Infobib

Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen

Du durchsuchst gerade das Archiv des Tags ‘ebooks’.

Archiv: ebooks

E-Books mit geringem Umfang sind ein beliebtes Geschäftsmodell für AutorInnen und Verlage, so stellte es Florian Geuppert kürzlich in einem Interview im Literaturcafé dar. Da ist es wenig verwunderlich, dass inzwischen Unmengen an kürzeren Texten als E-Books für kleines Geld zu erwerben sind, so zum Beispiel diese Einführung in das Bibliothekswesen, die interessierten Laien einen Einblick in die Materie bieten soll. Schon der Klappentext – oder wie nennt man das bei E-Books? Abstract klingt so lieblos – lässt einiges erwarten. Wir, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Bibliothekswesen, werden zu Recht auch als die „Erbsenzähler“ der Wissenschaften bezeichnet. Bei der Beschreibung von uns und unseren Habitaten wurde vom Autor versucht möglichst wenig wissenschaftlich, dafür aber praxisnah zu berichten.

Wer möchte, darf für die 19 Kindle-Seiten 99 Cent ausgeben. Vom Autoren sind übrigens noch weitere Werke zu erwerben.

Wichtige Ergänzung: Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass man meinen kleinen Hinweis als Lese- oder Kaufempfehlung missverstehen könnte. Ich empfehle geneigten Käufern einen Blick in die konfuse Einleitung mit Fokus auf unkonventionelle Argumentationslinien und die sparsame Verwendung von Satzzeichen. Kurz gesagt gehe ich nicht davon aus, dass es sich um ein lesenswertes Büchlein handelt. Meine Einschätzung beruht ausschließlich auf dem Einleitungstext und einem Blick in die Vorschau und die Bewertungen (auch der anderen Bücher des Autors).

Friedrich Forssman ist Buchgestalter, mag keine E-Books und beschrieb seine Abneigung im Suhrkamp-Blog:

Muß man eigentlich noch etwas gegen E-Books sagen? Müssen sie einem nicht womöglich leid tun, die albernen Dateien, die gern Bücher wären, es aber niemals sein dürfen? Ja, das muß man, und nein, das müssen sie nicht, sie sind ein Unfug, ein Beschiß und ein Niedergang.

Es folgt eine Suada, in der er einige richtige Punkte anspricht, aber verschweigt, dass es sich dabei zum Teil um Probleme handelt, die E-Books nicht eigen sein müssen. Zum Beispiel das Problem, dass man E-Books nicht weitergeben könne. Ach, was schreibe ich, Johannes Haupt hat doch schon eine lesenswerte Replik veröffentlicht.

PS: Ein interessanter Nebenaspekt ist die recht hohe Zahl der Blogs, die auf den Suhrkampblog verweist. Über 20 Blogs haben auf Forssmans Beitrag verwiesen. Rivva erfasst davon immerhin fast die Hälfte.

Vor zwei Wochen schrieb Markus zitierte Markus den Herrn Proust: “Das Entscheidende beim Lesen bleibt das Lesen, nicht das Buch.” Manchmal ist das Medium aber doch nicht ganz unwichtig.

[Danke an Günter für den Hinweis!]

2013 27 Jan

MacMillan will Bibliotheken schröpfen

Abgelegt unter: Bibliothek | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , , | Kommentare geschlossen

Aus der Rubrik “Bibliotheken, macht das bitte nicht mit”:

Now Macmillan, another one of the “Big Six” publishers, announced Thursday its new plan for selling e-books to American public libraries. Macmillan now says its titles will cost $25 (by comparison, some of its same bestselling titles in the Kindle store go for $8 to $12)—and once acquired by a library, each will be available for two years or 52 check-outs, whichever comes first.

Man erinnere sich an HarperCollins. Für alle E-Books, die nicht dauerhaft für die Benutzung durch Bibliotheksnutzer freigegeben werden, sollte m.E. kein Cent gezahlt werden. Vgl auch die Aachener Erklärung der AGMB (leider nur PDF).

