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Auch Marek Lieberberg weiß nicht, was Open Access bedeutet

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28th März 2009

Auch Marek Lieberberg weiß nicht, was Open Access bedeutet

Auch die Süddeutsche Zeitung schließt sich endlich dem Kreuzzug gegen Open Access an. In einem Artikel bringt Marek Lieberberg das Kunststück fertig, pflastersteinwerfende Deep-Purple-Anhänger in den 70ern mit Verfechtern des OA zu vergleichen. Die Verwechslung mit dem Google-Books-Programm ist ja inzwischen Alltag.

Die lückenlose Digitalisierung der Welt hat mit Googles jüngstem Coup, der Millionen Buchtitel online verfügbar macht, Literatur und Buchhandel mit demselben Virus infiziert, an dem die Musikindustrie zugrunde geht und der die Zeitungslandschaft bedroht. Diese Kapitulation wird von Anhängern der Open Access-Ideologie als Demokratisierung des Wissens bejubelt. In Wahrheit werden Rechte verschleudert, was Googles Allmacht weiter zementiert.

Herr Lieberberg, benutzen Sie doch bitte nur Begriffe, deren Bedeutung Sie kennen. Durch solch hanebüchenen Blödsinn verliert eine Zeitung insgesamt an Glaubwürdigkeit. Mehr zur journalistischen Ahnungslosigkeit und schlechten Recherche beim Thema Open Access gibt es hier.

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Bisher 12 Kommentare oder Trackbacks zu “Auch Marek Lieberberg weiß nicht, was Open Access bedeutet”

  1. 1 Frank am März 29th, 2009:

    Arroganz verrät mangelnde Argumente. Bitte an die OA-Jünger: Klare Argumente und keine Ideologie. Bei der Wortwahl in den einschlägigen Blogs hätten Rattenfänger aller Art ihre helle Freude. Wenig Bodensatz, dafür umso mehr Propaganda und Sachargumente – so entlarvt sich OA selbst!

  2. 2 CH am März 29th, 2009:

    Als was entlarvt sich OA? Als Bewegung, die darauf wert legt, als das wahrgenommen zu werden, was sie ist? Beim OA geht es um die Verfügbarkeit wissenschaftlicher Informationen. Wer nach OA recherchiert, stößt innerhalb allerkürzester Zeit auf die Berliner Erklärung. Wer in dieser oder einer anderen OA-Erklärung irgendwelche Hinweise findet, dass “OA-Jünger” freien Zugang zu Konzerten, Belletristik-Downloads und eine Genehmigung zum Steinewerfen sowie zur Piraterie in somalischen Gewässern fordern, möge mir das bitte mitteilen. Bis dahin nehme ich mir aber das Recht, sachlich falsche und miserabel recherchierte Pamphlete zu benennen.

    Wozu schlechter Journalismus in der taz und den beiden Frankfurter Zeitungen führt, lässt sich hier doch gut erkennen. Marek Lieberberg hat jetzt den Begriff “Open Access” gehört, steckt das in die enteignende Kommunistenschublade und schimpft munter drauflos.

  3. 3 tsx am März 29th, 2009:

    Hallo Frank,

    ich finde den Artikel dieses Hr. Lieberberg (“Gratis-Fratze”, “Pest der Raub- und Privatkopien”) auch sehr arrogant und argumentbefreit. Der ist aber doch gar kein OA-Jünger! ;)

  4. 4 Christoph Butscher am März 30th, 2009:
  5. 5 Egregius am März 30th, 2009:

    Als Open Access wird viel mehr bezeichnet als nur die freie Verfügbarkeit öffentlich geförderter Forschungsergebnisse. Fast alle Copyleft-Philosophien finden sich ab und zu so bezeichnet. Wenn sich Marek Lieberberg darauf bezieht, spricht er also pars pro toto von Pirate Bay bis zum eigentlichen Open Access eine ganze Bandbreite von Denkschulen an – und hat deswegen meiner Meinung nach nicht ganz unrecht.

