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Urheberrechtstage / Skillshare

2nd Februar 2010

Urheberrechtstage / Skillshare

Der Rahmenterminkalender des DFB ist immer wieder umstritten wegen der terminlichen Ansetzungen zum Beispiel von Freundschaftsspielen der Nationalmannschaft. Dennoch ist er eine hervorragende Einrichtung, die Termindopplungen mit großer Zuverlässigkeit verhindert. Die Informationsszene hat solch einen Rahmenterminkalender leider nicht. Daher werden nun am ersten Juni-Wochenende (4. bis 6. Juni 2010) gleich zwei Veranstaltungen stattfinden.

Der mir bislang unbekannte Skillshare e.V. organisiert eine Tagung in Lüneburg rund um Wikipedia, wo ich auch folgende Infos gefunden habe:

Skillshare ist eine offene Konferenz der deutschsprachigen Wikimedia-Community, die an einem Wochenende in Lüneburg stattfindet. Skillshare bietet den Mitarbeitern der Wikimedia-Projekte eine Plattform zum Austausch und zum Ausbau ihrer Fähigkeiten durch persönliche Kontakte, Workshops, Vorträge und Schulungen. In Kooperation mit externen Projektpartnern werden die Inhalte der Wikimedia-Projekte in Teilprojekten ausgebaut oder verbessert sowie Kenntnisse zur Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte vermittelt.

An unserem Tagungsort haben die Teilnehmer alles, was sie benötigen, um Projektideen zu entwickeln, Themen zu vertiefen oder auch erste Einblicke in bisher unbekannte Bereiche der Wikimedia-Projekte zu bekommen. Erste Workshops und Schulungen sind in Vorbereitung, die Räumlichkeiten sowie die Infrastruktur für weitere Themen und Arbeitsgruppen stehen zur Verfügung.

Neben Veranstaltungen zu heißen Eisen wie Ethik und Artikel zu lebenden Personen und Dauerbrennern à la Urheberrecht werden der Maschinenraum rund um Bots, Scripts und Skins sowie Fotografenthemen aufgegriffen.

Schirmdame ist u.a. Edelgard Bulmahn. Die Webseite (gerade down) hält noch ausführlichere Informationen bereit.

Persönlich etwas spannender finde ich die zeitgleich in Wilhelmshaven stattfindenden Urheberrechtstage. Zitat:

Das world wide web, eine horizontale Plattform kollaborativer Kommunikation, läßt die Grenzen zwischen “Mein” und “Dein” verschwimmen, ja hebt sie im “Unser” auf. Alle Nutzer haben und wollen Open Access, womit ursprünglich der barrierefreie Zugang zu wissenschaftlichen Fachinformationen von Wissenschaftlern für Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit gemeint ist. Heutzutage ist jeder Internet-Nutzer nicht nur ein Konsument, sondern auch potentiell Urheber und Werkvermittler in eigener Sache. “Jeder Narr” könne einen Blog oder ein Video ins Internet stellen, heißt es spöttisch-kritisch, aber ebenso viele professionelle Autoren, Musiker und Wissenschaftler publizieren auf eigene Faust und auf eigene Kosten und stellen ihr Werk über cc-Lizenzen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie werden so zu Kollegen und Konkurrenten des “angestammten”, des traditionellen Medien- und Verlagswesens.

[...]

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung plant in den kommenden Jahren mit dem sog. “3. Korb” eine Änderung, eine aktualisierende Anpassung des geltenden Urheberrechts an die Bedürfnisse von Urhebern, Nutzern und Werkvermittlern.

Das Urheberrecht muß die berechtigten Interessen und Bedürfnisse von Urhebern, Nutzern und Werkvermittlern gleichermaßen berücksichtigen. Die Urheberrechtstage wollen diesen steten Prozeß begleiten und allen Beteiligten die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich und die jeweiligen Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen kennenzulernen, in einer freundschaftlichen Atmosphäre konstruktiv zu streiten und sich aneinander anzunähern.

Getreu dem Motto: “Wir reden miteinander, nicht übereinander.”

Der Call for Paper gilt noch bis zum 26. März. Die Deadline ist also angenehm kurz vorm Veranstaltungstermin, aktuelle Beiträge sind also nicht unmöglich.

