B.I.T.-Wiki vs. Wikipedia: Noch eine Webleiche?
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Ronald Kaiser hat in Inetbib die gestrige Eröffnung des B.I.T.-Wikis angekündigt. In seiner Mail wie auch auf der Startseite des Wikis ist zu lesen:
Zum Start von B.I.T. WIKI wird über einen Zeitraum von 3 Monaten jeder 20. Beitrag mit einem Sachpreis aus der Buchreihe B.I.T. Innovativ ausgezeichnet. Jeder 100. Beitrag bekommt ein Jahresabo der Zeitschrift „B.I.T.online“ oder der Zeitschrift „Information – Wissenschaft & Praxis“.
Prinzipiell lobenswert, Aktivitäten auf diesem Gebiet zu belohnen. Jedoch frage ich mich, welchen Zweck dieses Wiki hat, den nicht auch das Wikipedia-Portal Bibliothek, Information, Dokumentation genauso gut oder sogar viel besser erfüllen kann. Besonders wenn man sieht, das zumindest einzelne Artikel offensichtlich der Wikipedia entnommen sind.
Beispiel Handbuch:
Ein Handbuch ist eine geordnete Zusammenstellung eines Ausschnitts des menschlichen Wissens und kann als Nachschlagewerk dienen. Dabei kann die Anordnung des Wissensstoffes chronologisch oder vor allem nach thematischen Gesichtspunkten vorgenommen werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die systematische Gliederung des Werkes, die meist in der Form eines Inhaltsverzeichnisses zusätzlich separat als Übersicht geboten wird. Handbücher haben oft einen oder mehrere Herausgeber und zahlreiche Autoren, die für die Verfassung einzelner Kapitel zuständig sind. Es werden oft ganze Fachgebiete dargestellt – somit kann ein Handbuch auch in mehreren Teilen oder Bänden erscheinen. Diese beiden Aspekte unterscheiden sie von Monografien, die zudem in der Regel sehr viel engere Themengebiete behandeln.
Ein Handbuch (griechisch enchiridion) ist eine geordnete Zusammenstellung eines Ausschnitts des menschlichen Wissens und kann als Nachschlagewerk dienen. Dabei kann die Anordnung des Wissensstoffes chronologisch oder vor allem nach thematischen Gesichtspunkten vorgenommen werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die systematische Gliederung des Werkes, die meist in der Form eines Inhaltsverzeichnisses zusätzlich separat als Übersicht geboten wird. Handbücher haben oft einen oder mehrere Herausgeber und zahlreiche Autoren, die für die Verfassung einzelner Kapitel zuständig sind. Es werden oft ganze Fachgebiete dargestellt – somit kann ein Handbuch auch in mehreren Teilen oder Bänden erscheinen. Diese beiden Aspekte unterscheiden sie von Monografien, die zudem in der Regel sehr viel engere Themengebiete behandeln. Handbücher werden in Fachkreisen oft mit einem Kurztitel zitiert (z. B. der Dehio).
Der Unterschied ist nur, dass man in der Wikipedia noch darüber hinaus weitere Informationen erhält. Andere Beispiele sind…:
- Archivar: B.I.T.-Wiki, Wikipedia
- Gernot Wersig: B.I.T.-Wiki, Wikipedia
- Südwestdeutscher Bibliotheksverbund (SWB): B.I.T.-Wiki, Wikipedia
Das sind die ersten drei Beispiele, die ich durch die Funktion Zufällige Seite gefunden habe. Und alle waren eindeutig fast 1:1 aus Wikipedia übernommen. Was ja nicht verwerflich ist. Aber wäre es nicht wesentlich sinnvoller, alle Energie in schon existierende Projekte zu stecken, anstatt eine weitere Webleiche zu produzieren, die eigentlich niemand braucht? Der einzige Nachteil, den ich an einer Wikipedia-Unterstützung erkennen kann, ist das es dabei keine schicke Domain gibt, mit der man sich schmücken kann. Aber das sollte eigentlich zweitrangig sein.
Naja, wenigstens wurde die Standardlizenz im Mediawiki nicht verändert. Für das B.I.T.-Wiki gilt entgegen der sonstigen B.I.T.-Verschlossenheit (siehe auch diese Kritik zum Artikel “Open Access – The Road to Hell” des B.I.T.-Mitarbeiters Rafael Ball) die GNU Free Documentation License Version 1.2.

