Nochmal: Mendelsevier

Der eventuell bevorstehende Verkauf von Mendeley an Elsevier wird vielerorts diskutiert. Ein paar Links:

Zotero positioniert sich derweil ganz offen als freie Alternative:

Wird Mendeley von Elsevier geschluckt?

Uli Herb weist auf einen Techcrunch-Artikel hin, nach Mendeley kurz davor steht, ein Übernahmeangebot in the region of $100 million von Elsevier anzunehmen. Kleingeld für Elsevier, eine Menge Geld für ein Startup.

Die Mendeley-Community ist bislang recht ruhig. Im Mendeley-Feedback-Forum sind für die Aufforderung, Mendeley bitte nicht an Elsevier zu verkaufen, noch nicht sehr viele Votes zu sehen.

TIB/UB eröffnet Open Science Lab

Lambert Heller im Blog der TIB/UB Hannover:

An der TIB Hannover nimmt 2013 ein neues Team seine Arbeit auf, das Open Science Lab. Hier sollen neuartige Webanwendungen für ForscherInnen in enger Abstimmung mit überregionalen Benutzer-Communities erprobt und (weiter-)entwickelt werden. Alle Ergebnisse sollen schnell öffentlich zugänglich gemacht werden, auch dann, wenn es sich um vorläufige oder experimentelle Anwendungen handelt. Das Lab strebt vielfältige Kooperationen mit anderen Interessierten (einzelnen Softwareentwicklern, Verlagen, Bibliotheken etc.) an und will Drittmittel für neue Entwicklungen einwerben.

Untersucht werden sollen u.a. der Umgang mit publizierten Rohdaten oder alternative Publikationsarten. Die Ergebnisse sollen konsequenterweise unter freien Lizenzen veröffentlicht werden.

Sechs Missverständnisse über Open Source

Dave Kelly und Cody van de Mark haben sechs Missverständnisse über Open Source Software ausführlich erläutert:

Misconception: Free means there is no monetary cost
Misconception: Open source is free development
Misconception: Open source means poor quality
Misconception: Open source has no support
Misconception: Open source is bad for business
Misconception: Open source does not generate business revenue

Nicht besonders originell und den meisten sicherlich längst klar. Für alle anderen, aber auch zur Auffrischung: Leseempfehlung!

Open Government Partnership ohne Deutschland

Die Regierungen von 46 Ländern haben sich am Dienstag in New York auf Initiative der USA und Brasiliens offiziell zur Open Government Partnership (OGP) zusammengeschlossen. Ziel der Vereinigung ist es, die Schlagworte Offenheit, Transparenz, Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft sowie der Wirtschaft mit Leben zu erfüllen. Außerdem wollen sie das Handeln der Exekutive überprüfbar machen. „Wir wollen das große Ideal der Demokratie voranbringen“, erklärte der brasilianische Staatsminister und Haushaltskontrolleur Jorge Hage beim Start des Bündnisses am Rande der UN-Generalversammlung im Google-Büro in Manhattan. Dabei sei es möglich, dank dem technologischen Fortschritt mehr Elemente der direkten Demokratie einzusetzen.

Deutschland ist nicht dabei. Mehr bei Heise.

Crowdsourcing: Die Motivation muss stimmen

Erfolgreiches Crowdsourcing bedarf einer konkreten Frage- oder Aufgabenstellung, die „machbar“ erscheint. Und das passende Publikum. Zwei Crowdsourcingprojekte (beides Übersetzungen, beide im Etherpad) aus der letzten Zeit, die sehr effektiv fertiggestellt wurden:

Für die erste Übersetzung rief ich via Twitter um Unterstützung. Als niemand reagierte, bat ich u.a. @netzpolitik darum, die Anfrage zu verteilen. Ergebnis: insgesamt acht Retweets und eine fast vollständige Übersetzung.

Die Übersetzung der neuen Fassung der Open Knowledge Definition verlief ein wenig anders. Ulrich Herb fragte mich, ob ich an einer Übersetzung mitarbeiten möchte, da die erste Fassung von mir übersetzt wurde. Gemeinsam haben wir einen Rohentwurf veröffentlicht und um Hilfe gebeten.

