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Archiv: oclc

2013 4 Nov

LBS ohne Java JRE!

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“LBS befreit sich von JAVA JRE Abhängigkeit” ist der Titel des Postings im OCLC-Blog. Und die Kernaussage:

Künftig wird LBS nicht länger von JAVA JRE Updates beeinflusst – welche Erleichterung für uns alle!

Oh ja, das ist tatsächlich eine Erleichterung! Und was für eine! Für Nicht-LBSler: Bei jedem JAVA-JRE-Update heißt es bislang: halte ich meinen Rechner halbwegs sicher, oder soll die Ausleihe auch weiterhin funktionieren?

Wie auch immer: Nun bin ich optimistisch, dass auch andere Wünsche in Erfüllung gehen. Zum Beispiel “LBS befreit sich von IE-Abhängigkeit”; “LBS befreit sich von Windows-Abhängigkeit”; “LBS setzt gängige Bedienkonzepte um”. To be continued…

[Besten Dank an Andrea für den Hinweis!]

2013 17 Apr

Debatte über CIB

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Adrian Pohl analysiert in seinem Blog den genehmigten DFG-Antrag “Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)” (PDF). Er selbst war am Konkurrenzantrag libOS beteiligt. Seiner Meinung nach wird eine Kernanforderung der DFG-Ausschreibung durch CIB nicht erfüllt:

Wie will der Antrag denn nun die in der DFG-Ausschreibung geforderte “Integration der nationalen Erschließungsdaten zur Schaffung einer funktional einheitlichen Katalogisierungs- und Datenplattform” umsetzen? – Gar nicht. Die Antragsteller interessieren sich augenscheinlich in erster Linie für ihre eigenen Kunden. Mir scheint als sei der primäre Zweck des Antrags, die Migration der BVB-, KOBV- und HeBIS-Verbundbibliotheken in die OCLC-/Ex-Libris-Cloud zu finanzieren.

Darüber hinaus bemängelt er die fehlende (plausible) Exit-Strategie. Bei einem Bibcamp vor einigen Jahren war genau dies ein Streitpunkt in einer Session zur “Bibliothek in der Cloud” (o.ä.): Was passiert, wenn der Cloudanbieter nicht macht, was die Kunden wollen?

Die Auslagerung kritischer Infrastrukturen an externe Dienstleister kann funktionieren, kann unter Umständen sogar sinnvoll sein. Dafür sind aber viele Kriterien zu erfüllen. Ein maßgebliches Kriterium ist für mich die Rückführbarkeit der Infrastruktur in die eigene Hand. Dazu gehören verschiedene Komponenten.

Ein einfaches Beispiel für die gut funktionierende Auslagerung an einen Dienstleister ist ein WordPress-Blog. Dies kann man bei WordPress.com hosten lassen. Verwendet man eine eigene Domain dafür, kann man mit ein wenig Knowhow (das man in diesem Fall selbst erwerben oder einkaufen kann) ein dank Open Source technisch identisches Blog auf eigenem Server hosten, die Adresse weiterverwenden und alle Daten von WordPress.com ins eigene Blog importieren.

Werden OCLC und Ex Libris dies gewährleisten? Wird den Bibliotheken die Möglichkeit gegeben, die Software so kennenzulernen, dass sie selbst damit arbeiten könnten, wenn sie denn frei verfügbar wäre?

Adrian schreibt:

Ich denke, das Thema verlangt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit in der Fachwelt als ihm bisher zugekommen ist, weil es sich eben nicht um eine der üblichen DFG-Ausschreibungen handelt, sondern um den erklärten Versuch, “einen umfassenden Umstrukturierungsprozess mit anzustoßen und zu unterstützen”, der eine grundlegende Veränderung der Informationsinfrastruktur in Deutschland mit sich bringen kann.

Wie auch immer man zum konkreten Vorhaben steht, dieser Aussage ist auf jeden Fall zuzustimmen.