Vielleicht wird Mehrwert generiert, der in der Wikipedia keinen Platz hätte. Aber dies ist anzuzweifeln. Der Marketingaspekt dieses Projektes ist wohl an erster Stelle anzusiedeln.
Und die GNU-Lizensierung ist sicherlich nur ein Versehen. ;)
posted on August 29th, 2007 at 10:12 Uhr
Es ist schon erstaunlich, wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare auf Wikipedia fixiert sind. B-I-T-Wiki hat zwei große Vorteile:
1. Es ist ein studentisches Projekt und zeigt, was Bachelor-Studierende leisten können.
2. Es ist eine Antwort auf Claudia Lux´ Forderung “Libraries on the Agenda!”. Claudia Lux´ Forderung wäre überflüssig, wenn wir ebenso wirksam agieren würden, wie es uns eindruckvoll die Informatik-Industrie demonstriert.
Die Informatik-Industrie produziert auch nicht nur Wundermittel. Deren Lobbyisten verstehen es aber, sich so in den Vordergrund zu drängen, dass für Bibliothekarinnen und Bibliothekare kaum noch Platz bleibt.
Mit B-I-T-Wiki ist etwas entstanden, dass nicht gelobt, sondern gefördert werden muss.
posted on August 29th, 2007 at 15:21 Uhr
Zu 1)
Bisher können Studenten anscheinend Wikipedia-Artikel kopieren. Herzlichen Glückwunsch! Sie leisten anscheinend ganze Arbeit in der Ausbildung! Haben sie auch auf Wikipedia zurückgegriffen um ihren Studenten das nötige Wissen dazu zu vermitteln?
Es wäre wesentlich besser für ihre Studenten, wenn sie sie auf das wahre Leben loslassen würden, als sie in merkwürdigen Datensilos (frei nach Lambert Heller) zu verstecken. Wer soll dieses Wiki denn nutzen? Sie scheinen ja Marketing zu lehren. Gehört dazu nicht auch, eine passende Zielgruppe für Projekte zu finden?
Zu 2)
Gleiches Argument wie gerade: “Libraries on the Agenda”, schön und gut. Aber man sollte vorher wissen, auf wessen Agenda.
Meine Meinung: mit so einem Nischenprojekt schafft man es zu einer eigenen Meldung in INETBIB und anderen einschlägigen Medien, ein paar Weblogs schreiben was dazu, und dann schläft die Kiste wieder ein. Wollen sie mit diesem Wiki die Feuilletons in Aufruhr versetzen? Wollen sie politisch etwas bewegen?
Herr Ratzek, bitte überlegen sie sich doch etwas genauer, was sie da verteidigen und mit welchen Argumenten. Sie tun ihren Studenten mit so einem Projekt keinen Gefallen. Es pumpt kurzfristig eventuell das Ego ein bißchen auf, hat aber nichts mit der beruflichen Wirklichkeit zu tun.
Woran ich übrigens keinen Zweifel habe: ihre Studenten können mit Sicherheit mehr als das.
posted on August 29th, 2007 at 23:41 Uhr
… Na ja, wenn einem die Argumente ausgehen, wird man eben persönlich.
Offenbar ist den Kritikern entgangen, dass dieses studentische Projekt bereits überlebt hat. Es wird von Dinges & Frick gehostet. Erwin König sind wir zu Dank verpflichtet, da er erkannt hat, dass derartige Projekte zu fördern sind.
Ich bin davon überzeugt, dass meine Studierenden sehr viel Nutzen aus derartigen Projekten ziehen bzw. ziehen werden.
Sie verstehen, dass es wenig Sinn macht, nur zu Jammern und seinen Frust in Mailinglisten Luft zu machen.
Stattdessen sammeln Sie Erfahrung in der Umsetzung der Web 2.0-Philosophie (Mesh up, Folksonomy, Long Tail(!)).
Wer gelegentlich Bibliothekssterben.de aufsucht, sollte mal überlegen, was falsch läuft.
Wer den IT-Gipfel 2007 beobachtet hat (ich war dabei!), weiß warum Bibliotheken, warum nicht konkret werden: warum Bibliothekarinnen und Bibliothekare in der politischen Agenda kaum eine Rolle spielen.
