Ein Hoch auf die Ehrenamtler hinter OpenBiblioJobs

Ich möchte diejenigen sehen, die momentan aufschreien, die sich dauerhaft (!) dafür engagieren ein ähnliches Projekt zu schultern und nicht nach ein paar Monaten die Lust verlieren, nur weil es etwas Neues gibt über das man/frau sich aufregen kann.

Dies schrieb “blümchen” 2012 in einer Kommentar zum Wegschließen der BIB-Stellenbörse und zu den ersten Ideen rund um eine frei zugängliche bibliothekarische Jobbörse.. Ein paar Jahre und fast 6500 veröffentlichte Stellenangebote später kann man sagen: Da sind sie! Eine tolle und wichtige Arbeit! Wer mithelfen möchte, kann sich übrigens dort melden.

Science Europe Position Statement on Research Information Systems

Science Europe hat am 10. November 2016 ein Position Statement on Research Information Systems (PDF) veröffentlicht, dass einige Anforderungen für Forschungssysteme zusammenfast. Die Kernprinzipien sind Flexibilität, Offenheit, FAIRness (angelehnt an die FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship) und “Dateneingabe-Sparsamkeit” (Eigenwortschöpfung angelehnt an Datensparsamkeit).

science-europe-position-statement-on-research-information-systems
Lizenz: CC BY 4.0

Abstimmung: Checkliste für mehr Offenheit in/für Bibliotheken

Felix Lohmeier schreibt:

Bibliotheken stehen traditionell für den freien Zugang zum Wissen. Dieses Prinzip erlebt in der digitalen Welt mit Open Access, Open Source und Open Data seit Jahren eine Renaissance. Kaum eine Bibliothek, die sich nicht öffentlich dafür einsetzt. Und dennoch mangelt es oft an der nötigen Konsequenz, denn BibliothekarInnen werben beispielsweise am Campus für Open Access, publizieren aber selbst oft genug noch in Zeitschriften, die nicht unter einer freien Lizenz stehen.

Auf der Inetbib-Tagung in Stuttgart am 10.2.2016 wurden im Rahmen eines Vortrags (HTML-Version | Print-Version auf Dokumentenserver) 10 Vorschläge präsentiert und zur Beteiligung aufgerufen. Daraufhin sind insgesamt 22 Vorschläge zusammengekommen aus denen nun die besten 10 für die Checkliste ausgewählt werden sollen.

Nun soll über die Vorschläge für eine Checkliste Openness abgestimmt werden. Hier geht es zur Abstimmung. Im oben verlinkten Beitrag gibt es noch weitere Informationen.

Nicht alle Vorschläge sind für alle Einrichtungen umsetzbar. Wer den eigenen Bibliothekskatalog technisch nicht in der Hand hat, kann kein Schema.org einführen. Projektanträge stellt auch nicht jede Bibliothek. Aber um Vollständigkeit sollte es auch nicht gehen. Die Anregungen sind überwiegend gut, und ich bin auf das Ergebnis gespannt.

Bibliothekarisches Informationsverhalten

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

As librarians, we claim to uphold the principles of open access, equitable and unbiased service, intellectual freedom, and lifelong learning. How can we better integrate these principles into our workplaces? This article is an exploration of information behaviors and structures in library workplaces, particularly the behaviors of withholding and sharing information, and the effect they have on service to patrons and overall quality of the work environment.

Zum Artikel: Me and You and Everything We Know: Information Behavior in Library Workplaces.

Berners-Lee über die Re-Dezentralisierung des Webs

Tim Berners-Lee in Wired über die Notwendigkeit eines internationalen, offen, effizienten Webs:

“I want a web that’s open, works internationally, works as well as possible and is not nation-based,” Berners-Lee told the audience, which included Martha Lane Fox, Jake Davis (AKA Topiary) and Lily Cole. He suggested one example to the contrary: “What I don’t want is a web where the Brazilian government has every social network’s data stored on servers on Brazilian soil. That would make it so difficult to set one up.”

Den Vertrauensverlust durch den NSA- und GCHQ-Skandal schätzt er als gefährlicher ein als Zensur. Er fordert auch den Schutz von Whistleblowern wie Edward Snowden.

