Micropublishing für Bibliotheken

Mit dem Begriff Micropublishing (oder Micro-Blogging) bezeichnet man das Veröffentlichen sehr kurzer Mitteilungen wie es zum Beispiel bei Twitter der Fall ist. Oft handelt es sich dabei um eine Art SMS an die interessierte Weltöffentlichkeit.

Der Fischmarkt beendet nun eine kleine Artikelserie über Micropublishing mit einem Posting über Micropublishing für Institutionen. Für Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen ist daraus nicht viel zu entnehmen, höchstens:

Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen müssen genauso wie andere erst herausfinden, wen und was genau sie mit Micropublishing erreichen können.

Aha, dankeschön! Passend dazu schreibt auch der Webworkblogger Oliver Ueberholz: Alle sind sie im Twitter Wahn, aber viele wissen nicht so recht wozu.. Er selbst ist da schon etwas weiter und bietet eine Menge Anwendungsmöglichkeiten, von denen ein paar beispielhaft erwähnt und in den Bibliothekskontext gestellt seien. Der Einfachheit halber gehe ich im Folgenden von Twitter als Standardapplikation aus.

Ressourcenmanagement:

Oliver Ueberholz: Personen, die sich bestimmte Ressourcen teilen, können sich mit Twitter einfach und schnell gegenseitig informieren.
Dies wäre denkbar für Carrels, Einzelarbeitsplätze und -kabinen. Keine Killerapplikation.

Informationsbeschaffung:

Oliver Ueberholz:

Wer hat es nicht erlebt? Man braucht gerade spontan eine Adresse, eine Zeit, einen Rat (z.B. zum Handykauf) oder eine sonstige Information und hat keinen Internetanschluss zur Hand. Einmal kurz in Twitter gefragt, schon hat man die Antwort, oft auch in mehrfacher Ausführung.

Online-Auskunft im Schnellverfahren. Betrachtet man sich die Logfiles der Chatauskünfte, stellt man fest, dass sich die meisten Fragen („Wie lange haben Sie heute noch auf?“) wirklich in wenigen Sätzen beantworten lassen.

Veranstaltungshinweise

Ob eine Veranstaltung angekündigt werden soll, oder ob sie ausfällt, solche Informationen lassen sich schnell und einfach vertwittern. Dabei muss es natürlich nicht bei Veranstaltungshinweisen bleiben. Jede Art von Newsticker kann via Twitter und Co. realisiert werden.

Tech-Infos

Oliver Ueberholz:

Ein Dienstbetreiber kann kleinere Informationen zu seinem Dienst systemunabhängig veröffentlichen, z.B. über anstehende oder gerade ausgeführte Wartungsarbeiten, Server Updates, Einschränkungen der Funktionalität, Sicherheitsinformationen…

Alles Ereignisse, die in Bibliotheken regelmäßig auftreten.

Konkrete Beispiele

Die Infodoodads haben immerhin drei Bibliotheken ausfindig gemacht, die Twitter schon nutzen. Es handelt sich um Bibliotheken in Nebraska, Illinois und Boise. An diesen drei Beispielen kann man auch hervorragend unterschiedliche Anwendungen erkennen.

  1. In Nebraska twittert es Auskunftsfragen:
    I need the text of LB 904 passed in 2006 by the NE legislature. I’ve searched for it on their web site and can’t find it. Help!!!
  2. In Illinois werden technische Informationen mit praktischer Lebenshilfe verknüpft: the catalog is still real slow… please bear with us as we work on it. Snacks help.
  3. Boise nutzt Twitter als Verteiler für Informationen und Neuigkeiten über die Bibliothek: New Phone System http://tinyurl.com/2bavn9

Links

Ein paar Links zu Micropublishing in Bibliotheken:

Und vor allem: A Guide to Twitter in Libraries

Fazit

Die Verwendung von Twitter erscheint mit eher als Kann, weniger als Muss. Alle oben erwähnten Anwendungen lassen sich ebenso gut durch die Verwendung von Blogs erledigen. Echte Vorteile durch die Verwendung von Twitter sehe ich nicht.

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