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Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen

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Archiv: katalog

Was zunächst als Aprilscherz für das Personal der TU-Bibliothek gedacht war, entwickelte sich sehr schnell zum Erfolgsmodell. TUBfind ist zwar noch nicht als Standardkatalog bei uns eingestellt, das liegt aber nicht primär an VuFind, sondern mehr an unseren (Alt)Daten. Weitere Informationen zum Stand der Entwicklung im TUB-Weblog und natürlich immer auch im TUBfind-Weblog.

[via Netbib]

Der unter anderem im Samsung Galaxy Tablet verwendete Chip Infineon PMB 5703 enthält sogenannte Silicon Art. Auf Chipworks.com werden solcherlei Miniaturen gewürdigt und gesammelt:

But, impressive specifications aside, what caught our collective eye was the imaginatively cool silicon art we found when examining the die markings. The playful designs were deemed worthy enough to make it into our Silicon Art Gallery and contradict the typical no-nonsense typecast attributed to German circuit designers.

Mindestens eine versteckte Botschaften enthält unter anderem auch der ZDB-OPAC, wie Julia letztens in einem Netbib-Kommentar feststellte. Dieses Osterei fällt ins Auge, wenn man erst nach Windows, dann nach Linux sucht.

Anmerkung im SWB-Verbundkatalog: Enth. zahlr. Passagen, die von anderen, nicht genannten Personen, verfasst wurden.

Treffer, versenkt. Besten Dank an Roland für den Hinweis!

PS: Damit erhält die PICA-Kategorie 3050 (PDF) “Sonstige nichtbeteiligte Personen” ganz neue Relevanz?

Gerald Steilen macht auf den ersten Geburtstag der Suchkiste aufmerksam. Da er wirklich keine Ahnung habe, was [er] wie umfangreich beischreiben soll, hat er ein PDF-Dokument zur Verfügung gestellt, dass das Projekt ausführlich beschreibt. Ein sehr interessanter Punkt ist auf S. 6 zu finden:

Es ist möglich den im vorliegenden Projekt generierten Index in beliebige Oberflächen für die Open Source Software Solr19 einzubinden. Im bibliothekarischen Umfeld verwenden kommerzielle Produkte wie Primo (Exlibris)20 oder TouchPoint (OCLC)21 eben jene Open Source Lösung. Daher lud die Firma Exlibris einen Projektmitarbeiter nach Hamburg ein, um den Suchkistenindex dieses Projekts mit dem eigenen Softwareprodukt Primo direkt nutzen zu können. Somit haben Primo-Kunden prinzipiell die Möglichkeit das Material der Nationallizenzen zu durchsuchen, ohne die Daten selbst indizieren zu müssen und ohne auf die Vorteile von Primo verzichten zu müssen (siehe Kap. 4.3.1 und Abb. 4.10). Der Anbieter von TouchPoint unterstützt ebenfalls dieses Verfahren. Selbstverständlich ist das auch mit einer VuFind-Installation möglich.

Das heißt, das neben (beispielsweise) dem zentralen Index des GBV auch der Index der Suchkiste in Discovery Interfaces1 eingebunden werden kann. Wie theoretisch auch BASE oder verschiedene ViFas.


  1. Katalog? Suchdings? Informationsorganisations- und Auffindewerkzeug? Entdecker-Oberfläche? Zur Not halt Portal, das geht immer. ;o) []

Im Vascoda-Blog heißt es zur Zukunft von Vascoda:

Vereinbart wurde, dass bis Mitte 2011 ein Wirtschafts- und Arbeitsplan für die Zeit ab 2012 erarbeitet wird. Darin sollen verschiedene Varianten zur Fortführung des Vereins aber auch Optionen zur Weiterführung der von den Mitgliedern gewünschten Aufgaben in anderer Form darstellt und für diese Varianten möglichst die konkreten (finanziellen) Verpflichtungen der dann verbleibenden Mitgliedseinrichtungen bzw. Beteiligten benannt werden.

