Pixabay wechselt von CC0 zu proprietärer Lizenz

Wo kürzlich, wie am Beispiel eines Reptilienbildes zu sehen ist, noch eine CC0-Lizenz zu finden war, ist nun nur noch ein Verweis auf eine ominöse “Pixabay-Lizenz” zu finden:

  1. Das Bild jetzt.
  2. Das Bild (ohne Bild) in der Wayback-Machine vom 10. Juli 2017.

Der Hintergrund wird im Pixabay-Forum erläutert. Die bisherige CC0-Lizenzierung ist m.E. nicht zurücknehmbar, und sie kann glücklicherweise durch das Internet-Archiv in sicherlich den meisten Fällen nachgewiesen werden. Pixabay erweist sich durch diese Maßnahme als a) unzuverlässig und in der Folge b) unbenutzbar.

Bei kommerziellen Diensten ist erhöhte Vorsicht geboten. Sollte man vielleicht vollständig von der Nutzung kommerzieller Dienste als Infrastruktur für frei lizenzierte Inhalte absehen?

#mehrinternet: Petition gegen Störerhaftung ist relevant für Bibliotheken, Museen & Co

Über 60.000 Personen haben die von Christian Heise gestartete Petition zur Abschaffung der Störerhaftung schon gezeichnet.

Auch Bibliotheken oder Museen könnten ohne Störerhaftung ihre WLANs deutlich einfacher und ohne Angst vor Klagen ihren Nutzern und Besuchern öffnen und somit erhöhte Interaktionsmöglichkeiten mit den dortigen Beständen bieten. Wer daran interessiert ist, Menschen Zugang zu verschaffen, sollte diese Petition zeichnen. Und vielleicht einfach mal beim örtlichen Unions-Abgeordneten anrufen, denn die Union (CDU und CSU) ist der maßgebliche Störenfried, wenn es um freien Zugang zum Web geht. Auf Abgeordnetenwatch kann man durch Eingabe der Postleitzahl schnell feststellen, von wem man im Bundestag vertreten wird. Eine Suchmaschinenabfrage später hat man in der Regel die passende Telefonnummer.

Open Access als Bedingung für Jack Andrackas Erfolg

Spiegel.de berichtet über Jack Andracka, einen 16jährigen Nachwuchswissenschaftler, und den von ihm entwickelten Test auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nicht erwähnt wird, dass Andrackas Erfolg nur durch Open Access möglich war. Aus dem Vancouver Explorer:

Andraka says that over the course of a few months, he generally purchases roughly 30 articles at $40 a piece for an average of 10 pages. $1,200 is no small sum for a high school student without a regular income – and parents supporting their children – and in a faltering economy, it’s an impossibility for many bright youth.

Im Artikel sind einige schöne Zitate, ebenso im FigShare-Blog:

“This was the [paywall to the] article I smuggled into class the day my teacher was explaining antibodies and how they worked. I was not able to access very many more articles directly. I was 14 and didn’t drive and it seemed impossible to go to a University and request access to journals”.

Andracka hat auch eine Open-Access-Petition erstellt.

Harsche Kritik an Govdata.de

Es wurde schon viel zu den Plänen zum deutschen Open-Data-Portal des Bundes, Govdata.de, geschrieben:

Die Überschriften sagen es schon recht deutlich: so wird das nichts. Hauptkritikpunkt ist die Wahl einer eigens geschaffenen Lizenz. Die Diskusssion wurde zusammengefasst auf Not-your-govdata.de, einer Kampagnenseite, auf der man auch gleich seinen Unmut gegen das gewählte Modell kundtun kann.

Lebt denn das alte BIT-Wiki noch?

Achim Raschka schrieb vor über fünf Jahren in einem Infobib-Kommentar zum Posting “B.I.T.-Wiki vs. Wikipedia: Noch eine Webleiche?”

