Wikipedia erhöht den Impact einer Publikation

Misha Teplitskiy, Grace Lu, Eamon Duede: Amplifying the Impact of Open Access: Wikipedia and the Diffusion of Science

Abstract:

With the rise of Wikipedia as a first-stop source for scientific knowledge, it is important to compare its representation of that knowledge to that of the academic literature. This article approaches such a comparison through academic references made within the worlds 50 largest Wikipedias. Previous studies have raised concerns that Wikipedia editors may simply use the most easily accessible academic sources rather than sources of the highest academic status. We test this claim by identifying the 250 most heavily used journals in each of 26 research fields (4,721 journals, 19.4M articles in total) indexed by the Scopus database, and modeling whether topic, academic status, and accessibility make articles from these journals more or less likely to be referenced on Wikipedia. We find that, controlling for field and impact factor, the odds that an open access journal is referenced on the English Wikipedia are 47% higher compared to closed access journals. Moreover, in most of the worlds Wikipedias a journals high status (impact factor) and accessibility (open access policy) both greatly increase the probability of referencing. Among the implications of this study is that the chief effect of open access policies may be to significantly amplify the diffusion of science, through an intermediary like Wikipedia, to a broad public audience.

Ich vermute übrigens, dass die in großen MOOCs verwendete Literatur ebenfalls einen, wenn auch eventuell verzögerten, Zitationsanstieg erfährt. Viele Wissenschaftler werden MOOCs zur interdisziplinären Fortbildung verwenden und darüber ihre jeweiligen Grundlagen und somit auch die Grundlagenliteratur aufnehmen.

R-Einführung in c't und anderswo

Ich verweise hier seit ein paar Jahren immer mal wieder auf R. R ist (laut Wikipedia) eine freie Programmiersprache für statistisches Rechnen und statistische Grafiken. R sieht auf den ersten Blick ein wenig abschreckend aus. Aber es existieren sehr, sehr viele Tutorials und Einführungen für Ein- und Umsteiger mit jeden denkbaren Vorkenntnissen.

In der aktuellen c’t (Heft 3/2014, S. 182-187) wurde eine Artikelserie begonnen, in der Andreas Krause in R einführt. Zielgruppe sind Programmierer. Eine andere Einführung, die ich sehr empfehlen kann, ist als RRZN-Handbuch erschienen. Das RRZN heißt zwar jetzt LUIS, die Handbücher werden aber zumindest bis jetzt unter altem Namen vertrieben. Und auf Coursera hat kürzlich wieder der Kurs Computing for Data Analysis begonnen, in dem R-Grundlagen vermittelt werden.

MOOCmaßungen in der FAZ

Frank Kelleter über MOOCs in der FAZ:

Die dickste Sau aber, die demnächst durchs Dorf gejagt werden wird, hört auf den Namen MOOCs (Massive Open Online Courses). Dabei handelt es sich um digitale Lehrplattformen, die erstmals im Frühjahr 2012 vom kalifornischen Unternehmen Coursera in Stanford betrieben wurden.

MOOCs werden über Plattformen angeboten. Das ‘C’ steht für Courses. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Immerhin ist Herr Kelleters Auslassung über das, was er für E-Learning hält, auch keine Zeitung.

Ansonsten bleibt zu bemerken, dass Coursera nur eine Lehrplattform ist und nicht mehrere im Frühjahr 2012 betrieb. Und auch nicht der erste MOOC-Anbieter war.

Lektorat, kurze Recherche und ein bißchen weniger Abendlanduntergangsstimmung hätten vielleicht einen lesenswerten Artikel ermöglicht.

Anschauungsbeispiel zu "Grundlagen des Marketings" auf Iversity

Marc Oliver Opresnik bietet auf Iversity ab dem 15. Oktober den MOOC Grundlagen des Marketing an. Das Besondere an diesem Kurs: man kann ECTS erwerben.

