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Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen

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Archiv: onleihe

Im Portal Frag den Staat, in dem Anfragen im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes online gestellt und ganze Vorgänge veröffentlicht werden können, hat jemand seine Korrespondenz zu einer Anfrage bezüglich der Kosten der Onleihe öffentlich gemacht. Die Frage lautete:

Wieviel Geld hat Düsseldorf 2011 für die “Onleihe” der kommunalen Bibliothek insgesamt bezahlt?

Die Antwort der Landeshauptstadt Düsseldorf / Stadtbüchereien Düsseldorf:

im Jahr 2011 betrugen die Kosten der Onleihe bei den Stadtbüchereien Düsseldorf insgesamt 56.685,- EUR.

Der ganze Vorgang ist hier nachzulesen.

Jürgen Fenn macht in seinem Blog Schneeschmelze (via DLF, via Aftenposten) auf eine norwegische Alternativ-Initiative zur Onleihe aufmerksam. Die norwegische Nasjonalbiblioteket startet mit einem Angebot von 50.000 E-Books, die Nutzer in den Stadtbibliotheken herunterladen können sollen.

Der zur Erklärung der Hintergründe herbeigerufene Thomas Brevik meint in einem Kommentar, dass das Modell der Onleihe in vielen Punkten ähnelt, unter anderem wird auch DRM eingesetzt. Zitat:

Most of us think the whole “ebooks from norwegian publishers-thing” is less than optimal, but it is the only game in town for now, so we try it out and hope we can be a force for change in the future

Dass man in die Bibliothek fahren muss, um sich eine Datei abzuholen, ist natürlich auch ein Anachronismus.

2012 9 Jan

Sieben Seiten Werbung für die Onleihe?

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Jürgen Plieninger macht in Netbib auf einen Artikel zur Onleihe aufmerksam, den Lambert Heller auf Twitter als “7-seitigen Werbe-Artikel für ekz / DiVibib GmbH” bezeichnete. Bitte auch die Kommentare lesen!

2011 3 Nov

Amazon.com eröffnet digitale Bücherei

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Der Einzelhandelskonzern Amazon hat sein E-Book-Angebot in den USA erwartungsgemäß um einen Verleih erweitert. Kunden des Premiumdienstes Amazon Prime bekommen Zugriff auf gegenwärtig rund 5000 Titel, einem Bruchteil des über 800.000 E-Books starken Angebots im US-amerikanischen Kindle Store. Darunter befinden sich laut Amazon 100 aktuelle oder ehemalige New-York-Times-Bestseller, in Summe umfasst das Leihangebot jedoch hauptsächlich eher weniger bekannte Werke.

[via Heise]

2011 13 Okt

Onleihe schwächelt

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Zwei aktuelle Links zur “Onleihe”:

Netbib: Onleihe: Die Lage ist schwierig
Bibliothekarisch.de: Onleihe in Thüringen schwächelt

Die Onleihe wird also kaum genutzt. Nicht weiter überraschend.

Immer wieder werden Jubelmeldungen über Produkte wie zum Beispiel die “Onleihe” publiziert. Was mir ein Rätsel ist: Warum wird die Kritik an der Onleihe wirklich so gut wie nirgendwo erwähnt? Darf man in Lokalzeitungen nichts Kritisches über die Stadtbibliothek schreiben, weil die Redaktion dann befürchtet, nicht zur nächsten Autorenlesung eingeladen zu werden?

Aktuelles Beispiel: MacNews schreibt über “kostenlose E-Books und E-Paper per Onleihe”. Aha, aha. Die Onleihe ist also kostenlos. Für wen? Für die Bibliotheken? Auch wenn meines Wissens niemand belastbare Zahlen rausrückt: Eher nicht. Für die Bibliotheksnutzer? Ebenfalls eher nicht. Denn Stadtbibliotheken fordern von Ihren Nutzern oft Gebühren. Auch Steuergelder, von denen wohl fast alle Onleihe-Bibliotheken finanziert werden, kommen nicht aus dem Nichts.

Wie kommt man an solch ein Geheimwissen heran? An dieser Stelle ausnahmsweise ein Tipp vom Informationsprofi für Journalisten und solche, die sich dafür halten.

