Survey on Research Information Management Practices

OCLC Research und EuroCRIS führen gemeinsam eine Umfrage zu Forschungsinformationsmanagement in der Praxis durch. Sie richtet sich sowohl an Einrichtungen, die schon ein Forschungsinformationssystem einsetzen, als auch an solche, die dies erst überlegen.

The Survey on Research Information Management Practices provides an opportunity for research institutions to share information about their practices so that we can understand and report on the state of RIM activities, drivers, and practices worldwide. We are interested in learning more about any institutional effort to collect a registry or bibliography of local research activity, for any purpose, and we are particularly keen to learn more about library activities to support RIM. Widespread participation in this survey will help your institution know more about what other institutions are doing, why they are doing it, and how many resources they are allocating.

Survey findings and data will be published CC-BY in 2018.

 

Die Umfrage endet im frühren Januar 2018.

Science Europe Position Statement on Research Information Systems

Science Europe hat am 10. November 2016 ein Position Statement on Research Information Systems (PDF) veröffentlicht, dass einige Anforderungen für Forschungssysteme zusammenfast. Die Kernprinzipien sind Flexibilität, Offenheit, FAIRness (angelehnt an die FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship) und “Dateneingabe-Sparsamkeit” (Eigenwortschöpfung angelehnt an Datensparsamkeit).

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Lizenz: CC BY 4.0

Elena Liventsova: Mapping und Erweiterung der Ontologie des Forschungsinformationssystems VIVO

Elena Liventsova: Mapping und Erweiterung der Ontologie des Forschungsinformationssystems VIVO

Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Ontologie des Forschungsinformationssystems VIVO. In der Arbeit wird der Versuch unternommen, die Ontologie an die Besonderheiten des deutschen Wissenschaftsbetriebs anzupassen, mit dem Ziel, die Einführung des Systems für eine deutsche Einrichtung zu erleichtern. Das Mapping und die Erweiterung sind auf die Bereiche „Positionsbezeichnungen“ und „Organisationseinheiten“ beschränkt. Der theoretische Teil behandelt das Thema der Forschungsinformationen und deren Implementierung in ein Forschungsinformationssystem. Unter anderem werden auch die Tendenzen der Standardisierung in dem Bereich beleuchtet. Bei der Darstellung von VIVO als eine Semantic-Web-Anwendung steht die Ontologie, als Grundlage für die Funktionalitäten des Systems im Vordergrund.

Zum Volltext auf SerWisS.

Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Lokalisierung von VIVO, ist sie doch ein Versuch, Fragen wie “Wie übersetzt man Fakultät?” zu beantworten. Eine schöne Diskussionsgrundlage und auch ein ergiebiger Steinbruch für VIVO-Lokalisierungsprojekte!

Kerndatensatz Forschung offiziell veröffentlicht

Aus der Pressemitteilung des Wissenschaftsrats:

Mit seinen „Empfehlungen zur Spezifikation des Kerndatensatz Forschung“ legt der Wissenschaftsrat einen Standard vor, der es Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen ermöglicht, ihre Forschungsaktivitäten künftig in einheitlicher Weise zu dokumentieren. Damit wird für alle forschenden Einrichtungen, die regelmäßig und teils mit großem Aufwand für unterschiedliche Adressaten Berichte über ihre Tätigkeiten zusammenstellen müssen, der Arbeitsalltag deutlich einfacher werden.

Das ist nicht nur, aber auch für die VIVO-Gemeinde ein wichtiges Dokument. Die Spezifikationen lassen sich hier (PDF) einsehen. Der Kerndatensatz Forschung ist übrigens unter CC BY-SA 4.0 lizenziert, wie dem Ergebnisbericht (PDF) entnommen werden kann.

VIVO implementieren

“Planning a VIVO Implementation” heißt ein relativ neuer und vor allem neu überarbeiteter Bereich im VIVO-Wiki. Dort gibt es viele, viele Informationen, wie man solch ein Projekt angehen kann. Das Timing für diese Überarbeitung ist fantastisch, denn das Interesse an VIVO in Deutschland ist gerade sehr groß, wie der VIVO-Workshop „VIVO als Forschungsinformationssystem in der Praxis“ kürzlich zeigte. Die Folien meines Vortrags finden sich übrigens auf Zenodo.

VIVO-Workshop am 9. September 2015 in Hannover

die Technische Informationsbibliothek (TIB) lädt am Mittwoch, 9. September 2015, zum Workshop „VIVO als Forschungsinformationssystem in der Praxis“ nach Hannover ein. Das System VIVO, das auf Open Source Software und Linked Open Data beruht, verbreitet sich verstärkt im deutschsprachigen Raum. Der kostenlose Workshop bietet Interessierten die Möglichkeit, sich zu VIVO zu informieren und auszutauschen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 40 begrenzt, um Anmeldung bis zum 30. Juli 2015 wird gebeten.

Am 10.9. findet am selben Ort ein Workshop der DINI AG Forschungsinformationssysteme (FIS) mit Gästen statt. Auf der untenstehenden Seite können Sie sich auch zu dieser Veranstaltung anmelden.

Weitere Infos zu Programm und Anmeldung: http://blogs.tib.eu/wp/vivo/

Rudolf Mumenthalers Herausforderungen für Bibliotheken Q2/2015

Rudolf Mumenthaler hat sich in einem einer Reihe von Blogpostings mit 14 aktuellen Herausforderungen für Bibliotheken auseinandergesetzt. Jeder Punkt ist für sich eine Diskussion wert, ob Kollaboration, Linked Open Data oder Internet der Dinge.

