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Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen

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Die Hohepriester des Bildungsmarktes predigen seit eh und je das Leistungs- und Effizienzdenken, dass zur Ausbildung von Eliteuniversitäten führen soll. Um feststellen zu können, wer denn nun Elite ist, werden Rankings erdacht. Gerade wieder neu erschienen ist das hierzulande wohl beliebteste, das CHE-Ranking.

CHE hat wenig mit Revolution, dafür umso mehr mit der Bertelsmann-Stiftung1 zu tun.

Zum wiederholten Male fällt auf, dass die Informationswissenschaften (vom Bibliothekswesen ganz zu schweigen) es wieder nicht ins Ranking geschafft haben. Das muss die oben erwähnten Hohepriester, die sich auch in deutschen Hochschulen dieses Bereiches finden, doch gehörig ärgern. Immerhin entgeht ihnen so die tolle Chance, sich den frischen Wind des freien Marktes einmal so richtig ins Gesicht pusten zu lassen. In den USA werden die Library & Information Sciences ganz selbstverständlich gerankt, das Ranking des U.S. World and News Reports unterscheidet sogar sieben verschiedene Kategorien:

  1. Archives and Preservation
  2. Digital Librarianship
  3. Health Librarianship
  4. Information Systems
  5. Law Librarianship
  6. School Library Media
  7. Services for Children and Youth

Wenn man nach anderen Kriterien sucht, wie man als angehender information professional die richtige Hochschule findet, könnte man auch auf Meinprof.de suchen. Aber auch dort finden sich nur zu wenigen Professoren aus diesem Bereich überhaupt eine Note. Aussagekraft hat allerdings auch dies nicht.

Ist die Auswahl der richtigen Hochschule also auf sekundäre Faktoren wie Wohnortnähe oder die Studiengebührenfrage beschränkt?


  1. Zur Rolle der Bertelsmann-Stiftung in der deutschen Bildungspolitik siehe auch Jörn Hagenloch: “Die neue Weltordnung aus Gütersloh”, die Rubrik “Krake Bertelsmann” der Nachdenkseiten, Harald Schumann: “Macht ohne Mandat”, Thomas Barth/Oliver Schöller: “Lockruf der Stifter”, oder das hier schon empfohlene Buch von Böckelmann und Fischer: “Bertelsmann. Hinter der Fassade des Medienimperiums” (Frankfurt, 2004) []

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 17. Mai 2007 und wurde abgelegt unter "Bibliothek". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

5 Kommentare

  1. Jakob:

    Als ich angefangen habe zu studieren fand ich so ein Ranking schon ganz praktisch: man muss es nur zu interpretieren wissen. Ausschlaggebend war für mich die Spalte “Studentenurteil” – Die TU-Chemnitz lag dort in der Informatik ziemlich weit vorn, während sie bei anderen Kriterien nicht so gut war – ich habe die Wahl nicht bereut. Rankings ohne solche Details, wo nur der Rang selber zählt, sind eigentlich ziemlich sinnfrei. Wichtiger als Ranken ist also die Aufbereitung der relevanten Informationen für die Auswahl (Betreuungsverhältnis, Studiengebühren, Abbrecherquote, Anteil Arbeitsloser Absolventen etc.).

  2. Tobias Z.:

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich etwas mißverstanden habe, aber man kann doch durchaus bibliothekarische Studiengänge unter der Fächerkatgeorie “Medien- und Kommunikations-
    wissenschaft, Journalistik” finden.

    Auch wenn es bitter ist, hier z.B. mein Fachbereich: http://www.das-ranking.de/che8/CHE?module=Fachbereich&do=show&id=410366 (dort geht es noch weiter zu Bibliotheks- und Informationsmanagement)

    Oder war jetzt eine eigene Fachkategorie gemeint?

