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2012 14 Sep

Der Affe, die Leser und die deutsche Presse

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Am 12. September wurde in PLOS ONE ein Artikel1 veröffentlicht, in dem die neu entdeckte Affenart Lesula (Cercopithecus lomamiensis) beschrieben wird.

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Lesula (Cercopithecus lomamiensis). CC: BY (John A. Hart et al.)

Als Open-Access-Befürworter freut man sich natürlich, dass die Beschreibung in PLOS ONE erfolgt. Einem Journal, dass jedem zugänglich ist, der oder die Zugang zum Internet hat.

Neu entdeckte Affenarten sind etwas Besonderes, die Meldung ging daher durch viele Medien. Unter anderem Focus, Frankfurter Rundschau, Spiegel, Stern, Welt oder Zeit haben in ihren Onlineportalen über die Neuentdeckung berichtet, meist mit einer DPA-Meldung. Andere werden folgen.

Und hat auch nur eine dieser deutschen Zeitungen die Gelegenheit genutzt, den Artikel zu verlinken? Aber natürlich nicht. Wer deutsche Qualitätsmedien aufsucht, erhält dort schließlich alle benötigten Informationen und muss die Seite eigentlich nie wieder verlassen.

Oder hält die Presse ihre Leser für nicht pfiffig genug, den Artikel zu verstehen? Oder es ist ihnen einfach egal? Die Mission “Klickvieh auf unsere Seite treiben” ist schließlich schon erfüllt.

Dementsprechend gibt es aus den Artikeln auch keinen Link zu PLOS ONE. Also nicht einmal auf deren Startseite.

Deutsche Presseerzeugnisse mit Link auf den PLOS-Artikel habe ich auf Anhieb nicht gefunden. In der Schweiz scheint man Leser ernst zu nehmen und ihnen Mehrwert bieten zu wollen. Die NZZ verlinkt in ihrer Lesula-Meldung auf den Artikel.2


  1. Hart JA, Detwiler KM, Gilbert CC, Burrell AS, Fuller JL, et al. (2012): “Lesula: A New Species of Cercopithecus Monkey Endemic to the Democratic Republic of Congo and Implications for Conservation of Congo’s Central Basin”. PLoS ONE 7(9): e44271. doi:10.1371/journal.pone.0044271 []
  2. Es geht auch in Deutschland anders. Julia Merlot schreibt zwar auch für SPON, hat aber ein positiveres Bild von ihren Lesern. Sie verlinkt zumindest hier einen PLOS-Artikel. Dradio kann’s auch. []

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 14. September 2012 und wurde abgelegt unter "Open Access, Schnickschnack". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

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