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Archiv: creative-commons

Einem kolumbianischen Studenten droht eine Haftstrafe, weil er eine wissenschaftliche Arbeit – anscheinend eine Masterarbeit – auf Scribd veröffentlicht hat, ohne die entsprechenden Rechte zu besitzen. Die Umstände beschreibt der Student in einem Blogposting selbst. Dagegen geht die Electronic Frontier Foundation nun auf die Barrikaden und ruft gemeinsam mit der Creative Commons, Right to Research Coalition und Open Access Button zur Zeichnung einer Open-Access-Petition auf.

2014 12 Feb

Verteilung der CC-Lizenzen in DOAJ-Journals

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Uli Herb hat die Verteilung der CC-Lizenzen in DOAJ-Journals untersucht:

Zahl der Journals, die CC-BY nutzen: 1.964
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 20,03%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 52,77%

Zahl der Journals, die CC-BY-SA nutzen: 52
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 0,53%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 1,40%

Zahl der Journals, die CC-BY-NC-ND nutzen: 737
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 7,52%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 19,80%

Zahl der Journals, die CC-BY-NC nutzen: 665
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 6,78%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 17,87%

Zahl der Journals, die CC-BY-NC-SA nutzen: 260
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 2,65%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen:6,99%

Zahl der Journals, die CC-BY-ND nutzen: 44
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 0,45%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 1,18%

Weitere Infos im Scinoptica-Blog. Die Daten hat er bei Zenodo veröffentlicht.

Wer herausfinden möchte, welche Lizenzen auf einem Repository verwendet werden, kann dafür das R-Paket OAIHarvester nutzen. Das folgende Skript ist vielleicht nicht elegant, aber es funktioniert zumindest bei OPUS3-Repositories.

library("OAIHarvester")

# Get OAI-Data. Three repositories to choose from. Just uncomment.
# baseurl <- "http://opus.bsz-bw.de/fhhv/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://edoc.bbaw.de/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://opus.kobv.de/euv/oai2/oai2.php"

x   <- oaih_harvest(baseurl,
             prefix = "oai_dc", from = NULL, until = NULL, set = NULL,
             transform = TRUE)

sets <- oaih_list_sets(baseurl)

x <- oaih_list_records(baseurl)
## Drop deleted records and extract the metadata.
m <- x[, "metadata"]
m <- oaih_transform(m[sapply(m, length) > 0L])

## Transform data to data.frame
o <- as.data.frame(m)

# Convert and table:
liccount <- as.character(as.vector(o$rights))
table(liccount)

Das OAIHarvester-Paket bietet noch deutlich mehr. Dies ist nur eine von vielen möglichen und nützlichen Anwendungen.

Das Board der Digital Public Library of America (DPLA) hat in einem Meeting empfohlen, CC0 als Lizenz für die Publikation von bibliographischen Metadaten zu verwenden. Sofern man überhaupt davon ausgeht, dass die Daten urheberrechtlich geschützt werden können und müssen. Aus der Empfehlung (PDF):

  • The DPLA asserts that metadata are not copyrightable, and that applying a license to them is not necessary.
  • To the extent that the law determines a copyright interest exists, a CC0 license applies.
  • The DPLA asserts no new rights over metadata at the DPLA level.

Damit liegt die DPLA auf einer Linie mit den “Empfehlungen zur Öffnung bibliothekarischer Daten”.1 Und reibt sich ein wenig am Widerspruch von Klaus Tochtermann, der nach Alternativen sucht. In einem Kommentar zu seinem Posting schreibt er:

For me it is still too simple to argue “the tax payers pays so we have to make it public without any restriction”. Yes the tax payer paid and the public has the right to access, reuse the data – no doubt about that. But what about commercialisation of the data? What did we learn during the last decades about publication processes of scientific papers: The tax payer pays twice: First the scientific community writes and reviews the papers for the publishers; Second the scientific community buys the journals in which these papers have been published. What makes you so confident that we will not enter the same loop with data – regardless of whether it is research data or library data? And then the European Commission must help out similar to a recent proposal to publish only OA in EC-funded projects.

