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Archiv: DFG

Auf Innovations-Report.de wurde auf das Global Research Council (GRC) vom 27. bis 29. Mai 2013 in Berlin aufmerksam gemacht. Dort treffen sich Forschungsförderer aus der ganzen Welt.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens steht die Verabschiedung eines gemeinsamen Papiers zu Grundsätzen Guter wissenschaftlicher Praxis sowie eines Aktionsplanes mit Vorschlägen für die abgestimmte Umsetzung des freien Zugangs (Open Access) zu wissenschaftlichen Publikationen. Beide Dokumente wurden in den vergangenen Monaten in einer Reihe von weltweiten Regionalkonferenzen und von einem international besetzten Steering Committee vorbereitet. Außerdem sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Satzung des GRC beschließen.

Adrian Pohl analysiert in seinem Blog den genehmigten DFG-Antrag “Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)” (PDF). Er selbst war am Konkurrenzantrag libOS beteiligt. Seiner Meinung nach wird eine Kernanforderung der DFG-Ausschreibung durch CIB nicht erfüllt:

Wie will der Antrag denn nun die in der DFG-Ausschreibung geforderte “Integration der nationalen Erschließungsdaten zur Schaffung einer funktional einheitlichen Katalogisierungs- und Datenplattform” umsetzen? – Gar nicht. Die Antragsteller interessieren sich augenscheinlich in erster Linie für ihre eigenen Kunden. Mir scheint als sei der primäre Zweck des Antrags, die Migration der BVB-, KOBV- und HeBIS-Verbundbibliotheken in die OCLC-/Ex-Libris-Cloud zu finanzieren.

Darüber hinaus bemängelt er die fehlende (plausible) Exit-Strategie. Bei einem Bibcamp vor einigen Jahren war genau dies ein Streitpunkt in einer Session zur “Bibliothek in der Cloud” (o.ä.): Was passiert, wenn der Cloudanbieter nicht macht, was die Kunden wollen?

Die Auslagerung kritischer Infrastrukturen an externe Dienstleister kann funktionieren, kann unter Umständen sogar sinnvoll sein. Dafür sind aber viele Kriterien zu erfüllen. Ein maßgebliches Kriterium ist für mich die Rückführbarkeit der Infrastruktur in die eigene Hand. Dazu gehören verschiedene Komponenten.

Ein einfaches Beispiel für die gut funktionierende Auslagerung an einen Dienstleister ist ein WordPress-Blog. Dies kann man bei WordPress.com hosten lassen. Verwendet man eine eigene Domain dafür, kann man mit ein wenig Knowhow (das man in diesem Fall selbst erwerben oder einkaufen kann) ein dank Open Source technisch identisches Blog auf eigenem Server hosten, die Adresse weiterverwenden und alle Daten von WordPress.com ins eigene Blog importieren.

Werden OCLC und Ex Libris dies gewährleisten? Wird den Bibliotheken die Möglichkeit gegeben, die Software so kennenzulernen, dass sie selbst damit arbeiten könnten, wenn sie denn frei verfügbar wäre?

Adrian schreibt:

Ich denke, das Thema verlangt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit in der Fachwelt als ihm bisher zugekommen ist, weil es sich eben nicht um eine der üblichen DFG-Ausschreibungen handelt, sondern um den erklärten Versuch, “einen umfassenden Umstrukturierungsprozess mit anzustoßen und zu unterstützen”, der eine grundlegende Veränderung der Informationsinfrastruktur in Deutschland mit sich bringen kann.

Wie auch immer man zum konkreten Vorhaben steht, dieser Aussage ist auf jeden Fall zuzustimmen.

Drei DFG-Projekte zur Ausschreibung “Neuausrichtung überregionaler Informationsservices” (PDF) wurden bewilligt.

Im Themenfeld 1 „Bibliotheksdateninfrastruktur und Lokale Systeme“ überzeugte das Konzept „CIB“ des hessischen Bibliotheksinformationssystems (HEBIS), des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB) und des Kooperativen Bibliotheksverbunds Berlin-Brandenburg, das die Entwicklung einer cloudbasierten Infrastruktur für Bibliotheksdaten mit der verstärkten Anpassung und Einbindung bestehender Strukturen in internationale Nachweissysteme vorsieht.

Im Themenfeld 3 „Electronic Resource Management“ befürwortete der Hauptausschuss die Konzeption zum Electronic Resource Management System „ERMS“ des Hochschulbibliothekszentrums des Landes NRW (hbz), der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, der Universitätsbibliothek Freiburg und der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV). Dieses Projekt ist auf die Entwicklung eines bundesweit einsetzbaren, mandantenfähigen Systems ausgerichtet, das das Management elektronischer Ressourcen auf allen Ebenen (lokal, regional, national) unterstützt und die Bibliotheken von den entsprechenden Verwaltungsaufgaben entlastet.

Von den im Themenfeld 4 „Forschungsnahe Informationsinfrastruktur“ vorgelegten Konzepten konnte das Projekt „RADAR“ den Hauptausschuss überzeugen, das den Aufbau eines bislang fehlenden Datenzentrums als Basisdienstleistung zur Publikation und Archivierung von Forschungsdaten anstrebt.

Mehr Infos gibt es in der Mitteilung der DGF.

[via @nesnu]

2011 27 Okt

DFG antwortet auf Reuß & Rieble

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Roland Reuß und Volker Rieble haben letzte Woche in der FAZ alarmistisch getönt, die Freiheit der Wissenschaft sei bedroht. Natürlich mal wieder durch die DFG. Wer es vergessen hat (werden bei den Infobib-Lesern nicht viele sein): Reuß war der mit dem Heidelberger Appell.

