Right Relevance

Alte Knochen aus dem Biblioblogwesen erinnern sich vielleicht an Googles Blogsuche oder sogar noch an Technorati, eine damals revolutionäre Blogsuchmaschine. Twingly & andere Nachfolger konnten die Lücke nach ihrer Schließung (bzw. Verkümmerung) nicht schließen. Nun macht sich mit Right Relevance ein neuer Kandidat mit einem vielversprechenden Ansatz auf den Weg, interessanten Nischen-Content auffindbar zu machen. RR über sich selbst:

Right Relevance is the quickest and simplest way to search and discover highly relevant deep topical content.
We mine the social web to identify and rank topical influencers. The inherent trust of the influencers communities is applied to finding the most relevant articles and conversations.

Social Web heißt hier in erster Linie (oder sogar ausschließlich?) Twitter. Und die Ergebnisse sind zumindest bei meinen Stichproben relevant und interessant. Ob zum Mars, zu Open Access, R oder VW, es finden sich überall interessante Neuigkeiten. Eine klassische Suchmaschine ist RR zwar nicht, aber ein interessantes Werkzeug, um neue Quellen zu verschiedenen Themen zu finden. Leider noch nicht auf Deutsch verfügbar, deutsche Quellen werden aber auch aufgeführt.

Ein paar Hintergrundinfos zu RR gibt es hier.

Wer kennt Thesius?

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Vor über einem Jahr schrieb Anne-Kathrin Gerstlauer auf Zeit Online über Thesius, das “Facebook für Doktoranden”:

Wer promoviert, ist oft alleine. Mainzer Doktoranden haben nun eine Plattform zum Austausch gegründet – mit einem großen Ziel: Alle Doktorarbeiten seit 1960 zu listen.

Kennt das jemand, hat das Relevanz in der Praxis und für was wird Thesius genutzt?

Twitter-DMs zur Zeit nicht nützlich

Vor einiger Zeit war mir (und anderen) schon aufgefallen, dass Links mit Subdomains nicht mehr per DM (direct message) in Twitter verschickt werden konnten. Nun scheint es noch weiter zu gehen. Es war mir gerade nicht möglich, einen DOI-Link per DM zu versenden. Aha, dachte ich mir, da war ja diese lästige Sperre von Subdomain-Links. Nun, dann probiere ich es halt ohne das “dx”, der Empfänger weiß schon, wie der Link letztendlich aussehen soll.

http://doi.org/blablabla ging allerdings auch nicht. Ich fand gerade einen Hinweis, dass der Hintergrund dieser Sperre der Schutz vor DM-Spam sein soll. Leider ist das System dann so sicher, dass es für die Kommunikation drastisch an Attraktivität verloren hat. Im Twitter-Hilfe-Center steht dazu:

We’re restructuring back-end elements of our direct message system. As a result, users may be unable to send some URLs in direct messages. We apologize for the inconvenience.

Vielleicht tut sich ja bald noch etwas.

Zu Befragende zum Thema "Bibliothekarisches Social-Media-Change-Management" gesucht

Zur Bearbeitung der Masterarbeit im Rahmen meines Fernstudiums am IBI (Bibliotheks- und Informationswiss.) suche ich die jeweils für das Gebiet “Social Media” zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an wissenschaftlichen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. Das Thema meiner Masterarbeit ist:

Change Management bei der Implementierung der Social Media Strategie einer wissenschaftlichen Bibliothek

Da ich selbst in der Vergangenheit schon viele sogenannte Experten-Interviews zum Thema Social Media für Master- und andere Examensarbeiten gegeben habe, werde ich darauf achten, die Zeit der betreffenden Ansprechpartner nicht über Gebühr zu beanspruchen. Es handelt sich nur um einige wenige, rasch zu beantwortende, Fragen. Ich bitte um Nennung der Personen, die für Social Media in ihrer wissenschaftlichen Bibliothek zuständig sind. Entweder durch die Person selbst oder durch jene, die wissen, wer das Thema in der jeweiligen Bibliothek betreut. Gerne per E-Mail an trapp -at- sub.uni-hamburg.de oder per Kontaktformular.

Zur Arbeit selbst werde ich später auch noch mehr schreiben. Mich interessiert im Besonderen die Social-Media-Arbeit nach innen, also wie ist das Social Media Konzept in der jeweiligen Bibliothek eingeführt und umgesetzt worden. Und wie verhindert man, dass die jeweils für das Aufgabengebiet Social Media zuständige Person das Nadelöhr für die Kommunikation der Bibliothek nach außen ist.