Eine Herausforderung fehlt mir allerdings, obwohl sie nicht neu scheint. Denn Open Access klingt zwar alles andere als aufregend, ist aber durch aktuelle politische Entwicklungen in diversen (primär nicht von der CDU/CSU federführend regierten) Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Schleswig-Holstein (PDF), in weiteren Bundesländern tut sich ebenfalls etwas) so stark auf der Agenda, dass viele Bibliotheken dies tatsächlich als eine der aktuell größten Herausforderungen sehen werden. Und zwar so sehr, dass ein eigener Punkt jenseits von Open Content angebracht wäre.

Forschungsinformationssysteme wären ein weiterer Punkt, über den man in den nächsten 2-3 Jahren sicherlich viel hören wird.

Deutschlandfunk über Transparenz in der Drittmittelförderung

Im Beitrag Mehr Transparenz gefordert wird das Hochschulwatch.de vorgestellt:

Wie unabhängig ist die Wissenschaft an deutschen Hochschulen? Gesponsorte Hörsäle und Stiftungsprofessuren sind an vielen Universitäten und Fachhochschulen Alltag und kaum noch wegzudenken. Seit zwei Jahren sammelt das Portal Hochschulwatch fragwürdige Finanzierungen – jetzt ziehen die Macher Bilanz.

Das Thema ist brandaktuell und (beispielsweise) auch im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung 1) Im Koalitionsvertrag auf S. 42: “Transparenz darüber herstellen, wer an öffentlich finanzierten Hochschulen in wessen Auftrag mit welcher Fragestellung forscht.” in Niedersachsen zu finden – mit Auswirkungen auf die Hochschulen und Bibliotheken. Die Forderung, die Finanzierung von Forschungsaktivitäten transparent zu gestalten ist eine Gelegenheit, Forschungsinformationssysteme und Hochschulbibliographie miteinander zu verheiraten.

[via @textundblog]

References   [ + ]

1. Im Koalitionsvertrag auf S. 42: “Transparenz darüber herstellen, wer an öffentlich finanzierten Hochschulen in wessen Auftrag mit welcher Fragestellung forscht.”

Ein konkreter Anwendungsfall für Open Data

Diskussionen über Open Data bleiben oft abstrakt, die Frage nach einem konkreten Anwendungsfall schwebt immer wieder im Raum. “Wer will denn überhaupt diese Daten haben?” Um diese Frage mit einem Beispiel zu beantworten: ich.

Mein Anwendungsfall ist der Aufbau einer Hochschulbibliographie. Dort sollen nicht nur die Autoren und ihre Publikationen verzeichnet werden, das System soll vielmehr ein Abbild der Forschungsaktivität der Hochschule sein. Dazu setzen wir auf VIVO. Und VIVO arbeitet mit Linked Data.

Ich habe das System und seine Komponenten hier im Blog schon beschrieben. Um meinen Anwendungsfall zu verstehen, reicht ein Blick auf dieses Profil der Boeing Company im VIVO der Cornell University.

Man kann in VIVO also Firmen abbilden, die in irgendeiner Art mit der Forschungs-, Lehr- oder Publikationstätigkeit in Verbindung stehen. Dies ist von vielen Seiten gewünscht. Manche möchten Transparenz darüber, wer die Hochschulforschung finanziert. Andere möchten wissen, welche ProfessorInnen die fleissigsten Drittmitteleinwerber sind. Manche möchten sich dadurch einfach als industrienah präsentieren oder sind auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern. Motive gibt es vielerlei.

Nun kann man diese Daten natürlich per Hand eingeben oder die hausintern vorliegenden Daten (die berühmten Excel-Tabellen) nachnutzen. Doch ist das wirklich notwendig? Warum muss jede Hochschule diese Daten selbst pflegen? Welcher Aufwand steckt dahinter, die Daten korrekt und vollständig zu halten? Ich kann ihn nicht beziffern, eine grobe und meines Erachtens durchaus realistische Abschätzung lautet allerdings: er ist mir zu groß.

Und hier kommt der deutsche Datengeiz ins Spiel. OpenCorporates ist ein Verzeichnis für Firmeninformationen. Eines der besonderen Art. Die Daten sind unter ODbL lizenziert, es gibt tolle Schnittstellen und es finden sich dort Infos über sagenhafte 62,035,536 Firmen. Ein beachtlicher Berg!

Davon sind 40,155 aus Albanien, 45,423 aus Aruba, 68,711 aus Pakistan, 104,852 aus Gibraltar, 535,779 aus Irland, 723,842 aus Norwegen, 1,559,918 aus Südafrika oder 8,199,109 aus Großbritannien. Aus Deutschland: 0. Keine einzige.

Nichts gegen Aruba! Eine Insel, deren Wahlspruch “Una isla feliz” (kreolisch für “Eine glückliche Insel”) sicherlich berechtigt ist. Auch die wirtschaftlichen Aktivitäten sind bei 45.000 Firmen auf etwa 100.000 Einwohnern sehr beachtlich. Aber wie kann es sein, dass Aruba schafft, was für Deutschland nicht möglich ist? Liegt es daran, dass der Wahlspruch Deutschlands “Amtsgeheimnis” lauten könnte?

Die Diskussion darüber hatte ich kürzlich erst mit OKF DE, Marian Steinbach und Friedrich Lindenberg. Es wird Zeit, dass sich etwas tut.