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Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen

Rabishankar Giri verkündete in der IFLA-Mailingliste, dass die Annals of Library Information Studies ( one of India ‘s oldest peer reviewed LIS research journal published by CSIR-NISCAIR nun ein Open-Access-Archiv eröffnet hat. Ich kann die angegebene Adresse zur Zeit nicht aufrufen. Vermutlich eine Kinderkrankheit, die sich hoffentlich bald geben wird.

Wer sich fragt, warum ich auf ein indisches Journal verweise: Laut Giri sind im Archiv sind 54 Artikel von Ranganathan zu finden.

Wie Open der Access ist, kann ich leider nicht sagen. Aktuelle Ausgaben der Zeitschrift stehen unter der unseligen CC-BY-NC-ND-Klausel, die nicht dem entspricht, was Open Access genannt werden kann.

Trude Eikebrokk, Tor Arne Dahl and Siri Kessel: EPUB as Publication Format in Open Access Journals: Tools and Workflow. Code4Lib 24, 2014-04-16.

Abstract:

In this article, we present a case study of how the main publishing format of an Open Access journal was changed from PDF to EPUB by designing a new workflow using JATS as the basic XML source format. We state the reasons and discuss advantages for doing this, how we did it, and the costs of changing an established Microsoft Word workflow. As an example, we use one typical sociology article with tables, illustrations and references. We then follow the article from JATS markup through different transformations resulting in XHTML, EPUB and MOBI versions. In the end, we put everything together in an automated XProc pipeline. The process has been developed on free and open source tools, and we describe and evaluate these tools in the article. The workflow is suitable for non-professional publishers, and all code is attached and free for reuse by others.

Zum Volltext. Realisiert wurde das Projekt anhand der Zeitschrift “Professions and Professionalism”. Dort werden insgesamt vier Formate pro Artikel angeboten: PDF HTML ePub mobi. Besonders die HTML-Ansicht scheint mir sehr gut gelungen.

Kurze Niederschrift eines möglichen Geschäftsgangs, der vermutlich nicht für jedermann verständlich ist. Wer das nachnutzen möchte, möge sich an mich wenden!

  1. Erfassung der Daten in Citavi oder einem anderen Programm, dass tabellarische Ausgabe erlaubt.
  2. Export als CSV-Datei
  3. Import in Google Refine (Open Refine ist noch in einer Alpha-Version, meines Erachtens ist es auch wirklich noch nicht sehr stabil.) Die RDF-Extension sollte installiert sein.
  4. Zusätzlich zu importierende Ontologien in Refine: VIVO und BIBO.
  5. Reconciliation gegen einen aktuellen RDF-Export aus der VIVO-Installation. Dadurch kann man auf recht flotte Art und Weise ein Autorenmatching durchführen. Wenn sowohl in VIVO als auch in den Publikationsdaten Autorenidentifier vorhanden sind, kann man die zum Abgleich verwenden. Achtung, je nach Datenmenge rechnet Refine daran sehr, sehr lange herum. Ein Testlauf von knapp 3000 Publikationen beim Abgleich mit etwa 1200 Personen wurde nach drei oder vier Stunden abgebrochen. Der Fortschrittsbalken stand da bei 45%.
  6. Add column based on this column. GREL Expression: cell.recon.match.id.
  7. Die von Citavi mitgelieferten Dokumententypen durch die VIVO-bekannten ersetzen. GREL Expression:

    value.replace(“Beitrag in …”, “bibo:chapter”).replace(“Beitrag im Gesetzeskommentar”, “fabio:Comment”).replace(“Buch (Monographie)”, “bibo:Book”).replace(“Buch (Sammelwerk”, “bibo:EditedBook”).replace(“Graue Literatur / Bericht / Report”, “vivo:WorkingPaper”).replace(“Hochschulschrift”, “bibo:Thesis”).replace(“Hörspiel”, “bibo:AudioDocument”).replace(“Internetdokument”, “bibo:Webpage”).replace(“Manuskript”, “bibo:Document”).replace(“Musikwerk / Musikalbum”, “bibo:AudioDocument”).replace(“Patentschrift”, “bibo:Patent”).replace(“Schriften eines Autors”, “bibo:Document”).replace(“Software”, “obo:ERO_0000071″).replace(“Sonderheft / Beiheft”, “bibo:Document”).replace(“Spielfilm”, “bibo:Film”).replace(“Tagungsband”, “bibo:Proceedings”).replace(“Unklarer Dokumententyp”, “bibo:Document”).replace(“Vortrag”, “vivo:Speech”).replace(“Zeitschriftenaufsatz”, “bibo:AcademicArticle”).replace(“Zeitungsartikel”, “bibo:Article”)

    1

  8. RDF-Skelett je nach Daten erstellen. An einem optimalen und für möglichst viele denkbare Fälle verwendbaren Skelett wird noch gearbeitet. Besonders bei Beiträgen in Sammelwerken ist das nicht so einfach…
  9. Export als RDF.
  10. Import in VIVO.
  11. “Name Blank Nodes” in VIVO
  12. Die Daten sind drin.

Dieser Geschäftsgang ist weder optimal, noch final. Aber er funktioniert!

Problematisch sind u.a. Beiträge in Sammelwerken oder Zeitschriften-Reconciliation. Bei letzterem setze ich auf Lobid.


  1. Es hat sich inzwischen als sinnovoller erwiesen, direkt die URIs zu verwenden, also z.B. http://vivoweb.org/ontology/core#Speech []

Es ist tatsächlich passiert: der Europäische Gerichtshof hat die bisherige Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung für ungültig erklärt! Kommentare gibt’s zum Beispiel von Heribert Prantl oder Anna Biselli. Letztere stellt fest:

Der am meisten zu bedauernde Punkt ist jedoch, dass der EuGH die Sinnhaftigkeit der VDS zur Strafverfolgung eingesteht.

