Elinor Ostrom – Was mehr wird, wenn wir teilen

Auf Keimform.de findet sich eine ursprünglich in Das Argument erschienene Rezension zu Elinor Ostroms “Was mehr wird, wenn wir teilen” von Stefan Meretz.

Das Werk wurde von Silke Helfrich (Commons-Blog) herausgegeben, und wie Meretz richtig schreibt, ist ihr eigentlich eine Mitautorenschaft zuzuerkennen. Helfrich führt sehr umfangreich in Ostroms Gedankenkosmos ein. Und das ist auch der Sinn dieses Buchs. Es liefert einen Einstieg in die Welt der Allmendeforschung, der notwendigerweise unvollständig bleibt. Aber Spaß macht. Und daher gilt hier: Lesetipp!

Walt Crawford: The Liblog Landscape 2007-2008

Walt Crawfords neuestes Werk über die (englischsprachige) Biblioblogosphäre ist nun bei Lulu.com verfügbar: The Liblog Landscape 2007-2008.

Liblogs–blogs written by library people, as opposed to official library blogs–provide some of today’s most interesting and useful library literature. This book offers a broad look at English-language liblogs as they are and as they’ve changed between 2007 and 2008. The book includes more than 600 blogs with detailed analysis of 27 metrics for 2007 and 2008 and changes from 2007 to 2008–and, for 143 of them, 2006 as well. Through tables, charts and text, we explore the liblog landscape.

Walt Crawford – der als Walt at Random bloggt und Cites & Insights produziert – und ist seit Jahren einer der wenigen wirklich genauen Beobachter der Biblioblogosphäre.

Pia Kluth: Leser, Kunde oder Benutzer?

Pia Kluth widmet sich in ihrer Arbeit “Perfekt versteckt : Ressourcenverschwendung in wissenschaftlichen Bibliotheken” 1)Perfekt versteckt : Ressourcenverschwendung in wissenschaftlichen Bibliotheken / Kluth, Pia. – 1. Aufl. – Saarbrücken : VDM Verlag Dr. Müller, 2007, S. 32-36 unter anderem der Frage, wer das denn nun eigentlich ist, der da Bibliotheken benutzt oder bekundet. Eine befriedigende Antwort findet sie leider nicht.

Beim Vergleich der Begriffe Benutzer und Leser greift Kluth auf das Lexikon des Bibliothekswesens (Kunze) von 1969 zurück. Da es sich bei der Umwidmung des Bibliotheksbenutzers in einen Konsumenten um ein neueres Phänomen handelt, scheint mir dies verfehlt. Wie auch immer, wesentlicher ist der Vergleich der Begriffe Benutzer und Kunde, auf den sie später eingeht. Zitat, S. 33f:

Anders als bei den Begriffen “Leser” und “Benutzer” führt die Bezeichnung “Kunde” zu weiteren Implikationen. Kundenwert, Kundenverständnis und Kundenbindung sind einige Anknüpfungspunkte, die von diesem Begriff ausgehen. Die Richtung ist deutlich, es geht um ein innovatives Bild der Bibliotheksklientel. Das Wort “Kunde” löst Assoziationen aus, die Menschen und nicht Medien ins Zentrum bibliothekarischer Arbeit rücken. Kundenorientierung bedeutet, die Aufmerksamkeit auf Dienstleistungen zu richten, die Kundenbedürfnisse befriedigen.

Auf S. 35 zitiert sie Umlauf (“Die Bibliothek als wirtschaftliches Dienstleistungszentrum”, 2001, S. 7):

Mir scheint, dass die Beziehung zwischen den Nutzern der Bibliothek und der Bibliothek nicht vergleichbar ist zwischen den Kunden und einem Unternehmen, das diesen Kunden Waren und Dienstleistungen verkauft.

S. 35f:

Folglich scheinen sich beide Begriffe im bibliothekarischen Sprachgebrauch durchgesetzt zu haben, auch wenn sie nicht sauber voneinander abgetrennt werden. “Benutzer” ist das traditionellere und gewohntere Wort. “Kunde” hebt die ursprünglich intendierte Botschaft aus der Marktwirtschaft hervor. Vielleicht ist der sorglose Gebrauch aber nicht als Makel zu interpretieren, zeugt er doch von einer Normalisierung und realen Integration des dienstleistungsorientierten Wortes “Kunde” in die bibliothekarische Alltagssprache.

Noch ein Fragment, das wohl nie fertig geworden wäre. Daher einfach mal so als hoffentlich nützliche Zitatsammlung ins Netz gepackt.

References   [ + ]

1. Perfekt versteckt : Ressourcenverschwendung in wissenschaftlichen Bibliotheken / Kluth, Pia. – 1. Aufl. – Saarbrücken : VDM Verlag Dr. Müller, 2007, S. 32-36

Subjektives, affektives und assoziatives Tagging

Sobald es um Tagging im bibliothekarischen Kontext geht, ist auch schnell die Rede vom Datensilo, aus dem es auszubrechen gelte. Postwendend kommt verlässlich der Einwand (gerne auch mal von mir), dass Tags oft einen lokalen oder persönlichen Bezug haben. In “@toread and Cool : Subjective, Affective and Associative Factors in Tagging” untersucht Margaret Kipp genau dieses Phänomen.

Kipp, Margaret E.I. (2008) @toread and Cool : Subjective, Affective and Associative Factors in Tagging. In Proceedings Canadian Association for Information Science/L’Association canadienne des sciences de l’information (CAIS/ACSI), Vancouver, British Columbia (Canada).

http://eprints.rclis.org/archive/00013788/

Alle Einwände, die man auf diesem Wege gegen user generated sacherschließung vorbringen kann sollten jedoch nicht dazu führen, auf sie zu verzichten. Der dienst- und kontextübergreifende Austausch von funktionalen Tags mag zwar erst einmal wenig sinnvoll erscheinen. Aber bevor man dies abschließend beurteilen kann, sollten zunächst ausreichend Daten zur Verfügung stehen, anhand derer man die tatsächliche Anwendung von Tags im akademischen Kontext untersuchen kann.

Das Glück der Unerreichbarkeit

Die NZZ stellt das Buch „Das Glück der Unerreichbarkeit : Wege aus der Kommunikationsfalle“ von Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, vor. Es ist ein Buch über die Kommunikationssucht im Zeitalter von Internet, E-Mail, Mobiltelefon etc. Das Problem ist uns wohl allen nicht ganz fremd …

Zwei Grundansichten Meckels:

“Wer technisch angeschlossen ist, ist nicht zwangsläufig auch sozial angebunden.”

“Wer immer erreichbar ist, ist eigentlich für nichts und niemand da.”

Mehr Infos zum Buch: Miriam Meckel: Das Glück der Unerreichbarkeit. Wege aus der Kommunikationsfalle. 180 S. Murmann-Verlag, Hamburg 2007.