Erträglicher Artikel zu Open Access in der FAZ

In der FAZ ist ein Artikel von Bettina Wolff über Open Access zu finden, der deutlich über dem Niveau der sonstigen dort erscheinenden Artikel zu diesem Thema liegt. Was zwar nicht viel bedeuten muss; doch immerhin werden hier verschiedene Facetten des Themas beleuchtet. Einen Absatz möchte ich aber herausgreifen.

In der Praxis gibt es auch Zweifel am Modell des freien Zugangs. „Über Datenbanken kommt man bei der Recherche manchmal auf Open-Access-Artikel, aber in der Regel ist man dann skeptisch“, sagt Marcus Maurer, Professor am Institut für Publizistik der Universität Mainz. Es gebe nämlich einen völlig unübersichtlichen grauen Markt für Open-Access-Journals. Maurer war selbst schon einmal Peer Reviewer für die Open-Access-Zeitschrift „Plos One“ der Public Library of Science. Die ist für ihn aber auch die einzige Open-Access-Zeitschrift, die die Qualitätsstandards erfülle.

Ich gehe davon aus, dass das ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen ist. Sollte dies wirklich genau in dieser Form gesagt worden sein, zeugt das nicht unbedingt von großer Kenntnis des Open-Access-Zeitschriftenmarkts. Im nächsten Absatz wird übrigens erklärt, dass OA-Artikel häufiger zitiert werden. Maurers Skepsis scheinen ziemlich viele WissenschaftlerInnen nicht zu teilen.

Eine Kollegin, die mich auf den Artikel aufmerksam gemacht hat, prophezeit übrigens, dass darauf mit hoher Wahrscheinlichkeit die üblichen Anti-OA-FAZiaden folgen werden. Ich würde nicht dagegen setzen.

Öffentliche Bibliothek 3d-druckt Handprothese für Fünfjährige

Eine Nachricht, die eigentlich positiv klingt, aber eigentlich eher zum Nachdenken über das US-Gesundheitswesen anregen sollte: Ein Mädchens muss sehr lange auf eine benötigte Handprothese warten, die Mutter kontaktiert die Harris County Public Library, die einen 3D-Drucker hat. Und mit Hilfe der Organisation N-Able wird tatsächlich eine funktionstüchtige Prothese gedruckt. Mehr Infos gibt’s in der Washington Post.

ORCID_DE-Konsortium im Aufbau

Das Projekt “Open Researcher and Contributor ID” (ORCID DE) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Technische Informationsbibliothek (TIB) unterzeichnen Memorandum of Understanding zum Aufbau und Betrieb eines ORCID-Konsortiums für wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland.

Die eindeutige Zuordnung von Autorinnen und Autoren zu den von ihnen geschaffenen Werken zählt zu den großen Herausforderungen des Publikationsmanagements in der Wissenschaft. Das DFG-Projekt ORCID DE nimmt sich dieser Herausforderung an und hat die deutschlandweite Förderung der Open Researcher and Contributor ID (ORCID), einer eindeutigen Kennung für Forscherinnen und Forscher, an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zum Ziel.

[…]

Die Bildung des Konsortiums für wissenschaftliche Einrichtungen wurde im Rahmen des Projekts „ORCID DE” angestoßen und kann nun durch die Gewinnung der TIB für die administrative Führung des ORCID Deutschland Konsortiums realisiert werden. An einer ORCID-Mitgliedschaft interessierte wissenschaftliche Einrichtungen sind eingeladen, sich dem ORCID Deutschland Konsortium anzuschließen. Hierzu steht interessierten Einrichtungen ein Kontaktformular unter http://www.orcid-de.org/konsortium/ zur Verfügung.

Der Projektantrag wurde open access veröffentlicht unter: http://doi.org/bdbw

Weiterführende Informationen zum DFG-Projekt ORCID DE unter: http://www.orcid-de.org

Zur Pressemitteilung auf IDW-Online.

2016 kein Repository-Ranking von @OARR_org

due to limited resources OARR is taking a break in 2016. Glad to see your interest, we will be back next year!

Dies twitterte @OARR_org gerade. Das Ranking als solches ist vielleicht nicht unverzichtbar. Ob man auf Platz 7 oder 27 liegt, ist höchstens für die Öffentlichkeitsarbeit interessant. Und dafür hatte ich auch – mit Blick auf die Open Access Week – nach einem Repository-Update gefragt.

Externe Evalutation ist jedoch auf jeden Fall sinnvoll. Als Repository-Manager kann ein fremdes Paar Augen entscheidende Hinweise auf Stärken und vor allem Schwächen einer Dienstleistung liefern. Und auf diesem Weg war das OARR schon hilfreich.

