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Wer bloggt über was?

16th August 2009

Wer bloggt über was?

Gerhard Hachmann beklagt das Schweigen im Bloggerwald zu einer neuen Auflage des Lehrbuches Basiskenntnis Bibliothek von Böttger. Er kann sich nicht erklären, warum es bis auf einen kleinen Hinweis auf die Existenz des Buches nichts dazu gebloggt wurde. Keine Rezension, rein gar nichts.

Wird das Buch ignoriert, weil es sich “nur” um eine Fachkunde für die FaMIs handelt? Weil es sowieso alle schon kennen? Weil es ausschließlich als Printmedium erscheint? Weil es nicht um einen in die Zukunft gerichteten 2.0-Inhalt geht? Weil in der Biblioblogosphäre Ausbildungsfragen so gut wie gar nicht thematisiert werden, und sich keiner für so etwas zuständig fühlt?

In dieser Reihenfolge: Jein. Nein. Nein. Eher ja. Ja, und ja.

1. Die meisten Biblioblogger (alle?) betreiben ihr Geblogge mehr oder weniger privat, zumindest zusätzlich zum normalen Arbeitspensum. Sie decken damit ihre beruflichen und privaten Interessen ab. Obwohl die deutschsprachige Biblioblogosphäre schon vielfältiger wird, ist die Dominanz von eher web-affinen BibliothekarInnen nicht zu übersehen. Anscheinend bloggen hauptsächlich mit der Ausbildung befasste Bibliothekswesen bislang nicht oder nicht zu diesem Thema.

2. Ich habe das Buch zufällig am Donnerstag oder Freitag in der Hand gehabt, da ich es bei einem Kollegen sah. Aber ich kenne es in der Tat nicht.

3. Printmedien sind nicht komplett außerhalb der Wahrnehmungssphäre. Zumindest nicht außerhalb meiner. Aber eine PDF-Version wäre sicherlich häufiger erwähnt worden. Wenn auch nur, weil das noch etwas besonderes ist.

4. Siehe Punkt 1: Es geht in Biblioblogs überwiegend um “Web-Themen”. Das ist meines Erachtens höchst logisch, da die Medien, in denen wir uns hier bewegen, selbst noch genügend Neues bieten, das beschrieben werden will und muss. In neueren Biblioblogs geht es aber auffällig oft nicht primär um das Web selbst, sondern z.B. um Schulbibliotheken, Leseförderung, Katalogisierung von asiatischen Schriften und vielleicht auch bald um die FAMI-Ausbildung.

5. Ich fühle mich in der Tat nicht zuständig. Weil ich mich bloggerisch für überhaupt nichts zuständig fühle. Ich blogge über Themen, die mich interessieren, ohne Vollständigkeitsanspruch. Wer ein Thema aufgegriffen sehen möchte, mag sich gerne selbst darum kümmern. Der Teil in den 2.0-Theorien, der sich um Partizipation dreht, ist durchaus ernstzunehmen. Frei nach JFK: Frag nicht, was die Biblioblogosphäre für Dich tun kann, sondern frag, was Du für sie machen kannst.

Es gibt zahlreiche Themen, die in Biblioblogs nicht behandelt werden, obwohl sie durchaus ihre Leserschaft im vielzitierten Long Tail fänden. Ein paar Desiderate (wie es in der DFG-Prosa immer so schön heißt) meinerseits wären zum Beispiel:

  • Immer noch Blogs von Niggemann, Lux & Co
  • bloggende ProfessorInnen an den Fachhochschulen, die sich dem Bibliothekswesen in irgendeinem Sinne widmen. Ich weiß nicht, ob ich die Ausnahmen loben oder das restliche Schweigen peinlich finden soll.
  • BibliotheksdirektorInnen scheinen ihre Meinung auch nicht gerne öffentlich zur Diskussion stellen zu wollen.
  • Die ganzen EDV-Leute in den Bibliotheken, die tagein, tagaus an irgendwelchen Perl-Skripten basteln, die jeden Tag das Rad neu erfinden: Tausch Euch aus! Stellt Eure Skripte ins Netz.

Was brauchen wir? Mehr und unterschiedliche Biblioblogs. Ganz klar. Also, Bibliothekswesen, hört die Signale! Auf ins Gefecht Web 2.0!

