Kuriositäten in Google Scholar

Dass das Zitationtracking in Google Scholar nicht besonders überzeugend ist, wurde hier schon 2013 angemerkt.

Auch ein in Scholar zu findendes Infobib-Posting hat falsche Zitationsangaben. In “Student Engagement and Library Use” (PDF) finde ich keinen Hinweis darauf.

Und das gilt bis heute. Aber es gibt in Google Scholar noch mehr zu entdecken. Anlässlich eines Tweets von Academica Obscura möchte ich ein paar Fundstücke auflisten.

Da gibt es zum Beispiel berühmte Autorinnen und Autoren (aus dem Tweet):

  • et al.
  • et al. (ein Namensvetter)
  • A. Author
  • Die produktive Wissenschaftsdynastie Example (besonders C. Example ist eine Koryphäe jeglichen Fachs! Wer legt ihm ein Profil an?) und den kümmerlichen Output der Last Names.

Es gibt eine sehr umfangreiche interdisziplinäre Zeitschrift namens “journal title” und unsere Examples haben sogar eine eigens nach ihnen benannte Zeitschrift. In dieser ist der höchst epochemachende Artikel 1, 2, 3, and 4 von C. Examples erschienen. Mit ‘s’, nicht verwandt oder verschwägert mit der Familie Example.

Auch Historiker werden erstaunliche Erkenntnisse zu Tage fördern! Wer hätte schon gedacht, was im ersten Jahrhundert n. Chr. alles veröffentlicht wurde? 108.000 Treffer!

Doch Google schaut nicht nur nach hinten, auch ein Blick in die Zukunft wird gewagt! Aktuell sind 323 Publikationen mit dem Erscheinungsjahr 2025 und aufwärts verzeichnet. 1) Kleine bibliothekarische Randbemerkung: Was dort indexiert ist, wird aus den zur Verfügung stehenden Metadaten (z.B. BibTeX) nicht klar. Eine Jahresangabe konnte ich bei Stichproben nicht finden. Spekulanten sollten sich jedoch nicht unnötig aufregen. Angaben über Sportergebnisse, Aktienkurse, die Immobilienmarkt- oder Bitcoin-Entwicklung konnte ich nicht finden.

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1. Kleine bibliothekarische Randbemerkung: Was dort indexiert ist, wird aus den zur Verfügung stehenden Metadaten (z.B. BibTeX) nicht klar. Eine Jahresangabe konnte ich bei Stichproben nicht finden.

One thought on “Kuriositäten in Google Scholar”

  1. Danke für diese erheiternden (?) Details. Ärgerlicherweise gibt es auch in kostenpflichtigen Datenbanken solche Fehler, da auch hier nicht intellektuell gearbeitet wird sondern mit Metadaten und Algorithmen. Scopus meint sogar fast 500 Autoren mit dem Nachnamen Et und dem Vornamen Al ausfindig machen zu können. Einer davon am Peking Union Medical College habe sogar 84 Publikationen.
    Die “Schuld” an diesen Datenbankfehlern tragen beide Seiten, die Text- und die Datenbankproduzenten. Besonders unverständlich ist mir immer der inkompetente Umgang mit den Metadaten, da gbit es schon sehr spezielle Stilblüten. Aber gerade für kommerzielle Datenbankproduzenten sollte es eine regelmäßige Pflichtübung sein, Plausibibltätsprüfungen durchzuführen. Oder wie viele Autoren haben schon Publikationen seit Beginn der 1960er Jahre bis jetzt veröffentlicht oder heißen Et?

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