Beitrags-Copy&Paste (CC-BY-NC-SA: Markus Trapp)

Äthiopien kriminalisiert VOIP

Techcrunch berichtet:

The Ethiopian government, Al Jazeera reports, has criminalized the use of Skype and other VoIP services like Google Talk. Using VoIP services is now punishable by up to 15 years in prison.

Begründet wird diese Ungeheuerlichkeit mit der nationalen Sicherheit und der Durchsetzung des staatlichen Telekommunikationsmonopols.

Laut Techcentral sind auch audio and video data traffic via social media betroffen.

Infos zum politischen System Äthiopiens hält Wikipedia bereit.

Warum es Google egal ist, eine Social-Media-Geisterstadt zu bauen

Einer Studie von Comscore (im Wall Street Journal wiedergegeben) zufolge fällt die monatliche Nutzungszeit von Google+ pro User deutlich geringer aus als die z.B. von Facebook. PC-User verbrachten zwischen September 2011 und Januar 2012 etwa drei Minuten pro Monat in Google+. Facebook kommt dagegen auf sechs bis sieben Stunden. Venturebeat tritt noch einmal mit der Behauptung nach, dass sogar “social networking pariah MySpace” auf eine durchschnittliche Nutzungszeit von 8 Minuten pro Monat käme.

Gegenüber Venturebeat hat Google auch geäußert, worum es bei Google+ eigentlich geht:

The reality that Google+ is much more than a destination site makes it exceedingly hard for any third-party research firm to monitor or measure its performance. Google thinks about the service not as a site but as a deepening of its relationship to billions of existing users who are already committed to Google’s services like Search, YouTube, Android, etc. By this measure, engagement is already enormous.

Es geht Google also nicht um die Beziehungen der Nutzer untereinander, sondern um Googles Beziehung zu den Nutzern. Das ist wenigstens eine klare Aussage.

Nicht nur in Hamburg sagt man Tschüss.

"Can Tweets Predict Citations?"

Eysenbach et al: Can Tweets Predict Citations? Metrics of Social Impact Based on Twitter and Correlation with Traditional Metrics of Scientific Impact
DOI: http://dx.doi.org/10.2196/jmir.2012

Aus dem Abstract:

Conclusions: Tweets can predict highly cited articles within the first 3 days of article publication. Social media activity either increases citations or reflects the underlying qualities of the article that also predict citations, but the true use of these metrics is to measure the distinct concept of social impact. Social impact measures based on tweets are proposed to complement traditional citation metrics. The proposed twimpact factor may be a useful and timely metric to measure uptake of research findings and to filter research findings resonating with the public in real time.

[via The Atlantic]

Google Search Plus = Antitrust?

Danny Sullivan hat auf Searchengineland.com eindrucksvoll dargelegt, welchen Einfluss Google+ auf die Suchergebnisse hat. Und wie relevant es für Unternehmen wird, künftig auf Google+ vertreten zu sein. Eric Schmidt behauptet allerdings etwas anderes:

Did he [Eric Schmidt, Anm. des Verf.] think Google was favoring itself too much with the suggestions of Google Plus?

“No.”

Da bleibt nur noch, sich MG Siegler anzuschließen:

How on Earth is Google going to avoid antitrust inquiries with their new Search+ features announced today? If Facebook, Twitter, etc, have any decent presence in DC, the ball began rolling a few hours ago.

Die juristische Aufarbeitung der Browserkriege könnte hier einen Nachfolger finden.

Update: Ich sehe gerade, dass mit “Social Network Wars” bereits ein Name gefunden ist.

Google+ on Air

Google hat einige Neuerungen für Google+ vorgestellt. Unter anderem gibt es nun die Möglichkeit, Videochats (Hangouts) aufzuzeichnen oder öffentlich zu streamen. Laut der Ankündigung klingt es allerdings so, dass sich “öffentlich” nur auf die bei Google+ eingeloggte Öffentlichkeit bezieht. Auch sind weitere, teils schon erwartete Erweiterungen angekündigt:

  • Bildschirmfreigabe: Fotos zeigen, Highscores teilen, zusammen Code schreiben — mit anderen teilen, was auf dem Bildschirm zu sehen ist
  • Sketchpad: Zusammen zeichnen, etwas entwerfen oder auch bloß kritzeln
  • Google Text & Tabellen: Gemeinsam ein Dokument verfassen, etwas planen oder eine Präsentation halten
  • Hangouts mit Namen: Live und öffentlich mit anderen Google+ Nutzern über ein Thema diskutieren

Skype bekommt ernsthafte Konkurrenz. Und Bibliothekare neuen Stoff für Workshops zum kollaborativen Arbeiten. Vielleicht ja auch in Google+.