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Archiv: gemeinfreiheit

Passend zu der hübschen Visualisierung der Nutzungslücken (hatten wir hier auch schon) haben Christopher J. Buccafusco und Paul J. Heald ein Paper veröffentlicht mit dem schönen Titel “Do Bad Things Happen When Works Enter the Public Domain?: Empirical Tests of Copyright Term Extension”. Untersucht wurde die Nutzung und Bewertung von Audiobooks innerhalb und außerhalb der Public Domain. Abstract:

The international debate over copyright term extension for existing works turns on the validity of three empirical assertions about what happens to works when they fall into the public domain. Our study of the market for audio books and a related human subjects experiment suggest that all three assertions are suspect. We demonstrate that audio books made from public domain bestsellers (1913-22) are significantly more available than those made from copyrighted bestsellers (1923-32). We also demonstrate that recordings of public domain and copyrighted books are of equal quality. While a low quality recording seems to lower a listener’s valuation of the underlying work, our data do not suggest any correlation between that valuation and legal status of the underlying work. We also report important pricing data.

Hier geht’s zum Volltext.

[via @OKFN]

Kai Biermann beschäftigt sich im Neusprech-Blog mit dem Begriff “Geistiges Eigentum”. Damit ist er natürlich nicht der Erste. Hier ein paar weitere Zitate zur selben Thematik:

Wer den Begriff des “geistiges [sic] Eigentums” als Grundbegriff des Immaterialgüterrechts etablieren möchte, muss sich der Gefahren bewusst sein, die er mit sich bringt. Entscheidend ist nämlich nicht der Begriff als solcher, sondern sein Verständnis und seine Verwendung in der fortlaufenden Debatte über Reichweite und Grenzen von Immaterialgüterrechten. “Geistiges Eigentum” suggeriert der Allgemeinheit eine Parallele zur Rechtsstellung des Sacheigentümers und verleitet zur Aussage, der Rechtsinhaber sei mindestens genau so zu schützen wie der Sacheigentümer. Hier wird eine Vergleichbarkeit des Sacheigentums mit dem “geistigem Eigentum” behauptet, des es doch erst nachzuweisen gilt. Man könnte sich nämlich auf den entgegengesetzten Standpunkt stellen und behaupten, dass eine unterschiedliche Behandlung von Sach- und geistigem Eigentum wegen der tatsächlich Verschiedenheiten gerechtfertigt sei.

Grünberger, Michael: Rechtsdurchsetzungsbemühungen – Anzeichen eines Systemkollapses? – In: Geistiges Eigentum : Herausforderung Durchsetzung / hrsg. von Reto M. Hilty … – Berlin, Heidelberg: Springer, 2008. – (MPI Studies on intellectual property, competition and tax law ; Bd. 4). S. 5.

Urheberrecht hat nichts mit Eigentum im landläufigen Sinne zu tun.

Wenn dem so wäre, dann könnte man mit der Musik auf der CD, die man erwirbt, machen, was man will. Kann man aber nicht. Man kann die Musik zu Hause anhören. Man kann eine “Privatkopie” anfertigen. Man darf aber nicht die Musik öffentlich aufführen, ohne Gebühren an die GEMA zu entrichten. Man darf keinen Remix anfertigen und ihn weiterverkaufen.

Urheberrecht: Es gibt kein ‘geistiges Eigentum’ / Marcel Weiss, 2009. = http://netzwertig.com/2009/11/04/urheberrecht-es-gibt-kein-geistiges-eigentum/.

Es ist in Mode gekommen, Copyrights, Patente und Handelsmarken als “geistiges Eigentum” zu bezeichnen. Diese Mode entstand nicht aus einem dummen Zufall – der Begriff verzerrt und verwirrt diese Themen systematisch, und seine Verwendung wird in erster Linie von jenen vorangetrieben, die aus dieser Verwirrung Nutzen ziehen. Jeder, der klar über diese Gesetze nachdenken will, tut gut darin, diesen Begriff abzulehnen.

Sagten Sie “geistiges Eigentum”? Eine verführerische Illusion / Richard M. Stallman, 2006. = http://www.gnu.org/philosophy/not-ipr.de.html.