Im Gegensatz zu den ins Feld geführten Nicht-OA-Publikationen führt eine Veröffentlichung von bibliographischen Metadaten unter CC0 dazu, dass sie jeder verwenden kann. Wenn man sie zurückkauft, dann muss man das nur, weil ein Mehrwert mitgeliefert wird. Zum Beispiel die Auslieferung als komfortabler Suchindex. Die datenproduzierende Bibliothek hat jedoch jederzeit die Möglichkeit, die Daten selbst aufzubereiten und damit zu machen, was sie will. Die erwähnten Publikationen sind jedoch in der Regel nicht OA verfügbar, sondern werden meist exklusiv einem Verlag zur Nutzung überlassen.

Die Kommerzialisierung von Daten, die unter CC0-Lizenz veröffentlicht wurden, schadet der datenproduzierenden Bibliothek meines Erachtens überhaupt nicht.

[via OpenGLAM]

PS: Dieses Thema wird zur Zeit auch in der Mailingliste RepMan diskutiert. Anlass ist die Möglichkeit, OA-Repositories für den Primo-Central-Index zu registrieren. Voraussetzung: Content must be published with a CC0 (no rights reserved) license.


  1. Disclaimer: … an denen ich mitgewirkt habe. []

Wenn es um bibliothekarische, deutschsprachige Open-Access-Zeitschriften geht, werden meist dieselben Beispiele genannt. Libreas, die VÖB-Mitteilungen und neuerdings auch Perspektive Bibliothek. Vergessen wird dabei immer wieder – und m.E. zu Unrecht – GMS Medizin — Bibliothek — Information.

Dabei handelt es sich um ein echtes OA-Journal, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen, mit CC-Lizenzierung und Beiträgen unterschiedlichster Art. Dort werden zum Beispiel Fachbeiträge über Repositories, Poster über Bibliometrie oder Mitteilungen zur Aachener Erklärung über den Erwerb von elektronischen Büchern veröffentlicht.

PS: Die neunte Open-Access-Wette (PDF) auf der Inetbib-Tagung ist damit übrigens schon fast erfüllt.

PPS: Lange nichts mehr zum Thema newLIS gehört…

Jan Brennenstuhl bloggt über die Lizenzpolitik der Deutschen Digitalen Bibliothek.

PS: Dieses Posting war in ähnlicher Form am 18.12. eigentlich schon veröffentlicht, ist aber aus mir schleierhaften Gründen verschwunden.

Mathias Schindler weist im Wikimedia-Blog darauf hin, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ab sofort Bilder unter CC-Lizenz veröffentlicht.

Marco Trovatello beschreibt den Erkenntnisprozess des DLR im DLR-Blog:

Nicht nur, dass uns infolge von Mathias Schindlers Anfrage auffiel, dass wir Wikipedia hier sehr gerne unterstützen wollten – uns fiel auch auf, dass wir als Wissenschafts- und Technologiekommunikatoren das Teilen und damit die Verbreitung bzw. Multiplikation unserer Inhalte durch die allgemeine Öffentlichkeit und Medien unnötig erschwerten und dass wir bei genauer rechtlicher Auslegung unserer Nutzungsbedingungen auch den Medien genau das nicht eindeutig erlaubten, da die entsprechenden Verlage bzw. Unternehmen in den meisten Fällen kommerziell arbeitende Wirtschaftsunternehmen sind.

Das ganze Posting ist sehr lesenswert und beschreibt ausführlich die Überlegungen hinter diesem Schritt. Pflichtlektüre für alle Datenbefreier!

Aus einer E-Mail von Julia Hauser:

Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass der bestehende Linked Data-Service der Deutschen Nationalbibliothek um Titeldaten erweitert wird.

2010 hat die Deutsche Nationalbibliothek damit begonnen, Normdaten als Linked Data zu veröffentlichen. Der bestehende Linked Data Service der DNB [1] wird nun um Titeldaten erweitert. In diesem Zuge wird auch die Nutzungslizenz für Linked Data auf “Creative Commons Zero” [2] umgestellt.

Jetzt wurde der überwiegende Teil der Titeldaten der DNB – es fehlen z. B. noch Musikalien und die Bestände des Deutschen Exilarchivs – sowie die fortlaufenden Sammelwerke (Zeitschriften-, Zeitungs- und Schriftenreihentitel der Zeitschriftendatenbank (ZDB)) umgesetzt. Die RDF/XML-Repräsentation des jeweiligen Datensatzes ist ab sofort im Portal der DNB [3] über einen entsprechenden Link verfügbar. Es handelt sich ausdrücklich um einen experimentellen Dienst, der laufend erweitert und verfeinert werden soll. Nähere Informationen zu Fragen der Modellierung und des Vorgehens finden sich in der aktualisierten Dokumentation [4].