Denn obwohl die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung unter anderem von einer Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht stark angezweifelt wird – und nicht nur dort – fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter nun, die Vorratsdatenspeicherung endlich rechtsgültig umzusetzen. Übrigens lehnt dieselbe Organisation die Überwachung durch die NSA strikt ab und fordert sogar strafrechtliche Verfolgung in dieser Angelegenheit. Ach ja…

Julia Richter, Talea van Lengen: “Usability-Studie zur Webseite der Landessbibliothek Oldenburg”

Abstract:

Internetpräsenzen von Bibliotheken müssen zunehmend mit kommerziellen oder frei zugänglichen Informationsangeboten konkurrieren. Um sich von diesen Angeboten abzuheben, müssen nicht nur, wie gehabt, qualitativ hochwertige Informationen bereitgestellt werden – der Zugang zu diesen Informationen muss nutzerfreundlich gestaltet werden und sich an Usability-Standards orientieren, um für den Nutzer attraktiv zu sein.

In der Bachelorarbeit wird eine Studie zur Usability der Website der Landesbibliothek Oldenburg durchgeführt. Nach einer Einführung in die Thematik der Usability und der Analyse des IST-Zustandes der Website erfolgt eine Evaluation anhand von vier Methoden. Basierend auf Evaluationen mittels Personas, Heuristiken, Thinking-Aloud-Tests und einer Logfile-Analyse werden Usability-Probleme der Website ermittelt und anschließend Empfehlungen zur Verbesserung der Usability gegeben.

Hier geht’s zum Volltext.

Weiter Infos auf UnUni.tv.

2014 31 Mrz

Twitter-DMs zur Zeit nicht nützlich

Abgelegt unter: Web | RSS 2.0 | Von: CH | Tags: , , | Keine Kommentare

Vor einiger Zeit war mir (und anderen) schon aufgefallen, dass Links mit Subdomains nicht mehr per DM (direct message) in Twitter verschickt werden konnten. Nun scheint es noch weiter zu gehen. Es war mir gerade nicht möglich, einen DOI-Link per DM zu versenden. Aha, dachte ich mir, da war ja diese lästige Sperre von Subdomain-Links. Nun, dann probiere ich es halt ohne das “dx”, der Empfänger weiß schon, wie der Link letztendlich aussehen soll.

http://doi.org/blablabla ging allerdings auch nicht. Ich fand gerade einen Hinweis, dass der Hintergrund dieser Sperre der Schutz vor DM-Spam sein soll. Leider ist das System dann so sicher, dass es für die Kommunikation drastisch an Attraktivität verloren hat. Im Twitter-Hilfe-Center steht dazu:

We’re restructuring back-end elements of our direct message system. As a result, users may be unable to send some URLs in direct messages. We apologize for the inconvenience.

Vielleicht tut sich ja bald noch etwas.

Was Tetris war, ist jetzt 2048. Zumindest seit einigen Wochen. Wer also Zeit vernichten möchte, dem kann ich einen Klick auf Gabriele Cirullis 2048 (hier die mobiltaugliche Version) sehr ans Herz legen. Das Spielprinzip ist so einfach wie genial: 2 + 4 = 4. Und so weiter. Einfach die passenden Kacheln aneinander schieben, bis man bei zur 2048 gelangt. Und das sieht dann so aus:

Klingt langweilig, hat aber einen sehr hohen Suchtfaktor. Wer also gerade wichtige Projekt-Deadlines hat, sollte vorsichtig sein und den Link da oben erst einmal nicht anklicken.

Es gibt inzwischen unzählige Derivate und Abwandlungen, zum Beispiel eins zur Netzpolitik oder eins mit den diversen Doctor Whos. Hier kann man sich eins zusammenklicken. Die AI-Community hat sich auf diverse Aspekte gestürzt, zum Beispiel auf die Suche nach der optimalen Lösung oder nach dem schwerstmöglichen Spiel. Bei letzterem habe ich es immerhin bis zur 64er-Kachel geschafft.

Und wer macht jetzt ein 2048 zu Open-Access, Bibliotheks, Open Science, Informationskompetenz, Sach- oder Formalerschließung?

Frei nach Amazon: Wem Ecos Foucaultsches Pendel oder der Codex Copiale1 gefiel, wird auch hieran seinen Spaß haben.

In der Bibliothek der Western University hinterlässt jemand verschlüsselte Nachrichten – oder täuscht das zumindest auf interessante und recht aufwändige Weise vor. Die Botschaften (hier ein Beispiel) sind im Bestand der Bibliothek in diversen Büchern zu finden, immer zwischen Seite 16 und 17. Assistant Professor2 Mike Moffat sammelt und veröffentlicht in seinem Blog die Fundstücke und notiert seine Gedankengänge zu den Hintergründen, z.B. in diesem zusammenfassenden Posting.

Seine Leserschaft diskutiert die Vorgänge ausgiebig und mit großem Elan. Es hat sich auch schon ein Subreddit gebildet, der sich der Entzifferung widmet. Die Erfahrungen aus der Entschlüsselung des Codex Copiale könnten hier sehr nützlich sein.

[via BoingBoing]


  1. Wurde der im Pendel eigentlich erwähnt? []
  2. Ist das eher ein Juniorprofessor, ein Lehrbeauftragter oder ein Vertretungsprofessor? []

Verschlüsselte Botschaften in der Bibliothek von CH steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. blogoscoop
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