IS zerstört Kulturgut

IS zerstört unwiderbringliches Kulturgut. Auf Tagesschau.de:

IS-Terroristen haben im Irak offenbar Kunstgegenstände von unschätzbarem Wert zerstört. Ein IS-Video zeigt, wie die Extremisten mit Hämmern Statuen zertrümmern. Darunter soll auch eine mehr als 2600 Jahre alte assyrische Türhüterfigur gewesen sein.

Betroffen sind anscheinend ein Museum in Mossul sowie die Ausgrabungsstätte von Ninive. Letztere ist unter anderem als Fundort der Bibliothek des Aššurbanipal bekannt.

 

Samsung-Server und andere Abhängigkeiten

Zur Zeit sind ein paar Server bei Samsung und anscheinend auch bei Sony ausgefallen. Dieser Ausfall führt dazu, dass sehr viele Menschen mit “Smart”-TVs dieser Hersteller keine Onlinedienste wie z.B. Netflix oder Youtube nutzen können. Dabei fragt man sich: Wieso ist ein Samsung-Server notwendig, wenn man mit seinem Fernseher auf Netflix zugreifen möchte? Was ist, wenn Samsung insolvent wird oder einfach aus strategischen Gründen kein Interesse mehr daran hat, die Server weiterzubetreiben?

Diese Infrastruktur wirft mehrere Fragen auf.

  1. Warum ist ein Server A notwendig, wenn ich mit Client B auf Dienst C zugreifen möchte?
  2. Was geschieht, wenn Samsung den Server eines Tages nicht mehr oder nicht mehr in dieser Form betreiben möchte?
  3. Welchen Zweck verfolgt Samsung damit? Werden Daten erhoben? Was wird damit gemacht?

Die Abhängigkeit der Nutzer von technischen Marotten der Geräte- und Plattformanbieter ist gewaltig und nimmt tendenziell zu. Umso wichtiger, dass solche Infrastrukturen nicht durch Bibliotheken finanziert und salonfähig gemacht werden. Denn auch E-Books sind teilweise von zentralen Servern abhängig, wie man z.B. schon bei Adobes DRM erfahren musste.

Bibliothekarisches auf der Didacta 2015 in Hannover

Auf der diesjährigen Didacta findet sich einiges mit (Ö)-Bibliotheksbezug:

 

CERL-Workshop: Signa vides. Researching and recording printers’ devices

Tagungsankündigung:

CERL WORKSHOP:
Signa vides. Researching and recording printers’ devices: current activities and new
perspectives

Organised by Prof. Dr. Anja Wolkenhauer (Tübingen), Michaela Scheibe (Berlin), and
Dr. Andreas Fingernagel (Vienna)
TUESDAY, 17 MARCH 2015, 14.00-17.45
WEDNESDAY, 18 MARCH 2015, 09.30-13.30

Researching and recording printers’ devices can be a real challenge, but the necessity to find adequate solutions cannot be denied. Printers’ devices combine
pictures, texts (mottoes) and printer-related information in very elaborated and variable ways, which ask for specific bibliographical tools. Moreover, a certain
part of them lost its original context and can be found today in single-leaf collections, which need specific kinds of indexing for their part. After a long
period of scientific neglect, today there are a lot of current initiatives to establish models of description in different databases.
The workshop aims at making a survey of current research activities and discuss possible methods of description in order to link those initiatives and get confirmed standards for recording printers’ devices in future projects.

Venue:
Austrian National Library, Josefsplatz 1, A-1015 Vienna. Room: Oratorium.
Attendance is free, but places are limited, so please contact us at secretariat@cerl.org to register.

Weitere Informationen finden sich auf der Tagungswebseite.

Abbyy Finereader 12 Professional mit gutem OCR und validem PDF/A

Die Älteren werden sich erinnern, dass ich mich dereinst regelmäßig über die mangelhafte Qualität diverser PDF/A-Exporte mokierte. Fast sieben Jahre später muss man feststellen, dass sich dahingehend einiges zum Besseren gewandelt hat. Ein mir aktuell vorliegendes Beispiel: In der Version 9 lieferte der Abbyy Finereader kein korrektes PDF/A. Der Export der Version 12 (jeweils “Professional”) ist (soweit meine Validierungstools ordentlich arbeiten) tadellos. Abgesehen davon ist die OCR-Erkennungsquote deutlich verbessert.

Informationskompetenz-OER

Jürgen Plieninger weist im Bibfobi-Blog auf einen Artikel hin, in dem festgestellt wird, dass mehr und mehr OER-Materialien unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen.

Das ist zu begrüßen, da die Weiterverwendung – zumindest bei Vermeidung der schwammigen Non-Commercial-Klausel – dadurch drastisch erleichtert wird. Die größte mir bekannte deutschsprachige Materialsammlung im Informationskompetenzbereich verzichtet dagegen leider komplett auf Lizenzangaben. Wirklich nachnutzbar sind die Materialien daher nicht, immerhin können sie als Inspirationsquelle genutzt werden. Eine konsequente Auszeichnung mit Lizenzen und eine entsprechende Filtermöglichkeit für die Suche wären wünschenswert.