Natürlich gilt es, die fremden Maßstäbe im Einzelfall auf ihren Sinn zu prüfen. Ein Beispiel aus OARR.org: „Citation guidelineswerden eingefordert, aber aus Gesprächen mit vielen Nutzern – sowohl LeserInnen als auch AutorInnen – des von mir betreuten OA-Servers (SerWisS, der Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover) scheint mir hier kein Handlungsbedarf zu sein. Wichtiger ist die Möglichkeit, die bibliographischen Angaben zur Publikation komfortabel in ein Literaturverwaltungsprogramm übernehmen zu können. Die Wahrscheinlichkeit, direkt den gewünschten Zitierstil in genau dem in diesem Moment von dieser Person gewünschten Zitierstildialekt zu liefern, ist doch recht gering. Man könnte zwar Export mit allen CSL-Stilen  integrieren, aber die Usability lässt in den Webseiten, in denen ich das bisher sah, auch ein bißchen zu wünschen übrig.

Eine Evaluation nach zu einem sehr großen Teil sinnvollen Kriterien liefert übrigens auch das DINI-Zertifikat, dass SerWisS, der Server für Wissenschaftliche Schriften der Hochschule Hannover, gerade erhalten hat. Vielen Dank an dieser Stelle an die Gutachterinnen und das wirklich tolle Repositorien-Team des BSZ!

Ach ja: Ohne ein 2016er-Ranking wird es leider in Zukunft auch nicht möglich sein, kontinuierliche Entwicklungen in der Repository-Landschaft anhand von OARR_org nachzuverfolgen.

Neues Open-Source-ILS: Folio

EBSCO gab schon vor einiger Zeit bekannt, sich für FOLIO zu engagieren, ein Open-Source-ILS, das unter anderem mit (oder vom) Open Library Environment (OLE) entwickelt wird oder werden soll. Ob das ein weiteres OLE-Engagement für Kuali ein- oder ausschließt, konnte ich spontan nicht herausfinden. Kann jemand in den Kommentaren ein paar Einsichten ergänzen?

 

OJS 3.0 erscheint am 31. August 2016

Das nach eigenen Angaben bedeutendste Update des Open Journal Systems (OJS) seit 2005 wird am 31. August veröffentlicht: OJS 3.0.

It incorporates a decade of feedback from our users on the community forum, through usability testing, and through thousands of conversations, feature requests, and helpful critiques. With OJS 3, you will find many new features and ways of organizing your workflow.

Aus dem OJS-Blog. Einige größere Änderungen sind hier zusammengefasst.

Roboter für Bestandsrevision

In einem Kommentar zu Birgit Fingerles Posting Roboter: Unsere neuen Kollegen? weist Frank Waldschmidt-Dietz auf einen Artikel im Library Journal hin. In diesem wird AuRoSS vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Roboter, der Bibliotheksregale scannt und nach verstellten Büchern sucht. Daraus wird ein Report generiert, den menschliche Kollegen zwecks Bestandsrevision dann abarbeiten können.

Viel mehr Infos (zur Technik) gibt’s für zahlende IEEE-Kunden und -Mitglieder:

Renjun Li, Zhiyong Huang, E. Kurniawan und Chin Keong Ho: AuRoSS: An Autonomous Robotic Shelf Scanning system. In: 2015 IEEE/RSJ International Conference on Intelligent Robots and Systems (IROS), S. 6100-6105. DOI: 10.1109/IROS.2015.7354246

Beat Mattmann: Die digitale Zugänglichkeit von Archivalien: Stand der Dinge aus Praxissicht

In der Informationspraxis ist nun der vielleicht weltweit erste Call for Call for Papers und der erste Artikel mit Archivbezug erschienen.

Die digitale Zugänglichkeit von Archivalien: Stand der Dinge aus Praxissicht / Beat Mattmann

Abstract:

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – ein Sprichwort, das bei der Digitalisierung von Kulturgut nicht immer gilt, wie dieser Artikel zeigt. Natürlich sind die Chancen der Digitalisierung allgemein bekannt. Der Weg zur Nutzung dieser Chancen ist allerdings nicht selten steinig. Eine Digitalisierung ist weder günstig, wie dieser Artikel vorrechnet, noch rechtlich immer unproblematisch. In der Praxis zeigt sich jedoch ein kreativer Umgang mit diesen Hürden – durch effiziente Ressourcennutzung, aber auch progressive Rechtsauslegungen oder Beteiligung an Gesetzesrevisionen. Mit diesem Willen ist man also, trotz ungünstiger Rahmenbedingungen, auf einem guten Weg, auch wenn dieser Geduld erfordert.

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