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Kategorie: Open Access

Warum ich die Neugründung eines genuinen Open-Acces-Journals mit dem Titel Informationspraxis (und dem Fokus auf die Praxis) unterstütze, habe ich im dortigen Blog kurz angerissen.

Wer hier häufiger reinsieht, wird noch viele andere Gründe und Motivationen kennen. Wer hier schon länger mitliest, wird sich vielleicht noch an das Infobib-Posting mit den vermutlich meisten Kommentaren erinnern: Bibliothekarische Fachkommunikation 2010. Dort hat zumindest in meiner Wahrnehmung die Diskussion begonnen, und ein beträchtlicher Anteil der dort Kommentierenden ist nun auch am Aufbau der Informationspraxis beteiligt.

Eine kurze Übersicht, was die Informationspraxis werden könnte, findet sich hier, die Tagesordnung für das Gründungstreffen heute abend in Bremen ist hier einsehbar. Ich bin sehr gespannt, was sich aus der Diskussion heute abend ergeben wird!

Ach ja: Auch wer bislang noch nichts von der Neugründung mitbekommen hat, kann sich natürlich einbringen. Ein paar Infos dazu finden sich im Mitmach-Aufruf.

2014 13 Mai

Liebe Fachverlage, nutzt Sherpa/Romeo!

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Immer wieder treten AutorInnen an Bibliotheken heran und fragen: “Wie ist das eigentlich mit meinem Artikel aus dem Jahre 1998 in der ‘Zeitschrift für Dieses und Jenes’, kann ich den einfach einscannen und auf diesen Open-Access-Server stellen”?

Meine Antwort lautet dann meist: “Keine Ahnung, aber das versuchen wir herausfinden.”

Zuerst schaue ich in der ZDB nach, in welchem Verlag die Zeitschrift erschienen ist. Dann schaue ich in der Sherpa/Romeo-Datenbank nach, ob die Zeitschrift oder der Verlag samt Open-Access-Policy dort eingetragen ist.

Wenn nicht, folgt darauf dann in der Regel eine unterschiedlich lange und unterschiedlich ergebnisreiche Recherche mit vielen, vielen Telefonaten.

Das erste Telefonat führt mich meist zu irgendjemandem im Verlag, der oder die zufällig gerade am Telefon ist. Ich werde dann verwiesen an andere Verlagsmitarbeiter, die dem ersten Ansprechpartner zum Thema “Online” oder “Fachzeitschrift” gerade als erstes eingefallen sind.

Dann werden mir Kontaktdaten von einer Person genannt, die mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit

  • neu im Verlag,
  • im Urlaub,
  • nicht zuständig oder
  • in der Materie etwas unsicher

ist. Als nächstes werden Mail-Adressen und dann auch Mails ausgetauscht. Dann: Sendepause. Auf Nachfrage irgendwann: “Können wir Ihnen auch nicht genau sagen, aber es wird schon niemand was dagegen haben.”

Liebe Fachverlage, sparen Sie mir und sich selbst bitte viel Zeit und tragen Sie Ihre Open-Access-Policy bitte in die oben erwähnte Sherpa/Romeo-Datenbank ein! Es gibt dort ein Formular, mit dessen Hilfe das ganz einfach ist.

Das Ergebnis sieht man hier bei den nach der Sherpa/Romeo-Farbenlehre “grünen” Verlagen.

Ein Ergebnis, das Sie dann nicht sehen, möchte ich Ihnen beschreiben: AutorInnen, denen Sie das Leben ein bißchen einfacher gemacht haben und die Sie in guter Erinnerung behalten. Besonders im Vergleich zum Konkurrenzverlag, der nicht in Sherpa/Romeo steht!

Ich habe übrigens fast immer mit gutwilligen und hilfsbereiten Verlagsmenschen zu tun, denen ein Eintrag in dieser Datenbank ebenfalls helfen würde. Einmal als Sicherheit, nicht aus Versehen etwas Falsches zu sagen. Und weil es einfach Zeit sparen würde.