Nun gibt es eine ausführliche Antwort auf den Artikel von Reuß und Rieble: Stellungnahme zum Beitrag „Die Freiheit der Wissenschaft ist bedroht“ von Roland Reuß und Volker Rieble, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mittwoch, 19. Oktober 2011 (PDF)

Ein kurzer Auszug:

Reuß/Rieble: „Einzelne DFG-Mitarbeiter bieten bereits gewerbliche Seminare für er-folgreiche Antragstellung an“.
Kein bei der DFG beschäftigter Mitarbeiter beziehungsweise keine bei der DFG beschäftigte Mitarbeiterin ist in dieser Art tätig.

Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen im Biospektrum:

Es kann nicht sein, dass die Zahl der Publikationen als Evaluationskriterium für wissenschaftliche Leistungen herangezogen wird. Vielmehr müssen die Ergebnisse in Bezug auf ihren Beitrag zum Wissensgewinn beurteilt werden.

Dies passt gut zu der schon im Februar letzten Jahres verkündeten Devise der DFG, nunmehr auf Qualität statt auf Quantität zu achten. Ob und wie gut dies von den Gutachtern der DFG umgesetzt wird?

[Besten Dank für den Hinweis an Uli!]

Die Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland (PDF) sind nun veröffentlicht. Gefordert wird ein Wechsel weg von den regional ausgerichteten Strukturen. Insgesamt sei das jetzige System nicht effektiv. Die auf den ersten Blick wichtigsten Passagen aus der dazugehörigen gemeinsamen Erklärung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates zur Zukunft der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur in Deutschland:

3 – Im Gesamtsystem der Verbünde sollte zukünftig eine primär funktional und verbindlich koordinierte Arbeitsteilung entwickelt werden. Dienste sollen verbundübergreifend in einer modernen technischen Architektur offener Systeme zentralisiert angeboten und, wenn sachlich geboten, mit einem regionalen Betrieb kombiniert werden.

Offene, zentral angebotene Dienste. In Teilen ist dies ja schon der Fall. So steht zum Beispiel das OPUS-Hosting des BSZ auch Bibliotheken außerhalb des BSZ offen.

4 – Mit einer Integration bislang regional geführter Kataloge und Dienste auf nationaler und internationaler Ebene sollen Redundanzen und eine heute so nicht mehr benötigte Komplexität der Verzeichnungsstrukturen vermieden werden.

Kann man als Plädoyer für zentrales Indexhosting betrachten, wie es auch hier diskutiert wird.

5 – Die Verbünde sollten mit ihren überregionalen Serviceanteilen in eine zukünftige bundesweite Koordination von Informationsdienstleistungen integriert sein. Dies schließt internationale Kooperationen ein.

6 – Für die Koordinierung des zukünftigen Verbundsystems ist ein Strategie- und Steuerungsgremium erforderlich, das für die Umsetzung der einzelnen Schritte im gesamten System über die erforderlichen Kompetenzen verfügt.

Hier wird es äußerst spannend. Was für ein Gremium soll das sein? Kompetenznetzwerk für Bibliotheken? Das Deutsche Bibliotheksinstitut gibt es ja nicht mehr. DNB?

9 – Mit dem intendierten Systemwechsel von einer primär regional zu einer funktional organisierten Verbund- bzw. Dienstleistungsstruktur wird eine leistungs- und zukunftsfähige überregionale
Informationsinfrastruktur für Wissenschaft und Forschung nachhaltig ausgebaut und
gesichert.

Wenn die Aufgaben zwischen den Verbünden nun nicht mehr nach Regionen verteilt sind, ist ein Hauen und Stechen bezüglich der zukunftsträchtigsten Aufgaben zu befürchten.

2011 4 Jan

Liste mit OA-Publikationsfonds in Deutschland

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Nicht nur die Uni Hohenheim bietet einen Open-Access-Publikationsfonds an. Drüben bei Wisspub.net werden nun Publikationsfonds in Deutschland gesammelt. Bislang sind sieben Fonds gelistet.

Die UB der Uni Hohenheim informiert über einen Publikationsfonds, mit dem Publikationsgebühren für Open-Access-Publikationen finanziert werden sollen. Der Fonds wurde mit Hilfe des DFG-Förderprogramms zum OA-Publizieren errichtet.

The Getty Research Institute is receiving grant money from the National Endowment for the Humanities for a joint project that involves the digital archiving of German auction catalogs from 1930 to 1945.

Mehr im Blog der LA Times.

Die Recommender-Software easyrec ist seit sechs Tagen komplett Open Source.

Benötigt werden für die Installation auf einem eigenen Server:

  • Java 5 SE [1] or later
  • Application Server Tomcat 6.0 [2] or later recommended or see other Application Servers
  • Database Server MySQL 5.1 [3] or later

Man kann den Dienst jedoch auch über eine API ausprobieren. Wer hat Zugriff auf einen Katalog und traut sich, das mal einzubauen? Mich würde doch sehr interessieren, ob die Ergebnisse so viel schlechter als die von Bibtip sind. Bibtip ist ein Projekt, dass zwar aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde, aber dennoch sogar für öffentliche Einrichtungen kostenpflichtig ist. Kostenpflichtig für Hosting und Support würde ich ja noch verstehen. Wie auch immer: Easyrec wird z.B. beim Film-Shop Flimmit genutzt. Interessiert man sich z.B. für Plattfuss am Nil, wird sofort weitere Unterhaltungsware der schlagkräftigen Art angeboten (“Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein”).


Open-Source-Recommender easyrec von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
Infobib läuft unter Wordpress.3.0.5 | Theme: angepasst nach : Gabis Wordpress-Templates | Creative Commons Lizenzvertrag 22 Verweise - 0.546 Sekunden.