Die diesjährige Preisträgerin des John Jacob Astor Award in Library and Information Science , Donna Scheeder, Deputy Chief Information Officer, Congressional Research Service, Library of Congress wird im Rahmen der Initative Fortbildung einen workshop zum Thema durchführen.
Die UTS Library (Sydney) hat kürzlich ein schönes Video nach Common-Craft-Art zu eben diesem Thema veröffentlicht.
Knapp fünf Minuten komprimierter Informationen, wie eine Bibliothek (eigentlich nicht nur die) heute funktionieren sollte, zum Beispiel in puncto Hierarchien (hier und da).
Kürzlich habe ich noch gefragt, ob und wann sich wohl die Bibliotheksverbände zu einer Unterstützung der OA-Petition durchringen können. Nun ist es zumindest bei einigen soweit:
… jetzt geht es darum, in der Tat die Bildungsdebatte nicht nur theoretisch zu führen, sondern dafür zu sorgen, dass zum Beispiel keine Schule mehr ohne eigene Bibliothek ist. Eine Bibliothek gehört mitten in die Schule. Und wo es nicht mitten in der Schule ist, muss der Weg zur Bibliothek außerhalb der Schule kurz sein. Und es muss Regelmäßigkeit hineinkommen, also nicht nur das spektakuläre Projekt, sondern in der Bibliothek arbeiten können, Bücher ausleihen, Vorlesen auch in der Klasse als Teil des schulischen Alltags.
Da möchte sich jemand an seinen Taten messen lassen. Wer dem Bibliotheksalltag inklusive aufwändiger Leseförderung finanzieren will, muss Personal finanzieren. Umsichtig weist Schavan darauf hin, dass Bibliotheken von den unterschiedlichsten Trägern unterhalten werden. Ob das ein Hinweis ist, dass sie selbst kein Geld in die Hand nehmen wird? Föderalismus kann ja so bequem sein. Frau Schavan, überraschen Sie mich bitte!
Hinweise auf weitere unterstützende Archive und Bibliotheken nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen. Erstaunlicherweise konnte ich noch keinen Aufruf vom Archiv der RWTH Aachen finden, auch nicht im entsprechenden Weblog.1 Kommt ja bestimmt noch. In Archivalia findet man übrigens ständig neue Informationen zur Petition.
PS: Ich bin gespannt, ob und wann sich die Bibliotheksverbände positionieren…
Das verrottete, verschnarchte und heuchlerische Archivwesen mal wieder! Kleines Späßchen am Rande, SCNR, nix für ungut und ein schönes und mitzeichnendes Wochenende allerseits! [↩]
Via Abgeordnetenwatch stellte Oliver Graute folgende Frage an Herbert Reul, Mitglied des Europaparlaments und der CDU:
Wie stehen Sie als Mitglied des Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie zur Open Access Debatte
Zu Forschungsdaten meinte Reul:
Dabei muss unterschieden werden zwischen dem freien Zugang zu Forschungsdaten und dem freien Zugang zu Zeitschriftenaufsätzen. Forschungsdaten werden oft von Forschungseinrichtungen aufwändig gesammelt. Durch den Verkauf dieser Daten werden die hierbei entstehenden Kosten wieder reingeholt.
Wenn Forschung sich direkt refinanzieren müsste, hätte die hiesige Wissenschaftsszene ein gewaltiges Problem. Vielleicht stehen die Pläne für den Large Hadron Collider auch nur frei im Netz, weil die Zahl potentieller Kunden arg übersichtlich ist? Würde dieses Denken konsequent umgesetzt werden, gäbe es keine Grundlagenforschung mehr. Sie wäre nicht finanzierbar.
Zu OA für Zeitschriftenaufsätze gibt er nur Gemeinplätze (Motto: “Gute Sache, aber Bücher sind doch auch schön”) von sich. Schade, viele Politikeraussagen zu diesem Thema gibt es ja leider nicht.
Es mag unzulässig sein, von stillschweigendem Einverständnis auszugehen, da viele Bibliothekare die ethischen Grundsätze schlicht und ergreifend gar nicht kennen. Doch in den Grundsätzen wird an einer Stelle formuliert, was ich als essentielles Fundament der Informationsberufe verstehe, und somit von vielen Kollegen als Selbstverständlichkeit empfunden werden dürfte:
Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung und für den freien Fluss von Informationen ein sowie für die Existenz von Bibliotheken und Informationseinrichtungen als Garanten des ungehinderten Zugangs zu Informationsressourcen aller Art in unserer demokratischen Gesellschaft. Eine Zensur von Inhalten lehnen wir ab.
