Im Fisch-Blog wirbt Lars Fischer um Vorschläge für die Wissenschaftsblog-Auslese 2009.
Ihr seid also alle aufgerufen, in den nächsten paar Monaten die eurer Meinung nach besten Wissenschaftstexte des Jahres 2009 zu nominieren. Um euch inspirieren zu lassen, könnt ihr noch einmal die 15 Gewinnerbeiträge der Wissenschaftsblog-Auslese 2008 durchlesen.
Die besten Blogbeiträge sind diejenigen, die bleibenden Wert haben und die man auch noch in ein paar Monaten oder Jahren mit Gewinn liest. Ihr dürft natürlich auch eure eigenen Texte nominieren – aber dazu seid ihr sich viel zu bescheiden.
Wer schon Vorschläge hat: Einfach mit Namen des Bloggers/Blogs, Titel des Postings und Permalink einfach in seine Kommentare packen. Bei der ersten Auflage 2008 gehörte übrigens Text&Blog-Markus zur Jury.
Via Abgeordnetenwatch stellte Oliver Graute folgende Frage an Herbert Reul, Mitglied des Europaparlaments und der CDU:
Wie stehen Sie als Mitglied des Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie zur Open Access Debatte
Zu Forschungsdaten meinte Reul:
Dabei muss unterschieden werden zwischen dem freien Zugang zu Forschungsdaten und dem freien Zugang zu Zeitschriftenaufsätzen. Forschungsdaten werden oft von Forschungseinrichtungen aufwändig gesammelt. Durch den Verkauf dieser Daten werden die hierbei entstehenden Kosten wieder reingeholt.
Wenn Forschung sich direkt refinanzieren müsste, hätte die hiesige Wissenschaftsszene ein gewaltiges Problem. Vielleicht stehen die Pläne für den Large Hadron Collider auch nur frei im Netz, weil die Zahl potentieller Kunden arg übersichtlich ist? Würde dieses Denken konsequent umgesetzt werden, gäbe es keine Grundlagenforschung mehr. Sie wäre nicht finanzierbar.
Zu OA für Zeitschriftenaufsätze gibt er nur Gemeinplätze (Motto: “Gute Sache, aber Bücher sind doch auch schön”) von sich. Schade, viele Politikeraussagen zu diesem Thema gibt es ja leider nicht.
Im International Journal of Speech Language and the Law, Vol 14, No 2 (2007), hatten Anders Eriksson und Francisco Lacerda einen Artikel über “Charlantry in forensic speech science: A problem to be taken seriously” veröffentlicht. Untersucht wird die Wirkungsweise von sogenannten Lügendetektoren. Aus dem Abstract:
Indeed, our review of scientific studies will show that these machines perform at chance level when tested for reliability. Given such results and the absence of scientific support for the underlying principles it is justified to view the use of these machines as charlatanry and we argue that there are serious ethical and security reasons to demand that responsible authorities and institutions should not get involved in such practices.
Amir Liberman, Gründer der Firma Nemesysco, die ihr Geld mit eben solcher Technologie verdient, fühlte sich angegriffen und drohte Rechtsschritte an. Equinox zog prompt den Schwanz ein und ersetze den Artikel durch einen Hinweis des Herausgebers, in dem das Vorgehen erklärt wird.
The Journal accepts that Mr Liberman and Nemesysco Limited were not asked to assist in the preparation of the article and further that they were not invited to comment on the content of the article prior to its publication where, in view of the content of the article, it would have been appropriate to invite them to do so. We have agreed to publish a letter from Mr Liberman and Nemesysco Limited setting out their objections to the article in more detail in a future issue of the journal.
Equinox will den Artikel in Zukunft nicht mehr öffentlich machen. Dies haben die Autoren dafür andernorts getan.
Besonders kritisch wird (unter anderem von Bernard Lang) folgender Punkt gesehen:
24. Wishes the scientific community and researchers to enter into voluntary licence-issuing schemes with publishers in order to improve access to works for purposes of teaching and research; however, takes particular note of the value of learned journals, which play a key role in the peer review process of validating the results of academic research, and the financial viability of which is dependent on paid subscriptions;
The Green Paper focuses on the exceptions to copyright which are most relevant for the dissemination of knowledge, namely:
1)The exception for the benefit of libraries and archives: two core issues have arisen: the production of digital copies of materials held in the libraries’ collections and the electronic delivery of these copies to users. Under the current legal framework, libraries or archives do not enjoy a blanket exception from the right of reproduction. Reproductions are only allowed in specific cases, which arguably would cover certain acts necessary for the preservation of works contained in the libraries’ catalogues. On the other hand, the library exception and national rules implementing it are not always clear.
Main questions:
* Should the exception for libraries and archives remain unchanged because publishers themselves will develop online access to their catalogues?
