Aus “Password” wird “Open Password”

Willi Bredemeiers Password wurde kürzlich eingestellt. Als Nachfolger steht nun Open Password bereit. Im Mission-Statement findet sich folgender Passus:

„Open Password“ fühlt sich dem ethischen Impetus der Open-Access-Bewegung verpflichtet. Alle Beiträge können kostenfrei herunter geladen oder per E-Mail bezogen werden.

Open Access meint mehr als bloßen Download. Aus der Berliner Erklärung (PDF):

Die Urheber und die Rechteinhaber solcher Veröffentlichungen gewähren allen Nutzern unwiderruflich das freie, weltweite Zugangsrecht zu diesen Veröffentlichungen und erlauben ihnen, diese Veröffentlichungen – in jedem beliebigen digitalen Medium und für jeden verantwortbaren Zweck – zu kopieren, zu nutzen, zu verbreiten, zu übertragen und öffentlich wiederzugeben sowie Bearbeitungen davon zu erstellen und zu verbreiten, sofern die Urheberschaft korrekt angegeben wird. (Die Wissenschaftsgemeinschaft wird, wie schon bisher, auch in Zukunft Regeln hinsichtlich korrekter Urheberangaben und einer verantwortbaren Nutzung von Veröffentlichungen definieren) Weiterhin kann von diesen Beiträgen eine geringe Anzahl von Ausdrucken zum privaten Gebrauch angefertigt werden.

Wenn als Zielgruppen u.a. Informationswissenschaftler und “Informationspolitiker” angesprochen werden, sollte hier mit gängigen Definitionen gearbeitet werden. Open Password steht anscheinend nicht unter einer freien Lizenz. Re-Use ist nicht vorgesehen, von Open Access kann also keine Rede sein. Dies lässt sich natürlich noch beheben, bis jetzt heißt es schließlich noch: Password entsteht. In diesem Sinne ist den Password-MacherInnen viel Spaß und Erfolg zu wünschen.

PS: Und ich hoffe, dass der Push-Dienst nun ordentlich verlinkt, auch bei Tweets.

[via Inetbib]

Fu-PusH-Statement-Finder

Mit dem Statement-Finder können Aussagen aus Interviews gesammelt und erschlossen werden, wie hier bei über 3000 Aussagen aus dem Fu-PusH-Projekt. Die einzelnen Tags (z.B. zu Bibliotheken und Empfehlungen) und Aussagen wie diese über die Notwendigkeit von Langzeitarchivierung in öffentlicher Hand sind einzeln verlinkbar.

Weitere Informationen zum Statement-Finder sind hier zu finden. Die Daten stehen unter CC-BY 3.0.

Weniger Sammelbände, mehr Zeitschriftenartikel

Adrian Pohl hat einen dritten Beitrag zum Bibliotheksbärendienst veröffentlicht, in dem er unter anderem einen Absatz zur offenen Fachkommunikation von mir zitiert. Den letzten Satz möche ich noch einmal hervorheben:

Schön wäre dann noch der Schritt weg von den sattsam bekannten Sammelbänden, die meist doch eh nur Artikelsammlungen sind, hin zu Themenschwerpunkten in OA-Zeitschriften.

Es ist wirklich schade, dass viele sehr gute und interessante Beiträge in Sammelbänden erscheinen, wo sie höchstens zufällig gefunden werden. Zwar werden diese inzwischen deutlich besser erfasst und suchbar gemacht. Aber generell gilt immer noch: Statt sein wissenschaftliches Werk als Buchkapitel zu publizieren, könnte man es genauso gut in einem Loch im Garten vergraben.

De Gruyter, die ZLB und der Bibliotheksbärendienst

Eigentlich wollte ich zum Bibliotheksdienst nichts mehr schreiben. Viele andere vermutlich auch nicht. Adrian Pohl hat dies letztens aber getan, und zwar höchst lesenswert und unter dem hübschen Titel Bibliotheksbärendienst. Worum ging es?

Adrian wollte auf einen Artikel verlinken, den er selbst 2009 im Bibliothekdienst veröffentlicht hat. Er stellte dabei fest, das dieser Artikel nicht frei im Web verfügbar ist und stellte die Frage, ob die ZLB überhaupt das Recht hatte, die Nutzungsrechte an de Gruyter zu übertragen. Klaus Graf meint dazu: nein.

Adrian Pohl hat De Gruyter auch direkt gefragt und die Antwort in seinem Blog veröffentlicht. De Gruyter sieht sich im Recht  und verlangt für alte Bibliotheksdienst-Artikel satte 30 Euro.

Sehen wir es positiv und als ganz großartige Öffentlichkeitsarbeit für die inzwischen beachtliche deutschsprachige Open-Access-Landschaft im Bibliotheks- und Informationsbereich –   und das ausgerechnet in der Open Access Week!

Ich möchte hier einmal direkt zur Mitarbeit bei der Zeitschrift aufrufen, bei der ich mich selbst engagiere, der Informationspraxis. Und darauf hinweisen, dass es darüber hinaus noch  027.7, GMS Medizin, Bibliothek, Information, Libreas, O-Bib, Perspektive Bibliothek und die VÖB-Mitteilungen gibt. Und vielleicht noch andere, die ich gerade übersehen habe.

Wer offene Fachkommunikation befördern möchte – und nur offene Fachkommunikation ist in meinen Augen tatsächlich stattfindende Fachkommunikation – hat eigentlich keine Ausrede mehr. Egal, ob man sich mit der Schweizer Verbundlandschaft, mit Problemen beim Einsatz von Textvergleichsprogrammen zur vermeintlichen Plagiatsvermeidung, mit sozialer Bibliotheksarbeit, Anforderungen an einen Fachinformationsdienst, RFID in Bibliotheken oder mit Barrierefreiheit für Digitale Bibliotheken beschäftigt: Es gibt eigentlich kein Thema mehr, für das sich nicht ein Ort außerhalb der früher mal üblichen Zeitschriften finden würde. Schön wäre dann noch der Schritt weg von den sattsam bekannten Sammelbänden, die meist doch eh nur Artikelsammlungen sind, hin zu Themenschwerpunkten in OA-Zeitschriften.

Tl;dr: Kein Mensch braucht mehr den Bibliotheksdienst. Aber der Bibliotheksdienst braucht Menschen. Es werden sich in den nächsten Jahren mehr und mehr Menschen für die oben genannten Open-Access-Optionen entscheiden. Und dass der Bibliotheksdienst im Toll-Access-Knast steckt, ist erbärmlich.

Word und die Folgen

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

In the beginning was the Word:

There is no single cause of the problems with the economics of scholarly communications. The expectation that we can publish more and more research on the same, or lesser, budgets is one factor. The rise of profiteering commercial publishers is another. There is also a group of smaller other aspects, though, one of which I will discuss here.

It may sound overblown, but a crucial stumbling block in reconfiguring the economics of scholarly communications for the digital age is Microsoft Word.

Und nerdige Markups und -downs sind noch lange keine Lösung, solange man sie nicht Otto-Normal-AutorIn vermitteln kann.

Digitale Zitierpraktiken

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Academic citation practices need to be modernized so that all references are digital and lead to full texts.

… was allerdings erst funktioniert, wenn tatsächlich auch alle Texte online verfügbar sind, was je nach Disziplin noch viele Jahre dauern dürfte.