Deutschlandfunk über Transparenz in der Drittmittelförderung

Im Beitrag Mehr Transparenz gefordert wird das Hochschulwatch.de vorgestellt:

Wie unabhängig ist die Wissenschaft an deutschen Hochschulen? Gesponsorte Hörsäle und Stiftungsprofessuren sind an vielen Universitäten und Fachhochschulen Alltag und kaum noch wegzudenken. Seit zwei Jahren sammelt das Portal Hochschulwatch fragwürdige Finanzierungen – jetzt ziehen die Macher Bilanz.

Das Thema ist brandaktuell und (beispielsweise) auch im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung 1) Im Koalitionsvertrag auf S. 42: “Transparenz darüber herstellen, wer an öffentlich finanzierten Hochschulen in wessen Auftrag mit welcher Fragestellung forscht.” in Niedersachsen zu finden – mit Auswirkungen auf die Hochschulen und Bibliotheken. Die Forderung, die Finanzierung von Forschungsaktivitäten transparent zu gestalten ist eine Gelegenheit, Forschungsinformationssysteme und Hochschulbibliographie miteinander zu verheiraten.

[via @textundblog]

References   [ + ]

1. Im Koalitionsvertrag auf S. 42: “Transparenz darüber herstellen, wer an öffentlich finanzierten Hochschulen in wessen Auftrag mit welcher Fragestellung forscht.”

Whatsapp als Tool in der Wissenschaftskommunikation

Drüben bei Helmholtzens verspricht man “Wissenschaft per Whatsapp aufs Handy”. Wird sich das durchsetzen? Schauen wir uns das mal kurz an:

  • Speichern Sie unsere Nummer +4915119558914 als “Helmholtz News” im Telefonbuch Ihres Handys ab.
  • Öffnen Sie Whatsapp (die App muss auf ihrem Smartphone installiert sein) und schicken Sie uns eine kurze Nachricht wie “Newsletter-Anmeldung”
  • Ihren Namen müssen Sie nicht nennen, wir speichern lediglich Ihre Nummer.

Erst einmal nicht. Zwar könnte man den Eintrag ins Telefonbuch per QR-Code erleichtern. Aber dennoch müsste man dann alle Info-Angebote, die man per Whatsapp nutzen möchte, in seinem Telefonbuch mitschleppen. Und man riskiert, dass private Kommunikation in einem Meer von News untergeht.

Abgesehen davon, dass man seine Handynummer verteilen muss. Ich gehe ja nicht davon aus, dass Helmholtz die Nummern weitergibt. Aber wenn sich diese Art der Öffentlichkeitsarbeit verbreitet, muss man nach schwarzen Schafen vermutlich nicht [ergänzt am 18.2.2015] lange suchen.

Dennoch ein nettes Experiment.

6. Potsdamer I-Science Tag

Das Programm des 6. Potsdamer I-Science Tags zum Thema „Zukunft der Informationsinfrastruktur“ ist online, die Registrierung ist nun möglich. Interessant könnten sein:

  • Vernetzung und nutzergenerierter Content in der Wissenschaft – Isabella Peters (ZBW Kiel)
  • Herausforderungen für die Archive in der Informationsgesellschaft – Gerald Maier (Landesarchiv Baden-Württemberg)

 

Iris Hilgemeier: Senior-Experten und Wissenstransfer : Erfahrung als Ressource

Senior-Experten und Wissenstransfer : Erfahrung als Ressource. Bedeutung und Einflussfaktoren der Weitergabe von Wissen bei ehemaligen Fach- und Führungskräften / Iris Hilgemeier

Abstract (Auszug):

Die Arbeit stützt sich methodisch auf eine umfassende Literaturanalyse, einen typenbildenden Vergleich von Senior-Experten-Organisationen sowie auf eine qualitative Erhebung in Form von Leitfadeninterviews. Der theoretische Teil befasst sich mit drei Themenkomplexen: Alter und Arbeit, Wissensmanagement sowie Expertiseforschung. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen relevante individuelle Einflussfaktoren, Begriffe, Institutionen und Methoden. Der empirische Teil steuert Erfahrungswerte aus der organisationalen Praxis bei. Die Auswertung ergibt, dass Senior-Experten aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft prädestiniert dafür sind, ihre Ressourcen zu nutzen, um ihr in vielen Berufsjahren erworbenes Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. Der Wissenstransfer stellt das vorrangige Ziel beim Einsatz von Senior-Experten dar und nimmt folglich einen hohen Stellenwert ein. Das Bewusstsein für Faktoren, die den Wissenstransfer beeinflussen, kann hingegen noch geschärft werden. Wissenstransfermethoden mit einer personalisierten Herangehensweise können den Austausch von komplexem, schwer artikulierbarem Erfahrungs- und Expertenwissen fördern.

Zum Volltext (PDF).