Katja Rother: Potenziale von Linked Open Data in Öffentlichen Bibliotheken

Katja Rother: Potenziale von Linked Open Data in Öffentlichen Bibliotheken

Abstract:

Das Thema Linked Open Data hat in den vergangenen Jahren im Bereich der Bibliotheken viel Aufmerksamkeit erfahren. Unterschiedlichste Projekte werden von Bibliotheken betrieben, um Linked Open Data für die Einrichtung und die Kunden nutzbringend einzusetzen. Ausgangspunkt für diese Arbeit ist die These, dass Linked Open Data im Bibliotheksbereich das größte Potenzial freisetzen kann. Es wird überprüft, inwiefern diese Aussage auch auf Öffentliche Bibliotheken zutrifft und aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben könnten. Die Arbeit führt in die Grundlagen von Linked Open Data (LOD) ein und betrachtet die Entwicklungen im Bibliotheksbereich. Dabei werden besonders Initiativen zur Behandlung bibliothekarischer Metadaten und der aktuelle Entwicklungsstand von LOD-fähigen Bibliothekssystemen behandelt. Danach wird eine Auswahl an LOD-Datensets vorgestellt, die bibliothekarische Metadaten liefern oder deren Daten als Anreicherungsinformationen in Kataloganwendungen eingesetzt werden können. Im Anschluss wird das Projekt OpenCat der Öffentlichen Bibliothek Fresnes (Frankreich) sowie das LOD-Projekt an der Deichmanske Bibliothek Oslo (Norwegen) vorgestellt. Darauf folgt ein Einblick in die Möglichkeiten, welche durch die Verwendung von LOD in Öffentlichen Bibliotheken verwirklicht werden könnten sowie erste Handlungsempfehlungen für Öffentliche Bibliotheken.

Hier geht’s zum Volltext.

Geoinformationen (Linked Open Data) für VIVO

Beim Aufbau eines Forschungsinformationssystems mit VIVO erschien es uns sinnvoll, einen gewissen Grundstock an Daten zu haben, mit denen wir dann die diversen Beschreibungen der Forschungsaktivitäten an der Hochschule verknüpfen können. Wichtig erschien uns dabei, Informationen über Orte in ordentlicher Qualität zur Verfügung zu haben. Aus dieser Überlegung entstand eine kleine Sammlung von Dateien, die zur Nachnutzung in VIVO vorbereitet ist. Sie können einfach ins Verzeichnis /data/rdf/abox/filegraph kopiert werden und stehen dann nach dem nächsten Neustart zur Verfügung.

Um welche Daten geht es?

Deutsche Orte (GermanyPopulatedPlaces.ttl): Über 7000 Orte in Deutschland mit mindestens 1000 Einwohnern. Beispiel:

<http://sws.geonames.org/6557470> a vivo:PopulatedPlace ;
obo:BFO_0000050 <http://sws.geonames.org/2862926/> ;
rdfs:label "Nordhorn" ;
vcard:geo "geo:52.4149,7.07665" ;
geop:population "52380" .

german_locations_in_VIVO
Schema: Deutsche Orte (vivo:PopulatedPlace), Bundesländer (vivo:StateOrProvince) und Deutschland (vivo:Country).

Deutsche Bundesländer (GermanyStates.ttl):

Alle deutschen Bundesländer, als administrative Zwischenebene zwischen den deutschen Orten und VIVO/FAO-Deutschland.

<http://sws.geonames.org/2862926/> a vivo:StateOrProvince ;
obo:BFO_0000050 <http://sws.geonames.org/2921044/> ;
rdfs:seeAlso <http://d-nb.info/gnd/4042226-4> ;
rdfs:label "Niedersachsen" .

Orte aus der ganzen Welt (WorldPopulatedPlaces.ttl):

Über 8200 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern aus der ganzen Welt. Die Orte sind mit den in VIVO mitgelieferten Staaten aus den FAO-Länder-Profilen (OWL-Datei) verknüpft.

<http://sws.geonames.org/361058> a vivo:PopulatedPlace ;
obo:BFO_0000050 <http://aims.fao.org/aos/geopolitical.owl#Egypt> ;
rdfs:label "Alexandria" ;
vcard:geo "geo:31.21564,29.95527" ;
<http://aims.fao.org/aos/geopolitical.owl#population> "3811516" .

Schema: Städte aus aller Welt.
Schema: Städte aus aller Welt.

Andere Territorien (WorldOtherTerritories.ttl):

In dieser kleinen Datei, über deren Inhalt man trefflich streiten kann, sind Informationen über Territorien gesammelt, deren Status nicht unumstritten ist.

Die Daten stammen überwiegend aus Geonames.org und wurden bearbeitet und zusammengestellt von Elena Liventsova und mir. Sie sollen in Kürze auch auf Datahub.io registriert werden. Auf dem neuen Github-Account der Bibliothek der Hochschule Hannover sind sie ab sofort zu sehen, herunterzuladen und nachzunutzen (Lizenz: CC0). Über Verbesserungsvorschläge, Korrekturen und natürlich Hinweise auf Nutzungen würden wir uns freuen!

ZDB als Open Data

Eine fantastische Nachricht hat die DNB veröffentlicht:

Seit Juni 2014 ist der größte Teil der Metadaten der Zeitschriftendatenbank (ZDB) unter den Bedingungen „Creative Commons Zero (CC0 1.0)“ verfügbar. Damit sind rund 1,7 Mio. Titeldaten in allen Sprachen und ohne zeitliche Einschränkung mit über 13 Mio. Besitznachweisen für die Weiterverwendung freigegeben. Die Freigabe bezieht sich ausdrücklich auch auf die kommerzielle Nutzung. Durch diesen Schritt wird die Nachnutzung der qualitativ hochwertigen Metadaten der weltweit größten Datenbank für Titel- und Besitznachweise fortlaufender Sammelwerke, also von Zeitschriften, Zeitungen, Schriftenreihen und anderen periodisch erscheinenden Veröffentlichungen in gedruckter und elektronischer Form, für jedermann möglich.

