Rassentrennung in der Bibliothek (60er)

“Das ist nun einmal der Stand der Dinge”, bekommt die Afroamerikanerin Dorothy Vaughan in der Bibliothek zu hören, als sie in der Sektion für Weiße nach einem Buch sucht, das es in der für sie vorgesehenen nicht gibt. Wegen der Übertretung der Rassengrenze wird sie aus der Stadtbibliothek geschmissen. Das Buch über Fortran hat sie aber heimlich eingesteckt, immerhin habe auch sie es mit ihren Steuern bezahlt, erklärt sie ihren Söhnen. Damit kann sie sich daran machen, ihren Teil zur Raumfahrtgeschichte beizutragen.

Kontext auf Heise.de.

Katja Rother: Potenziale von Linked Open Data in Öffentlichen Bibliotheken

Katja Rother: Potenziale von Linked Open Data in Öffentlichen Bibliotheken

Abstract:

Das Thema Linked Open Data hat in den vergangenen Jahren im Bereich der Bibliotheken viel Aufmerksamkeit erfahren. Unterschiedlichste Projekte werden von Bibliotheken betrieben, um Linked Open Data für die Einrichtung und die Kunden nutzbringend einzusetzen. Ausgangspunkt für diese Arbeit ist die These, dass Linked Open Data im Bibliotheksbereich das größte Potenzial freisetzen kann. Es wird überprüft, inwiefern diese Aussage auch auf Öffentliche Bibliotheken zutrifft und aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben könnten. Die Arbeit führt in die Grundlagen von Linked Open Data (LOD) ein und betrachtet die Entwicklungen im Bibliotheksbereich. Dabei werden besonders Initiativen zur Behandlung bibliothekarischer Metadaten und der aktuelle Entwicklungsstand von LOD-fähigen Bibliothekssystemen behandelt. Danach wird eine Auswahl an LOD-Datensets vorgestellt, die bibliothekarische Metadaten liefern oder deren Daten als Anreicherungsinformationen in Kataloganwendungen eingesetzt werden können. Im Anschluss wird das Projekt OpenCat der Öffentlichen Bibliothek Fresnes (Frankreich) sowie das LOD-Projekt an der Deichmanske Bibliothek Oslo (Norwegen) vorgestellt. Darauf folgt ein Einblick in die Möglichkeiten, welche durch die Verwendung von LOD in Öffentlichen Bibliotheken verwirklicht werden könnten sowie erste Handlungsempfehlungen für Öffentliche Bibliotheken.

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Rudolf Mumenthaler antwortet auf Rafael Ball

Rafael Ball wurde in der NZZ interviewt. Seine Aussagen zur Zukunft der Bibliotheken hat Rudolf Mumenthaler beantwortet.

Die Aussagen von Rafael Ball in seinem Interview in der NZZ möchte ich nicht unbeantwortet lassen. Sie fordern geradezu eine Replik. Zum Teil finde ich die Argumentation richtig schwach, mit dem Tiefpunkt: “Jetzt ist das Internet da. Wer Inhalte sucht, braucht keine Bibliothek mehr.” Dabei blendet Rafael Ball die Entwicklungen der letzten Jahre vor allem in den Öffentlichen Bibliotheken aus.

Die Replik ist – im Gegensatz zum Interview – definitiv lesenswert.

Makerspaces in der Stadtbibliothek Göttingen

“Makerspaces in der Stadtbibliothek Göttingen” von Marco Becker, Christiane Bode, Andrea Bordihn, Kathrin Ewald, Verena Feyen, Claudia Heitfeldt, Christian Kanzok, Sonja Meyer, Katja Rother, Verena Wohlleben und Brigitte Krompholz-Roehl

Abstract:

Bei dem Konzept Makerspace handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot, das für alle Besucher Anreize, Ideen und Unterstützung bieten kann. Durch den Faktor des gemeinsamen Lernens werden soziale Grenzen überbrückt und neue Netzwerke gebildet, implizites Wissen wird ausgetauscht und Lernen neu erfahren. Der Makerspace bietet eine Bühne, um eigene Erfahrungen auszutauschen, Wissen an Interessierte weiterzugeben oder gemeinschaftlich an einem kreativen Projekt zu arbeiten. Als Ort des Lernens und der Information, aber auch als Treffpunkt bieten öffentliche Bibliotheken einen idealen Rahmen für ein entsprechendes Angebot. Das modulare Makerspace-Konzept ermöglicht ihnen, die Angebote ganz nach ihren Bedürfnissen und Ansprüchen auszurichten. Vorhandene Medienbestände können in die Makerspace-Aktivitäten eingebunden werden. Makerspaces sind vielversprechende Zukunftsmodelle kollektiver Erfahrungsräume und bieten Platz für eine inklusive Lernwerkstatt für die Gemeinschaft. Aufgrund der vorliegenden Analyse empfiehlt das Projektteam für die Stadtbibliothek Göttingen mit dem Koffermodul zu starten, um die Teilnehmer und Mitarbeiter nicht zu überfordern. Die räumlichen Gegebenheiten lassen aber in einem späteren Stadium auch die Module Schrank und Raum zu. Diese Erweiterungen sollten von der Nutzung und der Nachfrage abhängig gemacht werden.

