Infobib

Kein Open Access für Artikel über Open Access

4th August 2010

Kein Open Access für Artikel über Open Access

Man sollte sich ja eigentlich dran gewöhnt haben. Es wird viel über Open Access oder Open Content geschrieben. Aber längst nicht alle dieser Artikel, nicht mal diejenigen, die Open Access sehr positiv gegenüber stehen, sind tatsächlich auch frei zugänglich. Ein Beispiel aus jüngerer Vergangenheit ist aus der Nature: The delay in sharing research data is costing lives.

Ob es darin wirklich konkret um Open Data & Co ging, weiß ich nicht. Beim folgenden Artikel ist die Sachlage jedoch recht eindeutig:

The Open Access Availability of Library and Information Science Literature

Für die bibliothekarische Fachkommunikation in Deutschland sieht es größtenteils ähnlich aus, wie man auch in Jakobs Spreadsheet “Deutschsprachige Bibliothekszeitschriften (außer Blogs)” erkennen kann.

[via @bckaemper und ResourceShelf]

Von CH in Bibliothek, Open Access | Tags: | 2 Comments

10th November 2008

007 – Ohne Lizenz zum Aufführen

Da kann ich mir die Schadenfreude nicht verkneifen: 007 Vorpremiere wegen DRM-Fuckup abgebrochen:

«Unsere US-Partner hatten uns Passwörter für die Ausstrahlung des Films gegeben, da es ja die Vorpremiere war, aber die sind um 22 Uhr abgelaufen», zitiert das Online-Magazin Mediafax einen Kinovertreter. [...] «Jetzt wissen wir, dass der Schutzmechanismus gegen Raubkopien funktioniert»

Zitat aus 20 Minuten.

Update: Ich habe dies Posting eindeutig etwas zu früh abgeschickt. Mir fallen gerade im Minutentakt schöne Titel ein. Mein Favorit bislang: “Ein Quantum Verstand”. Fällt noch jemandem was ein?

Von CH in EDV, Schnickschnack | Tags: | 1 Comment

4th September 2008

Öffentliche Bibliotheken ermöglichen Senkung des Hartz-IV-Regelsatzes

In einer realitätsfernen menschenverachtenden originellen Studie rechnen zwei Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftlern (Friedrich Thießen und Christian Fischer) vor, dass der Hartz-IV-Regelsatz bei nur 132 Euro liegen könnte. In der Studie, deren Grundlage ein gesundes, rational handelndes Individuum frei von Sucht oder anderen Erkrankungen oder Behinderungen ist, tauchen die Bibliothek gleich in zwei Kategorien des Warenkorbs auf:

Kommunikation:

Pauschale für schriftliche Kommunikation entsprechend EVS. Kein Kabelanschluss und Betreiberkosten in der Wohnung. Dafür Radio- TV-Anschluss sowie 20 Min./Tag Internet in Stadtbibliothek.

Freizeit, Unterhaltung:

Pauschale für Stadtbibliothek. Ermöglicht Zugang zu Internet, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Unterstellt wird darüber hinaus eine Freizeitgestaltung in Form von Gesprächen, Spaziergängen, Nutzung von Parks, Teilnahme an öffentlichen Festen etc..

Hervorhebungen von mir. Die Kosten für beide Kategorien werden im Minimalfall mit 3 € veranschlagt (1 € für Kommunikation, 2 € für Freizeit, Unterhaltung), eine Jahresmitgliedschaft bei der Stadtbibliothek mit 7 €. Da in manchen Städten Empfänger von ALG II die Stadtbibliothek gratis nutzen können (z.B. in der Stadtbibliothek Hannover), könnte man diesen Betrag doch sogar noch ein wenig einkürzen!

Der Studie wurde eine Präambel hinzugefügt. In dieser heißt es:

Die folgende Studie hat Wirbel ausgelöst. Sie ist in der Presse und im Fernsehen teilweise sinnentstellt dargestellt worden. [...] Die Studie hat daraus keine Konsequenzen abgeleitet.

Die Autoren fühlen sich offensichtlich mißverstanden. Bei aller Liebe: Wer so ein Papier mit solchen Zahlen veröffentlicht und auch noch an alle möglichen Presseverteiler gibt, hat es offensichtlich auf Pressewirbel angelegt und verdient nichts anderes, als öffentlich auseinandergenommen zu werden.

Die Studie ist online zugänglich, einmal komplett, und einmal als Zusammenfassung (beides PDF).

[via taz]

Von CH in Bibliothek, Bildung & Gesellschaft | Tags: | 1 Comment

15th August 2008

Word misstraut dem früheren Selbst

Was man beim Wandeln alter Dateien sehr heterogener Herkunft in PDF/A alles erlebt und erfährt, wäre (wenn es nicht ein so unglaublich trockenes Thema wäre) einen Abenteuerroman wert. Ein besonders schönes Fundstück: Microsoft blockiert das Öffnen von mit früheren Versionen von Word hergestellten Dateien durch Word 2007. Unglaublich, aber wahr. Um das zu beheben, muss nun in der Registry gefummelt werden.

Abwärtskompatibel geht anders. Wahnsinn, warum schickst Du mich in die Hölle…

Von CH in Digitalisierung, EDV | Tags: | 2 Comments

29th Juli 2008

Petition gegen Vorratsdatenspeicherung ungelesen abgelehnt

Mit einer hanebüchenen Begründung verwirft (PDF) der Petitionsausschuss des Bundestags die Petition gegen Vorratsdatenspeicherung.

