Bestandsgarantie für schlechte Arbeit?

Heise: Verleger fordern Bestandsgarantie für „Kulturgut Zeitung“

Angesichts sinkender Auflagen mahnte Bauer, junge Leser zu gewinnen. Zeitungen seien die besten Wissens- und Bildungsvermittler. „In einem horizontlosen Meer des Internets sind Zeitungen Leuchttürme.“ Ähnlich wie in Rheinland-Pfalz und im Saarland sollten deshalb auch in Nordrhein-Westfalen Auszubildende mit Unterstützung der Betriebe Zeitungen zur Verfügung gestellt bekommen.

Wenn Zeitungen die besten Wissens- und Bildungsvermittler sind, dann schließe ich mich dem Chor der Abendlanduntergangspropheten stante pede an. In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit, Zeitungsartikel zu einem Thema verfolgen zu können, in dem ich mich einigermaßen gut auskenne: die Debatte um Open Access und den Heidelberger Appell. Und man möge mir bitte eine Zeitung nennen, die sich zu diesem Thema geäußert und sich nicht blamiert hat. Ich habe vielleicht ein bißchen den Überblick verloren, aber mehr oder weniger grobe sachliche Fehler fanden sich eigentlich in jeder Zeitung. FAZ, taz, SZ, …

Wer eine Bestandsgarantie einfordert, sollte Qualität liefern. Dies ist in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht der Fall, wie übrigens auch die Umwidmung des Bildblogs in ein generelles Medienwatchblog belegt. Die Gefahr, dass schlechter Journalismus durch Bestandsgarantien geschützt wird, ist mir zu groß.

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