Darüber hinaus wurde einstimmig beschlossen, das bisherige vascoda-Portal als Recherche- und Einstiegsportal zum Jahreswechsel 2010/2011 abzuschalten bzw. durch das vascoda-Blog zu ersetzen. Dies wird noch in dieser Woche vollzogen. Mittels eines Redirects wird in einem ersten Schritt von allen Seiten unter http://www.vascoda.de automatisch auf das vascoda-Blog (http://vascoda.wordpress.com) weitergeleitet. Eine Suche im vascoda-Suchraum wird nicht mehr möglich sein. Solange unklar ist, ob und wie es mit dem Verein weitergeht, sind größere Aufwände für das Einrichten eines neuen Webauftritts sicher nicht zu rechtfertigen. An das vascoda-Portal gekoppelt ist das Linkresolver-Gateway, welches von verschieden Fachportalen als Dienst zur lokalen Verfügbarkeitsprüfung genutzt wird. Dieser Dienst soll weiter angeboten werden, muss aber zwingend überarbeitet und aktualisiert werden. Verschiedene Ideen für die Ausgestaltung gibt es schon, wann diese wie umgesetzt werden, muss aber noch geklärt werden. Bis dahin wird das vascoda-Blog erst mal nicht unter der Domain www.vascoda.de betrieben, wird aber natürlich durch die Weiterleitung über diese Adresse zu erreichen sein.

Eine Möglichkeit, die Suchräume der einzelnen Fachbibliotheken sinnvoll zu nutzen wäre vielleicht, sie in einer Form anzubieten, wie es mit dem kooperativen Solr/Lucene-Index des GBV geplant ist. Till Kinstler illustriert die Idee in den folgenden Folien:

Würden die einzelnen Indices frei zur Verfügung gestellt werden, könnten Bibliotheken die fachlich jeweils relevanten lokal aggregieren. Dies würde zu einer erheblichen Mehrnutzung der von den Fachportalen gesammelten Informationen führen. Sinnvolle Idee?

2010 20 Dez

Workshop “Lokaler Suchraum”

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Workshop “Lokaler Suchraum” in der UB Dortmund:

Dieser Workshop stellt verschiedene Lösungen von integrierten Suchoberflächen vor. Die Vorträge liefern u.a. Antworten auf die Fragen: Wie hoch ist der Aufwand, um ein Produkt auf die lokalen Bedingungen und Anforderungen anzupassen oder es selbst zu entwickeln? Welche Personalkapazitäten sind einzuplanen (Qualifikationen, Arbeitszeit etc.). Welche technischen Voraussetzungen sind zu schaffen, wie lang ist die Einarbeitungszeit der Administratoren?
Als weiterer Aspekt soll auch die Nutzersicht berücksichtigt werden. Welche Vorteile für die Nutzer verspricht sich die Bibliothek durch den Einsatz ihrer Lösung? Wurde die Usability des Projektes überprüft, und wenn ja, wie? Wie lautet das Feedback von Bibliotheksnutzern?

Und hier geht’s zum Programm und zu den Anmeldedetails.

[via Inetbib]

Cameron Neylon (Science in the Open) hat in dieser Präsentation zusammengefasst, warum er die These vom “Filter Failure” für falsch hält. In guter alliterierender Tradition geht er vom “discovery deficit” aus. Die Folien geben auch ohne Vortrag einen zumindest grundlegenden Eindruck, worum es geht:

In einem Posting erläutert Neylon die zugrunde liegende Überlegung: so lange Publizieren aufwändig und teuer war, mussten leistungsfähige Filter die Menge der publizierten Informationen begrenzen. Durch das Web ist Publizieren jedoch so einfach und auch kostengünstig geworden, dass diese Filter nicht mehr benötigt werden. Seine These:

We don’t need more filters or better filters in scholarly communications – we don’t need to block publication at all. Ever. What we need are tools for curation and annotation and re-integration of what is published. And a framework that enables discovery of the right thing at the right time. And the data that will help us to build these. The more data, the more reseach published, the better.