Der einzig richtige und wichtige Schritt! Die dazugehörigen Links:

[1] https://wiki.dnb.de/display/LDS/
[2] http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/
[3] http://portal.dnb.de/
[4] http://files.d-nb.de/pdf/linked_data.pdf

“Heute vor fünf Jahren…” sollte dieser Artikel eigentlich anfangen. Nun ist es ein paar Tage später, doch der geneigte Leser ignoriere das bitte.

Also, genau heute vor fünf Jahren, am 12. August 2006, hat Klaus Graf in Archivalia ein Posting veröffentlicht mit dem zum geflügelten Wort avancierten Titel “Die Open-Access-Heuchelei der Bibliotheken”. Darin kritisiert er sieben Punkte:

(1) Bibliothekarische Fachzeitschriften sind nur zum kleinen Teil Open Access!
Kaum Änderung im deutschsprachigen Bereich. Bis auf Libreas ist da eigentlich nichts. Peinlich.

(2) Bibliothekarische Fachliteratur ist kaum OA!
Hier ist Verbesserung zu spüren, zum Beispiel mit dem Handbuch Bibliothek 2.0.

(3) Bibliotheken beliefern kostenpflichtige bibliographische Datenbanken!
Gilt weiter. Wenn es eine nicht-exklusive Lieferung ist, die Daten also jedem zur Verfügung stünden, wäre das übrigens auch nicht weiter zu beanstanden.

(4) Bibliotheken treten als Mitglieder von Digizeitschriften e.V. die Interessen von Bildung und Wissenschaft mit Füßen!
Gilt weiter.

(5) Bibliotheken denken nicht daran, “permission barriers” einzureissen!
Gilt generell nicht mehr. CC-Lizenzen sind inzwischen vielerorts im Einsatz.

(6) Sogar OAI-Metadaten werden nicht OA freigegeben!
Die Diskussion ist faktisch beendet, alle Argumente ausgetauscht. Der Trend geht zu CC0. Da wird in sehr kurzer Zeit sehr viel passieren.

(7) Die Bibliotheken betreiben in großem Stil Bildrechte-Tyrannei und Copyfraud!
Gilt weiter.

Fazit: Es sind Fortschritte zu erkennen. Insgesamt ist es jedoch ernüchternd, wie wenig sich in fünf Jahren bewegt hat. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, können wir eine offene Fachkommunikation im Bibliothekswesen für ca. 2025 prognostizieren.

The Power of Open ist eine Sammlung von Statements mehr oder weniger prominenter Kreativer zu freien Inhalten im Allgemeinen und Creative Commons im Speziellen, unter anderem von DJ Vadim oder Vincent Moon. Das Statement von Mark Patterson (PloS) zu “Research as a public resource”:

When the open access publisher Public Library of Science (PLoS) launched its first scientific journal, PLoS Biology, in 2003, it faced a serious uphill climb. Academics are judged not only by the quality of their work, but also by where that work is published. With career advancement, funding opportunities and reputations on the line, researchers are understandably selective.

“We had many conversations with scientists supportive of openness, but who had concerns about our lack of prestige and standing in the publishing world at that stage,” recalls Mark Patterson, PLoS director of publishing. “Because of our start as an advocacy organization for openness, we had a base of supporters. Eventually, their energy carried the day and soon a few researchers took the leap and published a great piece of their research in our open journal. That gave us the foundation to get to where we are today – a sustainable and growing source of high-quality open access research, publishing hundreds of articles a month.”

The core principle behind open access journals is impact. “We set out to remove all barriers to reusing research and transforming research literature into a resource for further research,” says Patterson. “Open access provides the maximum possible impact for both funders and researchers.”

Patterson now sees a very strong movement toward open access in the publishing field. “There are more open access journals being started, more content being published, and new policies are being developed at funding agencies and within institutions which are driving open access,” he said. “There is movement amongst all stakeholders. The question now is just how quickly can we make it happen.”

Creative Commons licensing has been an integral part of the success of open access publishing, and PLoS publishes all of its journals under the CC BY license. “CC has provided a strong, consistent signal that you can use openly published research to do with what you want,” says Patterson. “Because CC licenses are created by experts and have a solid legal foundation, they have become the gold standard in open access publishing.”

(CC: BY)

An einer Übertragung ins Deutsche wird gearbeitet.

[via CC-Blog]


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