Die Reaktion kam prompt, zahlreich und trat sehr kompetent und engagiert auf. Im Gegensatz zur Realnamensdebatte war die Open Definition für die von Uli und mir Erreichten offensichtlich relevant.

Wer sich als beteiligt outen möchte, darf dies gerne in den Kommentaren tun! Vielen Dank allen HelferInnen!

Update: Posting zur Übersetzung auf Scinoptica.com.

LOD: Machen wir es nicht, machen es andere!

Nicht nur scheint LOD also aus rationalen und Effizienzgründen die bessere Wahl zum Aufbau zukünftiger Informationsinfrastrukturen zu sein. Auch könnte es der Bibliothekswelt dabei helfen, relevant zu bleiben und nicht durch andere Organisationen verdrängt zu werden.

Jakob Voß hat am Wochenende darauf hingewiesen, dass Wikimedia überlegt, ein Projekt „Bibliographisch-archivalische Datenbank“ anzugehen, in dem eine offene bibliographisch-archivalische Datenbank angelegt werden soll zur Nachnutzung durch die verschiedenen Wikimedia-Projekte aber auch durch andere Akteure wie Wissenschaftler oder Google Books.

Wenn bibliothekarische Organisationen nicht eine wichtige Rolle dabei übernehmen, bibliographische Daten im großen Stil offen, strukturiert und leicht nachnutzbar zur Verfügung stellen, werden es schließlich andere tun…

[via Übertext]

Open Knowledge Index

Die Open Knowledge Foundation (OKFN) wagt sich an den Versuch, mit dem Open Knowledge Index „Offenheit“ in verschiedenen Ländern zu quantifizieren und zu vergleichen.

Bevor man misst, muss definiert werden, was Offenheit ausmacht. Grundlage sind hier die three dimensions of open knowledge:

I) Capability: Following Sen (1999), capability measures whether individuals have the capability to access and process data and knowledge. The availability of data and tools does not necessarily imply that citizens have the knowledge about how to access and understand the information. This problem, known as the Digital Divide, is particularly evident in the stark differences between the high income and lower income countries. As capability is difficult to measure directly, we proxy these dimensions using:

– Total communication access paths per 100 inhabitants (OECD)
– Newspaper circulation rate (World Bank)
– Press freedom (Reporters without Borders)
– Tertiary education rate (World Bank)

II) Legislation: Open public administration is one of the most important administrative law principles (Bugaric 1975). An open government allows citizens to acquire information and is fundamental to the democratic legitimisation of the government. Legislation, empowering citizen access, provides the legal framework de jure, yet the effective access in terms of shorter times and costs for acquiring information proxies the citizens’ access in practice.

– Years since first Freedom of Information legislation (OECD “Citizens as Partners”)
– Depth of Freedom of Information legislation (OECD)
– Open Budget Index (Open Budget Partnership)
– Effective access to information (World Bank)

III) Open Knowledge Society: Civil society, as the fourth pillar, has become increasingly involved in activities traditionally occupied by governments, international organizations and established NGOs (Develtere and De Bruyn 2009). Grass-root activities often possess contextual knowledge, alleviating vertical information asymmetries between large organizations and the “ground”. Access and use of social media, as well as crowd-sourced knowledge are characteristics of a open knowledge society which are captured using:

– Number of Wikipedia edits per 100.000 inhabitants (Wikipedia)
– Open Source Index (Red Hat)
– GI Civil Society Index (World Bank)
– (Number of twitter users per 100.000 inhabitants)

Deutschland steht im Ranking überraschend gut da. Ein Blick auf die Kriterien lohnt da sicherlich. So sagt beispielsweise die Zeit, seit der ein Informationsfreiheitsgesetz erlassen wurde, sicherlich nichts darüber aus, wie gut es umgesetzt ist.

Der jetzige Index wird als „vorläufig“ veröffentlicht. Das die Kriterien mit der heißen Nadel gestrickt sind, sieht man nicht nur an der entfernten Twitter-Quote und daran, dass es zwar nur drei Säulen gibt, bei der Open Knowledge Society jedoch von der „Civil society, as the fourth pillar“ gesprochen wird. Die Mitglieder des OKFN-Teams fragen jedoch ausdrücklich nach Verbesserungsvorschlägen, wie man den Index verbessern kann.