Infobib

Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen

Du durchsuchst gerade das Archiv des Tags ‘eu’.

Archiv: eu

Stefan Krempl berichtet über die aktuelle Open-Access-Initiative der US-Regierung:

Das Weiße Haus hat einen Vermerk (PDF-Datei) herausgegeben, wonach die Ergebnisse staatlich geförderter Forschung zwölf Monate nach ihrer Erstpublikation in einem wissenschaftlichen Journal online frei zugänglich gemacht werden sollen. Die Initiative von US-Präsident Barack Obama bezieht sich auch auf begleitende wissenschaftliche Daten in digitalen Formaten, solange dadurch nicht Rechte Dritte wie etwa der Schutz der Privatsphäre betroffen wäre.

Mehr dazu unter anderem bei Wisspub, wo auch auf das Zweitverwertungsrecht und die vorgeschlagene Open-Access-Verpflichtung im Horizon-2020-Programm eingegangen wird.

Und in Niedersachsen? “Erneuerung und Zusammenhalt : Nachhaltige Politik für Niedersachsen” heißt der Koalitionsvertrag der rot-grünen Koalition in Niedersachsen für die 17. Wahlperiode. Und plagiiert damit den Titel eines SPD-Regierungsprogramms von 2002. Doch sei’s drum! Wichtig ist, was drin ist. Und wie es umgesetzt wird.

Die rot-grüne Koalition wird gemeinsam mit den Hochschulen und Universitätsbibliotheken eine Open-Access-Strategie entwickeln.

Gemeint sind hoffentlich alle Hochschulbibliotheken, denn nicht nur an den Universitäten passiert einiges in Sachen Open Access. Ebenso übrigens in den Ministerien, den Landesanstalten und vielen anderen Institutionen des Landes.

2013 8 Feb

10 Regeln für persistente URIs

Abgelegt unter: Informationswissenschaft | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , | Kommentare geschlossen

Phil Archer hat eine Studie zur Gestaltung von URIs veröffentlicht. Praktischerweise gibt er eine knackige Zusammenfassung in Form von 10 Regeln, die es zu beachten gilt:

Follow the pattern
e.g. http://{domain}/{type}/{concept}/{reference}
Avoid stating ownership
e.g. http://education.data.gov.uk/ministryofeducation/id/school/123456
Re-use existing identifiers
e.g. http://education.data.gov.uk/id/school/123457
Avoid version numbers
e.g. http://education.data.gov.uk/doc/school/v01/123456
Link multiple representations
e.g. http://data.example.org/doc/foo/bar.rdf
e.g. http://data.example.org/doc/foo/bar.html
Avoid using auto-increment
e.g. http://education.data.gov.uk/id/school/123456
e.g. http://education.data.gov.uk/id/school/123457
Implement 303 redirects for real-world objects
e.g. http://www.example.com/id/alice_brown
e.g. http://www.example.com/doc/alice_brown
Avoid query strings
e.g. http://education.data.gov.uk/doc/school?id=123456
Use a dedicated service
i.e. independent of the data originator
Avoid file extensions

http://education.data.gov.uk/doc/schools/123456.csv

Die Erläuterungen zu den einzelnen Thesen sind unbedingt zu lesen, und zwar in der “Study on Persistent URIs with identification of best practices and recommendations on the topic for the Member States and the European Commission”.

2013 3 Jan

Open-Data-Portal der EU

Abgelegt unter: Bildung & Gesellschaft,Open Content | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , , | Kommentare geschlossen

Nachdem viele Mitgliedsländer der EU bereits nationale Open-Data Plattformen etabliert haben oder dabei sind diese zu entwickeln, hat die Europäische Kommission heimlich, still und leise, pünktlich zum Weihnachtsfest die Beta-Version des brandneuen EU Open-Data Portals mit über 5800 Datensätzen (ca. 5600 davon kommen von Eurostat) gelauncht!

Mehr bei Open Everything. Und hier geht’s zum Portal.

INDECT und Clean IT sind zwei bekannte EU-Forschungsprojekte, die der Realisierung orwellscher Fantasien zuarbeiten. Dass die EU noch weitere, sehr ähnliche Forschungsprojekte mit vielen Millionen Euro fördert, war zumindest mir bis jetzt unbekannt. Wer wissen möchte, was die EU im Bereich der Diktaturengrundlagenforschung leistet, sollte den Artikel “EU-Millionen für Überwachungsforschung” von Erich Moechel auf ORF.at lesen. Gruselig.

PS: @Ertraeglichkeit twittert lesenswert über Gesichtserkennung und Videoüberwachung.

Die EU tritt auf die Bremse, und das bei einem heiklen Thema. Seit Jahren gibt es Pläne für einen internationalen Vertrag, der das Urheberrecht zu Gunsten Blinder und Sehbehinderter lockern soll. Hauptanliegen ist, die Übertragung von Büchern und anderen Sprachinhalten in geeignete Formate für Blinde auch ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu gestatten. Die EU sprach sich jetzt aber bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO), wo über den Vertrag verhandelt wird, in einer nichtöffentlichen Sitzung gegen diese Pläne aus.

Mehr im Lawblog, wo auch dieser Erfahrungsbericht eines blinden Studenten verlinkt ist.