  6. 6 jge am März 30th, 2009:

    Der Lieberberg ist ein “Impresario”:

    Marek Lieberberg, 62, ist seit 40 Jahren Konzertveranstalter und heute einer der weltweit erfolgreichsten Impresarios. Zu seinen Künstlern gehörten und gehören The Who, Pink Floyd, Depeche Mode, Madonna, Bob Dylan, Bruce Springsteen und viele andere, darunter auch Künstler aus der klassischen Musik wie Juan Diego Flores. Lieberberg lebt in Frankfurt/Main.

    Nicht ganz das, was man einen neutralen Beobachter nennen würde. Und auch nicht sehr faktenorientiert. So sind die Zahlen der Kinobesuche nicht zurückgegangen, obwohl die Streifen im Web sind. (Und dass sie dort sind, hat sich ja in der Regel die Industrie selbst in die Schuhe zu schieben — wenn Kinofilme vor Veröffentlichung ins Netz gelangen, kann das ja wohl nicht der Verbraucher gewesen sein!)
    Naja. Auch die PC-Spiele-Industrie klagt seit Jahren über Raubkopien, die Spiele bescheren aber trotzdem immer noch der Branche steigende Umsätze. Hin und wieder verstecken sich die Kreativen auch hinter den “bösen Raubkopierern”, weil das ja eine bequemere Erklärung für fallende Umsätze ist als z.B. schlechte Ware.

  7. 7 jge am März 30th, 2009:

    Sorry für den Dreifachpost: ich habe zweimal einen php-error angezeigt bekommen, aus dem nicht hervorging, dass überhaupt was ankam. Bitte einfach löschen.

    Ui, schon wieder, und zwar:
    Parse error: syntax error, unexpected T_STRING, expecting T_OLD_FUNCTION or T_FUNCTION or T_VAR or ‘}’ in /usr/share/php/libphp-phpmailer/class.phpmailer.php on line 45

  8. 8 CH am März 30th, 2009:

    Danke für den Hinweis! Wird so schnell wie möglich behoben.

  9. 9 CH am März 30th, 2009:

    @Egregius: Die Frage ist, von wem die Copyleft-Philosophien als Teil der Open-Access-Bewegung gesehen werden. Von den Akteuren selbst wohl kaum. Dass die Themen miteinander verwandt sind, ist unbestritten. Aber bevor man solche Aussagen in der SZ publiziert, sollte man sich doch ein bißchen genauer kundig machen.

    Wenn man wie Lieberberg argumentiert, könnte man auch behaupten, dass Fahrradfahren eine Ökosauerei ist, weil Flugzeuge soviel Treibstoff verbrauchen. Beides sind Verkehrsmittel, was die Behauptung aber nicht richtiger macht.

    Lieberberg hat offensichtlich Begriffe benutzt, die er nicht kennt. Damit macht er sich lächerlich. Und zur Zielscheibe vieler berechtigter Angriffe aus dem OA-Lager.

  10. 10 Immateriblog.de - Matthias Spielkamp über Immaterialgüter in der digitalen Welt am April 1st, 2009:

    [...] Es ist ein Trauerspiel. Nachtrag: Robin Meyer-Lucht beschäftigt sich ausführlich mit Lieberbergs Argumenten. [...]

  11. 11 Bodo Kirchhoff: Dichtung und Wahrheit in Googles Buchsuche » Infobib am April 21st, 2009:

    [...] Marek Lieberberg möchte sich nun Bodo Kirchhoff vor den Karren des Börsenvereins spannen lassen. In den [...]

  12. 12 Joachim Losehand über Open und Closed Access » Infobib am Mai 20th, 2009:

    [...] zum Heidelberger Appell erwähnt zu werden, ist die Replik Joachim Losehands auf Marek Lieberbergs Requiem für die Kunst an und für sich: Marek Lieberbergs Kunstkosmos ist bestimmt einem einzigen Naturgesetz: „Was nichts kostet ist [...]

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