PaperC im KUG

Kürzlich traf ich mich mit Martin Fenner, Lambert Heller, Felix Hofmann und Martin Fröhlich (beide PaperC), um über dieses und jenes zu schnacken. Dabei kam auch der Vorschlag auf, eine API für Bibliothekskataloge einzurichten. Unabhängig davon wurde eine API auch von Oliver Flimm vorgeschlagen.

Die Antwort auf diesen Vorschlag:

Umgesetzt! Unsere API ist fertig, bald mehr dazu im PaperC Blog. Entwickler sind willkommen.

Im Blog finde ich zwar noch nichts, dafür hat sich Oliver Flimm aber schon ans Werk gemacht und PaperC in den KUG eingebunden. Das Ergebnis kann man sich u.a. bei diesem Prachtstück der Kataloganreicherung durch APIs ansehen.

Frage am Rande: Warum heißt es eigentlich “eine” API? “Die” Schnittstelle? Oder nicht doch eher “das” Interface? Lesen zufällig Linguisten mit?

Schaufenster der deutschen Open-Access-Szene

Im Juni 2009 forderte ich die Öffnung der Open-Access-Szene und schlug die Einrichtung von Projektblogs vor. Die RSS-Feeds könnte man bündeln und in irgendeiner Form verfügbar machen.

Nun ist es soweit, eine Yahoo-Pipe sorgt nun dafür, dass man zumindest einen gewissen Teil der Open-Access-relevanten Blogs auf einen Blick beobachten kann.

Die Pipe funktioniert folgendermaßen:

  1. In einem Google-Doc werden die Feeds gesammelt, die für die Pipe relevant sind. Ich habe mich dafür entschieden, weil man solch ein Dokument kooperativ erstellen kann. Das heißt, die Auswahl der Feeds ist nicht abhängig von der Pflege der Pipe. Außerdem kann man Google-Spreadsheets auch als .csv anzeigen lassen. Das erleichtert die Weiterverarbeitung mit der Pipe enorm.
  2. Die Feeds werden, wie schon erwähnt, als .csv-Datei in die Pipe eingelesen und aggregiert.
  3. Der aggregierte Feed wird nach verschiedenen Begriffen durchsucht. Motto: Falls Open-Access-relevanter Begriff enthalten, dann ab ins Töpfchen; else: Kröpfchen.

Das war’s schon. Das Ergebnis findet sich nun zusammen mit einem von Lambert Heller vorgeschlagenen Twitterwidget auf der Webseite von Open-Access.net. Und hier:

Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen, Rumgemecker ignoriert. Das Ganze ist nicht perfekt, eben perpetual beta. Aber es ist brauchbar. Wer Blogs vermisst, möge sie hier in den Kommentaren oder per Email an info (at) openaccess-germany.de vorschlagen!

Open Access muss sich öffnen

Ein umfassender Rückblick auf die Open-Access-Vernetzungstage 2009 steht noch aus. Bevor ich mich in einem späteren Posting einzelnen Projekten widme, möchte ich auf ein Thema kommen, das zum Ende des Workshops von einem immer größeren Teil der Teilnehmer besprochen wurde: Die Kommunikation innerhalb der “Szene”.

Es gibt zahlreiche Projekte in der deutschsprachigen Open-Access-Szene. Dem interessierten Beobachter fällt es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Noch schwieriger wird es, wenn man sich zum Ziel setzt, den Fortschritt einzelner Projekte im Auge behalten zu wollen. Einige Projekte und Initiativen betreiben Öffentlichkeitsarbeit nur auf Tagungen, Workshops oder aber per Journal-Veröffentlichung. Das ist weder effektiv noch dem Thema “Open Access” angemessen.

Die einfachste Lösung: Projektblogs. Jedes Projekt sollte ein Blog führen, in dem zumindest wesentliche Meilensteine dokumentiert werden. Noch schöner wäre es natürlich, wenn tatsächlich projektinterne Überlegungen offen gelegt und zur Diskussion gestellt werden. Zwei schöne Beispiele für Projektblogs sind zum Beispiel Oliver Flimms Blog zu OpenBib und der des Beluga-Projekts.

