Kerndatensatz Forschung offiziell veröffentlicht

Aus der Pressemitteilung des Wissenschaftsrats:

Mit seinen „Empfehlungen zur Spezifikation des Kerndatensatz Forschung“ legt der Wissenschaftsrat einen Standard vor, der es Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen ermöglicht, ihre Forschungsaktivitäten künftig in einheitlicher Weise zu dokumentieren. Damit wird für alle forschenden Einrichtungen, die regelmäßig und teils mit großem Aufwand für unterschiedliche Adressaten Berichte über ihre Tätigkeiten zusammenstellen müssen, der Arbeitsalltag deutlich einfacher werden.

Das ist nicht nur, aber auch für die VIVO-Gemeinde ein wichtiges Dokument. Die Spezifikationen lassen sich hier (PDF) einsehen. Der Kerndatensatz Forschung ist übrigens unter CC BY-SA 4.0 lizenziert, wie dem Ergebnisbericht (PDF) entnommen werden kann.

Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland

Die Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland (PDF) sind nun veröffentlicht. Gefordert wird ein Wechsel weg von den regional ausgerichteten Strukturen. Insgesamt sei das jetzige System nicht effektiv. Die auf den ersten Blick wichtigsten Passagen aus der dazugehörigen gemeinsamen Erklärung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates zur Zukunft der Bibliotheksverbünde als Teil einer überregionalen Informationsinfrastruktur in Deutschland:

3 – Im Gesamtsystem der Verbünde sollte zukünftig eine primär funktional und verbindlich koordinierte Arbeitsteilung entwickelt werden. Dienste sollen verbundübergreifend in einer modernen technischen Architektur offener Systeme zentralisiert angeboten und, wenn sachlich geboten, mit einem regionalen Betrieb kombiniert werden.

Offene, zentral angebotene Dienste. In Teilen ist dies ja schon der Fall. So steht zum Beispiel das OPUS-Hosting des BSZ auch Bibliotheken außerhalb des BSZ offen.

4 – Mit einer Integration bislang regional geführter Kataloge und Dienste auf nationaler und internationaler Ebene sollen Redundanzen und eine heute so nicht mehr benötigte Komplexität der Verzeichnungsstrukturen vermieden werden.

Kann man als Plädoyer für zentrales Indexhosting betrachten, wie es auch hier diskutiert wird.

5 – Die Verbünde sollten mit ihren überregionalen Serviceanteilen in eine zukünftige bundesweite Koordination von Informationsdienstleistungen integriert sein. Dies schließt internationale Kooperationen ein.

6 – Für die Koordinierung des zukünftigen Verbundsystems ist ein Strategie- und Steuerungsgremium erforderlich, das für die Umsetzung der einzelnen Schritte im gesamten System über die erforderlichen Kompetenzen verfügt.

Hier wird es äußerst spannend. Was für ein Gremium soll das sein? Kompetenznetzwerk für Bibliotheken? Das Deutsche Bibliotheksinstitut gibt es ja nicht mehr. DNB?

9 – Mit dem intendierten Systemwechsel von einer primär regional zu einer funktional organisierten Verbund- bzw. Dienstleistungsstruktur wird eine leistungs- und zukunftsfähige überregionale
Informationsinfrastruktur für Wissenschaft und Forschung nachhaltig ausgebaut und
gesichert.

Wenn die Aufgaben zwischen den Verbünden nun nicht mehr nach Regionen verteilt sind, ist ein Hauen und Stechen bezüglich der zukunftsträchtigsten Aufgaben zu befürchten.

Drei neue Empfehlungen des Wissenschaftsrats

Auf drei Empfehlungen des Wissenschaftsrats macht Wisspub aufmerksam.

Adrian Pohl analysiert eine Aussage aus den “Übergreifenden Empfehlungen”, die sich mit zwei verschiedenen Ansätzen der Metadatenbereitstellung beschäftigt: Linked Open Data vs. WorldCat, oder: Eine Alternative, die keine ist.

Am 3. Februar soll darüber hinaus eine Empfehlung zur “Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland” veröffentlicht werden.