Kulturstaatsminister Neumann: Die Hinterbliebenenrente ist sicher!

Kulturstaatsminister Bernd Neumann äußerte sich in einem Stern-Interview zu Schutzfristen im Urheberrecht. Auf die Frage, ob eine Frist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers […] noch zeitgemäß sei, antwortet er:

Ja! Die 70 Jahre Schutzfrist haben weniger etwas mit der Schnelllebigkeit zu tun als vielmehr mit der Langlebigkeit – nämlich der Angehörigen der Urheber, denen die Einkünfte aus der Nutzung des Werkes nicht entzogen werden sollen. Die Einwände gegen eine 70-jährige Schutzfrist kommen vielfach von denjenigen, die – eher in der “copyright”-Tradition verhaftet – das Urheberrecht als zeitliches “Monopolrecht” generell für bedenklich halten und prinzipiell unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck sehen.

Hoppla. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass die 70-jährige Frist unter dem Vorwand installiert wurde, dass nur Urheber zu kreativen Taten ermutigt werden könnten. Ist ja auch ganz logisch. Der durchschnittliche Kreative möchte von seines Geistes Früchten leben können.

Ein Irrtum? Oder wildert Neumann gar in fremden Revieren und betätigt sich als Hinterbliebenenversorger? Das hieße, man müsste das Urheberrecht mit einer flexiblen Schutzfrist versehen. Zuständig wäre das Bundesamt für Statistik. Je nach Geburtsjahr des Nachwuchses müssten andere Fristen vergeben werden.

Lesetipp zum Thema Kulturförderung und Urheberrecht: Freie Kultur von Lawrence Lessig. Aber der durchschnittliche Infobib-Leser hat das vermutlich eh schon gelesen…

Creative Commons Geburtstagsfeier in Second Life

Lawrence Lessig kündigt die Feier des vierten Geburtstags von Creative Commons in Second Life an:

Creative Commons is turning 4 on December 16. To celebrate, there are a host of parties springing up around the world. You can read about it on this blog entry. I’ll be in Portugal to launch CC Portugal, but will be getting up early to make a Second Life appearance at the San Francisco event. If you can’t make it to a physical party, come virtually. I’ll be making a pretty significant announcement (for me at least) at the party.

Code v2 von Lawrence Lessig veröffentlicht

Da habe ich gerade die erste Version auf dem Schreibtisch liegen, informiert mich Heise auch schon über die gerade von Lawrence Lessig mit Hilfe eines Wiki kollaborativ überarbeite zweite Auflage seines Klassikers “Code and Other Laws of Cyberspace” über die drohende Totregulierung des Internet.

Man findet das Buch komplett zum Download unter der Adresse http://codev2.cc. Wer Creative Commons unterstützen möchte, möge es dennoch erwerben.

All royalties from Code v2 go to Creative Commons, in recognition of the work done by those who helped with the wiki version of Code v1.

(Lessig.org)