Meines Erachtens noch zu wenig offensiv, da man bei einem derart relevanten Thema die Bedeutung der Informationsfreiheit und die Wichtigkeit der Informationseinrichtungen öffentlich zur Geltung bringen könnte. Eine öffentliche Einmischung hier und beim Heidelberger Appell (zu dem ich keine Äußerung fand) hätte der Wahrnehmung der Informationsberufe und natürlich auch den Anliegen selbst sehr gut getan.
Dennoch: Schon der kleine Hinweis auf die Petition ist meines Erachtens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
bitte beachten Sie, dass nach der Verkündigung im Gesetzblatt Baden-Württemberg, voraussichtlich mit Wirkung zum 9. Mai 2009, eine novellierte Bibliotheksgebührenverordnung in Kraft treten wird.
Neu ist die Einführung einer Benutzungsgebühr für die Landesbibliotheken (§ 2 n.F).
30 Euro! Vermutlich möchte die Landesregierung der Schweinegrippeungesunden Lesewuth entschlossen entgegentreten.
Sehr geehrter Ministerpräsident Günther Oettinger: können Sie mir sagen, wo der Sinn dieser Maßnahme liegt? Als Volkswirt sollten Sie eigentlich wissen, dass man an dieser Stelle nicht unbedingt kürzen sollte. Betriebswirtschaftlich sind Benutzungsgebühren übrigens auch nicht immer ein Erfolgsmodell, wie unter anderem das Beispiel Schaffhausen belegt.
Notiz zum Stellenwert des Themas Bibliotheken in Baden-Württemberg: Von dort kam zu meiner Umfrage zu Landesbibliotheksgesetzen außer einer nichtssagenden Antwort der FDP keine Reaktion.
Besonders kritisch wird (unter anderem von Bernard Lang) folgender Punkt gesehen:
24. Wishes the scientific community and researchers to enter into voluntary licence-issuing schemes with publishers in order to improve access to works for purposes of teaching and research; however, takes particular note of the value of learned journals, which play a key role in the peer review process of validating the results of academic research, and the financial viability of which is dependent on paid subscriptions;
The Green Paper focuses on the exceptions to copyright which are most relevant for the dissemination of knowledge, namely:
1)The exception for the benefit of libraries and archives: two core issues have arisen: the production of digital copies of materials held in the libraries’ collections and the electronic delivery of these copies to users. Under the current legal framework, libraries or archives do not enjoy a blanket exception from the right of reproduction. Reproductions are only allowed in specific cases, which arguably would cover certain acts necessary for the preservation of works contained in the libraries’ catalogues. On the other hand, the library exception and national rules implementing it are not always clear.
Main questions:
* Should the exception for libraries and archives remain unchanged because publishers themselves will develop online access to their catalogues?
* In order to increase access to works, should publicly accessible libraries, educational establishments, museums and archives enter into licensing schemes with the publishers?
* Should the scope of the exception for publicly accessible libraries, educational establishments, museums and archives be clarified with respect to: format shifting; the number of copies that can be made under the exception; the scanning of entire collections held by libraries?
* Is a further Community statutory instrument required to deal with the problem of orphan works, which goes beyond the Commission Recommendation 2006/585/EC?
This book studies university libraries in developing countries against the backdrop of an increasingly inter-connected and interdependent world. The book suggests that finding solutions to problems of university libraries in developing countries is a matter of ensuring that ‘global knowledge’ is of the highest quality and is not just for altruistic reasons. It describes the many problems associated with the running of university libraries in developing countries and considers what it takes for these libraries to be successful. The book includes case studies of university libraries in several developing countries in regions including Africa, India and The Caribbean. Presenting the perspectives of practitioners and library users, solutions presented are practical and relevant.It is authored by a librarian and a member of the faculty of a university in a developing country. It gives the perspectives of both librarians and users of university libraries. It includes contributions from librarians in several developing country regions including Africa, India and The Caribbean. It addresses not only the problems of developing country university libraries but also offers practical solutions.
Die uncoolen BibliotekarInnen machen auf ein Weblog aufmerksam, dass den Umzug der Fachbereichsbibliotheken Informationswissenschaften und Sozialarbeit in Potsdam diskutiert und dokumentiert. Wirklich ein Musterbeispiel für den sinnvollen Einsatz von Social Software in Bibliotheken, wie schon aus der regen Anteilnahme der Nutzer in den Kommentaren ersichtlich ist.