“Besonders” ist übrigens auch das Mailmarketing. In der Willkommensmail wurde ein Sneak Preview auf die erste Lektion angeboten. Mit der Aussicht auf weitere Vorab-Materialien.

Wie kommen Sie da ran? Ganz einfach: Die erste Einheit finden Sie hier, jede weitere Einheit können Sie freischalten, indem Sie je einen Freund über Ihren personalisierten Einladungslink zur Einschreibung in Ihren Kurs gewinnen

Dazu werden Tools für Facebook, Twitter und E-Mails an Freunde angeboten. Kurze Zeit später:

Marketing-Bücher gibt es viele, aber keines, welches in englischer Sprache auf den europäischen Markt zugeschnitten ist und neben der theoretischen Fundierung zahlreiche Übungsaufgaben, Vertiefungsfragen, Praxisbeispiele und Unternehmensfallstudien enthält.

Einer von zwei Autoren: der MOOC-Anbieter Opresnik. Dazu ein Affiliate-Link auf Amazon. Keyword: opresnik.

Es folgten elf Tage Funkstille. Dann:

  • 14.09.2013: Hinweis auf ein Interview über den Kurs.
  • 17.09.2013, 10:39 Uhr: ein preisreduziertes Angebot für das schon einmal angebotene Buch. Es gäbe ein “begrenztes Rest-Kontingent […] zum Vorzugspreis”. Immerhin 10 Euro billiger. Interessante Frage am Rande: Greift hier die Ausnahme von der Buchpreisbindung für Werke, die älter als 18 Monate sind?
  • 17.09.2013, 17:12 Uhr: Hinweis auf einen Werbespot, der kursrelevant sein könnte.
  • 18.09.2013, 11:44 Uhr: Hinweis auf die Arbeit an einer Facebook-Seite zum Kurs, auf der Austausch über die Inhalte des Kurses stattfinden kann. Bis diese Seite fertig ist, könne man eine andere Seite nutzen. Vorgeschlagen wird die Facebookseite eines schon erwähnten Marketingbuches.
  • 18.09.2013, 16:10 Uhr: Noch ein Hinweis auf ein Musikvideo.

Da dieser Kurs Marketing zum Thema hat, kann man davon ausgehen, dass das gewollt ist. Also die doch recht hohe Schlagzahl der Mails, deren Zielgruppe wohl Menschen mit zu leeren Posteingängen sind, aber auch die redundanten Hinweise auf das Marketingbuch, das ich hier nicht auch noch verlinken werde.

Ich melde mich dann mal ab, sobald ich herausgefunden habe, wie das auf Iversity geht. Auf Coursera klickt man auf “Un-Enroll”. Hier finde ich erstmal nichts. Naja. Dann halt “Konto löschen”. Ciao, Iversity.

Edit: Ich erhielt Nachfragen, wie der letzte Absatz gemeint ist. Gemeint war: Ich habe mein Iversity-Konto gelöscht, da ich auf Anhieb keine Möglichkeit gefunden habe, mich aus einem Kurs “auszuschreiben”. Auf Konkurrenz-Seiten wie z.B. Coursera ist die Option sehr prominent platziert. Auf Iversity habe ich sie gar nicht entdecken können.

Forrest Wright: "What do Librarians Need to Know About MOOCs?"

Erschienen in D-LIB. Abstract:

Over the past several months, the proliferation of MOOCs (Massive Open Online Courses) has been hailed as a potent defense against the rising cost and insular culture of attending a traditional college. The courses, which are generally taught by experts with affiliations to elite universities, are characterized by their unique pedagogy and unlimited enrollment. To date, no course has been accepted for transfer credit at a major on-campus institution; however some administrators and higher-education experts predict their gradual integration into university curriculum. This article examines the MOOC phenomenon, identifying aspects that academic librarians should consider in the coming years, including how these courses interact with scholarly resources and library services. Methods for integrating library services in these courses are evaluated, with recommendations for the best course of action.

