Peter Mayr schlägt vor, Blogs als Quellen in der bibliothekarischen Fachkommunikation systematisch zu untersuchen. Er hat dies schon einmal anhand neuerer Publikationen aus den „Berliner Handreichungen“ und E-LIS durchexerziert und kommt zu folgendem Fazit:
Natürlich kann diese Untersuchung nur ein Schlaglicht auf die Quellenlage bibliothekarischer Fachkommunikation werfen, die verwendeten Stichproben sind natürlich relativ willkürlich gewählt und weit entfernt von jeder statistischen Signifikanz.
Trotzdem lässt sich festellen, dass Weblogs und konventionelle Publikationen im Bibliothekswesen nicht in getrennten Sphären existieren, sondern gegenseitig wahrgenommen werden.
Blogs kommt dabei die Funktion zu, neue Themen schnell aufzugreifen und breit zu diskutieren.
Interessant wäre eine breitere Untersuchung. Blogzitationen lassen sich durch einfache Heuristiken (z.B.: „’wordpress’ als URL-Bestandteil“, „Datumsangabe im Format ‘YYYY/MM/DD’ in der URL“) hinreichend genau erkennen und damit wird eine automatisierte Analyse von Literaturangaben möglich.
Zustimmen kann ich seinem Vorschlag, dass dieses Phänomen genauer untersucht werden müsste. Nicht zustimmen kann ich der Feststellung,
dass Weblogs und konventionelle Publikationen im Bibliothekswesen nicht in getrennten Sphären existieren, sondern gegenseitig wahrgenommen werden.
Meine Gegenthese: wer für die Handreichungen schreibt oder seine Publikationen sogar in E-LIS einstellt, ist mindestens zur Hälfte im Web angekommen. Die meisten Autoren im Bibliotheksdienst und BIT “Online” werden E-LIS nicht nutzen. Spannender als eine Untersuchung der online zur Verfügung stehenden Arbeiten wäre also die der tatsächlichen Printpublikationen. Ich vermute, dass die Quote der zitierten Blogs dort drastisch geringer ist.