2012 21 Jun

WorldCat und DDC als Linked Data

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Chrystie Hill (OCLC) über “Libraries Present and Future”:

[via Peter Alsbjer]

OCLC kauft BOND. Ziel war es, die “Marktposition auszubauen”. Außerdem wird nun “zum Wohle der Bibliotheken” an “zukunftsweisenden Lösungen” gearbeitet:

Weitere positive Aspekte resultieren in dem Bereich Produktentwicklung. Gemeinsam kann verstärkt an zukunftsweisenden Lösungen für Bibliotheken im wissenschaftlichen und öffentlichen Bereich gearbeitet und der fachliche und funktionale Ausbau der existierenden und neuen Produkte zum Wohle der Bibliotheken vorangetrieben werden. „In dem sich enorm wandelnden Bibliotheksmarkt wird es zunehmend schwieriger, den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Von der bedeutsamen Erhöhung der Ressourcen im Entwicklungs- und Dienstleistungsbereich werden unsere Kunden merklich profitieren“, ergänzte Michael König, Geschäftsführer und Inhaber von BOND, der auch innerhalb von OCLC Deutschland eine leitende Rolle übernehmen wird.

Laut Wikipedia, wo auf Erhard Kantzenbach verwiesen wird, führen “weite Oligopole” im Idealfall zu einer erhöhten Wettbewerbsintensität. Ein weites Oligopol besteht sicherlich nicht nur aus 2-3 annähernd gleichstarken Teilnehmern. Wie weit sind wir noch von einem Duopol Ex Libris und OCLC entfernt? 20071 hieß es über Universitätsbibliotheken:

Bei der Auswertung konnte man eine deutliche Marktführerschaft der Firma OCLC PICA konstatieren. Deutlich mehr als die Hälfte, genauer gesagt 63 %, verwenden einen OPAC der Firma OCLC PICA.

Ich vermute, das es aktuell für ILS, ob ÖB oder WB, nicht wesentlich anders aussehen wird.


  1. Elke Greifeneder (2007): Effektivität und Effizienz von Online-Hilfesystemen in deutschen Universitäts-OPACs, S. 45 []

Via OKFN:

An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass Dienste wie Data.gov oder USASpending.gov akut bedroht sind. Wie im Open-Data-Blog zu lesen ist:

Es wäre ein schwerer Schlag für die Open-Data-Bewegung: Einem Sparpgrogramm [sic!] der US-Regierung für 2011 soll auch der Datenkatalog data.gov zum Opfer fallen. Bis zum 8. April muss im Kongress die Entscheidung fallen, wie genau die Einsparungen aussehen werden. Dann muss sich die Regierung von Barack Obama mit den oppositionellen Republikanern geeinigt haben, sonst geht den Bundesbehörden das Geld aus.

Wer USAspending nicht kennt, sollte dem Angebot durchaus mal den einen oder anderen Blick gönnen. Dort wird zum Beispiel transparent gemacht, was OCLC an der US-Regierung verdient. Zum Beispiel 2010 mit diesem einzelnen Vertrag über $ 905,210 mit der National Archives and Records Administration.

Die Sunlight Foundation macht gegen diesen herben Rückschritt mobil: Save the Data!

Weitere Infos gibt’s auch im Blog des Open Data Networks.

Auf drei Empfehlungen des Wissenschaftsrats macht Wisspub aufmerksam.

Adrian Pohl analysiert eine Aussage aus den “Übergreifenden Empfehlungen”, die sich mit zwei verschiedenen Ansätzen der Metadatenbereitstellung beschäftigt: Linked Open Data vs. WorldCat, oder: Eine Alternative, die keine ist.

Am 3. Februar soll darüber hinaus eine Empfehlung zur “Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland” veröffentlicht werden.

Gemeinsam mit Innovative Interfaces strengt SkyRiver ein Anti-Trust-Verfahren gegen OCLC an. Aus der Pressemeldung:

In a move that could have far-reaching implications for competition in the library software and technology services industry, SkyRiver Technology Solutions, LLC has filed suit in federal court in San Francisco against OCLC Online Computer Library Center, Inc. The suit alleges that OCLC, a purported non-profit with a membership of 72,000 libraries worldwide, is unlawfully monopolizing the markets for cataloging services, interlibrary lending, and bibliographic data, and attempting to monopolize the market for integrated library systems, by anticompetitive and exclusionary practices.

Hervorhebung von mir. Zum Verfahren gibt es seitens SkyRiver auch eine Kampagnenwebseite: http://www.choiceforlibraries.com/

Bei Twitter wird das Verfahren unter dem Hashtag #skyoclc diskutiert.

[via Karen Coyle]

2010 20 Mrz

OCLC fördert die Open-Data-Bewegung

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Adrian Pohl bloggt bei Kooptech über OCLC, den Katalogmonopolisten der Bibliothekswelt, und dessen missratende Bemühungen, dieses Monopol aufrecht zu erhalten.