Link: http://dx.doi.org/10.1045/march2013-wright

Zwei deutsche Unis in Coursera

Coursera gab bekannt, dass nun 29 weitere Universitäten Kurse in Coursera anbieten werden. Und nun auch nicht mehr ausschließlich auf Englisch. Dabei sind auch die Ludwig-Maximilians-Universität München (mit Competitive Strategy von Tobias Kretschmer und drei weiteren Kursen) und die Technische Universität München (mit einem Kurs Computer Vision von Martin Kleinsteuber). Deutschsprachige Kurse werden bisher leider nicht angeboten.

MOOC im bibliothekarischen Kontext

Ich dachte eigentlich, MOOCs wären bekannt. In Inetbib stellt sich das nun anders dar. Ok. Also kurz zur Einführung: MOOC bedeutet Massive Open Online Course. Dabei handelt es sich um oft von Universitäten angebotene E-Learning-Angebote für große Teilnehmerzahlen. Es gibt zahlreiche Angebote, die man gratis nutzen kann. Eins der größten ist Coursera. Hier in Infobib habe ich schon auf diverse Kurse aufmerksam gemacht. Jetzt haben wieder verschiedene interessante Kurse begonnen. Computing for Data Analysis zum Beispiel oder Game Theory. In Inetbib fragte Walther Umstätter kürzlich nach MOOC und den Folgen für das Bibliothekswesen. (Edit: 11. März 2013, siehe Kommentar) In Inetbib ging es kürzlich um MOOC und die Folgen. 1) Lambert Heller verwies in einer Antwort auf Dörte Böhners Posting zu MOOCs. Dort heißt es:

Es gibt einen gewissen Zeitdruck, der widerum einen guten Rahmen für die Aneignung von Neuem bildet.

Der Zeitdruck ist bei den meisten Kursen recht hoch. Neben einer Vollzeitstelle und anderen Verpflichtungen lässt sich das nur mit viel Disziplin aufrecht erhalten. Aber selbst wenn man einen Kurs nicht beendet oder die Prüfungsleistungen auslässt, kann man eine Menge mitnehmen.

  • Ich habe auf interessante Kurse hingewiesen. Ergo: Es gibt interessante Kurse! Damit ist die erste Bedeutung von MOOCs für das Bibliothekswesen schon einmal klar: Coursera & Co bieten fantastische Weiterbildungsmöglichkeiten. Und diese Möglichkeit wird schon wahrgenommen. Im Forum zu einem der Kurse, in die ich reinschnupperte, wurde ich auch direkt von einem bibliothekarischen Kollegen erkannt. Brian Mathews schrieb dazu:

    So where do librarians fit in? My hack-force and I are going to participate in MOOCs this fall, purely from a learner prescriptive. We probably won’t finish the courses, but that’s not our objective—the intention is to soak up the community practices, observe the process, and participate when fitting.

  • Wenn man sich weiterbilden kann, könnte man MOOC auch nutzen, um selbst weiterzubilden. Einfach die ganzen Informationskompetenzprojekte in eine MOOC-Plattform zu kippen, wird dabei aber wohl nicht reichen.
  • Bereitstellung von “Semesterapparaten”. Zu fast jedem Kurs gehört entsprechende Literatur. Diese verfügbar zu machen, könnte bibliothekarische Aufgabe sein. 2) Nebenbei bemerkt: die Aufbereitung der Literaturverzeichnisse und Links zu Volltexten in Coursera & Co überzeugt mich absolut nicht. Gibt es irgendwo eine wirklich schöne Lösung für Literaturlisten in LMS?
  • Je nachdem, ob man in der Plagiatsbekämpfung – bzw. in der Bereitstellung der technischen Infrastruktur – eine bibliothekarische Aufgabe sieht, wäre auch das eine Schnittstelle zwischen MOOC und Bibliothek.