Lieber Dirk R., darüber müssen Sie sich aufregen: Der Berliner Rechnungshof hat im Frühjahr 2007 empfohlen, dass 42 der 82 Berliner Stadtbibliotheken geschlossen werden könnten.
posted on August 30th, 2007 at 7:34 Uhr
Hallo Herr Ratzek!
Schön, dass sich einer der Verantwortlichen zu Wort meldet.
Einige der oben angeführten Argumente sind sicherlich etwas unsachlich ausgeführt, aber der Kern bleibt doch: Ist das Projekt eine Übung ähnlich einer Schülerzeitung, die nur für sich selbst stehen und einem sehr begrenzten Personenkreis Nutzen bringen muss? Oder handelt es sich hier tatsächlich um einen “Ernstfall”? Falls letzteres der Fall sein sollte, ist es wirklich nicht besonders überzeugend.
Doch erstmal zu Ihrer Bemerkung:
Diese Fixierung ist mir bisher nicht aufgefallen. Sicherlich gibt es einige wenige (und das sind sehr wenige!), die sich sehr aktiv für freies Wissen engagieren und auch WikiIrgendwas bei jeder Gelegenheit lautstark bejubeln, manchmal vielleicht auch etwas zu sehr. Aber das ist eine sehr kleine Minderheit.
Ich finde es eher erstaunlich, wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare auf neue, eigene Projekte fixiert sind. Warum wird nicht auf etwas aufgebaut, was es schon gibt, und sogar schon besser? Und vor allem: Warum sind dann kaum eigene Inhalte enthalten? Ich habe mir nur knapp 10 Artikel angesehen, aber das waren ausnahmslos Komplettzitate oder zumindest sehr dicht dran. Die von Ihnen genannte Web-2.0-Philosophie besteht für mich nicht darin, etwas schon vorhandenes zu kopieren.
Auch ich zweifele übrigens nicht an, dass Ihre Studierenden Nutzen aus dem Projekt ziehen werden. Ich glaube allerdings auch, dass zusätzlich auch Nutzen für andere hätte entstehen können, wenn man sich einem spezielleren Thema für den Aufbau eines Wikis zugewandt hätte. Vielleicht etwas, wofür Wikipedia ausdrücklich nicht gedacht ist. Das erste, was mir da einfällt, ist ein Wiki zur Theoriefindung im LIS-Bereich.
@Dirk R.
So ein Projekt hat mir der beruflichen Wirklichkeit insofern etwas zu tun, als das ich hoffe, dass die nächste Generation von
BibliothekarenInformationsmanagern und -wirten und -consultants etc. etwas unbefangener mit nicht mehr so neuen Technologien wie z.B. Wikis umgeht. Und wenn die technische Einrichtung des Wikis dazu gehörte, ist vielleicht auch dort eine gewisse Scheu abgebaut worden.posted on August 30th, 2007 at 8:42 Uhr
Sinn des B.I.T. WIKI Projekts ist es ein Fachwiki zu schaffen. Insbesondere sollen Themen aus fachlicher Sicht Eingang finden die in der Wikipedia keinen Platz finden oder da es sich bei der Wikipedia um eine Allgemeinenzyklopädie handelt auch entsprechend dargestellt werden. Ich kann mich noch gut an den Aufschrei in der InetBib erinnern als ein Beitrag in der Wikipedia mangels Relevanz gelöscht wurde. Wie von Christian Hauschke schon angesprochen könnte z.B. die Theoriefindung ein zusätzlicher Inhalt des Wikis werden. Die Nutzung des Wikis bleibt natürlich der Kreativität der Nutzer überlassen, wovon alle Projekte dieser Art leben. Übrigens gibt es in anderen Ländern z.B. http://liswiki.org/wiki/Main_Page und Fachdisziplinen auch eigenständige Fachwikis. Aus persönlicher Sicht kann ich sagen das ich froh gewesen wäre zu Beginn meines Studiums ein Projekt zu finden welches alle Akronyme BIB, BID BVB, BII, BSZ, BDB….. auflöst.