  3. Henning:

    Zumindest ist das etwas, was eindeutig fehlt. Die HAw schneidet ja auch nicht besonders gut ab, muss ich sagen. Hätte mich aber auch gewundert. Ich habe noch von keinem einzigen Bibliothekar auch nur ein positives Wort über seine Ausbildungshochschule gehört. Egal ob Potsdam, Stuttgart, Köln, Hannover, Hamburg, Leipzig oder sonstwas: Alle reden in einem Tonfall von ihrer Ausbildung, die nahelegt, dass man lieber was anderes hätte machen sollen.

    Wie sieht es denn aktuell aus? Die Publikationsfrequenz der “Dozenten” ist erschreckend niedrig, auf den einschlägigen Konferenzen trifft man nur immer die gleichen 2-3 Gesichter, und international macht nur ein einziger Fachhochschuldozent Deutschlands ein kleines bißchen von sich reden.

    Daher eine Frage an die hier Mitlesenden: Gibt es auch nur einen einzigen Dipl-Bibl, der mit seinem Studium zufrieden war? Rettet mein Weltbild, es muss doch eine oder einen geben!

  4. Piet:

    In Holland gibt es sowas auch in verschiedene Zeitungen. Auch mit LIS Universitäten, und Deventer ist immer sehr gut. Das gibt es nicht überall, und man kann daran sehr gut sehen, wie wichtig LIS in einem Land ist.

  5. Tobias Z.:

    @Henning:

    Ich bin derzeit noch Student an dieser Fachhochschule und im besagten Fachbereich. Ihre Frage kann ich sehr gut nachvollziehen, die habe ich mir selber schon oft genug gestellt.

    Erst stellt sich der Gedanke ein, dass man evtl. genau den Studiengang erwischt hat, der nicht unbedingt optimal organisiert ist. Dann stellt man aber fest, dass Freunde in anderen Fachbereichen der FH fast genau die selben Kritikpunkte anbringen, selbiges gilt für die Uni – Schlussfolgerung: das muss an Hamburg liegen. Mit ihrer Aufzählung der anderen “Dipl.-Bibl.-Standorte”, erscheint es mir auch nicht mehr so sehr als Fatalismus, wenn ich auf den Hinweis von ein paar Kommilitonen á la “Guck mal was die alles in Köln machen – und wir…” nur dachte, dass unser Programm auf dem Papier auch nicht so schlecht aussieht.

    Mittlerweile habe ich da meine Einstellung aus Schulzeiten auch auf’s Studium übertragen. In den Einrichtungen bekommt man ein wenig handwerkliches Rüstzeug mitgegeben, Leistungen bringt man nicht für ein sinnvolles Resultat, sondern um zu zeigen, dass man sich grundsätzlich mit einem Problem (etwas hochgestochen schon) auseinandersetzen kann und wenn einen etwas interessiert, dann sollte man sich selbst darum kümmern. Vielmehr als das bescheinigt ein Diplom dann hinterher effektiv auch nicht.

    Nun, bezüglich des Tonfalls (habe ich den Gedanken, ich hätte besser was anderes machen sollen?) antworte ich mit nein. Prinzipiell halte ich das Berufsbild auch weiterhin für spannend und zukunftsfähig. Ganz entscheiden dabei ist, dass der Optimismus dann nicht endgültig schachmatt gesetzt wird, wenn (und ob) man eine Stelle bekommt – ich überlasse da jedem seinen Assoziationen, wenn ich sage, dass das davon abhängt, ob man in einer Beamtenstube oder einer Ideenschmiede landet ;)

    Um auch noch ein Wort zu den Dozenten zu verlieren… Es gibt durchaus gute, aber viel zu häufig scheint das Anspruchs-Niveau im Laufe der Jahre der durchschnittlichen Motivation der Studenten angepasst worden zu sein. Amüsanter Weise scheint mir das weniger das Ergebniss von Resignation als mehr aus einer Gutmenschhaltung heraus (das ist nicht unbedingt oder ausschließlich negativ gemeint).

    Ich stelle fest: Zufriedenheit ist stark relativ und abhängig von der Perspektive ;)


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