Berlins Digitale Agenda, Punkt 2: Open Access

Die RBB Abendschau berichtet über die verschiedenen Aspekte von Berlins Digitaler Agenda. In der Sendung über Open Access kam unter anderem Martin Grötschel zu Wort:

Ich finde, dass Verlage durchaus sinnvolle Arbeit machen. Aber die sollen sie als Dienstleister erbringen, und nicht als Besitzer der wissenschaftlichen Veröffentlichung. Die sehen sich anschließend als Eigentümer der Forschung an, und das ist nicht in Ordnung.

Rudolf Mumenthalers Herausforderungen für Bibliotheken Q2/2015

Rudolf Mumenthaler hat sich in einem einer Reihe von Blogpostings mit 14 aktuellen Herausforderungen für Bibliotheken auseinandergesetzt. Jeder Punkt ist für sich eine Diskussion wert, ob Kollaboration, Linked Open Data oder Internet der Dinge.

Eine Herausforderung fehlt mir allerdings, obwohl sie nicht neu scheint. Denn Open Access klingt zwar alles andere als aufregend, ist aber durch aktuelle politische Entwicklungen in diversen (primär nicht von der CDU/CSU federführend regierten) Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Schleswig-Holstein (PDF), in weiteren Bundesländern tut sich ebenfalls etwas) so stark auf der Agenda, dass viele Bibliotheken dies tatsächlich als eine der aktuell größten Herausforderungen sehen werden. Und zwar so sehr, dass ein eigener Punkt jenseits von Open Content angebracht wäre.

Forschungsinformationssysteme wären ein weiterer Punkt, über den man in den nächsten 2-3 Jahren sicherlich viel hören wird.

Neuköllner Bibliothek zensiert feministische Blogs

in der bücherei #neukölln am internettisch sind alle feministischen seiten wg wörtern auf dem internen index gesperrt :((less than a minute ago via web Favorite Retweet Reply

Ich gehe mal davon aus, dass es sich um die Stadtbibliothek Neukölln handelt. Die Mädchenmannschaft hat dort nachgefragt und erfahren, dass der Aufruf von gewaltverherrlichenden, pornographischen, sexistischen, volksverhetzenden und/oder rassistischen Inhalten dort untersagt ist.

Da eine persönliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen nicht möglich sei, verliesse man sich zur Umsetzung auf Filtersoftware. Leider blockiert diese Software aber neben der Mädchenmannschaft auch weitere feministische, anti-sexistische und anti-rassistische Blogs. Öffentlich zugänglich waren dagegen weiterhin maskulistische Seiten – Sexismus und persönliche Angriffe auf Feminist_innen inklusive. Die Bitte, die feministischen Seiten wieder freizuschalten wurde übrigens abgelehnt, das sei nicht möglich. Ob das nun an Einschränkungen in der Software oder fehlendem Wissen auf Seiten der Bücherei liegt – ein Armutszeugnis.

In der Tat ein Armutszeugnis und wieder ein Beleg dafür, dass der Code of Ethics maximal Sonntagsredencharakter hat.

[via @hatorikibble]

Berlin befragt Bürger nach Datenwünschen

Berlin befragt die eigenen Bürger, welche Daten der öffentlichen Verwaltung […] vorrangig regelmäßig im Internet bereitgestellt werden sollten.

Angeboten wird folgende Auswahl:

