#keepZBMED: Fast 10.000 Unterschriften

Rudolf Mumenthalers Petition zur Erhaltung der ZB MED hat große Unterstützung erfahren. Fast 10.000 Personen unterzeichneten gegen den kurzsichtigen Beschluss des Leibniz-Senats, der ZB MED die Finanzierung zu entziehen.

Die Petition wird nun aufbereitet und an die Mitglieder der GWK als Grundlage für ihre Sitzung am 24. Mai verschickt. Wir hoffen, damit einer sinnvollen Lösung für die ZB MED und die überregionale Informationsversorgung in Life Sciences für die Zukunft den Weg geebnet zu haben.

Nun ist zu hoffen, dass der gesunde Menschenverstand Vorfahrt bekommt und die ZB MED eine gesicherte Zukunft erhält.

Unabhängig vom Ausgang dieser Angelegenheit ist dringend zu überlegen, ob zentrale Infrastruktureinrichtungen und Gedächtnisinstitutionen kurzfristigen Evaluationszyklen unterliegen sollten.

Neoliberale Digital Humanities?

Daniel Allington, Sarah Brouillette und David Golumbia haben im L.A. Review of Books einen sehr meinungsstarken Artikel über Herkunft und Ziel der Digital Humanities veröffentlicht: Neoliberal Tools (and Archives): A Political History of Digital Humanities.

Yet despite the aggressive promotion of Digital Humanities as a radical insurgency, its institutional success has for the most part involved the displacement of politically progressive humanities scholarship and activism in favor of the manufacture of digital tools and archives. Advocates characterize the development of such tools as revolutionary and claim that other literary scholars fail to see their political import due to fear or ignorance of technology. But the unparalleled level of material support that Digital Humanities has received suggests that its most significant contribution to academic politics may lie in its (perhaps unintentional) facilitation of the neoliberal takeover of the university.

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen, aber dieser Absatz fasst den Tenor des Textes recht gut zusammen. Ich bin gespannt auf die Antworten aus der Digital-Humanities-Szene.

[via @ernestopriego]

TTIP-Leak ohne Kapitel über Immaterialgüterrechte

Die von Greenpeace Niederlande veröffentlichten TTIP-Dokumente sind leider nicht vollständig. Aus der FAQ, Punkt 4 (Hervorhebung von mir):

Chapters which are not yet believed to have reached the consolidation phase, also not in possession of Greenpeace Netherlands, are those covering: energy and raw materials, investment protection, intellectual property rights, legal and institutional issues, subsidies, sustainable development, textiles and apparel, and other sectors.

Wer also wissen möchte, was TTIP mit den Bibliotheken, der Bildung und der Wissenschaft machen möchte, kann sich noch nicht informieren. Das geht uns wohl auch nichts an.

Zeittotschläger der Woche: Agar.io

Agar.io ist ein browserbasiertes Spielchen, das es in sich hat. Man geht einfach auf die Webseite, sucht sich einen Nickname aus und los geht es. In Agar.io steuert man eine Kugel – oder eine Zelle? – deren einziges Aufgabe es ist, zu wachsen und nicht gefressen zu werden. Und damit sind die Regeln fast schon vollständig erklärt.

Auf der rechteckigen Spielfläche, die unsichtbare Grenzen hat, tummeln sich zahlreiche dieser Zellen, die sich von bunten, überall herumliegenden Punkten ernähren. Große Zellen können kleinere fressen. Je höher die Masse einer Zelle, desto langsamer ist sie. Die Steuerung ist einfach. Vorsicht: Einmaliger Login kann zu erhöhter Zellfraßaktivität führen.