Wenn alle (oder zumindest einige) der Projekte per Blog kommunizieren, ist der nächste logische Schritt die Einrichtung eines RSS-Aggregators zum Thema Open Access. Zwei Alternativen habe ich quick’n’dirty eingerichtet. Hier eine Yahoo-Pipe, in der News-Artikel und Blogpostings aus verschiedenen Quellen aggregiert sind:

Den selben Feed habe ich auch in einen Testplaneten gepackt. Welche Quellen enthalten sind, wie ein Aggregator genau aussieht: Das ist meines Erachtens gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die Projekte so schnell wie möglich anfangen, ihre Bemühungen zu dokumentieren und die Berichte irgendwie per RSS zugänglich machen. Dann findet sich schon eine Lösung, wie man einen Aggregator aufbaut, der Deutschlands Open Access in Aktion darstellt.

FAMI 2.0: Google Maps und Fachblog

Die Berliner Geheimbibliotheken geistern ja schon seit ein paar Tagen durch die Biblioblogs. Zwei FAMIs aus Berlin haben im Rahmen eines Berufschulprojektes versteckte Bibliotheken in Berlin ausfindig gemacht und auf per Google-Maps zusammengemasht:


Berlin’s Secret Libraries auf einer größeren Karte anzeigen

Passend gab CoCo (auch FAMI) in einem Kommentar bekannt:

Der Blog für Bibliotheksangestellte (speziell für Famis) ist in der DNB in Leipzig vorgestellt worden. Das Abschlussprojekt von mir und noerchen war ein voller Erfolg.

Das Blog heißt FamiBib. Die für den Aufbau des Blogs erforderlichen Kenntnisse wurden bei einem Selbstlernkurs erworben, dessen dritte Auflage unmittelbar bevorsteht. Mehr zu diesem Thema gibt es in Kürze in jedem deutschsprachigen kooperativen Biblioblog mit bib im Namen. 1) Falls ich durch die Kriterien doch nicht alle anderen ausgeschlossen haben sollte: Hier oder drüben bei Netbib wird sich auf jeden Fall ein Hinweis auf den Kurs finden. Vielleicht ja auch bei FamiBib. ;o)

Mit solch engagierten FAMIs sind die Bibliotheken eindeutig für 2.0 bereit.

References   [ + ]

1. Falls ich durch die Kriterien doch nicht alle anderen ausgeschlossen haben sollte: Hier oder drüben bei Netbib wird sich auf jeden Fall ein Hinweis auf den Kurs finden. Vielleicht ja auch bei FamiBib. ;o)

Authormapper.com von Springer

Springer bringt ein Mashup an den Start, das den geographischen Ursprung von wissenschaftlichen Publikationen visualisieren soll: Authormapper.com.

Laut Selbstauskunft soll Authormapper folgenden Zwecken dienen:

* Explore patterns in scientific research
* Identify new and historic literature trends
* Discover wider relationships
* Locate other experts in your field

Sucht man z.B. nach “climate peat”, bekommt man neben einem Diagramm, dass die Textproduktion zu diesen Begriffen ab 1935 visualisiert, folgende Karte:


Powered by AuthorMapper.com

Auf der Karte sind nun Institutionen verzeichnet, deren Wissenschaftler an den gesuchten Artikeln mitgeschrieben haben. Scrollt man nach Potsdam, landet man so z.B. bei einem Aufsatz, der am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung geschrieben wurde. Ein nett gemachtes Mashup, dessen praktischer Nutzen eher begrenzt ist. Bei der Suche nach Spezialisten zu einem Thema in einer bestimmten Region kann Authormapper jedoch tatsächlich nützlich sein.