[via Netbib]

Von CH in Bibliothek, Open Access, Termine, Web 2.0 | Tags: | 3 Comments

31st März 2009

Neues zur Ablieferung von Netzpublikationen

Die Ablieferungsmodalitäten für monographische Netzpublikationen wurden geändert. Es stehen nun zwei Varianten zur Auswahl. Aus einer Mail von der Deutschen Nationalbibliothek:

Variante 1:

Falls Sie das neue Ablieferungsverfahren für monografische Netzpublikationen bereits angewandt haben, können Sie für die Übermittlung periodischer Netzpublikationen sofort über das neue Webformular verfügen.

Für die Ablieferung loggen Sie sich bitte mit Ihrer E-Mail-Adresse, an die dieses Schreiben gerichtet ist, und dem zugehörigen Passwort unter https://portal.d-nb.de ein.

Variante 2:

Falls Sie noch nicht mit dem neuen Ablieferungsverfahren für monografische Netzpublikationen gearbeitet haben, fordern Sie bitte über „Passwort anfordern“ unter Angabe der E-Mail-Adresse, an die dieses Schreiben gerichtet ist, ein Passwort an. An diese E-Mail-Adresse wird dann eine automatisch generierte E-Mail mit dem Passwort versendet. Durch die Anforderung des Passwortes erklären Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung akzeptieren.

Loggen Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse und dem Passwort unter https://portal.d-nb.de ein. Es ist möglich, Ihr Passwort unter dem Menüpunkt „Mein Konto“ zu ändern. [...]

Mehr Infos gibt es hier.

Anmerkung: Das Thema scheint weitgehend aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden zu sein. Nach der ersten Aufregung bei Verabschiedung des Gesetzes zur Pflichtablieferung von Netzpublikationen sah es so aus, als ob die DNB in Arbeit ersticken müsste. Nun kann ich bei einer kurzen Recherche nur ein Blog-Posting zu dieser Änderung finden und leider keinen einzigen Erfahrungsbericht.

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6th November 2008

Automatisiertes Abliefern über Harvesting-Verfahren : Wege zur effizienten Ablieferung von Netzpublikationen

Das hier angekündigte Papier “Automatisiertes Abliefern über Harvesting-Verfahren : Wege zur effizienten Ablieferung von Netzpublikationen” (PDF) ist nun verfügbar.

Von CH in EDV, Open Access, Recht | Tags: | Comments Off

3rd November 2008

Pflichtabgabe von Netzpublikationen via OAI-Schnittstelle

Als Betreuer eines institutionellen Dokumentenservers hat mich im Zusammenhang mit der Pflichtabgabe von Netzpublikationen natürlich sehr interessiert, ob ich die dort publizierten Dokumente einzeln anmelden muss, oder ob ich die OAI-Schnittstelle dafür nutzen kann, die Dokumente abholen zu lassen. Stephan Jockel, Pressesprecher, Referent der Generaldirektorin der DNB, hat mir freundlicherweise auf meine Fragen geantwortet.

Der [Dokumenten-]Server verfügt über eine OAI-Schnittstelle. Können Sie die Publikationen darüber oder über ein anderes automatisiertes Verfahren selbst einsammeln? Gibt es eine Möglichkeit, ein derartiges Verfahren anzumelden?

Das Einsammeln über eine OAI-Schnittstelle ist ein von der Deutschen Nationalbibliothek favorisierter Weg. Derzeit wird dies mit Online-Hochschulschriften praktiziert; getestet werden außerdem Ablieferer, die über eine OAI-Schnittstelle und Metadaten im ONIX-Format verfügen. Wir werden dazu im Laufe des Tages ein Papier auf unsere Seiten stellen , das auf diese Art der Schnittstelle hinweist. Im Falle einer geplanten Ablieferung über eine OAI-Schnittstelle bitten wir den Ablieferer, sich zu melden, da jeweils pro Ablieferer ein Test durchgeführt wird und erst danach das Einsammeln durch die Deutsche Nationalbibliothek starten kann (s. http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_reg_ausf.pdf S. 5 und 6)

Werden die von Ihnen gesammelten Veröffentlichungen in irgendeiner Art zugänglich gemacht? Zum Beispiel in einer Datenbank oder einer Art nationaler Wayback-Machine?