Ich lade mir dann mal die ZDB runter. Wer es mir nachtun möchte: hier geht es zu den Downloads.

[via Netbib]

SWB-Datenbank als Linked-Open-Data veröffentlicht

Informationen über Open Access für Daten aus dem SWB finden sich im BSZ-Wiki. Dort steht, dass der SWB-Verbundkatalog monatlich aktualisiert als MARC21-Download (auch RDF und BEACON!) unter CC0-Lizenz zur Verfügung steht.

Damit ist die Landschaft der deutschen Verbundkataloge fast komplettiert:

BVB Dezember 2011 (B3KAT)
GBV tba.
HEBIS Juli 2012
HBZ August 2012 1) Über dieses Datum lässt sich streiten, da der Download des Verbundkatalogs aufgrund der Zurückhaltung einzelner Bibliotheken zu dieser Zeit noch nicht vollständig war.
KOBV Dezember 2011 (B3KAT)
SWB September 2013

Im von Patrick Danowski und Adrian Pohl herausgegebenen Buch “(Open) Linked Data in Bibliotheken” wird über viele andere Aktivitäten im Bereich Open Bibliographic Data berichtet. 2) Eine Timeline gibt es im Kapitel 2.4.8 “Übersicht der Entwicklungen von 2007 bis 2012”, S. 18ff

[via BSZ]

References   [ + ]

1. Über dieses Datum lässt sich streiten, da der Download des Verbundkatalogs aufgrund der Zurückhaltung einzelner Bibliotheken zu dieser Zeit noch nicht vollständig war.
2. Eine Timeline gibt es im Kapitel 2.4.8 “Übersicht der Entwicklungen von 2007 bis 2012”, S. 18ff

Danowski/Pohl: (Open) Linked Data in Bibliotheken

“(Open) Linked Data in Bibliotheken”

Das Buch ist sowohl eine Einführung in die Themen Linked Data, Open Data und Open Linked Data als es auch den konkreten Bezug auf Bibliotheken behandelt. Hierzu werden konkrete Anwendungsprojekte beschrieben. Der Band wendet sich dabei sowohl an Personen aus der Bibliothekspraxis als auch an Personen aus dem Bibliotheksmanagement, die noch nicht mit dem Thema vertraut sind.

Inhalt:

Die Open-Access-Ausgabe ist nun online. Herzlichen Glückwunsch, Patrick und Adrian!

VIVO ist eine Ontologie

VIVO ist nicht nur eine Software und ein Netzwerk, sondern auch eine Ontologie.

Wer sich mit Linked Data und Ontologien auskennt: hier geht’s zum OWL-File (Version 1.5). 1) Wer sich die Ontologie ansehen möchte und VIVO nicht installiert hat, kann dafür unter anderem den Protégé Ontology Editor nutzen. Wer sich nicht damit auskennt, sollte erst diesen Wikipedia-Artikel über Linked Open Data lesen, dann die Linked-Data-FAQ und dann den (englischen) Wikipedia-Artikel über Ontologien.

Oder, wie die deutsche Wikipediaseite 2) Wieso eigentlich “Ontologie (Informatik)” und nicht “Ontologie (Informationswissenschaften)”? zum Thema meint: Ontologien in der Informatik sind meist sprachlich gefasste und formal geordnete Darstellungen einer Menge von Begrifflichkeiten und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen in einem bestimmten Gegenstandsbereich.

Bekannte Ontologien sind FOAF (für die Beschreibung von sozialen Netzwerken) oder Bibliontology (für bibliographische Daten). VIVO verwendet diese und andere Ontologien:

Ganz unten finden sich die Ontologie, um die es hier gehen soll, die VIVO-Ontologie. Diese Ontologie (in der aktuellen Version 1.4) kann man sich hier in einem bunten Diagramm ansehen. Vermutlich der beste Weg, sie kennenzulernen. Warum ist das Diagramm so schön bunt? Weil VIVO Teile verschiedenen Ontologien weiterverwendet und diese Teile in unterschiedlichen Farben dargestellt sind.

Paul Albert hat zwei Präsentationen zum Thema bei Slideshare:

Man kann in VIVO weitere Ontologien importieren und auch eigene anlegen. Die VIVO-Ontologie selbst ist organisationsübergreifend angelegt. Da jede Organisation ihre Hausregeln und Besonderheiten hat, können diese nicht in der VIVO-Ontologie abgelegt werden. Dafür baut man sich dann eben selbst eine. Im Backend gibt es dazu verschiedene Werkzeuge zum Browsen der Ontologie und zum Erstellen eigener Klassen.

Morgen geht’s dann weiter mit der VIVO-Community.

References   [ + ]

1. Wer sich die Ontologie ansehen möchte und VIVO nicht installiert hat, kann dafür unter anderem den Protégé Ontology Editor nutzen.
2. Wieso eigentlich “Ontologie (Informatik)” und nicht “Ontologie (Informationswissenschaften)”?

Linked Library Data Tools

Die Linked Library Data Group des W3C hat heute ihren Werkzeugkoffer geöffnet und führt nun im W3C-Wiki eine öffentlich zugängliche Liste mit Werkzeugen im Bereich Linked Library Data: LLDtools.

Aufgeführt sind zum Beispiel verschiedene Werkzeuge für die Publikation von LLD (z.B. Pubby) oder Dienste zur Ansicht und zum Browsen (z.B. der Sindice Web Data Inspector).