Bibliotheken in Kolumbien

Aus einer Programmankündigung des Deutschlandfunks:

Die kolumbianische Stadt Medellín war bis vor wenigen Jahren ein gefährliches Pflaster. Seitdem eine Bürgerbewegung die Stadtregierung übernahm, wurde der öffentlichen Raum zurück erobert: mit “Bibliotheken-Parks”.

Medellín, Kolumbiens zweitgrößte Stadt, war bis vor wenigen Jahren berüchtigt für die Exzesse von Gewalt, die dort von der Drogenmafia, den Paramilitärs und der Guerrilla verübt wurden. Doch 2002 übernahm eine Bürgerbewegung die Stadtregierung und begann mit einer unkonventionellen Reformpolitik, die Lebensqualität in den konfliktreichsten Vierteln zu verbessern. Äußere Zeichen dieser Veränderung sind fünf große “Bibliotheken-Parks”, fünf kommunale Zentren der Kultur, Bildung und sozialen Assistenz.

Die Sendung wird heute, am 22. Januar 2008, von 19.15 bis 20.00 Uhr ausgestrahlt.

Rekordausleihzahlen schützen nicht vor Schließung

Der kürzlich erschienene Jahresbericht der Berliner Kulturverwaltung zieht positive Bilanz für Berlins öffentliche Bibliotheken 2006:

Rein statistisch hat im Jahr 2006 jeder Berliner/jede Berlinerin 5,15 (2005:4,98) Ausleihen aus den Berliner Öffentlichen Bibliotheken getätigt. […] Der seit 2003 anhaltende Trend steigender Entleihungszahlen setzt sich damit 2006 fort. Wiederum konnte ein Anstieg von 3,68% bei der Anzahl der Ausleihen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Nichtsdestotrotz sollen wegen defizitärer Haushaltslage zwei von derzeit neun Stadtteilbibliotheken Berlins geschlossen werden (wir berichteten), wie heute u.a. in der taz zu lesen:

Am heutigen Mittwoch soll in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow über die Schließung zweier Bibliotheken verhandelt werden: die Kurt-Tucholsky-Bibliothek in der Esmarchstraße und die Stadtteilbibliothek am Senefelder Platz.

Spaßige Bibliotheken und eine verärgerte Bibliothekarin

Shifted Jenny schreibt eine kurze Notiz über gaming library classes in der bibliothekarischen Ausbildung, und die Annoyed Librarian nutzt diese Steilvorlage und ledert eindrucksvoll ab. Hier nur ein Zitat, denn diese Suada sollte man im Ganzen lesen:

If library school is to teach you how to play videogames and libraries are there to host dance parties and bring in the kiddies, forget these “educated” librarians. Libraries don’t need them for this kind of work. This stuff doesn’t require a master’s degree, or even a college degree. Cataloging? Not necessary if everything’s online. Reference? Are you kidding? We’ve got Google, what do we need with reference librarians.

Ihr Fazit ist, dass es wohl besser sein, ein paar Teenager für kleines Geld zu engagieren, die sich um die Ausrichtung von Spielveranstaltungen kümmern können. Bibliotheksangestellte würden ja eh nur noch stören.

Nacht der Bibliotheken in NRW

Zum zweiten Mal findet am 26. Oktober die “Nacht der Bibliotheken” in über 200 nordrhein-westfälischen Bibliotheken statt.

Deshalb ließen die Mitarbeiter der Bibliotheken überall im Land ihrer Phantasie freien Lauf, entwickelten originelle Aktionen, organisierten einmalige Events und luden die beliebtesten Vorleser und die angesagtesten Krimiautoren ein. Ja, auch “Tannöd”-Autorin Andrea Maria Schenkel, die zurzeit die Krimi-Hitlisten anführt, kommt!

Mehr Informationen auf der Homepage zur Veranstaltung.

Neuer DBV-Newsletter erschienen

Ab heute ist die 113. Ausgabe des DBV-Newsletters online.