Ein weiteres Werk, auf das auch Stallman verweist, ist “Property, Intellectual Property, and Free Riding” (PDF) von Mark A. Lemley, in dem er die Begriffsentstehung des geistigen Eigentums auf die WIPO zurückführt:

Lemley, Mark A.: Property, Intellectual Property, and Free Riding. – In: John M. Olin Program in Law and Economics / Working Paper. – 291 (2004).

Das der Begriff an sich recht neu ist, lässt sich auch schön mit Googles nGram-Viewer darstellen:

Dass sich Rainer Kuhlen seit Jahren mit dem Begriff herumquält, ist den Lesern sicherlich vertraut.

PS: Eigentum verpflichtet.

2010 14 Okt

Public Domain Mark freigegeben

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John Weitzmann im Creative-Commons-Blog:

Nach Abschluss der offenen Diskussionsphase hat Creative Commons gestern für gemeinfreie Werke ein neues Kennzeichen, die „Public Domain Mark” (PDM), verfügbar gemacht. Die PDM soll als einheitliches Kennzeichen für Werke dienen, die keinen urheberrechtlichen Schutzfristen mehr unterliegen, und zielt vor allem auf digitale Sammlungen und Archive ab, die bislang eine Vielzahl unterschiedlicher Kennzeichnungen für gemeinfreie Werke einsetzen. Letztlich soll die PDM hier mehr Klarheit und einen einheitlichen Metadaten-Standard schaffen sowie die Auffindbarkeit von gemeinfreien Inhalten erleichtern.

Als erstes größeres Projekt wird die digitale Bibliothek Europeana die Public Domain Mark ab Mitte nächsten Jahres verwenden, grundsätzlich ist diese Kennzeichnung aber nicht auf Institutionen beschränkt, sondern kann auch von Einzelpersonen verwendet werden. Im Unterschied zu den bereits bekannten Creative-Commons-Modellen handelt es sich beim Public Domain Mark nicht um eine Lizenz, vielmehr soll nur auf einen bereits bestehenden rechtlichen Status hingewiesen werden. Wer als Urheber trotz bestehender Schutzansprüche auf diese verzichten will, kann für eigene Werke weiterhin das Werkzeug CC0 (CC-Zero) verwenden.

Hervorhebung von mir.

2010 9 Aug

Creative Commons: “Public Domain Mark”

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John Weitzmann: Mitreden erwünscht: CC überholt und ergänzt seine universellen Tools

Seit gestern können im Labs-Bereich von CC die Vorentwürfe für die neue “Public Domain Mark” (PDM), für eine verbesserte CC0 Deed und für neue Nutzungsrichtlinien betrachtet und noch bis zum 18. August auch kommentiert werden.

Anschließend wird die PDM als neues Tool offiziell freigegeben werden. Die PDM ergänzt und ersetzt zum Teil die bereits seit längerem nutzbare “Public Domain Certification”. Anders als die 6 CC-Lizenzen und die Aufgabeerklärung CC0 ist die PDM nur ein Kennzeichnungswerkzeug, ändert also an den Nutzungsrechten am betreffenden Werk nichts, sondern kennzeichnet es als gemeinfrei. Wie bei allen Tools von CC übernimmt auch der Markierende bei der PDM keinerlei Haftung dafür, dass das Werk auch tatsächlich den angegeben Status der Gemeinfreiheit hat. Das zeigt, dass die PDM vor allem auf Institutionen zugeschnitten ist, die ohnehin bereits im Netz Angaben zur Gemeinfreiheit machen (wie etwa öffentliche Archive hinsichtlich ihres eigenen Bestandes). Sie soll aber dennoch auch von Einzelnen eingesetzt werden können. Daher sollte die Kommentierungsphase von allen Interessierten genutzt werden, um ggf. noch Anmerkungen einzubringen.

Kommentare werden bis zum 18. August entgegen genommen.


Creative Commons: “Public Domain Mark” von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
Infobib läuft unter Wordpress.3.0.5 | Theme: angepasst nach : Gabis Wordpress-Templates | Creative Commons Lizenzvertrag 25 Verweise - 0.318 Sekunden.