Der Bundestag hat am 9. November 2007 das „Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG“ beschlossen. In der Gesetzesbegründung (Bundestags-Drucksache 16/5846) ist ausdrücklich vorgesehen, auch die Anbieter öffentlicher Anonymisierungsdienste zur Speicherung der entsprechenden Daten zu verpflichten. Dabei geht der Gesetzgeber davon aus, dass auch, wer einen sog. Anonymisierungsdienst betreibt und hierbei die Ausgangskennung des Telekommunikationsnutzers durch eine andere ersetzt, einen Telekommunikationsdienst für die Öffentlichkeit im Sinne des § 3 Nr. 24 Telekommunikationsgesetz (TKG) betreibe und damit den Verpflichtungen zur verdachtsunabhängigen Speicherung von Verbindungsdaten für sechs Monate unterliegt.

Aus Sicht des Petitionsausschusses wird damit den in der Petition geäußerten Bedenken Rechnung getragen. Wenn auch die Anonymisierungsdienste zur Speicherung der Daten verpflichtet sind, dann kann die in der Petition befürchtete Situation nicht auftreten, dass gerade die Teilnehmer an der Telekommunikation, die ein Interesse daran haben, dass ihre Kommunikation insbesondere den trafverfolgungsbehörden nicht bekannt wird, Vorkehrungen treffen können, damit ihre Daten nicht ihrer Person zugeordnet werden können.

FDP und Grüne haben vorgeschlagen, die Petition an den Bundestag weiter zu leiten, der Rest hatte wohl keine Lust, sie überhaupt verstehen zu wollen. Mehr zum Thema findet sich hier.

[via Heise]

Von CH in Bildung & Gesellschaft, Recht | Tags: | Comments Off

19th Juni 2008

“Sowas wie ‘ne Videothek für Bücher oder so…”

Der Fail Blog wurde hier ja schon einmal erwähnt. Hier nochmal ein schönes Beispiel für ein klassisches “Fail”:

fail-owned-pwned-pictures
more fails at FAIL Blog

book rental service?

was just thinking. my sister does -alot- of reading, and spends like $1000 a year on just books alone. most of them she reads once then never looks at again. is there any kind of like…video rental store but for books? would make things alot cheaper, plus once one person had read one the next person can get enjoyment from it etc

Grandiose Idee. Siehe auch Book Rental Fail.

Von CH in Schnickschnack | Tags: | Comments Off

20th Mai 2008

Buchhandlung, nicht Bibliothek

Dass jemand Bücher aus dem Bestand der Bibliothek kaufen möchte (Da sind doch noch ein paar, die sind auch alle nicht ausgeliehen! Eins haben Sie doch bestimmt über!, ist den meisten Kollegen sicherlich mehr als vertraut. Anders herum geht es natürlich auch:
Eine Buchhandlung ist keine Bücherei.

Von CH in Schnickschnack | Tags: | 1 Comment

28th März 2008

Nepper, Schnepper, Rechtefänger

In der taz ist unter dem Titel Abtreten der Bildrechte inklusive über eine neue webbasierte Dienstleistung von Adobe namens Photoshop Express zu lesen:

Der Software-Konzern Adobe hat eine kostenlose Web-Version seiner Software Photoshop ins Netz gestellt. Der Haken: Wer sie nutzt, überträgt der Firma alle Bildrechte.

Laut ZDNet will Adobe die Bedingungen nun überarbeiten. War das ein klassisches “Man kann’s ja mal probieren”?

Danke an Uli für den Hinweis!

Von CH in Recht | Tags: | Comments Off

7th Januar 2008

Militärische Bibliotheksnutzer in Stockholm

Gute Nachrichten aus Skandinavien: Schwedische Militärangehörige nutzen öffentliche Bibliotheken.

An einem Computer einer öffentlichen Stockholmer Bibliothek wurde ein USB-Stick gefunden, auf dem vertrauliche Dokumente des schwedischen Militärs abgespeichert waren. Das berichtet die Tageszeitung Aftonbladet. Die Zeitung sei in den Besitz des USB-Sticks gelangt und habe ihn dem Militär zurückgegeben.

Wie die Zeitung in den Besitz des USB-Sticks gekommen ist, würde mich dennoch interessieren. Fungiert sie als Fundbüro der Bibliothek?

[via Heise]

Von CH in Bibliothek, Schnickschnack | Tags: | Comments Off

15th Dezember 2007

Amazon Kindle gehackt

Igor Skochinsky erklärt in seinem Blog “Reversing Everything”, wie man mit dem Kindle auch Dateien ansehen kann, die nicht mir DRM versehen sind:

Well, I’ve discovered the algorithm used to generate the PID and was able to use it on Fictionwise, but there was another catch. AZW files have a flag set in the DRM info which is not present in books bought from other vendors. After fixing that, I could read the book on Kindle.

Abgesehen davon, dass es mal wieder zeigt, wie unsinnig DRM-Maßnahmen sind, da sie einfach immer ausgetrickst werden, stellt sich die Frage, warum man sich ein Gerät kaufen sollte, dass nur Medien eines Anbieters abspielen kann. Solch ein (Un)Ding gehört eh boykottiert.

[via Gizmodo, via Gadget Lab]

Von CH in EDV | Tags: | Comments Off

Ähnliche Artikel

  • Kategorien

  • Archiv: