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Kategorie: Bildung & Gesellschaft

Der Historikerverband hat gerade zur Unterzeichnung aufgerufen. Den Hintergrund zum Planungsstopp gibt es auf Openpetition.de.

[via Archivalia]

Auf Innovations-Report.de wurde auf das Global Research Council (GRC) vom 27. bis 29. Mai 2013 in Berlin aufmerksam gemacht. Dort treffen sich Forschungsförderer aus der ganzen Welt.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens steht die Verabschiedung eines gemeinsamen Papiers zu Grundsätzen Guter wissenschaftlicher Praxis sowie eines Aktionsplanes mit Vorschlägen für die abgestimmte Umsetzung des freien Zugangs (Open Access) zu wissenschaftlichen Publikationen. Beide Dokumente wurden in den vergangenen Monaten in einer Reihe von weltweiten Regionalkonferenzen und von einem international besetzten Steering Committee vorbereitet. Außerdem sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Satzung des GRC beschließen.

Den Versuch, psychologische Studien zu reproduzieren, hatten wir hier kürzlich schon einmal. Nun wurde in der Nature eine Studie veröffentlicht, in der 53 landmark studies aus der Onkologie und Hämatologie untersucht werden. Ergebnis:

It was acknowledged from the outset that some of the data might not hold up, because papers were deliberately selected that described something completely new, such as fresh approaches to targeting cancers or alternative clinical uses for existing therapeutics. Nevertheless, scientific findings were confirmed in only 6 (11%) cases. Even knowing the limitations of preclinical research, this was a shocking result.

“Shocking” trifft es ganz gut.

Begley, C. Glenn; Ellis, Lee M. (2012): Drug development: Raise standards for preclinical cancer research. In: Nature 483 (7391), S. 531–533.

Das Umweltbundesamt (UBA) möchte Bürgern Strommessgeräte ausleihen und dafür auf Bibliotheken als “Verleihstationen” zurückgreifen.

Das UBA stellt Bibliotheken [...] ab sofort 500 „Energiesparpakete“ zur Verfügung. Dieses können interessierte Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer ausleihen und damit die häuslichen „Stromfresser“ entlarven. Das Paket enthält neben einem Strom-Messgerät und einem Verlängerungskabel mit Ein-/Ausschalter eine ausführliche Bedienungsanleitung, wichtige Informationen zum Energiesparen und einen Aufsteller zum Bewerben des Angebotes. Ein kleines Messgerät zeigt – zwischen Steckdose und dem zu untersuchendem Gerät gesteckt – den Stromverbrauch eines Elektrogerätes an. So sieht man, ob die Waschmaschine zum Beispiel auch im ausgeschalteten Zustand Strom zieht. Mit dem Messgerät lassen sich auch die jährlichen Betriebskosten des Kühlschranks ermitteln, was eine gute Entscheidungshilfe für eine eventuelle Neuanschaffung schafft.

Diese Dienstleistung ist für Bibliotheken kostenlos. Das UBA gibt die Strommesspakete kostenlos an Bibliotheken aus. Die Kontaktdaten findet sich auf der Webseite mit der UBA-Pressemitteilung.

Statistics Schweden hat jetzt eine API, die unter einer CC-BY-ähnlichen Lizenz genutzt werden darf. Kommerzielle Nutzung ist erlaubt, Derivate auch. Namensnennung bei Nicht-Derivaten ist vorgeschrieben. Weitere Infos in der FAQ.

[via Access to Statistics]

Thomas Pany schreibt auf Telepolis über PollDiss. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das unter Leitung von Uwe Kamenz die Dissertationen aller Bundestagskandidaten im aktuellen Wahlkampf auf Plagiate prüfen möchte.

Weitere Infos:

[via Archivalia]

Drüben bei Netbib wird über eine interessante Online-Demonstration berichtet. Die Webseite der Stadtbibliothek Stühlingen – bzw. eigentlich ist es nur der dort üblicherweise zu findende Inhalt – ist zur Zeit nicht erreichbar. Unter bibliothek.stuehlingen.de wird derzeit statt auf Öffnungszeiten, Lesungen und neu erworbene Bücher auf die Genehmigung eines Windparks hingewiesen. Verantwortlich dafür ist der für diese und andere Stühlinger Webseiten ehrenamtlich tätige Webmaster Ueli Joss.

Laut Südkurier fordert Joss, dass “alle relevanten Unterlagen” zum Vorgang bis zum 17. April öffentlich gemacht werden. Andernfalls würde er die von ihm betreuten Seiten nur gegen einmalige Zahlung von 5000 Euro und Stundenhonorar wieder zugänglich machen und weiter pflegen. Das Geld sei für Initiativen gegen die Windkraftanlagen gedacht.