[Danke an Nina für den Hinweis!]

Von CH in Bibliothek | Tags: | 0 Comments

6th Februar 2009

Buchcover in den Hobsy-Katalogen

Via SeeAlso und Librarything gibt’s nun Buchcover und Links zu Wikipedia-Artikeln in den Hobsykatalogen. Mehr Infos gibt’s hier.

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10th September 2008

Wissenschaft und freies Wissen

Kleiner, durch die Knol-Diskussion längst veralteter Beitrag zur Motivation wissenschaftlicher Autoren. Dies ist ausdrücklich ein unfertiges Fragment. Ich habe jetzt einfach mal auf “Veröffentlichen” geklickt, weil es sonst wohl nie fertig geworden wäre.

Nielsen fragte sich, warum Wikipedia eigentlich nicht von Wissenschaftlern begründet wurde. Immerhin gehe es doch darum, jegliches Wissen unserer Zeit frei verfügbar zu machen. Er widmet dieser Frage ein ganzes Kapitel seines gerade in Entstehung befindlichen Buches.

In fact, in the early days very few professional scientists were involved. To contribute would arouse suspicions from your colleagues that you were wasting time that could be spent on more “useful” things, like teaching, or writing papers and grants. Even today, contributing to Wikipedia is regarded as a low-value activity by most professional scientists.

Diese Frage ist wichtig für das Verständnis des wissenschaftlichen Betriebs. Es ist offensichtlich attraktiver, Anträge zu schreiben, als einen kleinen Wikipedia-Artikel, obwohl bei letzterem ein wesentlich größerer Effekt auf den Wissensstand einer Gesellschaft zu vermuten ist. Zumindest ist der (tatsächliche) Impactfactor eines Wikipedia-Artikels vermutlich mindestens so hoch wie der einer beliebigen Fachpublikation. Der Unterschied ist nur, dass viele Wissenschaftler nicht zugeben, sich bei Wikipedia informiert zu haben. Und natürlich, dass der Autor bei Wikipedia fast immer anonym bleibt.

Auch Gia Lyons widmet sich dieser Problematik, zwar eigentlich aus einer ganz anderen Fragestellung heraus. Aber letztlich mit dem interessanten Ergebnis: Wer weiß, teilt sein Wissen ungern, und wenn dann am liebsten mit einem sorgsam ausgewählten Kreis von Gleichgesinnten.

Because human beings typically share their precious knowledge only with people they trust. Not a software application.

Wissenschaft wird primär zum Eigennutz betrieben?

Von CH in Bibliothek | Tags: | 6 Comments

21st August 2008

“Alle sind dumm und Google ist schuld”

Unter dieser Überschrift schreibt Oliver Gassner auf heise.de derzeit eine kleine Reihe “in der es im wesentlichen darum geht, zu zeigen, was ‘Onliner der Generation 2.0′ so alles lernen (können, wenn sie wollen).”
Nach Google und den Bloggern widmet sich der heute erschienene, dritte Teil der Frage

Macht das Internet uns dumm? Ist die Wikipedia das Ende des akademischen Arbeitens bei ihren Nutzerinnen und Nutzern und erzeugt es eine Horde von erbsenzählenden Soziopathen auf der Seite ihrer Ersteller?

Von NU in Bildung & Gesellschaft, Informationskompetenz, Web 2.0 | Tags: | 3 Comments

24th Juli 2008

Knol – Googles Antwort auf Wikipedia

Google antwortet auf Wikipedia und macht nun Knol öffentlich. Im Google-Blog ist kurz und knapp erklärt, worum es geht, daher spare ich mir das hier. Auf einen Punkt lohnt es sich dennoch einzugehen:

The key principle behind Knol is authorship. Every knol will have an author (or group of authors) who put their name behind their content. It’s their knol, their voice, their opinion. We expect that there will be multiple knols on the same subject, and we think that is good.

Das ist der Punkt, der Knol und Wikipedia im wesentlichen unterscheidet. Ein Artikel kann einem Autor oder einem Autorenkollektiv zugeordnet werden. Andere Autoren können zwar Änderungen vorschlagen, eingepflegt werden muss die Änderung jedoch vom Urheber des Ursprungsartikels.

