"Workfare"

Telepolis berichtet:

Das Wirtschaftsministerium propagiert neue Maßnahmen, wie Arbeitslose dazu genötigt werden können, Arbeit aufzunehmen. Das Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA) hat dazu im Auftrag des Ministeriums eine Studie mit dem Titel “Umsetzung des Workfare-Ansatzes im BMWi-Modell für eine existenzsichernde Beschäftigung” ausgearbeitet, die allerdings sehr spekulativ und wenig belastbar zu sein scheint.

Laut Wikipedia ist Workfare (“Wohlpflicht”) in Anlehnung an Welfare (engl. Wohlfahrt) entstanden und bezeichnet eine Sozialfürsorge, die mit einer Pflicht zur Arbeit verbunden ist. Eindeutig die nächste Möglichkeit für kostenbewusste Bibliotheken, Fachpersonal einzusparen. Schon 1-Euro-Kräfte sind ja auf reges Interesse gestoßen. Nicht nur auf Seiten der Bibliotheken.

Und wieder wird darauf gesetzt, dass auf diese Weise neue Arbeitsplätze entstehen. Wie schon beim 1-Euro-Unsinn (PDF).

Rekordausleihzahlen schützen nicht vor Schließung

Der kürzlich erschienene Jahresbericht der Berliner Kulturverwaltung zieht positive Bilanz für Berlins öffentliche Bibliotheken 2006:

Rein statistisch hat im Jahr 2006 jeder Berliner/jede Berlinerin 5,15 (2005:4,98) Ausleihen aus den Berliner Öffentlichen Bibliotheken getätigt. […] Der seit 2003 anhaltende Trend steigender Entleihungszahlen setzt sich damit 2006 fort. Wiederum konnte ein Anstieg von 3,68% bei der Anzahl der Ausleihen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden.

Nichtsdestotrotz sollen wegen defizitärer Haushaltslage zwei von derzeit neun Stadtteilbibliotheken Berlins geschlossen werden (wir berichteten), wie heute u.a. in der taz zu lesen:

Am heutigen Mittwoch soll in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow über die Schließung zweier Bibliotheken verhandelt werden: die Kurt-Tucholsky-Bibliothek in der Esmarchstraße und die Stadtteilbibliothek am Senefelder Platz.