Christian Stelzenmüller: Mashups in Bibliotheken

Mashups können durch die Kombination von Daten einen Mehrwert gegenüber den ursprünglichen Informationsquellen bieten. Diese Arbeit stellt Mashups vor und zeigt, wie Bibliotheken Mashups bislang für sich nutzen. Des weiteren wird untersucht, wie verbreitet sie auf ausgewählten Websites wissenschaftlicher Bibliotheken sind. Abschließend wird anhand eines einfachen, praktischen Beispiels erläutert, wie ein Mashup realisiert werden kann, und welche Schritte dafür notwendig sind.

Die Bachelorarbeit von Christian Stelzenmüller “Mashups in Bibliotheken : Untersuchung der Verbreitung von Mashups auf Webseiten wissenschaftlicher Bibliotheken und Erstellung eines praktischen Beispiels” ist hier online verfügbar.

Das im Abstract erwähnte praktische Beispiel ist eine Karte sämtlicher wissenschaftlicher Bibliotheken,

die am BIX-WB im Jahr 2007 teilgenommen haben. Es wird neben der Adresse und den BIX-Ergebnisdaten der Bibliotheken auch ein Link zur Homepage der einzelnen Bibliotheks-Website angezeigt.

Diese Bachelorarbeit zeigt sehr schön, dass

  1. Mashups keine Zauberkunst sind, und
  2. durchaus praktische Anwendung finden können.

Somit ist sie ein weiteres Argument dafür, dass auch Bachelorarbeiten oft veröffentlichungswürdig sind.

HGIS Germany

Stefan H. machte mich auf HGIS Germany aufmerksam.

HGIS Germany ist ein historisch-geographisches Informationssystem, das auf Flächenbasis aufgebaut ist und die Entwicklung der Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes (bzw. des Norddeutschen Bundes/Deutschen Reiches) von 1820 bis 1914 abbildet. Es verbindet damit Informationen zu Raum und Zeit in einem Informationssystem. […] Den geographischen Daten sind historische Informationen, wie etwa Bevölkerungszahlen, Wirtschaftsdaten, dynastische Verbindungen oder auch multimediale Staatenbeschreibungen, zugeordnet.

Ein Beispiel ist die Visualisierung der Streichgarnproduktion in Preußen:

Dieses hübsche Projekt zeigt sehr schön auf, wie man historische Daten visualisieren kann. Und nun sich mir die Frage: Könnte man so etwas nicht auch mit Freebase hinbekommen? Durch Freebase Parallax bieten sich dem geübten Herumklicker schon etliche Visualisierungsmöglichkeiten. Auch wenn ich es spontan nicht hinbekommen habe: Ich sehe es als nicht unmöglich an, die Zeitleiste mit den Map-Funktionen zu kombinieren. Wenn das jetzt tatsächlich noch nicht gehen sollte, kann man eine solche Funktion sicherlich implementieren.

So schnell werden wir das jedoch nicht herausfinden können. Denn:

© HGIS Germany, 2006-2007. All rights reserved.

Eine Nachnutzung der erstellten Datenbanken ist also offensichtlich nicht vorgesehen. Immerhin kann HGIS auch so z.B. für schulische Zwecke verwendet werden.

Staatliche Informationen mashen: Show us a better way

Die britische Regierung schreibt einen Wettbewerb aus, in dem nach Mashup-Ideen für Regierungsdaten gesucht wird: Show us a better way! Bis zu £20.000 werden für die Umsetzung ausgelobt.

We are offering up to £20,000 to take your ideas forward with a development team. That may be time with a designer to create a professional mockup that can be pitched to organisations, or some programmer time to create a working prototype. The best idea overall will win a symbolic trophy trawled from our archives.

Solange es nicht um personenbezogene oder sonstwie sensible Daten geht: großartig! Als Beispiele dienen unter anderem “Rate my prison” oder “Fix my street”.

Diesmal geht also nicht (wie in Großbritannien anscheinend üblich) um versehentlich, sondern tatsächlich um absichtliches Freisetzen von Informationen.

[via Golem]