How German librarians communicate (not)

Die wurde als Gastposting für Peter Alsbjers blogg geschrieben. Peter, der übrigens vor fast drei Jahren hier ein Gastposting in der LibWorld-Reihe zur Biblioblogosphäre Schwedens veröffentlichte, hatte mich dazu eingeladen, über the status of the German biblioblogosphere or anything else of interest zu schreiben. Dies ist dabei herausgekommen. Diskussion bitte in Peters Blog!
Continue reading “How German librarians communicate (not)”

Blogs als Quellen in der bibliothekarischen Fachkommunikation

Peter Mayr schlägt vor, Blogs als Quellen in der bibliothekarischen Fachkommunikation systematisch zu untersuchen. Er hat dies schon einmal anhand neuerer Publikationen aus den „Berliner Handreichungen“ und E-LIS durchexerziert und kommt zu folgendem Fazit:

Natürlich kann diese Untersuchung nur ein Schlaglicht auf die Quellenlage bibliothekarischer Fachkommunikation werfen, die verwendeten Stichproben sind natürlich relativ willkürlich gewählt und weit entfernt von jeder statistischen Signifikanz.

Trotzdem lässt sich festellen, dass Weblogs und konventionelle Publikationen im Bibliothekswesen nicht in getrennten Sphären existieren, sondern gegenseitig wahrgenommen werden.

Blogs kommt dabei die Funktion zu, neue Themen schnell aufzugreifen und breit zu diskutieren.

Interessant wäre eine breitere Untersuchung. Blogzitationen lassen sich durch einfache Heuristiken (z.B.: „’wordpress’ als URL-Bestandteil“, „Datumsangabe im Format ‘YYYY/MM/DD’ in der URL“) hinreichend genau erkennen und damit wird eine automatisierte Analyse von Literaturangaben möglich.

Zustimmen kann ich seinem Vorschlag, dass dieses Phänomen genauer untersucht werden müsste. Nicht zustimmen kann ich der Feststellung,

dass Weblogs und konventionelle Publikationen im Bibliothekswesen nicht in getrennten Sphären existieren, sondern gegenseitig wahrgenommen werden.

Meine Gegenthese: wer für die Handreichungen schreibt oder seine Publikationen sogar in E-LIS einstellt, ist mindestens zur Hälfte im Web angekommen. Die meisten Autoren im Bibliotheksdienst und BIT “Online” werden E-LIS nicht nutzen. Spannender als eine Untersuchung der online zur Verfügung stehenden Arbeiten wäre also die der tatsächlichen Printpublikationen. Ich vermute, dass die Quote der zitierten Blogs dort drastisch geringer ist.

OCLCs neue Policy verschoben

OCLC hat durch die Änderung der Policy fast ausschließlich verärgerte Reaktionen provoziert. Der ganze Fall ist im Code4Lib-Wiki dokumentiert. Tim Spalding fasste die Argumente gegen OCLCs neue Policy zusammen: Why libraries must reject the OCLC Policy (part 1). Jetzt ist im Librarything-Blog folgende Erfreulichkeit zu lesen:

Big news. As you may have heard, OCLC has reversed itself and delayed its new Policy due to take effect in February. They will be setting up a “Review Board of Shared Data Creation and Stewardship”, with broad member consultation promised. At best, they’ve heard the message and may end up embracing truly free and open library data. (A man can dream!) At worst their strategic retreat gives free-and-open data proponents time to articulate and broaden their case.

For people like me who have been pluging away at this for months and feeling increasingly depressed about what seemed the library world’s inevitable slide into data monopoly, it was a big, big win.

Tim Spalding führt die OCLC-Reaktion auf die Schlagkraft des Web 2.0 zurück:

Content aside, however, it was a big win for library “social media,” particularly the “biblioblogosphere.” OCLC’s new Policy was rushed through so quickly that it effectively bypassed traditional library-world tools, like professional conference. Press coverage too was minimal, late and mostly dependent on the blogosphere.

Walt Crawford: The Liblog Landscape 2007-2008

Walt Crawfords neuestes Werk über die (englischsprachige) Biblioblogosphäre ist nun bei Lulu.com verfügbar: The Liblog Landscape 2007-2008.

Liblogs–blogs written by library people, as opposed to official library blogs–provide some of today’s most interesting and useful library literature. This book offers a broad look at English-language liblogs as they are and as they’ve changed between 2007 and 2008. The book includes more than 600 blogs with detailed analysis of 27 metrics for 2007 and 2008 and changes from 2007 to 2008–and, for 143 of them, 2006 as well. Through tables, charts and text, we explore the liblog landscape.

Walt Crawford – der als Walt at Random bloggt und Cites & Insights produziert – und ist seit Jahren einer der wenigen wirklich genauen Beobachter der Biblioblogosphäre.

13 Dinge – Selbstlernkurs für BibliothekarInnen

Der erste “Selbstlernkurs für Bibliothekswesen”, Lernen 2.0, startete im April 2008 und ist inzwischen beendet. Nun gibt es eine Neuauflage: “13 Dinge” (der Name bezieht sich auf die Anzahl der Lektionen) beginnt mit der Einrichtung eines Blogs, die Schritt für Schritt erklärt wird. Im Weblog können alle TeilnehmerInnen ihre Lernfortschritte dokumentieren. Später geht es unter anderem um Tagging, RSS, Bildgeneratoren, Wikis, populäre Dienste wie Librarything und vieles andere mehr.

Wer das Web 2.0 bislang nur passiv oder sogar gar nicht genießt: Auf geht’s!

3 Jahre Bibliotheksrecht

Eric Steinhauers Bibliotheksrecht.de feiert dreijähriges Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch!

Wenn man drei Jahre lang ein Blog zum Bibliotheksrecht betreibt, ist es gut, sich die “Sinnfrage” zu stellen. Passen Form und Inhalt noch? Ich denke schon. Das “Zettelkasten”-Prinzip nimmt dem ganzen Unternehmen einen gewissen Aktualitätsdruck. Hier wird keine Nachrichtenbörse und kein Diskussionsforum zu aktuellen Fragen geboten, sondern eine Sammlung von Exzerpten und Ideen. Sie können, müssen aber nicht aktuell sein.

Vielleicht ist die Seite wirklich eher als Zettelkastel zu sehen, weniger als Blog. Schließlich ist die Kommentarfunktion nicht aktiviert, ähnlich wie beim Bildblog, dem der Blogcharakter schon verschiedentlich abgesprochen wurde.

Davon unbelastet bleibt das fachliche Verdienst. Steinhauer stellt auch zurecht die Frage, ob solch ein Engagement nicht hauptamtlich geführt werden sollte:

Und wenn man zwischen zwei Terminen in irgendeinem überfüllten ICE durch Deutschland rollt, stellt sich schon die Frage, ob das ganz bibliotheksrechtliche Unternehmen auf die Dauer so nebenbei zu erledigen ist. Diese Frage betrifft im Grunde alle aktiven Kollegen unter den Bibliotheksjuristen.

War es früher die punktuelle Expertise, die man gerne kollegial gegeben hat, sieht man sich nun in Groß-Gremien, Gesetzgebungsverfahren und erbitterte Lobbygefechte eingebunden. Es bleibt abzuwarten, wieweit das überkommene System der Bibliotheksjuristen mit Geschäftsgangsobliegenheiten in dem immer komplizierter werdenden Geschäft noch tragen wird.

Das betrifft nicht nur Bibliotheksjuristen, auch die bibliothekswissenschaftliche Forschung wird “nebenbei” ausgeübt. Das alles schreit nach einer Wiederbelebung des DBI. Aber das nur nebenbei…