Darin findet sich unter anderem der Hinweis auf das von der AG Informationskompetenz NRW entwickelte Online-Tutorial Informationskompetenz. Das Tutorial wurde zur Nachnutzung, insbesondere für die Bibliotheken, die keine finanziellen oder personellen Kapazitäten für die Erstellung eines eigenen E-Learning-Tools haben, konzipiert. Es lässt sich ohne technische Hürden in das eigene Webangebot einbinden und an die lokalen Gegebenheiten anpassen und ergänzen. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Onleihe bei Telepolis

Gerade bei Netbib gesehen: Rainer Sladek schreibt über die Onleihe nur für Microsoft-User. In den Kommentaren zum Telepolis-Artikel wird auch klar, wie sehr man sich mit dem unreflektierten Einsatz von DRM-Technologien den Ruf bei der Minderheit von Heiseforeneinwohnern versauen kann. Doob stellt dort fest, dass Bibliotheken was tolles sind, aber das wird gleich von firedancer gekontert:

Sind sie jetzt nicht mehr – wenn das Angebot a) der Monopolisierung
dient (denn darum geht es hier nämlich), b) weite Teile der
Bevölkerung ausgeschlossen werden (alles > 5% sind bereits weite
Teile: Wir reden hier von sehr großen Usermassen).

So stark formuliert das sicher nur ein kleiner Bevölkerungsteil, aber wie firedancer richtig bemerkt, sind auch 5% der Bevölkerung schon durchaus relevant. Wir reden hier von sehr großen Bibliotheksbenutzermassen.

Die Divibib-Mitarbeiter sind der anfangs eingeforderten Diskussion in der Biblioblogosphäre übrigens sehr offensichtlich überdrüssig geworden. Sie belassen es jetzt beim Posten von Werbeartikeln in ihrem eigenen Blog. Zumindest in den einschlägigen Biblioblogs (z.B. Netbib, Bibliothek 2.0 oder auch hierzublog) konnte ich sie lange nicht mehr sichten. Es ist vermutlich nicht lukrativ genug, sich mit Kritik auseinanderzusetzen.

Micropublishing für Bibliotheken

Mit dem Begriff Micropublishing (oder Micro-Blogging) bezeichnet man das Veröffentlichen sehr kurzer Mitteilungen wie es zum Beispiel bei Twitter der Fall ist. Oft handelt es sich dabei um eine Art SMS an die interessierte Weltöffentlichkeit.

Der Fischmarkt beendet nun eine kleine Artikelserie über Micropublishing mit einem Posting über Micropublishing für Institutionen. Für Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen ist daraus nicht viel zu entnehmen, höchstens:

Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen müssen genauso wie andere erst herausfinden, wen und was genau sie mit Micropublishing erreichen können.

Aha, dankeschön! Passend dazu schreibt auch der Webworkblogger Oliver Ueberholz: Alle sind sie im Twitter Wahn, aber viele wissen nicht so recht wozu.. Er selbst ist da schon etwas weiter und bietet eine Menge Anwendungsmöglichkeiten, von denen ein paar beispielhaft erwähnt und in den Bibliothekskontext gestellt seien. Der Einfachheit halber gehe ich im Folgenden von Twitter als Standardapplikation aus.
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Zentralbibliothek in Flughafengebäude?

In die Diskussion um einen neuen Standort der Berliner Zentral- und Landesbibliothek (wir berichteten) wurde nun ein neuer Vorschlag eingebracht: Das Architekturbüro Reimann/Müller sieht in den Räumen des Flughafens Tempelhof eine geeignete neue Heimat für die ZLB, wenn dort Ende Oktober 2008 der Flugbetrieb eingestellt wird.

[via Welt online]

Mikroformate für die Bibliothek

Mikroformate-Symbol

Dies ist ein weiterer Artikel aus der Reihe “Klein aber oho!”, in der leicht einzuführende Dienstleistungen (auch, aber nicht nur) für kleine Bibliotheken vorgestellt werden.

Was Mikroformate sind, haben wir ja schon, wie auch die Sinnfälligkeit der Integration in Bibliotheksseiten, erklärt. Wie macht man das nun? Dies sei am Beispiel von Adressdaten erklärt. Und kaum lässt man einen Artikelentwurf mal ein paar Wochen liegen, meldet sich auch schon jemand aus der Biblioblogosphäre und schleift das Thema ans Tageslicht. So geschehen im Jakoblog, nämlich hier, hier und hier. Jakob Voss geht es primär um bibliographische Daten, was natürlich auch das Ziel einer Mikroformatsimplementation sein sollte. Doch zuerst zu den Adressdaten…
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