Die eingesammelten Publikationen werden im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek angezeigt. Online-Publikationen sind durch ein Symbol gekennzeichnet und können aus der Gesamtmenge der Treffer herausgefiltert werden (Beispiel: https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=knowledge+engineering&method=simpleSearch; rechts sind die Materialarten aufgeführt, darunter auch Online-Ressourcen)

Werden URN, DOI und andere persistente Identifier bei der Archivierung berücksichtigt und in die Metadaten aufgenommen?

Ja, siehe: http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_mono_ausf.pdf Seite 7;
im Katalog sind sie im Feld “Persistent Identifier” zu sehen:
https://portal.d-nb.de/opac.htm?method=showFullRecord&currentResultId=-941295362&currentPosition=1

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30th Oktober 2008

Urheberrechtliche Bedenken bei der Pflichtabgabe?

Benedikt Köhler sorgt sich um die Beachtung des Urheberrechts bei der Ablieferung von Blogpostings als Pflichtexemplar an die DNB. Zu Recht macht er darauf aufmerksam, dass Blogs häufig Widgets oder ähnliches enthalten, für die man als Bloginhaber unmöglich inhaltlich oder rechtlich gerade stehen kann. Er fragte die DNB unter anderem, wie mit Veröffentlichungen zu verfahren sei, die Bestandteile enthalten, die nur für den Zweck der Veröffentlichung in meiner Netzpublikation freigegeben sind und keine Weitergabe an Dritte erlauben?. Antwort:

Für diese Frage muss ich Rücksprache mit dem Justitiariat halten. Die Antwort wird Ihnen nachgereicht.

Ich habe die Verordnung daraufhin noch einmal durchgesehen. Dort ist ausschließlich die Rede von der Ablieferung. Was danach mit den Archivexemplaren passiert, ist nirgendwo geregelt. Das heißt, die Netzpublikationen könnten theoretisch mikroverfilmt im Barbarastollen landen und im Jahre 235 nach Mad Max wieder hervorgekramt werden. Vielerorts wird automatisch davon ausgegangen, dass die DNB eine Art nationale Wayback Machine einrichtet. Dies ergibt sich aus der Verordnung aber meines Erachtens nicht.

Oder habe ich irgendwo eine maßgebliche Formulierung übersehen?

An dieser Stelle möchte ich übrigens mein tiefempfundenes Mitleid an die Kollegen in der DNB aussprechen, die sich mit der Verordnung und ihren Folgen herumplagen müssen.

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28th Oktober 2008

Keine Panik: Pflichtabgabe von Netzpublikationen eilt nicht

In den Kommentaren zur Meldung über die Verordnung zur Pflichtabgabe von Netzpublikationen sind zum Teil gruselige Visionen beschworen worden. Der Telagonsichelputzer hat bei der DNB nachgefragt und früher als ich eine Antwort erhalten. Alle Angaben ohne Gewähr, wie man in seinem Blog nachlesen kann:

* Publikationen wie Weblogs sind momentan für die Erfassung nicht relevant.
* Private Inhalte auch außerhalb Weblogs, die mit Werbeanzeigen einen gewerblichen Charakter haben, sind für die Archivierung derzeit nicht relevant.
* Technisch gesehen ist die Archivierung von sehr vielen Datenmengen, insbesondere individuelle Publikationen wie Weblogs, noch nicht ausgereift.
* XML und RSS seien andenkbare Lösungen zur Aggregation der Inhalte, die jedoch noch in Planung sind.
* Die Pflege der Daten bei Aktualisierungen der publizierten Texte ist derzeit noch nicht gelöst.
* Digitale Bilder und Videos diverser Social Media Networks stellen die Nationalbibliothek vor eine Herausforderung, insbesondere die zu bereitstellende Speicherkapazität seitens der Nationalbibliothek für einen digitalen Film sind derzeit nicht abgedeckt.

Für Nichtblogger und Firmen: Kann man nicht einfach per wget oder einem ähnlichen Tool die Seiten runterschaufeln, das dann durch sowas wie HTML2PDF drehen und anschließend der DNB rüberschicken? Das kann man automatisieren, und wenn die Notwendigkeit bestünde, lässt eine bedienungsfreundliche Open-Source-Applikation bei Bedarf bestimmt nicht allzu lange auf sich warten.

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23rd Oktober 2008

Pflichtabgabe von Netzpublikationen

Laut Heise tritt die Verordnung zur Pflichtabgabe von Netzpublikationen heute in Kraft.