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Bibliothekarisches auf der Didacta 2015 in Hannover

Auf der diesjährigen Didacta findet sich einiges mit (Ö)-Bibliotheksbezug:

 

Robert Kaltenbrunner über “die Architektur der Information”

Robert Kaltenbrunner schreibt auf Telepolis über “die Architektur der Information”. Ein Auszug:

Der Besuch einer Bibliothek ist mehr als ein zweckrationaler Vorgang. Er hat auch etwas mit gesellschaftlicher Teilhabe zu tun. Viele Beispiele zeigen, was um das Lesen herum inszeniert werden kann. Allerdings sind es vielleicht gar nicht die events, die spektakulären Ereignisse, auf die es ankommt, sondern manchmal einfach die menschliche, anregende, spannende Begegnung, der angenehme Aufenthalt, die Möglichkeit zum Rückzug, die Qualität des Angebots.

Sonntagsöffnung öffentlicher Bibliotheken laut Bundesverwaltungsgericht nicht erforderlich

Aus einer Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts

In der Sache ist die Beschäftigung von Arbeitnehmern in Videotheken und öffentlichen Bibliotheken an Sonn- oder Feiertagen zur Befriedigung an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung nach einer Freizeitgestaltung nicht erforderlich, weil DVDs, Computerspiele oder Bücher für eine Nutzung am Sonn- oder Feiertag vorausschauend schon an Werktagen ausgeliehen werden können. Es stellt keinen erheblichen Schaden i.S.d. des Gesetzes dar, wenn der Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe nicht hinter den Wunsch zurücktreten muss, spontan auftretende Bedürfnisse auch sofort erfüllt zu bekommen.

Ist die Öffnung erforderlich? Dienen öffentliche Bibliotheken nur der Freizeitgestaltung oder geht ihre Bestimmung darüber hinaus? Es darf diskutiert werden.

[via @hobohm]

Neues Web-Heim für Fahrbibliotheken

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Auf die Frage, über was BibliothekarInnen beruflich bloggen, könnte man antworten: über alles mögliche, von abstrusen technischen Standards bis zu Fahrbibliotheken. Und damit wären wir bei einem meiner Lieblingsbeispiele für die inhaltliche Vielfalt von Bibliotheksblogs: Fahrbibliotheken in Deutschland. Das ist auch nach inzwischen 8,5 Jahren(!) an alter Stelle zu finden. Dazu hat sich jetzt jedoch mit fahrbibliothek.de eine Seite gesellt, auf der nicht nur die neuesten Blogeinträge angezeiget werden, sondern auch über 90 Fahrbibliotheken in ganz Deutschland aufgelistet sind.

[via Netbib]

Micro-Blogging for Science & Technology Libraries

Wer sich mit Micro-Blogging beschäftigt, mag sich für folgenden Artikel interessieren:

Murphy, Joe (2008) Better Practices From the Field: Micro-Blogging for Science & Technology Libraries. Science & Technology Libraries 28(4).

Mir bleibt der Sinn der Angelegenheit zumindest für Bibliotheken nach wie vor schleierhaft. Eine mir bislang bekannte Anwendung im Bibliothekskontext ist die Einsatz von Twitter für Neuerwerbungslisteb: http://twitter.com/FHB_Bibliothek. Wobei ich keinen Vorteil zu herkömmlichen RSS-Feeds wie z.B. diesem hier sehe.

Hier geht’s auf jeden Fall zum Volltext.

Querelen in der "London Library"

Gernot U. Gabel schreibt in der aktuellen Ausgabe des Bibliotheksdiensts (42, H. 2) über Querelen in der ‘London Library’. Die London Library ist die größte privatfinanzierte öffentliche Bibliothek der Welt. Sie entstand aus dem Bedürfnis des Historikers Thomas Carlyle, auch den weniger privilegierten Zugang zur Bildung zu verschaffen. Auf der Homepage steht dann auch programmatisch: Membership is open to all.

Dies scheint nicht länger der Fall zu sein. Obwohl eine Umfrage aus dem Jahr 2004 ergab, dass 60% der Mitglieder den unteren Einkommensschichten angehören, wurde die Mitgliedsgebühr von ohnehin saftigen £ 210 (heute € 277,54) auf £ 375 (€ 495,37) pro Jahr erhöht.

Mehr Informationen gibt es im oben erwähnten Bibliotheksdienstartikel und sehr zahlreich in der englischen Presse, wie z.B. im Spectator.