Diverse Ausgliederungen, Neugründungen und andere Projekte auf Wiki-Basis in unterschiedlichsten Themenkomplexen haben gezeigt, dass es für ein Wiki, welches sich inhaltlich sehr nah iom Dunstkreis der Wikipedia bewegt, sehr schwer ist, sich tatsächlich zu eatblieren und am Leben zu bleiben. Der Hauptgrund dafür ist, dass viele dieser Ideen an drei Punkten scheiter:

1) sie bringen kaum einen nennenswerten Mehrwert gegenüber dem, was in der Wikipedia machbar ist und gemacht wird
2) sie schaffen es im Regelfall nicht, die rein quantitativ notwendige Core-Community aufzubauen und auch zu halten.
3) sie müssen das angestrebte Zielpublikum auch erreichen, um Leser und neue Autoren zu gewinnen.

Inwieweit die beiden letzten Punkte beim BIT-Wiki realisitisch erfüllt werden, kann nur die Zukunft zeigen, wichtig für diese Diskussion ist also vor allem Punkt 1. Und hier müssen sich die Macher Fragen, welchen Mehrwert, welches Delta, geschaffen werden soll, dass mit Wikipedia und dem dortigen Portalsprojekt nicht erreicht werden kann.

Wir sind nun in der Zukunft. Und ein Blick auf auf das BIT-Wiki gibt Anlass zu Skepsis. Zwar gibt es durchaus einige Seiten, die in dieser Form woanders nicht zu finden sind. Zum Beispiel die Kategorie Herstellerverzeichnis. Aber schon die beliebtesten Seiten zeigen, dass die Community offensichtlich nicht groß genug ist, um das Wiki zu pflegen. Auf der beliebtesten “echten” Seite sind seit April zahlreiche Spamlinks enthalten.

Die oben angesprochene Core-Community ist riesig, besteht aber zu geschätzten 97% aus Spambots (siehe auch die “Letzten Änderungen”) oder die Wiki-Statistik:

Über 600.000 Nutzer? Und nur am 1. Januar wurden über den Daumen gepeilte 2500 neu registrierte Nutzer?

TIB/UB eröffnet Open Science Lab

Lambert Heller im Blog der TIB/UB Hannover:

An der TIB Hannover nimmt 2013 ein neues Team seine Arbeit auf, das Open Science Lab. Hier sollen neuartige Webanwendungen für ForscherInnen in enger Abstimmung mit überregionalen Benutzer-Communities erprobt und (weiter-)entwickelt werden. Alle Ergebnisse sollen schnell öffentlich zugänglich gemacht werden, auch dann, wenn es sich um vorläufige oder experimentelle Anwendungen handelt. Das Lab strebt vielfältige Kooperationen mit anderen Interessierten (einzelnen Softwareentwicklern, Verlagen, Bibliotheken etc.) an und will Drittmittel für neue Entwicklungen einwerben.

Untersucht werden sollen u.a. der Umgang mit publizierten Rohdaten oder alternative Publikationsarten. Die Ergebnisse sollen konsequenterweise unter freien Lizenzen veröffentlicht werden.

Bezahlschranken sind eine Motivationsbremse

In einigermaßen regelmäßigen Abständen werden Beiträge aus der Libworld-Reihe in Journals oder Büchern zitiert. Ich erfahre davon meistens über Alerts, z.B. bei Google Scholar. Was ich selten erfahre ist der eigentliche Inhalt der Publikation über den Abstract hinaus. Fast immer handelt es sich um Closed-Access-Publikationen. Natürlich ließe sich an die Artikel gelangen. Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich könnte die meist geforderten 25 – 39 US$ zahlen, 1) Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis? ich könnte die Fernleihe bemühen, ich könnte nach eventuellen Embargo-Zeiten nach OA-Versionen suchen. Und noch vieles mehr.

Will ich das? Ich will ja nur schnell nachsehen, in welchem Kontext die Libworld-Publikation (aktuell der Finnland-Artikel von Reetta Saine, der anscheinend in diesem Artikel zitiert wurde) erwähnt wird. Dafür so ein Aufwand? 2) Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

Zusammenfassung: Bezahlschranken sind Zugangsschranken sind Entdeckungsverhinderer sind innovations- und wissenschaftsfeindlich.

References   [ + ]

1. Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis?
2. Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.