiert.

Mehr Infos auf Bildungsclick.de und in der gemeinsamen Stellungnahme.

“Easter Eggs” in Wikidata

Es ist nicht besonders überraschend, dass Wikidata ein paar “Easter Eggs” enthält. Nachdem ich zufällig über eines stolperte, habe ich mal ein paar IDs ausprobiert. Mit folgendem Ergebnis:

Q13: Triskaidekaphobie
Q23: George Washington
Q24: Jack Bauer
Q42 : Douglas Adams
Q666: Sechshundertsechsundsechzig
Q1337: Leetspeak
Q2001: Stanley Kubrick

Q1984 ist nicht korrekt belegt, Q167 und Q51 sind auch verrutscht.

Über diesen Hinweis stieß ich noch auf Tim Berners-Lee, der Q80 vermutlich wegen des HTTP-Ports 80 erhielt. Und das Q404 nicht existiert, ist, wenn auch vielleicht nicht beabsichtigt, konsequent.

Es gibt sicherlich noch mehr. Welche habe ich übersehen?

SEO, Freebase und Wikidata

Freebase wird eingestellt, der Schreibzugriff wurde gerade schon abgestellt. Laut Wikidata-Office-Chat wird Wikidata zwar nun von Google unterstützt. Wikidata wird aber nicht die Rolle von Freebase für den Google Knowledge Graph übernehmen, was diverse SEOs anscheinend annehmen.

16:33:26 yeah, one problem is that SEOs think that Wikidata is replacing Freebase within the Google infrastructure
16:33:35 but we need guidelines on SEO on Wikidata
16:33:42 yes, that would be good
16:33:45 companies will come and edit wikidata a lot now
16:33:55 We’ve already seen a huge wave of spam of companies and “SEO experts”
16:33:55 also, Wikidata is not a free ticket into the Knowledge Graph as Freebase was
16:34:07 it is just one source among many
16:34:27 i think we really need to highlight this

Inzwischen wurde dieser Punkt auch in die Wikidata-FAQ übernommen:

No.

Whereas Freebase was the open core of the Knowledge Graph, this is not true for Wikidata. Wikidata is one source of the Knowledge Graph among many, but does not have the same standing as Freebase had.

The most important source of data for the Knowledge Graph is actually the Web itself. You can mark up your own Websites with schema.org and this will be read and processed by all major search engines.

Liebe SEOs, nehmt dies bitte zur Kenntnis. Und nein, ich möchte keine Links mit Euch tauschen. Danke.

EZB ist “Artikel des Tages” in der deutschen Wikipedia

Der Wikipedia-Artikel zur Elektronischen Zeitschriftenbibliothek ist Artikel des Tages am 26. März 2015.

Wikipedia – Die freie Enzyklopädie - Mozilla Firefox (Build 20150320202338)_2015-03-26_15-30-22

Glückwunsch nach Regensburg und an die zahlreichen Bearbeiter dieser Seite, die aus der Ersterstellung 2004 (vermutlich durch einen “üblichen Verdächtigen”) einen lesenswerten Artikel gemacht haben.

Einige tausend Menschen werden nun vielleicht zum ersten Mal mitbekommen, dass das Kürzel EZB nicht nur für die Europäische Zentralbank steht.

Antrag von Union und SPD zur “Digitalen Bildung”

Die Transferstelle für OER hat einen Bundestagsantrag zur Digitalen Bildung veröffentlicht, der am nächsten Donnerstag in die erste Beratung gehen soll. Der Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD heißt “Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden” und ist als Google-Dokument verfügbar. Zwei Fundstellen, Hervorhebungen von mir:

die Entwicklung bundeseinheitlicher Mindeststandards zur digitalen Informations- und Medienkompetenz für die unterschiedlichen Altersstufen der Lernenden sowie regelmäßige Überprüfung dieser in einer Ländervergleichsstudie, um im Rahmen dieser auch eine internationale Vergleichbarkeit herzustellen.

der Arbeit an einem bildungs- und forschungsfreundlichen Urheberrecht als Grundlage der digitalen Lehrmittelfreiheit sowie damit verbunden der Einführung einer einheitlichen Bildungs- und Wissenschaftsschranke.

#Varoufake in der Recherche-Schulung

Wer hier häufiger mitliest, weiß, dass ich das Tagesgeschehen zur Not mit großer Kraftanstrengung zur Illustrierung der Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens in meine Schulungen zerre. Zum Beispiel die Fussball-WM, Kolleginnen andernorts nutzen auch gerne Comedy-Sendungen1) BADIA, Giovanna. Relevancy Trumps Format When Teaching Information Literacy. Evidence Based Library and Information Practice, [S.l.], v. 9, n. 4, p. 64-66, dec. 2014. ISSN 1715-720X. Available at: . Date accessed: 19 Mar. 2015. , und alle IK-Schulenden werden sich wie die Schneekönige über die Guttenberg-Affäre gefreut haben. Wissenschaftliches Arbeiten als Thema in der Tagesschau! Toll!

Nun sind die meisten Studierenden recht jung und die Plagiats-Affäre ist jetzt schon wieder knapp fünf Jahre her. Zarte Anspielungen darauf werden von 19 bis 20jährigen Studierenden oft nicht mehr verstanden.

Gerade gab es in der Rechercheschulung jedoch einen neuen tages- und medienpolitischen Anlass, der den Studierenden anlässlich des Themas “Quellen kritisch evaluieren” geradezu ins Gesicht sprang.

Egal, ob Fake oder Fake eines Fakes: Daraus kann man einiges lernen, darüber gibt es einiges zu diskutieren. Natürlich in diesem Fall vorwiegend über die Irrelevanz mancher Ereignisse, die von Talkshows und Boulevardblättern künstlich Relevanz zugeeignet bekommen. Aber auch über die Glaubwürdigkeit von Quellen.

References   [ + ]

1. BADIA, Giovanna. Relevancy Trumps Format When Teaching Information Literacy. Evidence Based Library and Information Practice, [S.l.], v. 9, n. 4, p. 64-66, dec. 2014. ISSN 1715-720X. Available at: . Date accessed: 19 Mar. 2015.