Antrag von Union und SPD zur “Digitalen Bildung”

Die Transferstelle für OER hat einen Bundestagsantrag zur Digitalen Bildung veröffentlicht, der am nächsten Donnerstag in die erste Beratung gehen soll. Der Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD heißt “Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden” und ist als Google-Dokument verfügbar. Zwei Fundstellen, Hervorhebungen von mir:

die Entwicklung bundeseinheitlicher Mindeststandards zur digitalen Informations- und Medienkompetenz für die unterschiedlichen Altersstufen der Lernenden sowie regelmäßige Überprüfung dieser in einer Ländervergleichsstudie, um im Rahmen dieser auch eine internationale Vergleichbarkeit herzustellen.

der Arbeit an einem bildungs- und forschungsfreundlichen Urheberrecht als Grundlage der digitalen Lehrmittelfreiheit sowie damit verbunden der Einführung einer einheitlichen Bildungs- und Wissenschaftsschranke.

R-Einführung in c't und anderswo

Ich verweise hier seit ein paar Jahren immer mal wieder auf R. R ist (laut Wikipedia) eine freie Programmiersprache für statistisches Rechnen und statistische Grafiken. R sieht auf den ersten Blick ein wenig abschreckend aus. Aber es existieren sehr, sehr viele Tutorials und Einführungen für Ein- und Umsteiger mit jeden denkbaren Vorkenntnissen.

In der aktuellen c’t (Heft 3/2014, S. 182-187) wurde eine Artikelserie begonnen, in der Andreas Krause in R einführt. Zielgruppe sind Programmierer. Eine andere Einführung, die ich sehr empfehlen kann, ist als RRZN-Handbuch erschienen. Das RRZN heißt zwar jetzt LUIS, die Handbücher werden aber zumindest bis jetzt unter altem Namen vertrieben. Und auf Coursera hat kürzlich wieder der Kurs Computing for Data Analysis begonnen, in dem R-Grundlagen vermittelt werden.

Forrest Wright: "What do Librarians Need to Know About MOOCs?"

Erschienen in D-LIB. Abstract:

Over the past several months, the proliferation of MOOCs (Massive Open Online Courses) has been hailed as a potent defense against the rising cost and insular culture of attending a traditional college. The courses, which are generally taught by experts with affiliations to elite universities, are characterized by their unique pedagogy and unlimited enrollment. To date, no course has been accepted for transfer credit at a major on-campus institution; however some administrators and higher-education experts predict their gradual integration into university curriculum. This article examines the MOOC phenomenon, identifying aspects that academic librarians should consider in the coming years, including how these courses interact with scholarly resources and library services. Methods for integrating library services in these courses are evaluated, with recommendations for the best course of action.

Link: http://dx.doi.org/10.1045/march2013-wright

Zwei deutsche Unis in Coursera

Coursera gab bekannt, dass nun 29 weitere Universitäten Kurse in Coursera anbieten werden. Und nun auch nicht mehr ausschließlich auf Englisch. Dabei sind auch die Ludwig-Maximilians-Universität München (mit Competitive Strategy von Tobias Kretschmer und drei weiteren Kursen) und die Technische Universität München (mit einem Kurs Computer Vision von Martin Kleinsteuber). Deutschsprachige Kurse werden bisher leider nicht angeboten.

MOOC im bibliothekarischen Kontext

Ich dachte eigentlich, MOOCs wären bekannt. In Inetbib stellt sich das nun anders dar. Ok. Also kurz zur Einführung: MOOC bedeutet Massive Open Online Course. Dabei handelt es sich um oft von Universitäten angebotene E-Learning-Angebote für große Teilnehmerzahlen. Es gibt zahlreiche Angebote, die man gratis nutzen kann. Eins der größten ist Coursera. Hier in Infobib habe ich schon auf diverse Kurse aufmerksam gemacht. Jetzt haben wieder verschiedene interessante Kurse begonnen. Computing for Data Analysis zum Beispiel oder Game Theory. In Inetbib fragte Walther Umstätter kürzlich nach MOOC und den Folgen für das Bibliothekswesen. (Edit: 11. März 2013, siehe Kommentar) In Inetbib ging es kürzlich um MOOC und die Folgen. 1) Lambert Heller verwies in einer Antwort auf Dörte Böhners Posting zu MOOCs. Dort heißt es:

Es gibt einen gewissen Zeitdruck, der widerum einen guten Rahmen für die Aneignung von Neuem bildet.

Der Zeitdruck ist bei den meisten Kursen recht hoch. Neben einer Vollzeitstelle und anderen Verpflichtungen lässt sich das nur mit viel Disziplin aufrecht erhalten. Aber selbst wenn man einen Kurs nicht beendet oder die Prüfungsleistungen auslässt, kann man eine Menge mitnehmen.

