Ist Infobib jugendgefährdend?
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Endlich ist es raus. Laut JusProg (Jugendschutzprogramm) ist Infobib Kindern nicht zu empfehlen:

Wie auch die Netbiber (die ja für Ihre schweinischen Artikel berüchtigt sind), das IBI-Weblog, Medinfo, der Duftende Doppelpunkt, das Hörbuch- und Podcastblog, Ben Kadens Kontext oder Jürgen Plieningers Politikwissenschaft.
Verwundert hat mich in diesem Zusammenhang die Archivalia-Einstufung. Ob man Klaus Graf schon mal vorgeworfen hat, soft
zu schreiben?

Und jetzt wird’s spannend. Während die durchschnittlichen Biblioblogger immerhin noch von Jugendlichen ab 14 gelesen werden dürfen, sind allseits bekannte Unholde ganz außen vor:
Die Seite jakoblog.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird geblockt.
Das Ganze klingt nach einem verspäteten Aprilscherz. Ist es aber nicht. Wie Telepolis schreibt:
In der Schwarzen Liste des Filteranbieters JusProg e.V. finden sich massenhaft alternative Medien wie beispielsweise Telepolis oder die Nachdenkseiten, die offensichtlich nach Einschätzung der Hamburger Jugendschützer nicht für Jugendliche geeignet sind. Auch die Internetseiten der Grünen und der Piratenpartei sind nach Einschätzung von JusProg jugendgefährdend.
Und dieser Irrsinn wird von der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten gefördert. Die JusProg-Partner aus der Wirtschaft sind übrigens kinderfreundliche Angebote wie Bild.de, Orion, Coupé, Beate Uhse oder Berlin Intim (Slogan: Clever poppen!
). Konsequenterweise folgt daraus:

Aber:

Mehr Infos zum Thema gibt’s beim Spiegelverfechter, wie oben erwähnt bei Telepolis und in zahlreichen Blogs.
Ich habe die DenunzierungsVorschlagsfunktion für anstößige Seiten genutzt und JusProg selbst vorgeschlagen. Kategorie “Extremismus”, mit der Begründung:
Die Seite untergräbt freie demokratische Meinungsbildung und gefährdet mit gefährlichen Zensurmaßnahmen die intellektuelle und moralische Integrität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
PS: Müssen alle Seiten einzeln vorgeschlagen werden? Wer um Himmels Willen hat das gemacht?
PPS: Nicht gerade elegant formuliert: “gefährdet mit gefährlichen”. Egal.
Update: [zu diesem Artikelchen inspirierte mich der jugendgefährdende Biblioblog Text&Blog]

Klickt man auf die “Zitate”, steht dort als oberstes eines vom “Bundesminister des Innern Otto Schily”. Vermute mal, auch wegen des etwas altmodischen Designs der Seite, dass es die schon lange gibt. Man könnte ja noch ein bisschen mit den Filtermechanismen experimentieren, z.B. mit dem Zuschreiben von Eigenschaften an eine bestimmte Seite, um herauszufinden, ob Fremdzuschreibungen einfach übernommen werden. Das wäre meine Erklärung für Herrn Voß “jugendgefährdende” Einschätzung.
posted on Mai 27th, 2009 at 16:33 Uhr
Doch wer, so frage ich mich, macht sich die Mühe und gibt all die Seiten so falsch an?
posted on Mai 27th, 2009 at 17:10 Uhr
Traurige Erkenntnis dieses Artikels für mich: ich zähle in Deinen Augen nicht mehr zu den Bibliobloggern. Jetzt bin ich nicht nur hochgradig jugendgefährdend, sondern auch zusätzlich kein Biblioblogger mehr. Und das erfahr’ ich so kurz vor dem Bibliothekartag. Ein doppelter Schlag, von dem ich mich wohl bis Erfurt nicht mehr erholen werden kann. ;-)
posted on Mai 27th, 2009 at 19:06 Uhr
Huch! Schande über mich! Ich habe mein obligatorisches via tatsächlich vergessen (aber jetzt naturlich nachgeholt)! Ich hoffe, ich kann mich damit entschuldigen, dass ich ja kaum zugeben kann, auf Deinen Schmuddelseiten herumzusurfen? ;o)
Asche auf mein Haupt, ich hab’s ganz vergessen!
posted on Mai 27th, 2009 at 21:00 Uhr
Hoppla, ich war sogar die Quelle? Es sei Dir verziehen. ;-)
War aber nicht als Fishing-for-Via-Link gedacht, es ging mir nur drum, dass ich auch gerne zum erlauchten Kreis der Biblio-Blogger zählen möchte. Danke.
posted on Mai 27th, 2009 at 21:09 Uhr
Puh, Glück gehabt! ;o)
@Gerlinde: Das frage ich mich auch. Wie jge schrieb: Man müsste mal ausprobieren, ob alles übernommen wird. Da sogar bka.de als “Standard gesperrt” eingestuft wird, ist davon auszugehen.
posted on Mai 28th, 2009 at 8:06 Uhr
“gefährdet mit gefährlichen” passt schon ganz gut – das hebt die dringliche gefährdung nur noch mehr hervor.
unglaublich, über welche fantasie sone filtersoftware verfügt… :(
posted on Mai 28th, 2009 at 8:49 Uhr
Du meine Güte, netbib sollte zumindest nicht wegen schweinischer Artikel auf die Liste. Wäre das eine Lösung: http://www.flickr.com/photos/scoobay/544228706/
Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von den Kommentaren; für die links (!) übernehme ich keine Verantwortung.
posted on Mai 31st, 2009 at 10:39 Uhr
Wenn man mal bei Google über den Vorsitzenden dieses “Schutzprogrammes” recherchiert, sieht man schon bei den ersten 10 Ergenissen woher der Wind weht.
lol
posted on Juni 3rd, 2009 at 15:42 Uhr
[...] unliebsame Websites und das auch noch mit staatlicher Förderung. Oder würden Sie Infobib und die Piratenpartei für jugendgefährdend [...]
posted on Juli 2nd, 2009 at 8:59 Uhr