Diese These kann man auch im Zusammenhang mit der stets wiederkehrenden Debatte diskutieren, welche Inhalte für Kataloge in öffentlichen Bibliotheken “angemessen” sind. So wird gerade in den Netbib-Kommentaren behauptet, für öffentliche Büchereien [sei] der Gesamtbestand von PaperC wohl doch zu wissenschaftlich ausgerichtet.. Zugegeben, die Zahl derer, die nach Perelmans mutmaßlichen(?) Beweis der Poincaré-Vermutung in ÖB-Katalogen sucht, wird eher gering sein. Doch wenn jemand danach sucht, warum soll es nicht zu finden sein? Vom PaperC-Bestand, der meines Erachtens zu einem beachtlichen Teil auch im herkömmlichen Sinne “ÖB-tauglich” ist, ganz zu schweigen. Spontan gefunden habe ich zum Beispiel:

Wer kann behaupten zu wissen, was die Nutzer einer Bibliothek tatsächlich suchen? Dahinter steckt auch ein wenig die Frage, was sie zu verstehen in der Lage sind. Eine Antwort darauf zu finden, steht Bibliothekswesen meines Erachtens nicht zu. Finanzielle Gründe, juristische Straftatbestände oder mangender Platz im Buchregal sind Filtergründe. Rein inhaltliche Filter sind nicht oder nur schwer zu begründen.

2010 29 Jun

Gesamtkatalog Weimarer Bibliotheken

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Am gestrigen Montag wurde der elektronische Gesamtkatalog neun Weimarer Bibliotheken freigeschaltet. Mehr Informationen gibt es hier.

[via thueringer-allgemeine.de]

Vor fast genau 3 Jahren habe ich hier zum ersten Mal über VuFind berichtet, Anfang 2008 dann noch mal darauf hingewiesen, wie wichtig Open-Source-Bibliothekssysteme doch als Innovationstreiber seien. Jetzt war es an der Zeit, die Gedankenspiele einmal in die Tat umzusetzen. Die TU Hamburg-Harburg ging zum 1. April mit gutem Beispiel voran und installierte VuFind. Auf einem (nur lokal zugänglichen) Testrechner habe ich dies nun auch gemacht. Erster Eindruck: so einfach wie lehrreich!

  1. Rechner vorbereiten. Ich habe einen uralten PC mit Ubuntu 10.4 ausgestattet. Netto-Arbeitszeit: ca. 30 Minuten.
  2. VuFind installieren. Dies kann man auf verschiedenen Wegen erledigen. Man kann das von Gerald Steilen gebaute inoffizielle Debian-Paket ausprobieren. Oder das Installations-Skript von der VuFind-Seite verwenden, das von Gerald ebenfalls modifiziert (Achtung, vermutlich nicht die aktuellste Version!) wurde. Wenn man Schritt 1 und 2 direkt hintereinander ausführt, ohne zwischendurch noch alles mögliche auszuprobieren, sollte die reine VuFind-Installation auch nicht länger als 1 Stunde dauern. Ich brauchte etwas länger, da ich zwischendurch über mehrere Kanäle (Twitter, Email, Telephon) großartigen Support von Gerald bekam. Vielen Dank an ihn und seine einschlägig vorbelasteten Kollegen von der VZG! Der Support war größtenteils nur notwendig, weil ich mein System vor der VuFind-Installation zum Teil kaputt konfigurierte.
  3. Daten einspielen. Dank Open Bibliographic Data kommt man als Bibliothekar inzwischen häufig leichter an bibliographische Daten aus anderen Bibliotheken als an die der eigenen. Für erste VuFind-Tests kann ich empfehlen: MARC records of UNC (Bibliothek der University of North Carolina). Die Daten werden problemlos importiert und sind in kleinen bekömmlichen Portionen erhältlich. Wenn man weiß, wie es geht, dauert es ca. 1-2 Minuten, solch ein Häppchen in den Solr-Index (die Suchmaschine hinter VuFind) zu kippen.