[via Fefe]

Die EU tritt auf die Bremse, und das bei einem heiklen Thema. Seit Jahren gibt es Pläne für einen internationalen Vertrag, der das Urheberrecht zu Gunsten Blinder und Sehbehinderter lockern soll. Hauptanliegen ist, die Übertragung von Büchern und anderen Sprachinhalten in geeignete Formate für Blinde auch ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu gestatten. Die EU sprach sich jetzt aber bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO), wo über den Vertrag verhandelt wird, in einer nichtöffentlichen Sitzung gegen diese Pläne aus.

Mehr im Lawblog, wo auch dieser Erfahrungsbericht eines blinden Studenten verlinkt ist.

2012 9 Jun

Bookboon: werbefinanzierte E-Books

Abgelegt unter: Bibliothek | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , , , | Kommentare geschlossen

Auf Zeit.de wird über Bookboon berichtet. Dabei handelt es sich um eine Firma, die werbefinanzierte Lehrbücher für Studierende veröffentlicht. Im Text und in den Kommentaren wird teils die Qualität der Bücher kritisiert.

Jürgen Fenn macht in seinem Blog Schneeschmelze (via DLF, via Aftenposten) auf eine norwegische Alternativ-Initiative zur Onleihe aufmerksam. Die norwegische Nasjonalbiblioteket startet mit einem Angebot von 50.000 E-Books, die Nutzer in den Stadtbibliotheken herunterladen können sollen.

Der zur Erklärung der Hintergründe herbeigerufene Thomas Brevik meint in einem Kommentar, dass das Modell der Onleihe in vielen Punkten ähnelt, unter anderem wird auch DRM eingesetzt. Zitat:

Most of us think the whole “ebooks from norwegian publishers-thing” is less than optimal, but it is the only game in town for now, so we try it out and hope we can be a force for change in the future

Dass man in die Bibliothek fahren muss, um sich eine Datei abzuholen, ist natürlich auch ein Anachronismus.

Die Lehrbuchsammlung als Kerngeschäft und Zukunftssicherung der wissenschaftlichen Bibliotheken? Elsevier sieht das nicht so und wirbt für eLibrary student flat und mediscript Online plus Lernsystem. Für 60 Euro pro Semester gibt es folgendes Angebot:

  • Wählen Sie aus 40 Bestsellern der Studienliteratur Ihre 10 Favoriten aus, z.B. den Sobotta, das Physikum von Buchta oder Innere Medizin von Renz-Polster.
  • Nutzen Sie diese 10 Titel für 6 Monate online und offline.
  • Ein Monat vor Ablauf der 6 monatigen Laufzeit können sie für das nächste Semester neue Titel auswählen.

[via Medinfo]

2012 23 Jan

Ein paar Links zu iBooks

Abgelegt unter: Bibliothek | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , , , , , , | Kommentare geschlossen

Apple versucht, ein proprietäres E-Book-Format auf den Markt zu drücken. Es ist abzusehen, dass eher früher als später die ersten Wissenschaftler vor den Bibliothekstüren stehen, die iBooks (so der Name des Formats) auf Institutional Repositories schaufeln möchten. Oder Eltern, die die Bibliotheken fragen, warum man dort keine iBooks herunterladen kann. Oder Autoren, die den Bibliotheken die Anschaffung von iBooks nahelegen möchten. Daher hier ein zwei Postings über iBooks, die ich lesenswert finde.

  1. iBooks Author, a nice tool but.. vom “Co-chairman of the W3C CSS Working Group”. Unbedingt lesen!
  2. Thomas Baekdal sieht, dass der Kaiser nackt ist: Lies, Damned Lies, and Ebooks

2011 17 Nov

Mythos buchfreie Bibliothek

Abgelegt unter: Bibliothek | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , | Kommentare geschlossen

Barbara Fister macht sich in Inside Higher Ed Gedanken über die buchfreie Bibliothek:

No matter how innovative the bookless library sounds, this isn’t a situation we planned. If the academic library of the future is bookless, it won’t be because of vision. It will be because of the lack of it.

Mit Buch ist hier die Papierversion gemeint. Mehr im Artikel: The Myth of the Bookless Library.


Mythos buchfreie Bibliothek von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
Infobib läuft unter Wordpress.3.0.5 | Theme: angepasst nach : Gabis Wordpress-Templates | Creative Commons Lizenzvertrag 25 Verweise - 2.012 Sekunden.