Generell soll die Anlieferung möglichst per FTP und bevorzugt als PDF erfolgen. Bilder, andere Darstellungselemente sowie “Software und Werkzeuge, die in physischer oder in elektronischer Form erkennbar zu den ablieferungspflichtigen Netzpublikationen gehören”, sind aber ebenfalls betroffen. Dies gilt vor allem für “nicht marktübliche Hilfsmittel”, ohne die ein Lesen der digitalen Werke im Offline-Modus nicht möglich ist.

Ohne mir jetzt die Zeit genommen zu haben, das auszuprobieren: es sieht nicht so aus, als ob die Deutsche Nationalbibliothek seit der Testphase etwas gelernt hätte.

Siehe auch hier, hier oder hier.

Na, wer traut sich ran und schreibt einen Erfahrungsbericht?

Von CH in EDV, Recht | Tags: | 11 Comments

2nd August 2008

Librarything Web Services API

Heute wurde im Librarything-Blog das(?) neue Web Services API vorgestellt. Wenn ich das auf den ersten, flüchtigen Blick richtig erfasse, wächst mit Common Knowledge gerade ein Konkurrent für die PND ran. Die biographischen Daten zum Beispiel für Michael Ende werden zumindest für den Hausgebrauch meist ausreichen. Wenn man an das Potential der PND denkt!

Die PND umfasst zur Zeit rund 2,6 Mio. Namen (davon ca. 1.000.000 Personen mit individualisierten Datensätzen) aus der Katalogisierung der PND-Kooperationspartner und der Deutschen Nationalbibliothek, aus Projekten der Altbestandserschließung und Namen der Bayerischen Staatsbibliothek aus dem osteuropäischen und islamischen Kulturkreis, aus den Bereichen Musik und Karten sowie den Personennamen der Zentralkartei der Autographen der Staatsbibliothek zu Berlin und den Personennamen der SWD.

Ein Ferrari unter den Datenbanken! Aber fahren darf er nur im Parkhaus.

Die Deutsche Nationalbibliothek nutzt die PND als integrierte Normdatei bei der Katalogisierung und verknüpft die Normdatensätze mit den Titelsätzen.

Der Unterschied zwischen PND und Common Knowledge ist außer der Datengrundlage, dass Librarything alle Daten bequem per verständlich dokumentierter API unter CC-SA-Lizenz zugänglich macht. Das hat Potential. Verknüpfen wir das mal mit den Gedanken zu einem freien Klassifikationssystem, dann muss man ganz klar konstatieren, dass sich das Bibliothekswesen gerade in die Bedeutungslosigkeit schnarcht.

Von CH in Bibliothek, Open Content, Web 2.0 | Tags: | 2 Comments

11th Juli 2008

Sneak Preview: ISBN2SRU

Das hier vorgeschlagene Plugin ist zwar noch nicht fertig. Aber ein funktionsfähiger Prototyp steht.

Screenshot:

Funktion:
Die Eingabe einer ISBN in der Form
[isbn]3-492-04549-9[/isbn]
erzeugt eine SRU-Anfrage beim GBV. Sofern Daten vorliegen, werden diese geparst und in das Posting kopiert.

Es ist noch einiges zu verbessern, in den nächsten Wochen wird es aber veröffentlicht werden. Für den Anfang sollen GVK, LoC und DNB zur Auswahl stehen. Möglich sind alle Datenbanken, die eine SRU-Anfrage erlauben und Dublin Core zurückgeben. Vorschläge, Wünsche?

Von CH in Bibliothek | Tags: | 2 Comments

12th Februar 2008

Reclam – Die Kunst der Verbreitung

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig zeigt ab Donnerstag eine Ausstellung zum Thema: “Reclam. Die Kunst der Verbreitung” .

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig präsentiert vom 15. Februar bis 17. Mai einen Querschnitt aus der bundesweit größten Reclam-Sammlung. “Jedes Buch erzählt etwas über seinen Besitzer”, sagt der Frankfurter Antiquar und Sammler Georg Ewald, der in rund 20 Jahren die Sammlung zusammengetragen hat. Anhand einer Fülle von Büchern zeichnet die Ausstellung die Geschichte der “Universal-Bibliothek” nach.

[via Leipziger Internetzeitung]

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