Die Besetzung der Webseite hat für die Stadtbibliothek auch Konsequenzen abseits des Web. Wie der Südkurier in einem weiteren Artikel berichtet, enthält die Webseite “umfangreiches organisatorisches und administratives Handwerkszeug”. In der Folge müsse die Bibliothek bis auf weiteres geschlossen werden. Ausleihfristen würden zwar verlängert, aber das Bibliotheksteam habe zur Zeit keinen Zugriff auf die eigene Webseite und offensichtlich dringend benötigtes Handwerkszeug.

Ist das noch eine Online-Demonstration? Was sagt uns das über das Ehrenamt in Bibliotheken? Unabhängig von der persönlichen Meinung zum Thema mutet es seltsam an, das ein Ehrenamtlicher eine gesamte Stadtbibliothek zur Verfolgung eigener politischer Ziele schließen kann. Und ebenso merkwürdig ist es, dass das Bibliotheksteam keinen Zugriff auf das eigene Handwerkszeug hat. Dazu fällt mir wieder eins meiner Lieblingspostings aus von Jakob Voss ein. Vor fast genau fünf Jahren schrieb er:

Ich finde es äußerst problematisch, wie sich Bibliotheken unnötig in Abhängigkeit von Firmen begeben [...] und dabei ihrer eigenen Handlungsspielräume und Fähigkeiten einschränken. “Mal schnell” etwas an der Webseite oder am OPAC ändern geht nicht dann nicht mehr so einfach und/oder kostet zusätzlich Geld.

Ist das utopisch für kleine Bibliotheken?

Henry Bourne beschreibt in einem Aufsehen erregenden Artikel “The writing on the wall”, wie die biomedizinische Forschung in den USA trotz sich stetig vergrößernder Fördertöpfe stagniert. Abstract:

The biomedical research enterprise in the US has become unsustainable and urgent action is needed to address a variety of problems, including a lack of innovation, an over-reliance on soft money for faculty salaries, the use of graduate students as a source of cheap labour, and a ‘holding tank’ full of talented postdocs with limited career opportunities.

Viele seiner Beobachtungen lassen sich auch auf hiesige Verhältnisse übertragen.

Die FAZ mahnt Klaus Graf ab, weil er in einem Blog-Posting angeblich eine Lebenspartnerschaft zwischen Anette Schavan und einer FAZ-Journalistin behauptet hätte. In seinen eigenen Worten:

Da ich

http://archiv.twoday.net/stories/235550257/

die Formulierung “Schavan-Freundin Schmoll” verwendet habe und einen Hyperlink auf http://causaschavan.wordpress.com gesetzt hätte, wo u.a. die Vorwürfe erhoben würden, Schmoll sei die Lebensgefährtin von Schavan, soll ich künftig bei einer Vertragsstrafe von 5001 EUR die Veröffentlichung unterlassen “dass Frau Dr. Heike Schmoll die Freundin und/oder die Lebenshefährtin von Frau Annette Schavan sei”.

Erbloggtes fasst das Geschehen in gut lesbarer Form zusammen, eine umfassende Sammlung weiterer Stimmen zum Vorfall hat Klaus Graf in Archivalia gesammelt.

Dass Blogpostings nun auch für Behauptungen abgemahnt werden sollen, die sie gar nicht aufgestellt haben, ist eine neue Eskalationsstufe. Wenn die FAZ damit durchkäme (und das ist weder zu hoffen noch zu erwarten), wäre jegliche Berichterstattung über jedes Menschen und ihre Beziehungen zueinander betreffende Thema unmöglich. Wie oft hat die FAZ von Freunden beliebiger Politiker geschrieben? Kohl und sein Freund Gorbatschow? Sehr geehrte Damen und Herren in der FAZ, nehmen Sie bitte Ihre Juristen an die Kette. Solche Abmahnungen können selbst Sie nicht wollen!

Inside Higher Ed berichtet über das Vorgehen eines Verlags (Canadian Centre for Science and Education) gegen die auch hier schon erwähnte Beall’s List of Predatory Publishers.

Ist es neuerdings Mode, Biblioblogger zu verklagen, wenn sie Verlage kritisieren? Auf so ein Niveau ist in D-A-CH noch kein Verlag gesunken, oder?

Das Canadian Centre for Science and Education kannte ich bislang übrigens nicht. Jetzt schon. Debora Weber-Wulff kennt das Center übrigens auch.


Canadian Centre for Science and Education Vs. Beall’s List von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
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