Einfluss von Informationskompetenz-Veranstaltungen auf die Qualität von Masterarbeiten

Zu dieser Lieblingsbeschäftigung gehört natürlich auch das In-Die-Welt-Setzen von Artikeln in der Zeitschrift Informationspraxis. Und so freut es mich, dass ich mit “Einfluss von Informationskompetenz-Veranstaltungen auf die Qualität von Masterarbeiten” von Gary Seitz und Barbara Grossmann nun eine Untersuchung zur Auswirkung von IK-Veranstaltungen freischalten konnte. Besonders interessant finde ich den Versuch, eine Metrik für die Erfolgsmessung von IK-Veranstaltungen vorzuschlagen, nämlich bibliometrische Analysen der nach einer Schulung entstandenen Literaturverzeichnisse.

Es wurde erwartet, dass die geschulten Studierenden mehr und wahrscheinlich auch qualitativ höherwertige Literatur finden und verwenden würden. Dies bestätigte sich, doch das Ausmass war überraschend. Die Steigerungen bei der Anzahl der Literaturverweise, der Zitierungen und des h-Indexes übertrafen bei weitem die Erwartungen. IK-geschulte Studierende verwenden ganz klar mehr und weit öfter zitierte Literatur. Wenn die Zitierungen als Kriterium der Qualität betrachtet werden, so bewirken Informationskompetenz-Schulungen, dass Studierende nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ bessere Literaturverzeichnisse erstellen. Mit Hilfe der Korrelationsanalyse lässt sich ein Zusammenhang von der Qualität der Literaturverzeichnisse und der Note der Masterarbeit herstellen.

Hier gibt es noch viel zu diskutieren und auszuprobieren. Besonders die Diskussion, wie man “qualitativ hochwertige Literatur” definiert- und somit den Erfolg von IK-Schulungen – ist weder neu noch wirklich eindeutig zu beantworten, aber noch längst nicht beendet. Spannend wäre es auch schon, wenn nun versucht würde, diese Studie in dieser oder veränderter Form zu wiederholen. Bestätigen sich die Ergebnisse auch in anderen Fächern oder bei anderen Veranstaltungen?

Nach “Informationssuchverhalten als Grundlage für die Gestaltung von Veranstaltungen zum Erwerb von Informationskompetenz” von Martin Wollschläger-Tigges ist dies übrigens der zweite Artikel zur Informationskompetenz in der Informationspraxis.