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

As librarians, we claim to uphold the principles of open access, equitable and unbiased service, intellectual freedom, and lifelong learning. How can we better integrate these principles into our workplaces? This article is an exploration of information behaviors and structures in library workplaces, particularly the behaviors of withholding and sharing information, and the effect they have on service to patrons and overall quality of the work environment.

Zum Artikel: Me and You and Everything We Know: Information Behavior in Library Workplaces.

ScienceOpen wird von der Deutschen Welle vorgestellt. Es scheint sich um eine Art Mega-Journal zu handeln, das mit meritenbasierten User-Kategorien arbeitet. Je mehr veröffentlicht oder reviewed wurde, desto höher steigt man auf. Zu ScienceOpen kann man bestimmt ganz viel schreiben, aber nicht hier und jetzt. Zuerst:

  1. Mit “Prof. Dr. Björn Brehms” im Editorial Board ist vermutlich Björn Brembs gemeint, dessen Blog ich bei dieser Gelegenheit empfehlen möchte.
  2. So sieht ein ScienceOpen-Artikel aus.
  3. Alle Artikel werden unter CC-BY 4.0 veröffentlicht.

Im Bericht der Deutschen Welle wird ScienceOpen-CEO Stephanie Dawson zitiert:

800 Dollar, etwa 600 Euro, so Dawson, kostet die Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels auf ScienceOpen einschließlich Redaktion und sprachlicher Korrekturen. “Wir wollen etwas Hochwertiges präsentieren, uns aber abgrenzen von Internet-Magazinen, die für einen Open-Access-Artikel 5000 oder 6000 Euro verlangen.” Das sei langfristig für die Community kein tragbares Modell.

Da hat sie Recht, und von diesen Journals würde ich mich auch abgrenzen wollen. Aber gibt es überhaupt Journals, die solch hohe Gebühren verlangen? Ein erster Blick zu ein paar großen Akteuren bestätigt das nicht:

Ich bin nicht der Erste, der diese APCs vergleichen möchte. Hier ein paar Übersichten:

Die teuersten Journals, die dort verzeichnet sind:

  • BMJ Publishing Group: etwa $4,600.
  • Cell Reports: Angeblich $5,000, auf der Webseite findet sich aber nur ein Preis von $3,700.
  • Nature Communications: $5,200.

Das teuerste Journal (das übrigens wie so ziemlich alle teuren Journals nur Hybrid-OA anbietet) verlangt also 5200 US-Dollar pro Artikel. $5200 entspricht aktuell fast genau 3750 Euro.

Einschub: Ich möchte an dieser Stelle dringend darauf verweisen, dass die meisten OA-Journals überhaupt keine Gebühr nehmen. Laut DOAJ:

Kommen wir zurück zu den oben gestellten Fragen: Von welchen Journals möchte sich ScienceOpen abgrenzen? Gibt es diese Journals wirklich? Oder ist das hier einfach ein kerniges Zitat, das von den Journalisten eh nicht auf Korrektheit geprüft wird? Falls es wirklich Unmengen an Journals mit APCs im mittleren vierstelligen Bereich gibt, bitte ich um sachdienliche Hinweise! Wie teuer kann OA im schlimmsten Fall sein?

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Andy Howlett und Mark Williamson haben eine Software (ChemVisitor) entwickelt, die chemische Strukturen in wissenschaftlichen Publikationen ausfindig machen und analysieren kann.

It can read the whole scientific literature and analyse it in minute detail. One of the things we are starting with is chemistry. ChemVisitor (part of AMI2) can read chemical structure diagrams and chemical names and work out what they mean.

So können Fehler in wissenschaftlichen Publikationen gefunden und korrigiert werden. Fehler, die, wie Peter Murray-Rust schreibt, dazu führen können, das Menschen sterben. Der Haken an der Sache: Das Urheberrecht. Machines are better referees than humans but we’ll be sued if we use them, schreibt er. Warum brauchen wir echtes Open Access? Darum.

