Seitenangaben mit f. und ff. nicht mehr empfohlen?

Während in älteren wissenschaftlichen Publikationen, in denen z. T. geringere Ansprüche an die Exaktheit von Nachweisen gestellt wurden, die Angabe mittels „ff.“ üblich war (neben anderen veralteten Nachweisangaben wie „a. a. O.“ oder „op. cit“), wird von ihrem Gebrauch u. a. in geisteswissenschaftlichen Arbeiten heute meist abgeraten. Stattdessen wird in der Regel empfohlen, eine exakte Erstreckung von Seiten, Paragraphen, Daten etc. anzugeben: statt „vgl. S. 139 ff.“ also z. B. „vgl. S. 139–145“.

So ist es im Wikipedia-Eintrag “f.” zu lesen, die Begründung leuchtet auch ein. Unüblich ist die Verwendung allerdings in meiner Wahrnehmung immer noch nicht. Kann jemand aus der werten Leserschaft diese unbelegte Behauptung im Wikipedia-Eintrag belegen? Wenn nicht mit Quelle, dann vielleicht anekdotisch?

7 thoughts on “Seitenangaben mit f. und ff. nicht mehr empfohlen?”

  1. Knapp: Ich verwende es dauernd und es hat sich noch nie ein Lektor, Herausgeber etc. beschwert (Fächer: Archäologie, Religionswissenschaft, Geistesgeschichte).

  2. Wir haben unseren Studis in Kursen zum Wissenschaftlichen Arbeiten (1999-2005, Allgemeine Sprachwissenschaft) von “ff.” abgeraten (da dann besser die genauen Seiten angeben), aber “f.” “abgesegnet”, weil da ja klar ist, dass die angegebene und die Folge-Seite sind.

  3. Also man sollte f. und ff. nicht in 1 Topf werfen, und auch ein wenig Logik beherrschen: Aus der früheren Üblichkeit von ff. und der neueren Kritik daran ergibt sich auch durch das “während” kein Schluss, dass dergleichen heute unüblich sei,

  4. Im englischen Raum ist das definitiv so. So sagt der MHRA Guide aus den UK
    “If an entry relates to several successive pages, the first and last page
    numbers of the span should always be stated:
    pp. 201–09 (not pp. 201 ff.)” (http://www.mhra.org.uk/pdf/MHRA-Style-Guide-3rd-Edn.pdf p. 63)

    und das Chicago Manual in 14.149 http://www.chicagomanualofstyle.org/book/ed17/part3/ch14/psec149.html (gated)
    “Only when referring to a section for which no final number can usefully be given should ff. (“and the following pages, paragraphs, etc.”) be resorted to. Instead of the singular f., the subsequent number should be used (e.g., “140–41” not “140f.”).”

  5. Ich verwende “f.” für eine folgende Seite (das dürfte üblich sein) und “ff.” für zwei folgende Seiten (das dürfte eine auf früheres Mißverständnis gegründete, persönliche Idiosynkrasie sein). Bei mehr als drei Seiten gebe ich immer den exakten Bereich an, sowohl bei Zitat- als auch bei bibliographischen Angaben. Das LaTeX-Paket Biblatex bietet die Befehle \psq (für “f.”) und \psqq (für “ff.”), und laut Dokumentation kennzeichnet \psqq einen offenen Bereich.
    Da ich nach bald 20 Jahren mein Mißverständnis jetzt bemerkt habe, werde ich zukünftig auf “ff” verzichten und nur noch “f.” verwenden, sonst exakte Seitenbereiche angeben.

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