Um eine notwendige Grundstruktur zu schaffen wurde ein in sich geschlossenes System von den Studenten erarbeitet. Hierfür wurden über 3000 Seitenbearbeitungen an rund 400 Seiten durchgeführt und sinnvolle Inhalte übernommen sowie neu erstellt. Auch wurde für den Start eine aus Sicht der Studenten sinnvolle Systematisierung geschaffen die jederzeit natürlich noch ausgebaut werden kann. Um die dauerhafte Verfügbarkeit zu realisieren konnte der Verlag Dinges und Frick gewonnen werden um dieses Projekt zu hosten. Mit der Zusammenarbeit soll auch gewährleistet werden das dass Projekt die notwendige Bekanntheit erlangt und langfristig Beetreuung findet. Andere Projekte in Deutschland sind genau an diesen Bedingungen gescheitert oder sind nur Linkwüsten in den Artikeln. Die Inhalte stehen wie schon richtig festgestellt unter der GNU was wesentliche Rahmenbedingung des Projekts war.
posted on August 30th, 2007 at 10:33 Uhr
Nun gut, dann meldet sich auch mal eine (ehemalige) Studentin zu Wort, die daran mitgearbeitet hat.
@Dirk R.: “Herr Ratzek, bitte überlegen sie sich doch etwas genauer, was sie da verteidigen und mit welchen Argumenten. Sie tun ihren Studenten mit so einem Projekt keinen Gefallen. Es pumpt kurzfristig eventuell das Ego ein bißchen auf, hat aber nichts mit der beruflichen Wirklichkeit zu tun.”
Herr Ratzek hat uns sehr wohl damit einen Gefallen getan. Die technische Realisierung war (für mich zumindest) wirklich nur der geringere Teil. Ich muss nicht Informationsspezialistin werden, um zu wissen, wie man eine Wiki-Software installiert und etwas PHP-Code verändert. OSS hat den Vorteil selbsterklärend zu sein, das kriegt sogar ein Bibliothekar hin.
Der Sinn des Wikis ist, dass es FACHWiki seim soll, gebietsspezifische Definitionen und Erklärungen, die ein Allgemeinwiki, wie es die Wikipedia z.B. ist, nicht liefert, bzw. auch nicht liefern soll, da es nur ein Allgemeinlexikon ist und kein Fachlexikon.
Dass anscheinend ein paar meiner Komilitonen aus Wikipedia kopiert haben, bitte ich hiermit offiziell zu Entschuldigen, die Artikkel werden sofort gelöscht. Wahrheit ist, dass der große Teil selbst verfasst wurde, was u.a. auch Teil der Projektes war.
Außerdem war es auch nicht unser Bestreben gleich ein fertiges Wiki zu liefern, dafür bräuchten wir wahrscheinlich unser gesamtes Studium Zeit. Ziel war es erstmal einen Rohling anzulegen, damit wirkliche Profis an den Artikeln arbeiten und sie ausbauen. Oder irre ich mich, wenn ich bemerke dass sonst die ach so tolle Wikipedia um Wissenschaftler buhlen will, damit auch Wissenschaflter sich an einen Artikel setzen und fachliche Inhalte liefern ?
posted on August 30th, 2007 at 10:45 Uhr
hach, da kochen die emotionen aber hoch. es besteht doch kein grund, die artikel zu löschen, nur weil sie kopiert sind. dafür stehen sie doch unter gnu-lizenz. und den sinn ihrer letzten bemerkung (buhlen um wissenschaftler) verstehe ich auch nicht.
aber was zu sehen ist: ihre aussagen – scheint mir – widersprechen sich. herr kaiser spricht von einem wiki aka liswiki, u.a. auch zur theoriefindung, aber erst nachdem das oben von fremder seite in die diskussion gebracht wurde. auf der startseite steht allerdings was von “enzyklopädie”.
was soll es denn nun sein?
und: sie, frau gozd, schrieben dann noch, dass es sich um einen “rohling” handelt, der dann von “echten profis” (wen meinen sie damit?) bearbeitet werden soll. warum sollten diese profis das in ihrem wiki machen, und nicht in der wikipedia, wo doch ganz andere verlinkungsmöglichkeiten bereitstehen? wegen der bit-sachbuchpreise?
gibt es vielleicht einen projektbericht, den sie hier oder sonstwo mal verlinken können? vielleicht wird dann ja einiges klarer. ich bin zwar keine richtige bibliothekarin, aber das thema “sinn und zweck von fachwikis” ist auch sonst sehr spannend…
posted on August 30th, 2007 at 13:14 Uhr
Leider beobachte ich nicht rund um die Uhr alle Blogs daher meine Reaktion erst nach 24 Stunden ;-)
Die Projektpräsentation gibt es wie in meiner Ursprungsnachricht in InetBib als Audioaufzeichnung:
http://www.ronald-kaiser.com/news/bitwiki.mp3
Die angesprochenen Artikel sollten trotzdem überarbeitet werden weil ein Mehrwert im Vergleich zu anderem Content entstehen soll.