Große Neuigkeiten, kurz notiert:

EU-Kommission will Open Access vorantreiben

Forscher und Unternehmen sollen künftig leichter die Resultate öffentlich geförderter Forschung nutzen können. Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen bis 2016 etwa 60 Prozent der Publikationen im Rahmen öffentlich geförderter Forschung als Open-Access-Veröffentlichungen frei zugänglich sein. Eine entsprechende Empfehlung gab die Kommission am Dienstag bekannt. Zuvor war die britische Regierung mit einer umstrittenen Open-Access-Initiative vorgeprescht, die die Übernahme der Publikationskosten durch die Autoren vorsieht.

Um die erwähnte britische Initiative geht es hier: Open Access: Freier Zugang zur britischen Forschung.

Zum Vorgang um die EU-Kommission siehe auch Wisspub.

KT zu Guttenberg wurde von Neelie Kroes engagiert als “Berater in der Frage [...], wie Internetnutzer, Blogger und Cyberaktivisten in autoritär regierten Ländern auf Dauer unterstützt werden können” (Pressemitteilung). Die Süddeutsche empört sich in die falsche Richtung:

Ausgerechnet der Ex-Minister, der das Internet für seine Texträuberei missbraucht, der von Onlineaktivisten widerlegt und verspottet wurde, soll nun die Freiheitskämpfer im Netz beflügeln.

Die Zeit argumentiert ähnlich.

Ob er das Internet für seinen Betrug nutzte, weiß ich nicht. Er hätte es auf jeden Fall auch offline machen können. Wichtiger ist ein anderer Punkt. Guttenberg ist ausgewiesener Befürworter von Zensurinfrastrukturen.

Mit welcher Glaubwürdigkeit will er nun gegen Infrastrukturen argumentieren, die er selbst schaffen wollte? Dazu Markus Beckedahl:

Ich beschäftige mich intensiv mit diesem Thema und bisher ist mir Karl Theodor zu Guttenberg zu diesem Thema nicht einmal positiv aufgefallen. Wenn er sich bisher zum Thema Internet geäussert hat, ging es wahlweise um einen Ausbau von Überwachungsmaßnahmen oder zur Einführung von Netzsperren. Sowohl Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung als auch Netzsperren werden in repressiven Regimen zur Einschränkung von Meinungsfreiheit genutzt – u.a. exportiert von deutschen Unternehmen, weil das Wirtschaftsministerium keine Exportkontrolle für Überwachungstechnologien einführen will, dessen Minister zu Guttenberg vor nicht allzulanger Zeit war.

PS: Kommt es mir nur so vor, oder hat Guttenberg auch seine Comebackstrategie kopiert? Er macht den Özdemir in Zeitraffer.

  1. Skandal.
  2. Rücktritt.
  3. Arbeit für einen “Think tank” in den USA.
  4. Posten auf EU-Ebene
  5. Rückkehr in die dt. Politik.

Cem Özdemir hat nur vergessen, seine Schuld zu konsequent zu leugnen und der eigenen Partei vor den Kopf zu stoßen. Und er hat sich ein paar Jahre Zeit gelassen. Nicht nur ein paar Wochen.

PPS: In der FTD sind ein paar schöne Tweets zum Thema gesammelt.

2011 21 Nov

Neelie Kroes: Copyright isn’t working

Abgelegt unter: Bildung & Gesellschaft,Recht | RSS 2.0 | TB | Tags: , , | Kommentare geschlossen

ZDNet:

“Is the current copyright system the right and only tool to achieve our objectives? Not really,” Kroes said in a speech to the Forum D’Avignon thinktank. “Citizens increasingly hear the word copyright and hate what is behind it.”

[via Futurezone]


In TechDirt
erklärt Rose M. Welch einen kuriosen Fall von Copyrightsverletzungsangst. Sie wollte verschiedene Buchmalereien aus dem Zeitraum 600 bis 900 n. Chr. in einer Publikation abbilden. Eine Druckerei verweigerte dies mit Hinweis auf eventuell verletzte Copyrights.

The documents in question feature anywhere from one to six pieces from various illuminated manuscripts on each sheet, including some bits from the famous Book of Kells. The largest image is comprised of a full scan of the original manuscript, but printed in less than half of the size of the original piece (something like 6″ x 8″) and the smallest are six 2.5″ x 2.5″ chunks showing specific detailing from five different manuscripts on a single page.

These manuscripts were created between 600 and 900 A.D. and are firmly in the public domain. Even if they were not, printing pages and cutout bits from pages for an educational paper almost certainly constitutes fair use, which the printer had never heard of.

Seriously. No joke. What is the world coming to?”

Das Book of Kells ist zur Zeit nicht urheberrechtlich geschützt. Kann man rückwirkend aber bestimmt noch machen. Vielleicht ja sogar für Veröffentlichungen, die noch weit länger zurückliegen.

2011 14 Sep

FP7 und Open Access

Abgelegt unter: Open Access | RSS 2.0 | TB | Tags: , , , , | Kommentare geschlossen

OpenAIRE informiert über die Open Access Guideline (PDF) für das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (FP7) und die damit einhergehenden Fragen:

  1. Are you supposed to deposit?
  2. What to deposit?
  3. Where to deposit?
  4. When to deposit?

Mehr bei OpenAIRE.


FP7 und Open Access von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
Infobib läuft unter Wordpress.3.0.5 | Theme: angepasst nach : Gabis Wordpress-Templates | Creative Commons Lizenzvertrag 24 Verweise - 0.522 Sekunden.