Das sind sicherlich nicht die einzigen Szenarien und Berührungspunkte zwischen MOOC und Bibliothekswesen. Was fehlt noch?

References   [ + ]

1. Lambert Heller verwies in einer Antwort auf Dörte Böhners Posting zu MOOCs. Dort heißt es:

Es gibt einen gewissen Zeitdruck, der widerum einen guten Rahmen für die Aneignung von Neuem bildet.

Der Zeitdruck ist bei den meisten Kursen recht hoch. Neben einer Vollzeitstelle und anderen Verpflichtungen lässt sich das nur mit viel Disziplin aufrecht erhalten. Aber selbst wenn man einen Kurs nicht beendet oder die Prüfungsleistungen auslässt, kann man eine Menge mitnehmen.

2. Nebenbei bemerkt: die Aufbereitung der Literaturverzeichnisse und Links zu Volltexten in Coursera & Co überzeugt mich absolut nicht. Gibt es irgendwo eine wirklich schöne Lösung für Literaturlisten in LMS?

Blogs zur Informationsvisualisierung

Es gibt Hunderte von Blogs, die sich mit Daten, Informationen und deren Visualisierung beschäftigen. Hier eine kleine Auswahl von Blogs, die mir seit langem besonders gut gefallen.

information aesthetics.Where form follows data.

Beispielposting: OrgOrgChart: The Dynamic Organization of an Organization

FloatingSheep

Sehr viele Visualisierungen rund um Twitter, oft auch Auftragsarbeiten für den Guardian.
Beispielposting: Mapping Racist Tweets in Response to President Obama’s Re-election

Flowing Data

Ach, wo soll man anfangen? Zwei Beispiele sollen reichen.
Beispielposting 1: Getting Started with Charts in R
Beispielposting 2: An Ideal Bookshelf

Datavisualization.ch

Datavisualization.ch is the premier news and knowledge resource for data visualization and infographics. Leider wird dort recht selten gebloggt. Eine Perle ist sicherlich A Carefully Selected List of Recommended Tools.

The Functional Art

Alberto Cairo über Visualisierungen, oft mit einem Fokus auf Datenjournalismus.
Beispielposting: Radar graphs: Avoid them (99.9% of the time)

Cairo bietet übrigens auch einen MOOC über Introduction to Infographics and Data Visualization an, der am 12. Januar 2013 startet.

Information is Beautiful

Eins der prominentesten Blogs dieser Sparte, leider mit recht wenig Postings in den letzten Monaten. Dort vergibt man vor einigen Monaten den Information is Beautiful Award.

Einige dieser Blogs und einige weitere hat Joshua Kitlas letztes Jahr schon zu den 25 Must-Follow Information, Data and Visualization Blogs and RSS Feeds for the Data Professional zusammengestellt.

Coursera: Neue Universitäten

12 weitere Universitäten haben sich nun Coursera angeschlossen, vermeldet das Coursera-Blog:

Und die Resonanz war bis jetzt schon enorm:

To date, 700,000 students from 190 countries have participated in classes on Coursera, with more than 1.55 million course enrollments total!

Da weiß man, warum diese Kurse “Massive Open Online Courses” genannt werden! Deutsche Universitäten sind noch nicht dabei.

Drei öffentliche Vorlesungen in Stanford

Edlef Stabenau hat drüben in Netbib kürzlich schon darauf hingewiesen, dass die Stanford-Vorlesung Introduction to Artificial Intelligence komplett online angeboten wird und es auch Nicht-Eingeschriebenen möglich sein wird, sich die Teilnahme zwar nicht durch Stanford, aber immerhin durch die Dozenten bescheinigen zu lassen:

Online students who pass the online class will receive a statement of accomplishment in the name of the instructors, but no official Stanford certificate.

Es werden noch zwei weitere Kurse angeboten. Machine Learning von Andrew Ng und Introduction to Databases von Jennifer Widom.