Neben der Theoriefindung sind noch viele Dinge möglich. So können Projekte über die Diskussionsseite diskutiert werden oder einzelne Einrichtungen oder Projekte können sich mit Ihren Angeboten vorstellen. Natürlich sind auch Porträts von Bibliothekaren/Archivaren und Informationswissenschaftlern denkbar und so z. B. Zeitschriftenaufsätze oder Projektmitarbeiten dieser zu erschließen. Das WIKI kann auch als fertige Plattform z.B. für Fragen im fachlichen Bereich z.B. der Normung etc. dienen oder interessante Fachaufsätze oder Projektbeispiele themenbezogen erschließen oder abbilden. Aber ich will wie schon gesagt der Kreativität der Nutzer natürlich nicht vorgreifen denn ein Wiki lebt vom Engagement der Nutzer.
Zur Allgemeinenzyklopädie Wikipedia möchte ich auf folgende Artikel hinweisen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Was_Wikipedia_nicht_ist
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Relevanzkriterien
Ich stelle einmal die Frage in den Raum …. erlaubt die Wikipedia 30 Strukturierte Weblinks zu Musterprojekten der Leseförderung ? Zurecht nicht denn es ist kein Fachwiki. Für uns wären aber durchaus alle fachlich interessant, allein schon als Ideengeber für die Arbeit vor Ort.
posted on August 30th, 2007 at 14:25 Uhr
Liebe Diskutanten, vielleicht mal ein kurzer Kommentar von jemandem ausserhalb der Bibliotheks- und innerhalb der Wikipediaszene zu Fachwikis:
Diverse Ausgliederungen, Neugründungen und andere Projekte auf Wiki-Basis in unterschiedlichsten Themenkomplexen haben gezeigt, dass es für ein Wiki, welches sich inhaltlich sehr nah iom Dunstkreis der Wikipedia bewegt, sehr schwer ist, sich tatsächlich zu eatblieren und am Leben zu bleiben. Der Hauptgrund dafür ist, dass viele dieser Ideen an drei Punkten scheiter:
1) sie bringen kaum einen nennenswerten Mehrwert gegenüber dem, was in der Wikipedia machbar ist und gemacht wird
2) sie schaffen es im Regelfall nicht, die rein quantitativ notwendige Core-Community aufzubauen und auch zu halten.
3) sie müssen das angestrebte Zielpublikum auch erreichen, um Leser und neue Autoren zu gewinnen.
In wieweit die beiden letzten Punkte beim BIT-Wiki realisitisch erfüllt werden, kann nur die Zukunft zeigen, wichtig für diese Diskussion ist also vor allem Punkt 1. Und hier müssen sich die Macher Fragen, welchen Mehrwert, welches Delta, geschaffen werden soll, dass mit Wikipedia und dem dortigen Portalsprojekt nicht erreicht werden kann.
Oben wird mehrfach aufgeführt, dass WP ein Allgemeinlexikon und ein Fachlexikon ist, dem möchte ich ziemlich entschieden widersprechen: Wikipedia nimmt in vielen Bereichen durchaus in Anspruch, über den allgemeinen Anspruch hinaus sehr stark in die fachliche Tiefe einzudringen und wird dies in Zukunft sicher auch noch verstärkt forcieren – konkret heisst das, dass mit Sicherheit kein Lemma aus der WP verschwinden wird, welches berechtigt auch in ein Fachlexikon aufgenommen würde. An der Stelle kann also der Mehrwert nicht oder nur in sehr begrenztem Maße entstehen und man sollte sich nicht darauf konzentrieren. Für mich als Außenstehenden würden sich andere potentielle Mehrwerte ableiten: So könnte BIT-Wiki beispielsweise das forcierte Fachlexikon mit der ja gegebenen Diskussionsmöglichkeit verbinden und vertiefen und den Bibliothekaren eine Plattform zu inhaltlichen Diskussion über diese Themen bieten; es könnte Essays, Blogeinträge, Linklisten, politische Diskussionen, Buchrezensionen, Bibliotheksadressen, Betrachtungsalternativen, Newsportale …. produzieren und sich damit tatsächlich einen eigenen, von der Wikipedia unterscheidbaren Platz im Netz erarbeiten.