Ganz im Gegenteil scheint OCLC mit seinem krampfhaften Versuch, das eigene Monopol im angelsächsischen Raum zu erhalten, dazu beizutragen, dass sich immer mehr BibliothekarInnen mit einem Open-Data-Ansatz anfreunden. Auf NGC4LIB jedenfalls wurden entsprechende Forderungen, Katalogdaten auf einem Server abzulegen und über OAI-PMH bereitzustellen von verschiedenen Leuten unterstützt. Aus dieser Perspektive kann ich nur sagen: “Weiter so, OCLC!”

Wie so etwas aussehen kann, kann man ja aktuell in Köln bewundern.

OCLC verhält sich in der Tat wie die wissenschaftlichen Monopolverlage zu Hochzeiten der Zeitschriftenkrise. Dass daraus eine bis heute wachsende Open-Access-Bewegung entstanden ist, sollte allen Informationsmonopolisten eigentlich zu denken geben.

Jedes Jahr werden im Libraryjournal die Movers and Shakers des Jahres benannt. Das sind Menschen, die die Zukunft des Bibliothekswesens formen (sollen). Dieses Jahr gab es 50 Preisträger in sechs Kategorien:

Advocates: They don’t waver in the effort to battle illiteracy, save library funding, help the unemployed, or fight censorship.

Innovators: These librarians create savvy solutions such as mobile apps, reference service à la Twitter, and a general store-like library.

Marketers: See libraries afresh through a Ben & Jerry’s library flavor, Library Minute vids, a Library Use Value Calculator, and more.

Tech Leaders: These techies take our services to the next level with a “technology petting zoo,” a mashup of images and maps, “The Techie Is IN” program, to name a few.

Community Builders: They break barriers to expand the library’s reach, with green initiatives, training, and outreach across geographic, cultural, and administrative lines.

Change Agents: No problem is too big for these librarians as they foster GED readiness for the 17-plus crowd, day-by-day literacy for preschoolers, health info for all, and more.

Es geht längst nicht nur um technische Innovationen oder “neue Produkte”. Zwar sind einige PreisträgerInnen auch wegen technischer Entwicklungen ausgezeichnet worden, wie z.B. Joann Ransom für Kete. Aber es werden eben auch Preise für Innovationen in anderen Bereichen vergeben. Zum Beispiel an Gretchen Caserotti, die Dewey als nicht kinderbibliothekstauglich befand:

She wanted to reorganize the picture books. Taking Dewey out of the equation, she scrapped alphabetical organization (how many four-year-olds will look for fairy-tale books by author?) and went for an intuitive approach—using colored tabs for categories like “Transportation,” “Folk and fairy tales,” etc. The next year saw an 80 percent jump in circulation, month to month, plus sky-high spirits among kids. “My heart soared when I overhead a four-year-old boy, pulling his grandfather’s arm, saying, ‘C’mon, Grandad! The trucks are the red books over here!’” she says.

Die Verteilung aller 450 Preisträger seit 2002 auf einer Karte kann man sich hier ansehen. Dabei fällt auf, dass nur wenige Preisträger außerhalb Nordamerikas beheimatet sind. Genauer gesagt:

  • 1x Australien
  • 1x England
  • 3x Niederlande
  • 1x Neuseeland

Der Rest der Welt starrt bewundernd nach Nordamerika und hinkt hoffnungslos hinterher? Spielt das deutsche Bibliothekswesen international wirklich keine Rolle? So ganz mag ich da nicht zustimmen, und bis zum 1. November darf sich jeder aufgerufen fühlen, die Movers and Shakers 2011 zu nominieren:

The editors of Library Journal need your help in identifying the emerging leaders in the library world. Our tenth annual round of Movers and Shakers will profile 50 or more up-and-coming individuals from around the world who are innovative, creative, and making a difference. From librarians to vendors to others who work in the library field, Movers and Shakers 2011 will celebrate the new professionals who are moving our libraries ahead.

Mir fällt auf Anhieb mindestens eine Handvoll bewegender Bibliothekswesen ein, die ich zweifellos nominieren könnte. Ich hoffe, das geht nicht nur mir so. Also nur keine Hemmungen!


Movers and Shakers 2010 von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
Infobib läuft unter Wordpress.3.0.5 | Theme: angepasst nach : Gabis Wordpress-Templates | Creative Commons Lizenzvertrag 25 Verweise - 0.321 Sekunden.