Katja Rother: Potenziale von Linked Open Data in Öffentlichen Bibliotheken

Katja Rother: Potenziale von Linked Open Data in Öffentlichen Bibliotheken

Abstract:

Das Thema Linked Open Data hat in den vergangenen Jahren im Bereich der Bibliotheken viel Aufmerksamkeit erfahren. Unterschiedlichste Projekte werden von Bibliotheken betrieben, um Linked Open Data für die Einrichtung und die Kunden nutzbringend einzusetzen. Ausgangspunkt für diese Arbeit ist die These, dass Linked Open Data im Bibliotheksbereich das größte Potenzial freisetzen kann. Es wird überprüft, inwiefern diese Aussage auch auf Öffentliche Bibliotheken zutrifft und aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben könnten. Die Arbeit führt in die Grundlagen von Linked Open Data (LOD) ein und betrachtet die Entwicklungen im Bibliotheksbereich. Dabei werden besonders Initiativen zur Behandlung bibliothekarischer Metadaten und der aktuelle Entwicklungsstand von LOD-fähigen Bibliothekssystemen behandelt. Danach wird eine Auswahl an LOD-Datensets vorgestellt, die bibliothekarische Metadaten liefern oder deren Daten als Anreicherungsinformationen in Kataloganwendungen eingesetzt werden können. Im Anschluss wird das Projekt OpenCat der Öffentlichen Bibliothek Fresnes (Frankreich) sowie das LOD-Projekt an der Deichmanske Bibliothek Oslo (Norwegen) vorgestellt. Darauf folgt ein Einblick in die Möglichkeiten, welche durch die Verwendung von LOD in Öffentlichen Bibliotheken verwirklicht werden könnten sowie erste Handlungsempfehlungen für Öffentliche Bibliotheken.

Hier geht’s zum Volltext.

Neue deutsche Infoseite zum Open Journal System

Aus dem aktuellen OJS-de.net Newsletter:

Mit der Informationsplattform Open Journal Systems ist ein neues Informationsangebot online: Die deutschsprachige Informationsplattform OJS informiert generell über OJS und bietet zielgruppenspezifische Auskünfte für die Gründung und den Betrieb einer Open Access-Zeitschrift mit OJS. Praktische Handreichungen, wie z.B. ein Kooperationsvertrag für das OJS-Hosting und eine Checkliste für das Erstgespräch mit OJS-interessierten Wissenschaftler/innen, sollen die Herausgabe bzw. Publikation von wissenschaftlichen Zeitschriften bzw. Zeitschriftenartikeln im Sinne von Open Access erleichtern und fördern.
Die Informationsplattform OJS entstand im Rahmen unseres DFG-Projekts OJS-de.net. Besuchen Sie die Informationsplattform: https://ojs.open-access.net/

Im Newsletter wird darüber hinaus auf Webinare für OJS-Redakteure sowie auf eine Liste deutscher OJS-Plattformen aufmerksam gemacht.

Die Dominanz des einen Prozents

Teil der Operation Frühjahrsputz 2016, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Erik Stokstad berichtet über einen PLOS-Artikel, in dem die quantitative Produktivität von Wissenschaftlern vermessen wurde:

John P. A. Ioannidis, Kevin W. Boyack, Richard Klavans (2014): Estimates of the Continuously Publishing Core in the Scientific Workforce. PLoS ONE 9(7): e101698. doi:10.1371/journal.pone.0101698

Abstract:

Using the entire Scopus database, we estimated that there are 15,153,100 publishing scientists (distinct author identifiers) in the period 1996–2011. However, only 150,608 (1000 citations in the same period. Skipping even a single year substantially affected the average citation impact. We also studied the birth and death dynamics of membership in this influential UCP core, by imputing and estimating UCP-births and UCP-deaths. We estimated that 16,877 scientists would qualify for UCP-birth in 1997 (no publication in 1996, UCP in 1997–2012) and 9,673 scientists had their UCP-death in 2010. The relative representation of authors with UCP was enriched in Medical Research, in the academic sector and in Europe/North America, while the relative representation of authors without UCP was enriched in the Social Sciences and Humanities, in industry, and in other continents.