Insgesamt habe ich zwei Nachmittage benötigt, in denen ich mich diesem Projekt allerdings nur nebenbei gewidmet habe. Den Netto-Zeitaufwand würde ich mit ca. 2-3 Stunden beziffern. Dies ist aber nur eine grobe Schätzung.

Da die Installation nicht öffentlich zugänglich ist, kann ich an dieser Stelle nur einen Screenshot einfügen:

Lokale Testinstallation von VuFind an der FH Hannover

VuFind in der Praxis:

VuFind ist auch für IT-Laien einfach zu installieren und es bietet Funktionen, auf die man bei den momentan großflächig eingesetzten OPAC-Produkten vermutlich noch Jahre warten muss. Als Beispiele seien Permalinks für Katalogisate genannt. Und wer eine mobiltaugliche Fassung seines Katalogs wünscht, geht einfach in die Konfigurationsdatei, und schaltet den entsprechenden Parameter ein. Das war’s.

Ich prophezeie VuFind (und anderen freien Katalog-Oberflächen) einen baldigen Durchbruch in Deutschland. Es wird Zeit, dass das Bibliothekswesen in Deutschland seine wichtigsten Werkzeuge selbst in die Hand nimmt.

Der Österreichische Bibliothekenverbund (OBV) bietet ab sofort eine neue Suchoberfläche an.

Positiv: Verschiedene Social-Bookmarking-Dienste sind integriert.
Negativ: Naja, so richtig integriert sind sie eigentlich doch nicht.

Ich habe versucht, Titel in Delicious zu übernehmen (vorübergehend verfügbar unter dem Tag OBV-Test, ich lösche sie aber sicherlich irgendwann wieder). Wenn mir die Funktion angeboten wird, einen Titel in Delicious zu speichern, gehe ich davon aus, dass sich die Anbieter vorher angesehen haben, wie entsprechende Metadaten zu übergeben sind. Dies war hier offensichtlich nicht der Fall.

Speichert man einen Titel, lautet der Seitentitel im Normalfall “OBV Suche”. Weitere Angaben werden nicht übergeben. Speichert man also 30 Titel, wird man sie anschließend nicht auseinanderhalten können, ohne sie einzeln anzuklicken.

Ähnlich untauglich ist der Link, der an Delicious übergeben wird. Ich habe zwei Titel gebookmarked. Klickt man sie an, wird man feststellen, dass man beim gleichen Katalogisat landet. Gespeichert wird nämlich nicht ein präziser und permanenter Link, sondern die Suchanfrage. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Delicious-User sowohl den selben Titel als auch den selben Suchweg speichern, tendiert bei Literatur abseits von Harry Potter & Co vermutlich gen Null. Die sozialen Funktionen von Delicious werden somit raffiniert umgangen.

Man kann es nicht oft genug wiederholen:

  1. Katalogisate brauchen Permalinks!
  2. Katalogisate brauchen Permalinks!
  3. Katalogisate brauchen Permalinks!

Bei Uraltkatalogen habe ich ja noch begrenztes Verständnis dafür, dass sie sich nicht ohne weiteres nachrüsten lassen. Bei einer Oberfläche, die vom Anbieter angepriesen wird für ihre Library 2.0 und Social Computing Eigenschaften, kann ich es aber nicht aufbringen.


(Auch in Österreich:) Permalinks für Katalogisate von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
Infobib läuft unter Wordpress.3.0.5 | Theme: angepasst nach : Gabis Wordpress-Templates | Creative Commons Lizenzvertrag 28 Verweise - 0.343 Sekunden.