Librarian, Heal Thyself: A Scholarly Communication Analysis of LIS Journals by Micah Vandegrift and Chealsye Bowley, April 23, 2014

This article presents an analysis of 111 Library and Information Science journals based on measurements of “openness” including copyright policies, open access self-archiving policies and open access publishing options. We propose a new metric to rank journals, the J.O.I. Factor (Journal Openness Index), based on measures of openness rather than perceived rank or citation impact. Finally, the article calls for librarians and researchers in LIS to examine our scholarly literature and hold it to the principles and standards that we are asking of other disciplines. [Also available as an EPUB for reading on mobile devices, or as a PDF.]

International ist die Situation kaum anders als in D-A-CH.

2014 28 Apr

Excel, Refine und OAI-PMH

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Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Hawksey schreibt über die schlagkräftige Kombination Excel, Refine und OAI-PMH. Das funktioniert tatsächlich und ist nicht einmal besonders kompliziert.

2014 28 Apr

Open-Access-Motor KUG

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Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Open Access muss man aus mindestens zwei Perspektiven betrachten. Die ausführlich beleuchtete Seite ist die der AutorInnen. Wie finde ich ein ordentliches OA-Journal? Was ist die richtige Lizenz? Darf ich Selbstarchivieren? Die andere Seite ist die der Rezipienten. Für die soll für alle verantwortbaren Zwecke soll in jedem digitalen Medium ein Open-Access-Text, der in einem dauerhaften institutionellen Eprint-Archiv zu hinterlegen ist, frei verbreitet und bearbeitet werden dürfen, wie es in der Berliner Erklärung heißt.

Zu wenig beachtet wird dabei die Frage, wie eines zum anderen kommt, sprich: Wie kommt der richtige Artikel zum Leser? Da können wir Bibliothekswesen ins Spiel kommen. In unserem VuFind haben wir beispielsweise seit Mitte 2013 DOAJ-Artikel integriert, siehe auch hier. Das Ergebnis: im letzten Monat wurde von 10,7% der Besucher mindestens ein aus DOAJ stammender Titel im Katalog angezeigt.

Damit kommen wir zur Überschrift: Oliver Flimm hat im OpenBib-Blog beschrieben, was im KUG an freien Inhalten zu finden ist. Das ist so beachtlich wie nachahmenswert!

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

In An Epidemic of Journal Subscription Cancellations schreibt Laurence Bianchini über die Zeitschriftenabo-Kündigungen verschiedener Universitätsbibliotheken. Sie sorgt sich, dass die Zeitschriftenkrise auf dem Rücken der Wissenschaftlerinnen ausgefochten wird.

Scientists need access to publications. It is troubling to see such situations end up in bilateral disagreement and subscription cancellations en masse. The mission of consortiums is to protect researchers by negotiating for fair prices. When conflicts like this occur, they expect to have the support of researchers, which is not always the case. “Some researchers contacted us after the Science subscription was cancelled,” says Emeline Dalsorg. “When we explain to them, they understand the decision that was made and try to access publications via other subscriptions, like those of the CNRS.” In other cases, the consortium’s refusal gets much less support from researchers. On the contrary, they express disillusioned incomprehension, even a feeling of betrayal toward the negotiators who cut off their access to journals indispensable to carrying out quality research.

Berechtigte Bedenken. Doch wenn Konsortien nicht zeigen, dass sie Verhandlungen in Ermangelung akzeptabler Bedingungen auch scheitern lassen können, ist die ohnehin nicht besonders starke Verhandlungsposition noch weiter geschwächt.

Rabishankar Giri verkündete in der IFLA-Mailingliste, dass die Annals of Library Information Studies (one of India ‘s oldest peer reviewed LIS research journal published by CSIR-NISCAIR) nun ein Open-Access-Archiv eröffnet hat. Ich kann die angegebene Adresse zur Zeit nicht aufrufen. Vermutlich eine Kinderkrankheit, die sich hoffentlich bald geben wird.

Wer sich fragt, warum ich auf ein indisches Journal verweise: Laut Giri sind im Archiv 54 Artikel von Ranganathan zu finden.

Wie Open der Access ist, kann ich leider nicht sagen. Aktuelle Ausgaben der Zeitschrift stehen unter der unseligen CC-BY-NC-ND-Klausel, die nicht dem entspricht, was Open Access genannt werden kann.


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