Google schafft RSS-Alerts ab

Google 1) Wird’s Zeit für eine eigene Kategorie mit Googles abgeschafften Diensten? schafft RSS-Alerts ab, berichtet Jürgen auf Netbib. Was soll’s, Google? Wer braucht schon freie, offene und etablierte Standards, wenn man statt dessen – ja, was eigentlich? Marco Ament (Instapaper) hat sich dem Thema ausführlich gewidmet und zitiert zum Thema Niedergang der Schnittstellen:

But [Facebook] did grow. And grow. And grow. And suddenly the AOL business model didn’t seem so crazy anymore. It seemed ahead of its time.

Once Facebook had proven that it was possible to be the one-stop-shop for your user’s every need, that became the model to emulate. Startups stopped seeing themselves as just one part of a bigger web. Now they wanted to be the only service that their users would ever need… just like Facebook.

Seen from that perspective, the open flow of information via APIs — allowing data to flow porously between services — no longer seemed like such a good idea.

Wie sorgte AOL damals für Hohn und Spott! Niemand will eine Gated Community, wenn man doch das ganze Web haben könnte! Nun ist es das Businessmodell, mit dem man Investoren und Kunden glücklich machen kann. 2) Und Geheimdienste, aber das ist ein anderes Thema.

Sowohl Aments Posting als auch das hier zitierte von Jeremy Keith sind zur Lektüre empfohlen.

References   [ + ]

1. Wird’s Zeit für eine eigene Kategorie mit Googles abgeschafften Diensten?
2. Und Geheimdienste, aber das ist ein anderes Thema.

Leitfaden für offene Standards in der Verwaltung

“Aktion 23” der Digital Agenda der Europäischen Kommission heißt “Provide guidance on ICT standardisation and public procurement”. Die Kommission will also helfen, IT-Infrastrukturen auf offene Standards umzustellen.

Das Problem: In einigen Fällen sind öffentliche Einrichtungen durch Closed Source und proprietäre Formate an einen Anbieter gebunden, ohne dies zu wollen; public authorities find themselves unintentionally locked into particular IT solutions for decades. Schön formuliert.

Und, liebe Bibliothekswesen, kommt Euch das nicht seltsam vertraut vor? Bibliothekssysteme, deren Clients nur unter bestimmten Betriebssystemen mit veraltetem Browser und speziellen Java-Versionen laufen? SystembibliothekarInnen, die sich bei der Frage nach offenen Schnittstellen schütteln vor Lachen?

Mehr Infos zum Leitfaden gibt’s bei Heise.de.

Reproduzierte Psychologie

If you’re a psychologist, the news has to make you a little nervous, beginnt ein Artikel im Chronicle of Higher Education. Besonders PsychologInnen, die 2008 in einem der Journals “Psychological Science”, “Journal of Personality and Social Psychology” oder im “Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition” veröffentlicht haben. Denn deren Werk wird vom Reproducibility Project unter die Lupe genommen, genauer gesagt: reproduziert.

Wer helfen möchte, kann sich beteiligen:

The Reproducibility Project is open to anyone who is interested in the reproducibility of psychological science or in participating in a large-scale, open science project. Contributors receive authorship on project reports (see Executive Summary for details). Ways to contribute include:

  • Conducting or helping with a replication study
  • Helping with statistical analyses or power / sample size calculations
  • Reviewing and contributing to replication protocols or reports
  • Coding published studies (extracting hypotheses, sample characteristics, and requirements for replication)
  • Programming tasks such as creating stimulus presentation scripts or automated data processing

If you’d like to get involved, fill out our new contributor survey and we’ll get in touch with you about opportunities that are a match for your skills and resources. We welcome contributions from students and citizen scientists as well as researchers and scientific professionals. If you have any questions, feel free to contact our volunteer coordinator at reproducibilityproject@gmail.com.

Voraussetzung für Reproduzierbarkeit sind neben sauber dokumentierten Versuchen auch die Verfügbarkeit der Mittel zur Reproduktion.

  • Open Access: Wer den Artikel nicht lesen kann, kann Versuche auch nicht reproduzieren
  • Open Data: Wer die Rohdaten nicht hat, auch nicht.
  • Open Source: Wo Software eingesetzt wird, sollte diese frei verfügbar sein. Zum Beispiel Octave statt MatLab (aktuell € 500 für die Basisversion, wenn ich die Preistabelle richtig verstehe) oder R statt SPSS (wirklich über € 2000?). Darunter fallen dann auch die konkreten Skripte und Modelle.

Ergo (natürlich verkürzt): Reproduzierbarkeit = Open Access + Open Data + Open Source