IFLA-Strategieplan 2016-2021

Die IFLA hat einen Strategieplan für 2016-2021 veröffentlich. Dabei geht es um die Ausrichtung in vier Themenfeldern:

  • Bibliotheken in der Gesellschaft
  • Information und Wissen
  • Kulturelles Erbe
  • Kapazitätsaufbau

Hier ist das PDF in deutscher Übersetzung.

Nebenbei: Ich frage mich seit vielen Jahren, warum wissenschaftliche Gesellschaften und speziell bibliothekarische Vereinigungen für solch langfristig angelegten Dokumente keine Repositorien inkl. permanenten IDs, Langzeitarchivierung und allem Pipapo verwenden. Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsrat, ich sehe (auch) in Eure Richtung.

Internet Manifesto 2014 der IFLA

Die IFLA hat ihrem 2002 verfassten Internet Manifesto ein Update gegeben. Das Internet Manifesto 2014 ist zur Zeit auf Englisch und Russisch (PDF) verfügbar. Weitere Übersetzungen werden in Kürze sicherlich folgen. Der speziell Bibliotheken betreffende Part beschreibt die Rolle und die Pflichten von Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Bibliotheken “have a responsibility to”:

  • serve all of the members of their communities, regardless of age, race, nationality, religion, culture, political affiliation, physical or mental abilities, gender or sexual orientation, or other status
  • provide access to the Internet in an appropriate environment for all users
  • support users, including children and young people, to ensure they have the media and information literacy competencies they need to use their chosen information resources freely, confidently and independently
  • support the right of users to seek and share information
  • strive to ensure the privacy of their users, and that the resources and services that they use remain confidential
  • facilitate and promote intellectual, cultural and economic creativity through access to the Internet, its resources and services.

African Library and Information Associations and Institutions (AfLIA)

Im letzten Herbst wurde beim African Library Summit der African Library and Information Associations and Institutions (AfLIA) als Dachverband afrikanischer Bibliotheksverbände gegründet, also eine Art afrikanisches Gegenstück zu EBLIDA. AfLIA verfügt neuerdings auch über eine Homepage, auf der man etwas über die Ziele dieser Organisation erfährt.

Bezahlschranken sind eine Motivationsbremse

In einigermaßen regelmäßigen Abständen werden Beiträge aus der Libworld-Reihe in Journals oder Büchern zitiert. Ich erfahre davon meistens über Alerts, z.B. bei Google Scholar. Was ich selten erfahre ist der eigentliche Inhalt der Publikation über den Abstract hinaus. Fast immer handelt es sich um Closed-Access-Publikationen. Natürlich ließe sich an die Artikel gelangen. Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich könnte die meist geforderten 25 – 39 US$ zahlen, 1) Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis? ich könnte die Fernleihe bemühen, ich könnte nach eventuellen Embargo-Zeiten nach OA-Versionen suchen. Und noch vieles mehr.

Will ich das? Ich will ja nur schnell nachsehen, in welchem Kontext die Libworld-Publikation (aktuell der Finnland-Artikel von Reetta Saine, der anscheinend in diesem Artikel zitiert wurde) erwähnt wird. Dafür so ein Aufwand? 2) Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

Zusammenfassung: Bezahlschranken sind Zugangsschranken sind Entdeckungsverhinderer sind innovations- und wissenschaftsfeindlich.

References   [ + ]

1. Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis?
2. Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

Development of Libraries in Hungary

In den zu Apothekenpreisen käuflichen Publikationen der IFLA ist vor kurzem folgendes Werk erschienen:

Libraries in the early 21st century, volume 1 : an international perspective / Hrsg. v. Sharma, Ravindra

Dort enthalten ist “Development of Libraries in Hungary” von Áts József, Deák Nóra, Péter Kiszl und Klára Varga, die auf das Posting “Libworld – Hungary” von Dániel Takács verweisen.

SOPA/PIPA: Das Web wird dunkel / Code of Ethics

Die umfangreichste Berichterstattung zu SOPA/PIPA hat wohl bei Netzpolitik stattgefunden. Markus Beckedahl hat die Artikel in einem Posting zusammengefasst. Eine ganz kurze Zusammenfassung gibt es im Posting “Warum SOPA auch uns angeht”:

Im Rahmen eines sogenannten “Blackout Days” haben sich heute zahlreiche Webseiten verhüllt, darunter die englischsprachige Wikipedia. Sie protestieren damit gegen zwei amerikanische Gesetzesentwürfe, den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den Protect IP Act (PIPA). Diese sollen Wirtschaftsinteressen amerikanischer Copyright-Inhaber schützen, haben aber massive Auswirkungen auf die digitale Welt: Internetprovider sollen gezwungen werden, Inhalte proaktiv zu überwachen, Inhalte sollen gesperrt, Suchmaschinen-Treffer nicht mehr angezeigt und Verlinken strafbar werden. Dies hat in Amerika für einen Aufschrei gesorgt, wie er in Deutschland bei der “Zensursula”-Debatte um Netzsperren stattfand. “Sollten diese Gesetze auch nur zur Hälfte so kommen wie vorgeschlagen, hat dies negative Auswirkungen auf das gesamte Internet”, sagt Markus Beckedahl, Vorsitzender des Digitale Gesellschaft e.V.

Eine Galerie streikender Webseiten findet sich ebenfalls bei Netzpolitik. Weitere streikende Seiten sind auf sopastrike.com gesammelt. Zum Beispiel Librarian.net, gavialib.com, Librarian in Black

Für mich etwas überraschend ist die Seite der ALA nicht geschwärzt.

Passend zum Thema hat Hermann Rösch auf seiner Webseite einen Entwurf für eine “internationale bibliothekarische Berufsethik” veröffentlicht: International Code of Ethics for Librarians: Draft Dec 2011 (PDF)

Obwohl dieser Code of Ethics meines Erachtens ohnehin genauso folgenlos bleiben wird wie alle früheren Bemühungen dieser Art, mache ich auf die Möglichkeit aufmerksam, Kommentare zum Code of Ethics per Mail einzureichen. Auf der oben verlinkten Webseiten ist die entsprechende Adresse genannt. Eine offene, transparente Diskussion (Wiki, Blog, sonstwas ohne Anmeldepflicht) wäre m.E. förderlicher gewesen.

World Digital Library in Wikileaks

Unter den in den letzten Tagen von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten aus dem Cablegate-Fundus befinden sich drei Cables, die sich mit der World Digital Library der UNESCO befassen.

International Directory of Art Libraries

Neue (?) Datenbank via DBIS frei verfügbar: International Directory of Art Libraries

This Directory is provided as a means to access nearly 3,000 libraries and library departments with specialized holdings in art, architecture, and archaeology throughout the world. Data recorded for each institution includes address, telephone and tele-facsimile numbers, hours of operation, annual closings, and listings of professional personnel. It also includes electronic mail addresses of individual librarians and direct web links to institutional home pages.