Ganz im Gegenteil scheint OCLC mit seinem krampfhaften Versuch, das eigene Monopol im angelsächsischen Raum zu erhalten, dazu beizutragen, dass sich immer mehr BibliothekarInnen mit einem Open-Data-Ansatz anfreunden. Auf NGC4LIB jedenfalls wurden entsprechende Forderungen, Katalogdaten auf einem Server abzulegen und über OAI-PMH bereitzustellen von verschiedenen Leuten unterstützt. Aus dieser Perspektive kann ich nur sagen: “Weiter so, OCLC!”
Wie so etwas aussehen kann, kann man ja aktuell in Köln bewundern.
OCLC verhält sich in der Tat wie die wissenschaftlichen Monopolverlage zu Hochzeiten der Zeitschriftenkrise. Dass daraus eine bis heute wachsende Open-Access-Bewegung entstanden ist, sollte allen Informationsmonopolisten eigentlich zu denken geben.
Erst hat das CERN seine bibliographische Daten befreit, nun folgt die Universiteitsbibliotheek Gent in Belgien. Auf einer speziellen Webseite sind verschiedene bibliographische Datensets zum Download und zur freien Verwendung veröffentlicht. Diese Bibliothek wird sicherlich nicht die letzte sein, die ihre Katalogdaten in nächster Zeit veröffentlichen wird.
Passend zu dieser Entwicklung hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema “Open Bibliographic Data” gegründet. Ziele:
Act as a central point of reference and support for people interested in open bibliographic data
Identify relevant projects and practices. Promote best practices as well as legal and technical standards for making data open (such as the Open Knowledge Definition).
Act as a hub for the development and maintenance of low cost, community driven projects related to open bibliographic data.
Während einer Bastelstunde an einem mobilen Katalog für Hannover (Achtung: funktioniert absolut noch nicht so, wie es mal sein soll. Mehr darüber bei Jakob Voss, von dem ich das Skript auch übernahm.) stöberte ich mal wieder ein wenig in den Katalogisaten im GVK.
Langer Rede, kurzer Sinn: Es gibt nicht nur ein paar Beispiel-EKIs (Erstkatalogisierungs-IDs) wie z.B. diese hier. Eine schnelle Recherche ergab:
The actual data export is from 6.12.2009. We are working on providing regular updates. The Data is provided in zipped MARCXML. We are working on providing other formats, specialy RDF.
For a Z39.50 access to the data it will be soon integrated into biblios.org. The Open Library Project will also integrate the data soon.
Mehr dazu auch in der dazugehörigen Ankündigung oder im schmissigen “Videoclip zum Download”:
Alle verfügbaren Daumen hoch, Patrick! Endlich setzt jemand die Forderung nach Open Access zu bibliographischen Daten (Open Bibliographic Data) in die Tat um. Die Pionierleistung ist geschafft, die gewählte Lizenz (CC0 und Public Domain Dedication) kann besser nicht sein. Gerüchteweise wollen einige Bibliotheken in Kürze folgen.
Und nun bin ich gespannt, was mit den Daten gemacht wird.
Wenn es in Gesprächen um den Themenkreis “Bibliotheken und Blogs” geht, komme ich oft darauf, dass es so wahsninnig viele Spezialisten in Bibliotheken gibt, die keinen oder kaum fachlichen Austausch haben. Das führt unter anderem dazu, dass Eigenentwicklungen oder neue Ideen den Weg aus der eigenen Institution nur selten finden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist schon nach der ersten Lektion des Web-2.0-Selbstlernkurses Bibliothek 2.009 gefunden. Ein/e TeilnehmerIn widmet sich der CJK-Katalogisierung. Ich musste auch erst nachschlagen, was CJK bedeuten mag. Wikipedia weiß es natürlich.
Um kritische Anmerkungen und Kommentare wird ausdrücklich gebeten!
Katalogisierung koreanischer Literatur ist absolut nicht mein Spezialgebiet. Falls sich jedoch jemand aus der Leserschaft angesprochen fühlt: Hier geht’s zur Diskussion.
Haferklee hat ein sehr schönes Fundstück zu Sinn und Nutzen der computergestützten Organisation der privaten Buchsammlung ausfindig gemacht:
Die Nützlichkeit des Computers sollte man nicht überschätzen. Im Haushalt fallen recht wenige Tätigkeiten an, die sich elektronisch bewältigen lassen. Sicher, man kann mit dem Heimcomputer Dateien anlegen, beispielsweise … ein Verzeichnis aller Bücher, die man besitzt. Fraglich bleibt jedoch, ob die Katalogisierung mit dem Computer wirklich einfacher und schneller geht, als mit dem üblichen Zettelkasten.
Aus dem Bericht der Stiftung Warentest über „Heimcomputer“, Test 1 (1986). Findet sich ein Freiwilliger, der handgestoppt misst, ob man 100 Bücher schneller in Librarything oder in den Zettelkasten bekommt?