Es wird spannend zu sehen, wie gut das funktioniert. Zwar hat Google auf diese Weise einen effektiven Schutz vor Vandalismus. Aber die Motivation, den Artikel eines Fremden zu verbessern, ist möglicherweise längst nicht so groß, wie bei einem anonymen Artikel.

Joachim Schroer hatte die Thematik auf der Inetbib-Tagung aufgegriffen. Er hat zwar leider die Folien zu diesem Vortrag nicht gehalten, aber eine thematisch zumindest sehr ähnliche Präsentation ist hier online. Dort werden drei (plus eine) Motivationsklassen, genannt:

Nach Klandermans1 :

  1. Norm-orientierte Motive: „Wie reagieren Kollegen, Freunde und Familie
    auf das Engagement?“
  2. Kosten und Nutzen: „Welche Kosten und Nutzen entstehen mir
    persönlich durch das Engagement?“
  3. Kollektive Motive: „Wie wichtig sind mir die Ziele der sozialen
    Bewegung?“

Dazu noch eine vierte Motivation (nach Simon et al.2 )

  1. Identifikation mit der Bewegung

Durch Knol eröffnet sich Motivationsforschern eine wunderbare Gelegenheit, Autoren, deren Motive und die daraus entstehenden Texte miteinander zu vergleichen. Hier können wertvolle Erkenntnisse für alle Projekte gewonnen werden, die in großem Maßstab auf Kooperation setzen.


  1. Klandermans, B. (1997). The social psychology of protest. Oxford: Blackwell.
    Klandermans, B. (2004). The demand and supply of participation: Social psychological correlates of participation in social movements. In D. A. Snow, S. Soule & H. Kriesi (Eds.), The Blackwell Companion to Social Movements (S. 360-379). Oxford: Blackwell []
  2. Simon, B., Loewy, M., Stürmer, S., Weber, U., Freytag, P., Habig, C. et al. (1998). Collective identification and social movement participation. Journal of Personality and Social Psychology, 74(3), 646-658. []

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19th Mai 2008

Bibliotheken oder Google – Studie der ZBW

Im Auftrag der ZBW Kiel hat die Agentur HS&P eine noch unveröffentlichte Studie erstellt. Laut aktueller c’t ergibt sich dabei ein für Bibliotheken wenig schmeichelhaftes Bild. Gefragt wurde: Mit welchen Internetseiten suchen Sie nach wissenschaftlicher Literatur?

Die Reihenfolge der Antworten:

  1. Google
  2. Bibliothekskataloge
  3. Wikipedia
  4. Uni-Homepage
  5. Online-Dienste der Bibliotheken (?)
  6. KVK
  7. EZB
  8. Amazon
  9. ZDB
  10. Google Scholar
  11. Fachspezifische Portale

Eine spannende Frage ist nun die Bekanntheit der Virtuellen Fachbibliotheken, was auch auf dem Bibcamp eifrig diskutiert wurde. Markus Trapp hatte dazu noch erwähnt, dass er mittels Cibera-Blog erfolgreich zusätzliche Aufmerksamkeit auf seine ViFa lenken konnte.

Wie auch immer: Es ist zweifellos falsch, den zweiten Platz der OPACs als beruhigend zu empfinden. Also heißt es, von der “Konkurrenz” zu lernen und die besten Ideen schamlos zu kopieren.

Von CH in Informationskompetenz | Tags: | 3 Comments

10th April 2008

Inetbib 2008: Motivation von Wikipedia-Autoren

Joachim Schroer versucht, die Motivation von Wikipedia-Autoren zu beschreiben. Zuerst gibt er einen groben Überblick über die Qualität von Wikipedia-Artikeln im allgemeinen (Wikipedia vs. Brockhaus, Britannica etc.).

Artikel mit vielen Autoren haben durchschnittlich eine höhere Qualität, ein Anteil von 50% anonymer Autoren ist unproblematisch.

90% der Inhalte stammen von 10% der Autoren. Vandalismus wird häufig (ca. 40% des erkannten Vandalismus?) vom ersten Leser korrigiert.

Vorstellung trust coloring demo und stabile Version.