Man nehme:

  1. Die Suchmaschine des geringsten Misstrauens. Kaum zu glauben, aber dieser Trick funktioniert wirklich mit fast allen!
  2. Als ersten Suchbegriff wählen Sie den Namen des Produkts, über das zu berichten ist. In diesem Fall: “Onleihe”.
  3. Nun (und jetzt wird’s raffiniert!) fügen Sie einen zweiten Begriff hinzu. Und zwar: “kritik”.
  4. Nun lösen Sie die Suche aus.
  5. Gucken Sie sich die Suchergebnisse an. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit müssen Sie sich die Spezialkompetenz des Blätterns auf die zweite Ergebnislistenseite nicht aneignen, da sich unter den ersten Treffern schon eine Menge relevanter Kritik findet.

Auch wenn das jetzt kompliziert aussieht: Versuchen Sie es! Ich glaube an Sie! Damit Sie den Einstieg schaffen, habe ich die Probe auf’s Exempel mit den beiden zur Zeit vermutlich relevantesten Suchmaschinen und dem erwähnten Beispiel für Sie vorbereitet:

Das funktioniert auch mit anderen Suchmaschinen, z.B. Metager.

Achtung: Die Berücksichtigung dieses Tipps könnte zu kritischer Berichterstattung führen. Wenn Sie eine Karriere in den PR-Abteilung der zu besprechenden Firmen beabsichtigen, sollten Sie eventuell davon absehen.

2011 3 Mrz

DRM-Irrsinn hoch 26

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Im Hause HarperCollins versucht man offensichtlich gerade, den Preis für die Dämlichste Idee im E-Book-Bereich 2011 schon am Jahresanfang für sich zu reservieren. Wie Edlef kürzlich schrieb:

Bei den KollegInnen in den USA herrscht gerade ziemliche Aufregung, und zwar wegen der kreativen Idee von HarperCollins, dort bezogene eBooks nur 2826mal ausleihen zu dürfen. Man “kauft” eben keine eBooks, sondern lizenziert sie nur. Die 26 “Ausleihen” entsprechen angeblich der Lebensdauer eines normalen gedruckten Bibliotheksexemplars, wobei allerdings diese – zumindest bei uns – durch die Hausbuchbinderin wieder schick gemacht werden können.

Zusammen mit DeepDyve und dem “Ausleih”-Konzept der Onleihe ist dies der verschrobenste Ansatz im E-Book-Bereich, die mir bislang untergekommen ist. In Netbib finden sich Hinweise auf viele weitere Quellen, zum Beispiel dieses Posting (mit zahlreichen Kommentaren) von Librarian by Day.

2010 7 Okt

Virtuelle Bücherei in Wien

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Nun hat auch Wien eine Virtuelle Bücherei. Auch hier haben sich die Wiener Bibliotheken zusammengeschlossen und bieten einen gemeinsamen Service für ihre Nutzer. Die Leihfristen schwanken zwischen einer Stunde für Zeitungen und zwei Wochen für E-Books.

[via heise.de]

mit diesem Slogan werben Berliner Bibliotheken für die kostenfreie Ausleihe digitaler Medien.

Die Vorteile, die der Onlineservice «VOeBB24» Kindern und Jugendlichen biete, seien sowohl der Zugriff auf elektronische Medien rund um die Uhr als auch ein breites Angebot, teilte eine VÖBB-Sprecherin mit. Nutzer könnten die Medien kostenfrei entleihen und auf ihren Computer oder Smartphone herunterladen. Mahngebühren entfielen, da sich die e-Medien mit Ablauf der Leihfrist von selbst löschten.

VOeBB24- die e-Ausleihe der Berliner Bibliotheken.

[via berlinonline.de]

2009 25 Nov

Vernichtende Onleihe-Kritik

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Vernichtende Kritik der Onleihe von Jürgen Fenn:

Bei der Onleihe handelt es sich um ein vollkommen überflüssiges Angebot, das ausschließlich für Windows-Anwender vollständig benutzbar ist. Es ist keine Ergänzung des bisherigen Angebots der Bibliotheken und es erspart mir auch nicht den Weg in die Bibliothek, weil ich die Bücher, die ich brauche und die mich interessieren, über die Onleihe gar nicht bekomme. Dazu paßt auch, daß der volle Umfang des ohnehin stark beschränkten Angebots mir gar nicht zur Verfügung steht, weil ich dazu den falschen Computer besitze, für den es die proprietäre Software nicht gibt, die die Onleihe mehr oder weniger stillschweigend voraussetzt.

Passend dazu gibt es auch noch eine Sammlung der schönsten DRM- und Fehlermeldungen im Zusammenhang mit der Onleihe. Mein Favorit ist dieses hier.


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