  • Ich habe auf interessante Kurse hingewiesen. Ergo: Es gibt interessante Kurse! Damit ist die erste Bedeutung von MOOCs für das Bibliothekswesen schon einmal klar: Coursera & Co bieten fantastische Weiterbildungsmöglichkeiten. Und diese Möglichkeit wird schon wahrgenommen. Im Forum zu einem der Kurse, in die ich reinschnupperte, wurde ich auch direkt von einem bibliothekarischen Kollegen erkannt. Brian Mathews schrieb dazu:

    So where do librarians fit in? My hack-force and I are going to participate in MOOCs this fall, purely from a learner prescriptive. We probably won’t finish the courses, but that’s not our objective—the intention is to soak up the community practices, observe the process, and participate when fitting.

  • Wenn man sich weiterbilden kann, könnte man MOOC auch nutzen, um selbst weiterzubilden. Einfach die ganzen Informationskompetenzprojekte in eine MOOC-Plattform zu kippen, wird dabei aber wohl nicht reichen.
  • Bereitstellung von “Semesterapparaten”. Zu fast jedem Kurs gehört entsprechende Literatur. Diese verfügbar zu machen, könnte bibliothekarische Aufgabe sein. 2) Nebenbei bemerkt: die Aufbereitung der Literaturverzeichnisse und Links zu Volltexten in Coursera & Co überzeugt mich absolut nicht. Gibt es irgendwo eine wirklich schöne Lösung für Literaturlisten in LMS?
  • Je nachdem, ob man in der Plagiatsbekämpfung – bzw. in der Bereitstellung der technischen Infrastruktur – eine bibliothekarische Aufgabe sieht, wäre auch das eine Schnittstelle zwischen MOOC und Bibliothek.

Das sind sicherlich nicht die einzigen Szenarien und Berührungspunkte zwischen MOOC und Bibliothekswesen. Was fehlt noch?

References   [ + ]

1. Lambert Heller verwies in einer Antwort auf Dörte Böhners Posting zu MOOCs. Dort heißt es:

Es gibt einen gewissen Zeitdruck, der widerum einen guten Rahmen für die Aneignung von Neuem bildet.

Der Zeitdruck ist bei den meisten Kursen recht hoch. Neben einer Vollzeitstelle und anderen Verpflichtungen lässt sich das nur mit viel Disziplin aufrecht erhalten. Aber selbst wenn man einen Kurs nicht beendet oder die Prüfungsleistungen auslässt, kann man eine Menge mitnehmen.

2. Nebenbei bemerkt: die Aufbereitung der Literaturverzeichnisse und Links zu Volltexten in Coursera & Co überzeugt mich absolut nicht. Gibt es irgendwo eine wirklich schöne Lösung für Literaturlisten in LMS?

Drei öffentliche Vorlesungen in Stanford

Edlef Stabenau hat drüben in Netbib kürzlich schon darauf hingewiesen, dass die Stanford-Vorlesung Introduction to Artificial Intelligence komplett online angeboten wird und es auch Nicht-Eingeschriebenen möglich sein wird, sich die Teilnahme zwar nicht durch Stanford, aber immerhin durch die Dozenten bescheinigen zu lassen:

Online students who pass the online class will receive a statement of accomplishment in the name of the instructors, but no official Stanford certificate.

Es werden noch zwei weitere Kurse angeboten. Machine Learning von Andrew Ng und Introduction to Databases von Jennifer Widom.

Wikiversity

Durch ZEIT Online bin ich heute auf die “Wikiversity” gestoßen:

Wikiversity ist eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte, zum Gedankenaustausch in fachwissenschaftlichen Fragen und zur Erstellung freier Kursmaterialien.

Auf dem “Wikiversity-Campus” bekommt man einen Überblick über die verschiedenen Fachbereiche und die angebotenen Kurse und Projekte. Die “Cafeteria” dient als Anlaufstelle für Fragen und Ratschläge jeglicher Art. Sogar eine “Bibliothek” steht zur Verfügung, die ein paar (wenige) Links zu Zeitschriften-Suchmaschinen, Fachzeitschriften und Nachschlagewerken liefert.

Dieser m.E. lobenswerte Ansatz zur (hoch)schulübergreifenden Zusammenarbeit, zum fachlichen Austausch und der Nutzung von Synergieeffekten stößt allerdings nicht nur auf positive Resonanz.

“Jeder kann behaupten, etwas von Informatik zu verstehen und lehren zu wollen”, sagt die Berliner Informatikprofessorin Debora Weber-Wulff von der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Das führe aber zu “teilweise armseligen Ergebnissen”.

Bibliothek 2.009

bibliothek2009
Aller guten Dinge sind drei! Und in die dritte Runde geht’s nun mit dem (teilweise bibliothekarischen) Selbstlernkurs zum Web 2.0. Bequemlicherweise packe ich hier einfach mal die Infomail rein, die in dieser oder ähnlicher Form auch durch Inetbib, Netbib und Co geistern wird. Weiterverbreitung ist ausdrücklich erwünscht!
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