Zur Motivation von Wikipedia-Autoren: Drei Klassen für freiwilliges Engagement (Klandermans 1997, 2004).
Norm-orientierte Motive, Kosten und Nutzen, kollektive Motive.
Vierte Klasse zeichnet sich ab: Identifikation mit der Bewegung.

Arbeitspsychologisch: Job characteristics model (Hackman & Oldman, 1974, 1980)

Über die Hälfte der befragten, stark engagierten Autoren ist in Vollzeit (43%) oder Teilzeit (10%) berufstätig.

Mit zunehmendem Engagement steigt die Zufriedenheit der Wikipedianutzer, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Ein Phänomen, das bekannt ist. Frustrierte Ex-Vielautoren gibt es ja so einige.

Interessanter Vortrag. Die Motivation zum Engagement in freien WIssensgemeinschaften ist prinzipiell auch ein Thema, mit dem sich Bibliotheken beschäftigen müssen, besonders wenn es nutzergenerierte Inhalte (Katalog-Tagging, Rezensionen etc.) geht.

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17th März 2008

ToDo in Wikipedia

Überprüft zufällige Artikel auf Wikipedia, ob’s da was zu tun gibt. Als ob man nicht schon genug Arbeit hätte…

Als Ergebnis bekommt man zum Beispiel mitgeteilt, dass der Artikel zu Paul Franken doch dringend verbessert werden müsste. Es gibt auch gleich Ansatzpunkte:

  • Dieser Artikel könnte ein Bild gebrauchen!
  • Dieser Artikel hat keine externen Verweise. Es muss doch was zu finden sein!
  • Dieser Artikel verweist nicht auf andere Sprachversionen!
  • Beginne die Artikel K.St.V. Semnonia, Paul Egon Hübinger.

Hier geht’s zum Tool.

Von CH in Web 2.0 | Tags: | Comments Off

14th Februar 2008

Brockhaus und der Untergang des Abendlandes

Ein kurzer Zwischenruf: Nahezu überall wird gerade der Untergang des Abendlandes beklagt, weil der Brockhaus nicht mehr in der Druckausgabe erscheinen soll. Bejammert wird unter anderem, dass nun das Weltwissen nicht mehr archiviert werden kann, weil Wikipedia sich ja ständig ändert.

Eine Vermutung, zwei Anmerkungen zu diesem Thema:

  1. Die Benutzung des Brockhaus oder anderer Printlexika in den meisten Redaktionen wird in etwas so stark ausfallen, wie in vielen Bibliotheken. Das bedeutet im Klartext, dass ab und an mal jemand Staub wischen muss.
  2. Künftige Historikergenerationen werden nur dann in Heulen und Zähneklappern verfallen müssen, wenn es heutigen Historikern, Archivaren und Bibliothekaren nicht gelingt, die Downloadanleitung der Wikipedia zu verstehen und umzusetzen.
  3. Der Brockhaus ist kein Heiligtum, und nicht alles, was dort enthalten ist, ist richtig oder besser formuliert als in der Wikipedia.

Diese ideologische Grundsatzdebatte Brockhaus, bzw. Britannica vs. Wikipedia ist zunehmend lächerlich. Es geht vielen anscheinend nicht um die Inhalte, sondern um Nostalgie. Dies mag ein Gesichtspunkt sein, unter der man das langsame Schwinden der gedruckten Lexika bedauern kann. Aber dann sollte es auch so formuliert und nicht mit Halbwissen à la “Fluch der Flüchtigkeit” verbrämt sein.

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13th Februar 2008

“SPIEGEL Wissen” online

Gestern startete mit “SPIEGEL Wissen” ein neues Rechercheportal.
Es bietet gleichzeitig Zugriff auf Inhalte der Wikipedia, Stöhrigs Deutsche Rechtschreibung und Bertelsmanns Deutsches Wörterbuch, sowie die Archive von manager magazin und manager-magazin.de. Darüber hinaus sind nun die bisher kostenpflichtigen SPIEGEL-Artikel seit 1947 bis auf die beiden aktuellsten Ausgaben ebenso frei zugänglich wie Inhalte von SPIEGEL Online, SPIEGEL-Länderlexikon, Uni-SPIEGEL, Kultur-SPIEGEL und SPIEGEL TV.

Von NU in Open Content, Suchmaschinen | Tags: | Comments Off

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