Kulturstaatsminister Neumann: Die Hinterbliebenenrente ist sicher!

Kulturstaatsminister Bernd Neumann äußerte sich in einem Stern-Interview zu Schutzfristen im Urheberrecht. Auf die Frage, ob eine Frist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers […] noch zeitgemäß sei, antwortet er:

Ja! Die 70 Jahre Schutzfrist haben weniger etwas mit der Schnelllebigkeit zu tun als vielmehr mit der Langlebigkeit – nämlich der Angehörigen der Urheber, denen die Einkünfte aus der Nutzung des Werkes nicht entzogen werden sollen. Die Einwände gegen eine 70-jährige Schutzfrist kommen vielfach von denjenigen, die – eher in der “copyright”-Tradition verhaftet – das Urheberrecht als zeitliches “Monopolrecht” generell für bedenklich halten und prinzipiell unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck sehen.

Hoppla. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass die 70-jährige Frist unter dem Vorwand installiert wurde, dass nur Urheber zu kreativen Taten ermutigt werden könnten. Ist ja auch ganz logisch. Der durchschnittliche Kreative möchte von seines Geistes Früchten leben können.

Ein Irrtum? Oder wildert Neumann gar in fremden Revieren und betätigt sich als Hinterbliebenenversorger? Das hieße, man müsste das Urheberrecht mit einer flexiblen Schutzfrist versehen. Zuständig wäre das Bundesamt für Statistik. Je nach Geburtsjahr des Nachwuchses müssten andere Fristen vergeben werden.

Lesetipp zum Thema Kulturförderung und Urheberrecht: Freie Kultur von Lawrence Lessig. Aber der durchschnittliche Infobib-Leser hat das vermutlich eh schon gelesen…