1. Umweltdaten (Feinstaub, CO2, Pollen)
2. Märkte (Wochen-, Floh-, Weihnachtsmärkte)
3. Events (Straßenfeste, Konzerte, Lange Nacht der …, Sportereignisse)
4. Entsorgung (Termin in meiner Straße, Recyclinghöfe, Containerstandorte, Sondermüll)
5. Infrastruktur (Radwege, Toiletten, Briefkästen, Geldautomaten, Telefone)
6. Verkehr (Baustellen, Staus, Sperrungen)
7. Nahverkehr (Verspätungen, Zugausfälle, Sonderfahrten)
8. Öffnungszeiten (Bibliotheken, Museen, Ausstellungen)
9. Verwaltung (Formulare, Zuständigkeiten, Ämter, Öffnungszeiten)
10. Verbraucherberatung, Schuldnerberatung
11. Familie (Elterngeld, Kindertagesstätten, Kindergärten)
12. Bildung (Schulen, Volkshochschulen, Hochschulen und Unis)
13. Wohnen (Wohngeld, Mietspiegel, Immobilien, Grundstückspreise)
14. Gesundheit (Krankenhäuser, Apotheken, Notdienst, Spezialisten, Beratungsstellen, Blutspende)
15. Haustiere (Tierärzte, Tierheim, Tierpflege)
16. Kontrolle (Badegewässer, Lebensmittel, Gaststätten, Preise)
17. Recht (Gesetze, Vorschriften, Beratung, Schlichter, Gutachter)
18. Polizeiticker (aktuelle Vorfälle, Fahndung, Kriminalitätsatlas)
19. Stadtplanung (Flächennutzungsplan, Bauvorhaben, Verkehr, Flughäfen)
20. Bevölkerung (Zahl, regionale Verteilung, Demografie, Kaufkraft, Beschäftigung/Arbeitslosigkeit, Kinder)

Meines Wissens ist dies die erste Umfrage dieser Art in Deutschland.

[via Open-Data-Network]

Grimm-Zentrum mit Parkscheibenpflicht

Bz.de berichtet das in der Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität seit Anfang des Monats eine “Parkscheibenpflicht” für die Benutzung der Lesesaalplätze gibt. Die sogannte Pausenscheibe soll verhindern, dass Plätze zu lange von einer Person besetzt werden. Ob wir dann demnächst alle als Politessen durch die Bibliothek laufen müssen bleibt abzuwarten.

Potsdam erwirbt Bibliothek Friedrich des Großen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat die größte private Sammlung mit Büchern von und über Friedrich den Großen (1712-1786) erworben. Die Bibliothek wurde am Mittwoch erstmals in der Villa Liegnitz im Schlosspark von Sanssouci in Potsdam präsentiert. SPSG-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh sagte, es handele sich um eine «einmalige Bibliothek”, die einen besonderen Akzent in der Forschung der Stiftung setze.

[via berlinonline.de]

„Neue Bücher. Neue Wege. Neue Jobs – Die Branche der Zukunft“

Heute beginnt der Fachkongress Buchtage Berlin 2009 unter dem Motto „Neue Bücher. Neue Wege. Neue Jobs – Die Branche der Zukunft“ im Berliner Congress Center.

eim größten Fachkongress der Branche stehe das Thema Digitalisierung mit den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen im Zentrum, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mit.

[via news-adhoc.com]

FAMI 2.0: Google Maps und Fachblog

Die Berliner Geheimbibliotheken geistern ja schon seit ein paar Tagen durch die Biblioblogs. Zwei FAMIs aus Berlin haben im Rahmen eines Berufschulprojektes versteckte Bibliotheken in Berlin ausfindig gemacht und auf per Google-Maps zusammengemasht:


Berlin’s Secret Libraries auf einer größeren Karte anzeigen

Passend gab CoCo (auch FAMI) in einem Kommentar bekannt:

Der Blog für Bibliotheksangestellte (speziell für Famis) ist in der DNB in Leipzig vorgestellt worden. Das Abschlussprojekt von mir und noerchen war ein voller Erfolg.

Das Blog heißt FamiBib. Die für den Aufbau des Blogs erforderlichen Kenntnisse wurden bei einem Selbstlernkurs erworben, dessen dritte Auflage unmittelbar bevorsteht. Mehr zu diesem Thema gibt es in Kürze in jedem deutschsprachigen kooperativen Biblioblog mit bib im Namen. 1) Falls ich durch die Kriterien doch nicht alle anderen ausgeschlossen haben sollte: Hier oder drüben bei Netbib wird sich auf jeden Fall ein Hinweis auf den Kurs finden. Vielleicht ja auch bei FamiBib. ;o)

Mit solch engagierten FAMIs sind die Bibliotheken eindeutig für 2.0 bereit.

References   [ + ]

1. Falls ich durch die Kriterien doch nicht alle anderen ausgeschlossen haben sollte: Hier oder drüben bei Netbib wird sich auf jeden Fall ein Hinweis auf den Kurs finden. Vielleicht ja auch bei FamiBib. ;o)