* In order to increase access to works, should publicly accessible libraries, educational establishments, museums and archives enter into licensing schemes with the publishers?
* Should the scope of the exception for publicly accessible libraries, educational establishments, museums and archives be clarified with respect to: format shifting; the number of copies that can be made under the exception; the scanning of entire collections held by libraries?
* Is a further Community statutory instrument required to deal with the problem of orphan works, which goes beyond the Commission Recommendation 2006/585/EC?
Universitäres Wissen ist geteiltes Wissen. Es gibt keine Einheitswissenschaft, die universitäre Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit umfasst. Die Gegenstände wissenschaftlicher Betrachtung sind mitbestimmt durch die Betrachtungsweise der jeweiligen Disziplin: durch ihr leitendes Interesse, ihren methodischen Zugang, ihre Sprache und Geschichte. Dass disziplinäre Erkenntnisse Bestandteil universitären Wissens werden, bedingt Mitteilung und dialogische Beteiligung – auch und gerade über die Grenzen der Disziplinen hinweg.
Urheberrecht und Wissenschaft im geltenden und künftigen Recht möchte Eric Steinhauer auf seiner neuen Informationsseite Wissenschaftsurheberrecht untersuchen. Ein weites Feld, das von Steinhauer sicherlich in gewohnt kompetenter Weise beackert wird.
Nur leider ist auch dies meines Erachtens wieder kein Blog, genau wie seine Informationsseiten Skriptorium und Bibliotheksrecht, da die Kommentarfunktion wieder nicht freigeschaltet wird. Blog.de bietet diese Möglichkeit. Wenn man sie nicht nutzt, ist offensichtlich kein Bedürfnis nach Kommunikation vorhanden. Das muss man akzeptieren, aber nicht gut finden.
Das Erkennen von Trends in der Forschung, die Identifikation von Forschungsgebieten mit einem hohem Zukunftspotential, sowie die Messung von Forschungsleistungen sind die Leitthemen der “10th International Conference on Science and Technology Indicators”.
Die quantitative Messung der Leistung und Entwicklung von Forschung und Technologie (F&T) hat international eine lange Tradition und findet breite Akzeptanz in der F&T-Politik. Eines der bekanntesten Konzepte ist der Impact Faktor von wissenschaftlichen Zeitschriften, welcher durch die Zahl der Zitierungen die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Arbeit in der Scientific Community erfasst. “Die Anwendung und die Weiterentwicklung von ähnlichen bibliometrischen Indikatoren gehören auch zu den Aufgaben einer modernen Universitätsbibliothek”, sagt Programme Chair Juan Gorraiz von der Universität Wien.
Weitere wichtige Konferenzthemen sind: Neue Anforderungen und Entwicklungen im Open Access-Publikationswesen, neue Möglichkeiten zur Erforschung der Wissenschaft, Fortschritte in der Forschung zur Knowledge Based Economy und neuartige Analysekonzepte, wie z. B. Netzwerkanalyse und Forschungslandkarten (Mapping Science).
Über 250 WissenschafterInnen, insbesondere InformationswissenschafterInnen, WissenschaftspublizistInnen sowie ForschungsmanagerInnen, DatenbankanbieterInnen, BibliothekarInnen und Policy Maker aus der ganzen Welt tauschen neueste Erkenntnisse über Entwicklung und Anwendung von Forschungs- und Technologieindikatoren aus. Neben VertreterInnen der Industrieländer nehmen auch zahlreiche ForscherInnen aus Schwellenländern an der Konferenz teil.
Die Themenpalette klingt interessant. Wer genaueres wissen möchte, dem sei das mit 49 MB reichlich schwergewichtig geratene Book of Abstracts (PDF) empfohlen.
Wiedermal ein heißer Tipp von Bernie Sloan via Dig_Ref. Er macht auf ein Wikikonzept aufmerksam, in dem jedes Zeichen mit einem Autoren verknüpft ist. Dies soll das Problem der Autorenschaft bei der kooperativen Arbeit an Dokumenten lösen:
Reporting in Nature Genetics, scientist Robert Hoffmann develops the first Wiki where authorship really matters. Based on a powerful authorship tracking technology, this next generation wiki links every word to its corresponding author. This way readers can always know their sources and authors receive due credit.
Wie’s funktioniert, kann man auch in diesem Filmchen erfahren.
Umfrage zum wissenschaftlichen Arbeiten mit 2.0-Instrumenten:
Das Forschungsprojekt “Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0″ an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg untersucht derzeit Möglichkeiten zur Nutzung des so genannten „Web 2.0“ in der Wissenschaft.
Der nachfolgende Fragebogen soll grundlegende Fragen klären. Sie brauchen sich nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben, um ihn auszufüllen, dafür aber zehn Minuten Zeit.