Liebe Grüße aus Wikipedia und zeno.org und viel Erfolg mit dem Wiki, Achim
posted on August 31st, 2007 at 6:36 Uhr
Wieso wurde denn die Intention, ein Fachwiki zu erstellen, nicht kommuniziert?
Herr Raschke, Ihre Erfahrungen decken sich mit meinen. Schön, daß ich mich von so kompetenter Seite bestätigt fühlen darf. :)
posted on August 31st, 2007 at 12:16 Uhr
Die erste Information über das Projekt kam unter anderem über InetBib am 12. April.
http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg33137.html
Die Intention sollte sowohl über den Begriff “Fach-Enzyklopädie” in der InetBib-Meldung wie auch über die Audioaufzeichnung vermittelt werden.
Dann schauen wir einmal positiv in die Zukunft und sehen zu einem späteren Zeitpunkt zurück wie sich das Projekt entwickelt hat.
posted on September 3rd, 2007 at 8:14 Uhr
Der Begriff “Fach-Enzyklopädie” vermittelt, dass es sich um eine breit angelegte Seite, auch zur Theoriefindung handeln soll? Ich habe eher das Gefühl, da wurde etwas gut geneint in die Welt gesetzt, ohne konkrete Vorstellungen zu haben. Wie meine “Vorredner” oben schon geschrieben hatten, ist sowas nur als Übung für Studenten brauchbar, obwohl man gerade diesen eine exakte Projektplanung beibringen sollte.
posted on September 3rd, 2007 at 10:44 Uhr
Das Wiki ist dauernd down. Net bös gemeint, aber soviel zur “dauerhaften Verfügbarkeit”, Herr Kaiser. ;)
posted on September 10th, 2007 at 13:26 Uhr
Die anfänglichen kleinen Serverprobleme sind inzwischen behoben und das WIKI steht allen interessierten Usern zur Verfügung. Wir freuen uns auf viele neue Beiträge, Ergänzungen und Verbesserungen. Erwin König / B.I.T.online
posted on September 20th, 2007 at 16:56 Uhr
Der Schritt, solch ein Wiki zu starten, ist durchaus respektabel und die Argumente dafür unterstütze ich durchaus, aber: Wenn es z.B. BIB-Wiki und nicht B.I.T.-Wiki heißen würde, wäre ich, und vielleicht auch viele andere, für mehr Engagement bereit, da ich die fachbezogene Sicht und die damit verbunden Möglichkeiten, die Wikipedia nun wirklich nicht bieten kann und will, durchaus verstehen und unterstützen würde.
Ein allgemeinerer Name würde die Ziele viel transparenter für die Öffentlichkeit machen. Wobei sich die Öffentlichkeit hier auf die Bibliothekswelt beschränken dürfte…
Der Bezug zu B.I.T.online ist mehr als unnötig wenn man ein unabhängiges Fachwiki für die allgemeine Bibliothekswelt schaffen will. Ausreichend wäre ein Verweis auf den Host im About.
Irgendwie ergibt sich daraus ein schlechter Beigeschmack bei der aufwendigen Mitarbeit, auch wenn es nur ein Name und ein Logo ist.
Btw: Bib-Wiki ist schon vergeben, super! http://www.bib-wiki.de ein allgemeiner Name für ein extrem kleines und längst abgeschlossenes “Projekt”…
posted on Oktober 8th, 2007 at 22:41 Uhr
Die Verantwortlichen (Die Herren Sack, Schaarwächter und Büffel) wissen davon bestimmt auch nichts mehr. Vielleicht sollte man die mal kontaktieren? Aber dazu sollte wirklich klar sein, wozu man so ein Wiki nutzen möchte. Einfach eins ins Netz zu stellen…?
posted on Oktober 9th, 2007 at 16:15 Uhr