Subjektives, affektives und assoziatives Tagging

Sobald es um Tagging im bibliothekarischen Kontext geht, ist auch schnell die Rede vom Datensilo, aus dem es auszubrechen gelte. Postwendend kommt verlässlich der Einwand (gerne auch mal von mir), dass Tags oft einen lokalen oder persönlichen Bezug haben. In “@toread and Cool : Subjective, Affective and Associative Factors in Tagging” untersucht Margaret Kipp genau dieses Phänomen.

Kipp, Margaret E.I. (2008) @toread and Cool : Subjective, Affective and Associative Factors in Tagging. In Proceedings Canadian Association for Information Science/L’Association canadienne des sciences de l’information (CAIS/ACSI), Vancouver, British Columbia (Canada).

http://eprints.rclis.org/archive/00013788/

Alle Einwände, die man auf diesem Wege gegen user generated sacherschließung vorbringen kann sollten jedoch nicht dazu führen, auf sie zu verzichten. Der dienst- und kontextübergreifende Austausch von funktionalen Tags mag zwar erst einmal wenig sinnvoll erscheinen. Aber bevor man dies abschließend beurteilen kann, sollten zunächst ausreichend Daten zur Verfügung stehen, anhand derer man die tatsächliche Anwendung von Tags im akademischen Kontext untersuchen kann.

OpenBib-Blog

Oliver Flimm eröffnete vor wenigen Tagen das OpenBib-Blog:

In der Vergangenheit wurde das OpenBib Rechercheportal zwar seit seinen Anfängen 1997 kontinuierlich weiterentwickelt, nach aussen zeigte sich dies aber “nur” in etwa zwei offiziellen Releases pro Jahr im Rahmen des Kölner UniversitätsGesamtkatalogs (KUG). Um die Entwicklung “dazwischen” nach aussen besser zu kommunizieren und zusammen mit den dabei tangierten Bereichen des “Next Generation Catalogue” aka OPAC 2.0 zu diskutieren, wurde dieses Blog eingerichtet.

Gleich im nächsten Posting geht es auch schon zur Sache. Es werden Wege aus dem Datensilo diskutiert. Die Frage nach komfortabler Tagverwaltung ist nicht neu, die mögliche Antwort einer übergeordneten Instanz auch nicht. In diesem Fall soll es Bibsonomy sein, dass als “Tagsammelstation” dienen soll:

Konkret wird in der neuen Version

  1. ein Browser fuer BibSonomy-Quellen und
  2. eine Spiegelung der lokalen Tagging-Aktionen

nach BibSonomy integriert.

Nun ist die Frage, wie groß der Anteil persönlicher oder beschreibender Tags ist, die je nach Kontext eine sehr unterschiedliche Bedeutung haben können. Wenn ein Mediziner das Schlagwort “krebs” vergibt, hat er damit sicherlich anderes im Sinn als ein Astrologe oder ein Zoologe. Dies gilt auch für beschreibende Tags wie z.B. “lang”.

Es müssen noch viele Erfahrungen gemacht werden, da user generated content sicherlich nicht auf theoretischer Basis ausgelotet werden kann. OpenBib ist ein Projekt, in dem auch mal etwas probiert wird und Rückschläge anscheinend zumindest in Kauf genommen werden. Schon von daher ist es (auch durch die neue, dazugehörige Diskussionsplattform) ein sehr tolles Angebot.

Wegweisende Bibliothekare

Im ReadwriteWeb wird ermittelt, was BibliothekarInnen in Zukunft für ihre Nutzer machen könnten: Sexy Librarians of the Future Will Help You Upload Your Videos to YouTube. Man stelle sich vor, ein Nutzer käme mit einem gerade selbsterstellten Videoclip in die Bibliothek und fragt, was er damit machen könne. Die imaginierte Antwort:

You should upload it to YouTube and tag it with these four tags – two broad and two more specific to existing communities of interest on YouTube and the topic of your video. Then you should embed that video in a blog post along with some text introducing it and linking to some of your favorite posts by other people who have also written today about the Presidential debates. Make sure to send trackbacks to those posts!

Sozusagen Bibliothekare als Wegweiser im digitalen Dschungel.

Tagverwaltung gesucht

Hilfe! Seit längerem schon suche ich nach einem komfortablen Anwendung, mit der sich Tags aus verschiedenen Anwendungen zentral verwalten lassen. Zum Beispiel aus Anwendungen wie WordPress, Bibsonomy, Slideshare oder Flickr. Die gewünschten Fähigkeiten sind:

  1. Mergen unterschiedlicher Tags, z.B. “Bibliothek20” und “Bibliothek2.0” mit tatsächlicher Umbenennung in den registrierten Anwendungen
  2. Browsen nach Tags in allen Anwendungen

Also quasi so etwas wie die Tagverwaltung bei Bibsonomy für verschiedene Anwendungen gleichzeitig mit angeschlossenen Browsing- und Suchfunktionen. Auch nach ausgiebiger Recherche konnte ich keine passende Anwendung finden. Hat zufällig eine/r der Mitlesenden etwas Passendes parat?